Hat Perry sich totgebläht?

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Elodarion
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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von Elodarion » 2. August 2009 17:18

Die Person Perry ist ja nicht das eigentliche Problem. Das besteht eher darin, dass alles in der Serie irgendwie schon einmal dagewesen ist. Vielleicht nicht ganz so groß und unter einem anderen Namen, aber es war schon einmal da. Man musste ja immer wieder etwas "Neues" erfinden. Vom Signalfeuer zum Semaphoren, von dem zum Heliostaten, von diesem zum Morsegerät, dann zum Telefon und zum Mobiltelefon (heißt bei uns glaube ich "Handy"?!). Tja, das hat Perry alles durch. Jetzt schreibt man halt über die verschiedenen Handy-Modelle.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von Amtranik » 3. August 2009 00:46

Elodarion hat geschrieben:Die Person Perry ist ja nicht das eigentliche Problem. Das besteht eher darin, dass alles in der Serie irgendwie schon einmal dagewesen ist. Vielleicht nicht ganz so groß und unter einem anderen Namen, aber es war schon einmal da. Man musste ja immer wieder etwas "Neues" erfinden. Vom Signalfeuer zum Semaphoren, von dem zum Heliostaten, von diesem zum Morsegerät, dann zum Telefon und zum Mobiltelefon (heißt bei uns glaube ich "Handy"?!). Tja, das hat Perry alles durch. Jetzt schreibt man halt über die verschiedenen Handy-Modelle.

Also ich habe damit eigentlich weniger ein Problem als mit bestimmten trivialisierungen der Serie.
Zb die immer gleichen Charakterisierungen der Gegenspieler von Perry und Co. Man könnte wirklich die Namen beliebig
austauschen, den Leuten dann die Texte der beschreibungen nacheinander vorlesen und ich bin sicher, niemand wäre
überhaupt in der Lage die einzelnen "bösen Aliens" die in den letzten 6 Jahren als Gegenspieler der Terraner auftraten
auseinanderzuhalten. Ich denke es gibt keine wirklich neuen Themen in der Science-Fiction. Jede Idee ist irgendwo schon
mal aufgetaucht. Es gibt nur andere Schwerpunkte und es gibt Variationen. Das kann man PR nicht vorwerfen.

Aber was man schon ankreiden kann ist, wenn Gewalt wichtiger ist als Intelligenz. Glaubwürdigkeit weniger geschätzt wird
als Effekthascherei. Und ich sehe das ganz massiv als gegeben seit einer Reihe von Jahren. Und bisher deutet sich keine
besserung an, im Gegenteil es scheint beinah so, als wäre hier der Climax noch nicht mal erreicht.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von alexandermerow » 13. Juni 2011 00:22

Das Problem der Serie ist einfach, dass sie zu schnell in ihren Entwicklungen vorangeschritten ist.
Bin zwar erst in der Mitte des 3. Bandes angelangt, aber ich kann mir vorstellen, dass da etwas Wahres dran ist. Die Entwicklung geht wirklich rasend schnell voran. Keine Ahnung wie es in den Bänden jenseits der Milchstrasse weitergeht, da bin ich ja noch nicht und es wird wohl auch noch eine Weile dauern, aber die blitzartige Aufrüstung vom Mondraumfahrer zum Mega-Hero geht schon äußerst schnell vor sich.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von deval » 13. Juni 2011 09:19

Ich fand nicht das es zu schnell ging. PR wollte ja nicht mehr sein als eine Abenteuerserie im Weltraum. Und da wäre es
m. E. nach kontraproduktiv gewesen auf (relativ) unwichtige Sachen wie politische, kulturelle und soziale Entwicklung das
Hauptaugenmerk zu richten. Der Leser wollte und sollte einfach nur unterhalten werden und das ist der Serie zu der Zeit
sehr gut gelungen.

Heutzutage hat sich die Sichtweise des Lesers vielleicht etwas verschoben und er möchte nun gerade über die Themen, die
damals stiefmütterlich behandelt wurden, mehr erfahren. So ging es mir zumindest. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl,
dass den Machern die Themen ausgingen. Ich wolle keinen X-ten Aufguss einer Invasion der Milchstraße mehr lesen. Und als
dann auch noch Fellmer Lloyd, der gute alte Fellmer, geopfert wurde, war für mich Schluss. Die Serie hat sich nicht totgebläht
sondern es sind ihr irgendwie die wirklich guten Ideen ausgegangen. So empfinde ICH das.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von alexandermerow » 13. Juni 2011 11:42

Die Serie hat sich nicht totgebläht
sondern es sind ihr irgendwie die wirklich guten Ideen ausgegangen. So empfinde ICH das.
Das kann ich jetzt am Anfang einer so umfangreichen Weltraum-Oper natürlich noch nicht so genau beurteilen. Bisher hat mir die Dritte Macht jedenfalls am besten gefallen. Das Buch ist sicherlich trivial, aber keineswegs unpolitisch. Band 3 fand ich jetzt eher mäßig - die ganze Unsterblichkeitssuche fand ich schon stark fantasylastig. Klar, bei einer Massenheftserie steht vielfach die leichte Unterhaltung im Vordergrund und so sollte es ja eigentlich auch sein. Trotzdem hätte man bei manchen Dingen auch noch mehr in die Tiefe gehen können. Die Geschichte um die Rebellen von Tuglan ist da so eine Sache. Eben mal um 30000 Lichtjahre verschätzt, irgendwo auf einem Planeten auf den Putz gehauen - und wieder weiter. Naja....

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von immer mal wieder » 14. Juni 2011 09:46

alexandermerow hat geschrieben:
Die Serie hat sich nicht totgebläht
sondern es sind ihr irgendwie die wirklich guten Ideen ausgegangen. So empfinde ICH das.
Das kann ich jetzt am Anfang einer so umfangreichen Weltraum-Oper natürlich noch nicht so genau beurteilen.
Verständlich, nachdem man erst 19 aus 2600 Teilen gelesen hat. (0,73%)
alexandermerow hat geschrieben:Bisher hat mir die Dritte Macht jedenfalls am besten gefallen. Das Buch ist sicherlich trivial, aber keineswegs unpolitisch. Band 3 fand ich jetzt eher mäßig - die ganze Unsterblichkeitssuche fand ich schon stark fantasylastig. Klar, bei einer Massenheftserie steht vielfach die leichte Unterhaltung im Vordergrund und so sollte es ja eigentlich auch sein. Trotzdem hätte man bei manchen Dingen auch noch mehr in die Tiefe gehen können.
Die Autoren der Serie erwarteten damals vielleicht 30 Hefte, erhofften in ihren kühnsten Träumen vielleicht 50 Hefte. Von daher musste mehr Inhalt "reingestopft" werden. Was zudem sicherlich nicht die schlechteste Idee ist, denn aktuell krankt die Serie IMHO auch gerade daran, dass alles so ausschweifelnd erzählt wird, weil man 100 Hefte per Zyklus als Vorgabe hat aber oft die Ideen nicht ausreichen diese Zahl adäquat zu füllen.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von alexandermerow » 14. Juni 2011 09:55

Verständlich, nachdem man erst 19 aus 2600 Teilen gelesen hat. (0,73%)
Ja, ohne Indoktrinator geht es halt nicht schneller :roll: Es ist jedenfalls bemerkenswert, was aus der Serie geworden ist. Die Fülle des verarbeiteten Stoffes ist ja kaum vorstellbar. Mein Ziel ist es zunächst mal bis zur "Straße von Andromeda" zu kommen, da habe ich schon genug zu lesen.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von alexandermerow » 29. Juni 2011 22:04

"Hätten wir die Serie damals auf 200 Bände beschränkt, wäre sie richtig gut geworden. Und hätten wir nur hundert Folgen gemacht, wäre sie sogar ganz exquisiet gewesen".
Da dürfte etwas dran gewesen sein. Habe mir eben mal ein paar Silberbände der (für mich) noch weiter entfernten Zyklen angesehen. Im "Mahlstrom der Sterne" wird die Erde irgendwo hin versetzt??? Was ist das denn für ein Ultrablödsinn. Wenn PR mal so albern wird, dann lese ich aber definitiv was anderes. Bisher geht`s aber noch (Silberband 8) bzw. ist sehr nett zu lesen. Schade, wenn es irgendwann in solchen Unsinn ausartet...

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von deval » 30. Juni 2011 08:26

Warte doch erstmal ab.

Für viele Leser begann gerade mit dem Konzilzyklus, darauf aufbauend der Aphilie und Bardioc Zyklus,
die stärkste und beste Phase der Serie.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von alexandermerow » 30. Juni 2011 09:16

Naja, wie ich mich selbst kenne, werde ich wohl die Silberbände ich nicht einfach mal weglegen, wenn ich mich erst einmal "festgefressen" habe. Will jetzt auch keine vorschnellen Urteile fällen, aber die Inhaltsbeschreibungen einiger Folgebände haben mich etwas verstört, wenn ich ehrlich bin. Zudem ist es natürlich immer eine rein persönliche Geschmacksache, was einem gefällt. Mal abwarten...

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 30. Juni 2011 17:30

alexandermerow hat geschrieben:Im "Mahlstrom der Sterne" wird die Erde irgendwo hin versetzt??? Was ist das denn für ein Ultrablödsinn. Wenn PR mal so albern wird, dann lese ich aber definitiv was anderes.
Du wirst lachen: damit beginnt einer der Höhepunkte der Serie. Denn es geht nicht vorrangig um das technische Ereignis der Versetzung der Erde, sondern der von William Voltz konzipierte Zyklus konzentriert sich auf die Folgen eines solchen Vorgehens für die Menschheit. Und das ist wirklich sehr gut gelungen! Also keine technische Hard-SF, sondern in Ansätzen ein starkes Stück Social-SF.
Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach » 30. Juni 2011 20:21

Ja, die Bände 650 bis 1000 sind der Höhepunkt der Serie.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von alexandermerow » 30. Juni 2011 21:01

Denn es geht nicht vorrangig um das technische Ereignis der Versetzung der Erde, sondern der von William Voltz konzipierte Zyklus konzentriert sich auf die Folgen eines solchen Vorgehens für die Menschheit.
Hmpfl...Diese Idee stört mich trotzdem, sorry. Gut, aber das muss jeder selbst entscheiden. Die Folgen für die Menschheit dürften u.a. eine schwere Massenhysterie sein, nicht? :wink:

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach » 1. Juli 2011 09:46

alexandermerow hat geschrieben:
Denn es geht nicht vorrangig um das technische Ereignis der Versetzung der Erde, sondern der von William Voltz konzipierte Zyklus konzentriert sich auf die Folgen eines solchen Vorgehens für die Menschheit.
Hmpfl...Diese Idee stört mich trotzdem, sorry. Gut, aber das muss jeder selbst entscheiden. Die Folgen für die Menschheit dürften u.a. eine schwere Massenhysterie sein, nicht? :wink:
Nein, das wird ganz anders, aber ich werde da jetzt nicht spoilern. Wenn Du gerade erst am Anfang der Serie stehst, würde ich mir an Deiner Stelle noch keine Gedanken über Ereignisse machen, die noch ca. 3000 Jahre in der Zukunft liegen.

Genieß erst mal den Anfang – die ersten hundert Hefte (= die ersten 12 Silberbände) sind das andere Highlight der Serie.

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Re: Hat Perry sich totgebläht?

Ungelesener Beitrag von alexandermerow » 1. Juli 2011 11:38

Genieß erst mal den Anfang – die ersten hundert Hefte (= die ersten 12 Silberbände) sind das andere Highlight der Serie
Das will ich auch glauben, bisher haben mir die ersten 8 Silberbände nämlich wirklich gut gefallen. Alles andere: Schau`n wir mal :)

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