phantastisch! 67

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Shock Wave Rider
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Re: phantastisch! 67

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 12. Juli 2017 22:33

Die Lektüre der #67 hat mir eine längere Bahnfahrt verkürzt.
Mein Grundeindruck: Diesmal hat man Qualität über Quantität gestellt.
Im einzelnen:

Das Titelbild kommt von Dirk Berger.
Alles schön bunt hier!
Im Ernst: Viele Einzelelemente zusammengeklatscht ergeben noch keine Collage.

HORST ILLMER: up|date
Wie immer hochinteressant. Wahnsinn, wie viele Leute gestorben sind, von denen ich nie zuvor gehört habe. Vielleicht mit Ausnahme des Kameramanns Michael Ballhaus.
Vorgemerkt sind "Wer fürchtet den Tod " von Nnedi Okorafor, "Alle Vögel unter dem Himmel " von Charlie Jane Anders, die Anthologie "Auf fremden Pfaden", Gudrun Bühlers "Koryphäen", und Hans-Peter von Peschkes Sekundärwerk "Invasion der Zukunft". Aber wann soll ich das alles lesen?

Interviews:
Christian Endres: JEFF VANDERMEER: „Ich würde es als surreal beschreiben.“
Kurz, knapp, okay. Ein Erfolgsschriftsteller plaudert aus, wie gut es ihm geht.

Christian Endres: EMILY ST. JOHN MANDEL: „Wir sind eine Spezies, die Musik in Flüchtlingscamps spielt.“
Das wiederum bescherte mir die Bekanntschaft mit einer möglicherweise interessanten Autorin.

Bücher, Autoren & mehr:
HORST ILLMER: Arbeit, Wohlstand und das Glück der Menschheit und was wir H. G. Wells sonst noch alles verdanken
Ein absolutes Highlight nicht nur dieser Ausgabe, sondern der gesamten 'phantastisch!'-Historie. Kenntnisreich, informativ, spannend geschrieben und mit tollen Titelbilder illustriert. Vielen Dank, Horst Illmer! Jetzt bin ich total gespannt auf Teil 2.

ARMIN MÖHLE: Zeitreise in den „Blitzkrieg“
Angelesen, aber schnell das Interesse verloren. Einfach nicht mein Thema.

JAN NIKLAS MEIER: Wider die Kultur: Zum Wesen des Monströsen
Monster sind allgegenwärtig. Sie definieren die Antithese zur geltenden gesellschaftlichen Norm. In der Neuzeit wandelt sich das Körpermonster zum Sittenmonster. Interessante Denkansätze, leider nicht bis zum Letzten ausgeführt. Dennoch lesenswert.

CHRISTIAN ENDRES: Die Geschichte der Bienen
Die norwegische Autorin Maja Lunde (das Foto zeigt eine natürliche, entspannte Frau mit einem bezaubernden Lächeln) schrieb einen Roman über den Niedergang der Bienen. CE hat mein Interesse geweckt.

JAN NIKLAS MEIER: Der Forscher als Fan?
"Game of Thrones" als Forschungsobjekt. Die Zusammenfassung einer Aufsatzsammlung ist interessant. Die Rechtfertigung des Projekts an sich erscheint mir aus der Zeit gefallen. Die Zeiten, als sich Kulturwissenschaftler rechtfertigen mussten, weil sie sich mit populärer Kunst beschäftigen, sollten vorbei sein.

RÜDIGER SCHÄFER: Deutschstunde – „Wie eine Schreibmaschine, die Alufolie frisst!“
Hochinteressante Betrachtungen über die Schönheit einer Sprache. Absolut lesenswert. Und angenehm, dass Rüdiger Schäfer mal nicht den Deutschlehrer raushängen lässt (obwohl ich ihn auch in der Rolle mag).

CHRISTIAN HOFFMANN: Eine internationale Raumstation namens SF – ein Plädoyer
Christian Hoffmann weist darauf hin, dass es auch außerhalb des englischsprachigen Raums gute SF gibt. Und womit? Mit Recht!

Rezensionen:
Alle angelesen, die meisten sogar zu Ende gelesen. Vielleicht sollte ich mir doch mal eine Korb-Collection gönnen.

Comic & Film:
CHRISTIAN ENDRES: „Valerian, du Schisser!!!“
Rechtzeitig zur Realverfilmung werden die klassischen Comics wieder aufgelegt. Außerdem erscheint eine Art Parodie.

KLAUS N. FRICK: Schnelle Pillen
Eine Pille macht den Einnehmenden rasend. Schnell. Nun ja.

OLAF BRILL & MICHAEL VOGT: Ein seltsamer Tag – Teil 27
Was macht man mit Gravitationswellen? Man surft darauf. Cool! :)

Exklusive Leseprobe
CHRISTOPHER GOLDEN: „Snowblind“

Ich war so froh, dass diese unseligen Leseproben aus 'phantastisch!' verschwunden sind.
Nach zwei Absätzen habe ich diese seltsame Werbeaktion abgebrochen. Ich bevorzuge Stories.

Starke Ausgabe. Highlights sind Illmers Wells-Artikel und Meiers Monster-Abhandlung.
Aber auch der Rest kann sich lesen lassen.

Gruß
Ralf
Shock Wave Riders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten.
Einen Kerl wie den sollte man lünchen!

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Uschi Zietsch
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Re: phantastisch! 67

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 13. Juli 2017 12:03

Andreas Eschbach hat geschrieben:
11. Juli 2017 23:43
Habe heute Abend das neue "phantastisch!" durch und dabei erfahren, dass ich gar kein SF-Autor bin.

Gut zu wissen.
Das hat doch Schlück senior zu mir mal auf der Frankfurter Messe schon gesagt, das muss so 12 Jahre her sein ... :lol: ALso wirklich, bestimmt hat er dir das auch gesagt und du hast nicht zugehört! :xmas: :xmas: :xmas:
:bier:
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Gast09
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Re: phantastisch! 67

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 13. Juli 2017 16:32

@AE: ich hatte dich vor etlichen Jahren hier in diesem Forum genau darauf mal angesprochen. Auslöser war die Tatsache, dass ein von dir geschriebener SF-Roman nicht unter der Kategorie "SF" gelaufen ist, sondern als "Thriller".
Deine Antwort war klar und einleuchtend: SF verkauft sich nicht gut hierzulande. Thriller laufen besser ganz einfach schon deshalb, weil sie in den Verkaufsräumen exponiert vorne stehen und nicht irgendwo hinten links in der "SF-Fantasy"-Ecke. AquaMarin beispielsweise hat, obwohl eindeutig SF, überhaupt keine Kategorisierung. Es hört sich vllt nicht gut an aber offensichtlich gilt: unter kommerziellen Gesichtspunkten ist alles besser als SF.
Insofern scheint deine Conclusio korrekt. Denn es hat wohl funktioniert.
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Andreas Eschbach
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Re: phantastisch! 67

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach » 13. Juli 2017 19:05

Shock Wave Rider hat geschrieben:
12. Juli 2017 12:14
Andreas Eschbach hat geschrieben:
11. Juli 2017 23:43
Habe heute Abend das neue "phantastisch!" durch und dabei erfahren, dass ich gar kein SF-Autor bin.

Gut zu wissen.
Hab's auch schon gelesen. :-)
Wir freuen uns trotzdem über Deine Beiträge in diesem Forum. :engel:
Ich probier's einfach weiter … :freude:

Niklas
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Re: phantastisch! 67

Ungelesener Beitrag von Niklas » 13. Juli 2017 21:23

lapismont hat geschrieben:
12. Juli 2017 14:02
Noch zum Monster-Artikel. Der wurde gegen Ende hin immer schwammiger. Mir hätte es besser gefallen, wenn mehr konkrete Monstereien vorgestellt worden wären. Das war doch recht unkonkret.

Ich denke mal, du meinst dabei besonders die Vorstellung von Cohens Ansatz der Monster als Kulturprodukte? Da stimme ich dir zu, im Nachhinein betrachtet wären mehr Beispiele eine gute Idee gewesen. Gleiches gilt für den Abschnitt mit den monströsen Räumen. Aber vielleicht ergibt sich ja in einer zukünftigen Ausgabe die Möglichkeit, einmal anhand eines bestimmten Monsters den Ansatz durchzuspielen. :mad: Möglichkeiten gibt es genug, auch abseits von Vampir, Werwolf oder Zombie ... Alternativ könnte man sich aber auch einmal den mittelalterlichen Monstern zuwenden, vielleicht anhand von Berichten verschiedener zeitgenössischer Asien-Reisender.

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