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Gast09
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Ungelesener Beitrag von Gast09 »

. . . oder:
Wonder Woman kommt aus Wien
The Guardian schrieb: "Ohne Hedy Lamarr hätten wir heute kein WLAN"
In Wien gibt es zwei Jüdische Museen: eines (das Größere) in der Nähe der Oper und das Kleinere nähe Stephansdom. Das kleinere Museum zeigt in einer Dauerausstellung das Jüdische Leben in Wien bis zur Zerstörung der Wohnviertel und Ermordung nahezu aller Bewohner im Jahre 1423, das Größere zeigt, wie es danach weiter ging.
Im EG des kleineren Museums findet sich eine Ausstellung über Leben und Werk von Hedy Lamarr, einer Powerfrau des letzten Jahrhunderts.
Am 9.11.1914 als Hedwig Kiesler geboren durchlebte sie eine Kindheit in Wohlstand und Reichtum. Die Mutter war Konzertpianistin, der Vater Direktor einer Privatbank. Hedwig besuchte die besten Privatschulen und begleitete ihre Eltern bereits in früher Jugend zu gesellschaftlichen Ereignissen der europäischen Hochfinanz. Dort kam sie u.a. in Kontakt mit Filmproduzenten von MGM. Sie erhielt erste kleinere Rollen in denen sie brillierte und startete eine kometenhafte Karriere. Bereits mit 19 bezeichnete MGM sie als Schönste Frau der Welt. Wer sich die zahlreichen Titelseiten von Hochglanzillustrierten in der Ausstellung anschaut wird dieser Einschätzung nur schwer widersprechen.
Aber nicht nur das.
Hedy Lamarr hatte einen feinen Instinkt für die Anlage ihres Vermögens. Durch Zufall entdeckte sie die pittoreske Ausstrahlung einer in den Rockies gelegenen eher unbekannten Kleinstadt, ließ dort ein Hotel errichten und legte damit den Grundstein für den Aufstieg dieses Ortes zu einem der bekanntesten Winter-Urlaubs-Orte der Welt; der Name dieser pittoresken Kleinstadt: Aspen, Colorado.
Aber auch das ist noch nicht alles.
Hedy Lamarr hatte einen besonderen Bezug zur Physik und zur Technik. Sie erfand ein Frequenzsprungverfahren zur störungsfreien Steuerung von Torpedos. Von der Navy zwar kaum benutzt ist es heute die Grundlage für WLAN, Mobilfunk und Bluetooth.
Die letzten Jahre ihres Lebens verliefen wenig glanzvoll. Sie hatte Probleme mit Männern (und mit Frauen). Nach ihrer 6. Scheidung wird ihr folgender Spruch zugeschrieben: "Ich sollte aufhören, Männer zu heiraten die sich mir unterlegen fühlen." Zwar erlebte sie ihre Rehabilitierung als Erfinderin und die Einsetzung ihres Geburtstages (9.11.) als Welttag der Erfinder noch mit, sie verstarb allerdings einsam und verarmt.
Aber auch das ist noch nicht alles.
Die vor 70 Jahren bei Frauen eher selten anzutreffende Kombination von universeller Bildung, gewandtem und charismatischem Auftreten, weitreichenden Kenntnissen von Technik und Wirtschaft sowie einem makellos schönen Aussehen machte Hedy Lamarr zur Ideen-Geberin für einige hier im Genre gern gesehene Charaktere. Allen voran Batgirl, Rachel (aus Blade Runner) und Wonder Woman.
Das Leben von Hedy Lamarr wurde mehrmals verfilmt, imdb weiß das. Zurzeit läuft eine neue Verfilmung in der Hedy Lamarr dargestellt wird von der israelischen Schauspielerin Gal Gadot, hier allen bekannt als Wonder Woman.
Somit schließt sich der Kreis.
Gast09
Nachtrag:
Ich schreibe hier nur die kurze Kurzfassung eines bewegten Lebens. Bei den zahlreichen Einträgen die es zu Hedy Lamarr im Netz gibt gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen, immerhin war sie zeitweise mit einem weltweit führenden österreichischen Waffenproduzenten verheiratet und sammelte andererseits in den USA mehr als 300 Mio. USD Spendengelder für den Kampf gegen Nazideutschland, die größte Summe die eine Einzelperson jemals zusammengebracht hat.
Ich definiere das hier mal als Weizen. Es handelt sich um einen gut lesbaren kompakt geschriebenen Beitrag mit Auffächerungen in Einzelheiten so sie denn angeklickt werden.
https://stfndw.com/2018/film/hedy-lamar ... s-im-film/
hier die Jüdischen Museen in Wien:
http://www.jmw.at/