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Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 2. Juni 2019 16:25
von HSB
Hallo zusammen,

ich würde hier gerne meine SciFi-Novelle »Die dritte Programmierung« vorstellen. Darin geht es um eine Androidin, die zu Unrecht als Auftragsmörderin gejagt wird. Deshalb muss sie alle Regeln brechen, um zu erlangen, nach was sie sich sehnt: Freiheit.

Bild

Klappentext:
Eine Androidin als Auftragsmörderin. Sie weiß nichts davon …
Dinahs Leben gerät aus den Fugen, als das FBI ihrer Existenz ein Ende setzen will. Gesucht als Attentäterin muss sie alle Regeln brechen und die wahre Mörderin finden. Auf ihrer abenteuerlichen Flucht begegnet Dinah neuen Freunden, muss aber auch feststellen, dass ihr nicht alle Menschen wohlgesonnen sind. Ihre größte Gegnerin jedoch ist sie selbst.


Das Buch ist 208 Seiten lang und erscheint sowohl als Taschenbuch als auch als eBook. Es ist exklusiv bei Amazon erhältlich und kann dort auch über Kindle Unlimited gelesen werden. Ich habe netto insgesamt 3 Monate daran gearbeitet, was alle Überarbeitungen mit einschließt. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten lag immer etwas Pause, was ich als "Reifekammer" bezeichne, denn nur mit genug Abstand kann man den eigenen Text gut beurteilen. Deshalb war der tatsächliche Entstehungszeitraum des Buches deutlich länger: Begonnen habe ich im Oktober 2018 und fertig war ich im März 2019. Danach habe ich mich um Cover und Satz gekümmert. Das Titelbild stammt von einem vietnamesischen Künstler. Die Umschlaggestaltung und das Logo sind vor mir. Gesetzt habe ich die gedruckte Ausgabe mit LaTeX.

Ein wichtiges Anliegen ist mir, mit dem Buch auf die ungeklärte Frage hinzuweisen, wie wir mit künstlichen Intelligenzen umgehen wollen, sollten sie einmal ein Bewusstsein erlangen. Die Hauptfigur Dinah ist lediglich eine Sache, über die ihr Besitzer oder die Behörden verfügen – und sie zur Not einfach stilllegen können. Wie wollen wir mit intelligenten Maschinen umgehen?

Falls ich euer Interesse wecken konnte und ihr das Buch lest, dann würde ich mich sehr über eine anschließende Bewertung bei Amazon freuen. Als Self Publisher zählt für mich jede Stimme (auch die negativen, ich möchte hier nicht um Gefälligkeitsrezensionen betteln).

Links:
Taschenbuch: https://www.amazon.de/Die-dritte-Progra ... 1799293815
eBook: https://www.amazon.de/Die-dritte-Progra ... B07PRPKC7J

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 2. Juni 2019 17:09
von Gast09
Sowohl Titelbild als auch deine Präsentation sprechen mich sehr an. Mal schauen wie lange der zweitbeste Freund der Menschheit benötigt um mir das Buch auf den Schreibtisch zu liefern. Ich melde mich dann.
Gast09

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 2. Juni 2019 17:48
von HSB
Gast09 hat geschrieben:
2. Juni 2019 17:09
Sowohl Titelbild als auch deine Präsentation sprechen mich sehr an. Mal schauen wie lange der zweitbeste Freund der Menschheit benötigt um mir das Buch auf den Schreibtisch zu liefern. Ich melde mich dann.
Gast09
Hahaha, ich musste jetzt echt überlegen, wer der zweitbeste Freund der Menschheit ist :D

Danke dir!

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 5. Juni 2019 17:50
von Gast09
Das Büchlein ist jetzt da. Auf den zweitbesten Freud der Menschheit ist wie immer Verlass auch seit er sich von DHL getrennt hat und eine eigene Logistik aufbaut.
Der Text umfasst 205 Seiten welche sich incl. Epilog auf 17 Kapitel verteilen. Hieraus ergibt sich ein angenehm kurzer Durchschnitt von etwa 13 Seiten pro Kapitel was meinen Lesegewohnheiten sehr entgegen kommt. Die Schriftgröße ist okay; weder künstlich groß um Seiten zu generieren noch künstlich klein um genau das eben nicht zu tun.
Leider leider ist das Titelbild deutlich dunkler als der Abdruck weiter oben. Aber gut, ist halt so.
Der erste Satz lautet: Für eine Androidin war Dinah ziemlich schreckhaft.
Kann es sein, dass ich hier erstmalig die weibliche Form von Androide wahrnehme? Dies jedenfalls und die Kombination von Androide und schreckhaft bestätigen meine weiter oben geäußerte Erwartung einer kreativen und intelligenten Story.
Ich melde mich hier alsbald wieder.
Gast09

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 6. Juni 2019 13:27
von HSB
Gast09 hat geschrieben:
5. Juni 2019 17:50
Der Text umfasst 205 Seiten welche sich incl. Epilog auf 17 Kapitel verteilen. Hieraus ergibt sich ein angenehm kurzer Durchschnitt von etwa 13 Seiten pro Kapitel was meinen Lesegewohnheiten sehr entgegen kommt.
Ich möchte die Bücher schreiben, die ich selber auch gerne lese. Ich bevorzuge kürzere Bücher. Allerdings lese ich auch längere, wenn es die Story hergibt.
Gast09 hat geschrieben:
5. Juni 2019 17:50
Leider leider ist das Titelbild deutlich dunkler als der Abdruck weiter oben. Aber gut, ist halt so.
Das tut mir leid. Es rührt u.A. daher, dass Displays eine Hintergrundbeleuchtung haben, weshalb alles etwas heller wirkt als im Druck. Um das auszugleichen bräuchte ich einen kalibrierten Monitor, denn ich leider nicht habe ... Als ich den Probedruck gesehen habe, war ich aber der Meinung, dass das Cover trotzdem gut aussieht, auch wenn es dunkler ist.
Danke für diese Rückmeldung, die ist sehr wertvoll für mich.
Gast09 hat geschrieben:
5. Juni 2019 17:50
Kann es sein, dass ich hier erstmalig die weibliche Form von Androide wahrnehme?
Oh, ich wusste nicht, dass "Androidin" ungewöhnlich klingt. Mir erschien es passend.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass dich das Buch gut unterhält und würde mich über deine Meinung im Anschluss freuen!

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 9. Juni 2019 12:27
von Gast09
Ich habe die Hälfte durch und bin mir bereits jetzt sicher, eine echte Perle der deutschen SF entdeckt zu haben.
Alles stimmt, schon beim Titel fängt es an: genial. Ohnehin mag ich Titel mit einer Zahl darin: Die Dritte Macht, Ich bin Nummer 4, Das 5. Element oder Das 4. Protokoll (ein Buch von Frederic Forsythe toll verfilmt mit einer perfekten Performance des damals noch unbekannten Pierce Brosnan).
Manchmal hatte ich den Eindruck, die Gedankengänge der Maschine seien zu sehr menschlich. Das ist aber unschädlich, denn niemand kann heute sagen, wie eine KI denkt. Wir wissen es einfach nicht und stochern im Nebel ähnlich wie ein Autor des Jahres 1919 im Nebel stochern würde wenn er über ein weltweit verbundenes Netzwerk von Rechenmaschinen geschrieben hätte.
Der Autor kennt sich mit High-Tech gut aus. Zwischen den Zeilen ist klar erkennbar, dass er bei einem in München ansässigen japanischen Elektronik-Konzern angestellt ist.
Ein paar Kleinigkeiten: Es wird gesagt, ein Androide wiegt 150kg. Das ist gut und erinnert an eine Szene aus Terminator 3 in der mehrere Polizisten versuchen, den T-800 von einer Motorhaube zu heben, dies aber nicht schaffen weil er nunmal sehr schwer ist. Die Gewichtsangabe hier ließ mich an das "Upgrade" denken, ein Upgrade welches die Androidin dazu befähigt, sexuell aktiv zu werden. Bei 150kg Körpergewicht könnte es da gewisse Grenzen geben. Auf S. 57 besteigt die Androidin eine Linienmaschine und fliegt von Ottawa nach Anchorage. Das ist unmöglich. Die Metallmasse des Androiden incl. Kühlung würde bei der Sicherheitskontrolle sofort auffallen. Das ist heute schon so bei Menschen mit künstlichen Knie- oder Hüftgelenken welche dann einen entsprechenden Ausweis vorzeigen müssen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Sicherheitsbestimmungen beim Check-In irgendwann in der Zukunft derartig modifiziert werden, dass Androiden ein Flugzeug besteigen könnten.
Vielleicht ohne es zu wissen hat der Autor eine vor Jahrzehnten von Phillip K. Dick gestellte für das Genre extrem wichtige Frage beantwortet.
Wie gesagt: Eine Perle der deutschen SF.
Gast09

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 9. Juni 2019 20:07
von HSB
Ui, danke für das Lob. Und vielen Dank auch für deine Kritikpunkte. Das sind tatsächlich Dinge, die ich vielleicht nicht zu Ende gedacht habe. Und da es dir aufgefallen ist, ist das nicht gut. Gerade das Thema Gewicht und Sex/Flugzeug, daran hatte ich überhaupt nicht gedacht. Ich wollte mit dem Gewicht zeigen, dass die Androidin eine kräftige Maschine ist. An einer Stelle springt sie ja aus dem Stand - mit 150kg - zwei Meter hoch. Das bedeutet, sie verfügt über eine Menge Kraft.

Und deine Gedanken zu "wie denkt eine Maschine?", finde ich auch sehr interessant. Ich wollte das Maschinelle in der Androidin durch die Bewertungsfunktion beschreiben. Aber stellenweise sind die Gedanken schon recht menschlich, das stimmt. Dennoch, ohne zu viel spoilern zu wollen, wird später noch erklärt, dass diese Menschlichkeit Ziel der Hersteller von Individs war.

Bin gespannt, ob dir das Buch bis zum Ende gefällt. Für mich als Autor ist es unmöglich einzuschätzen, ob das Ende und der Weg dahin befriedigend sind oder nicht. Ich hoffe natürlich darauf, aber ich bin zu nah dran am Text. Das ist halt "mein Baby" - und wer findet nicht, dass sein Baby das hübscheste ist :-)

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 10. Juni 2019 11:24
von Gast09
Du hast es richtig ausgesprochen: Der Weg zum Ende ist etwas unbefriedigend. OK, alles der Reihe nach.
(Ich habe etwas Zeit, also: Sermon-Warnung)
Ab etwa S. 120 ändert sich die Handlung komplett (lassen wir die Episode mit dem bescheuerten Taxifahrer mal außen vor, das passt überhaupt nicht).
Dinah findet ihren Erzeuger, dieser aber residiert nicht in einem chromglänzenden High-Tech-Unternehmen, sondern in einer Hinterhofgarage. Dort baut er hochwertige Androiden.
Das ist absurd. In einer Hinterhof-Garage kannst du alte Fahrräder oder alte Autos reparieren aber niemals ein hochwertiges High-Tech-Produkt komplett erstellen. Das geht einfach nicht, es mangelt alleine schon an der Rein-Raum-Umgebung. Ja, einverstanden: Ava (Ex Machina) wurde von einer Einzelperson erschaffen, aber diese Einzelperson war ein Bill-Gates-Typ mit unbegrenzten finanziellen Ressourcen und kein Bankrotteur des Aktienmarktes. Und deswegen entstand Ava ja auch nicht in einer Hinterhof-Garage, sondern in einem High-Tech-Labor mit Reinst-Raum-Technik und gesteuerter Temperatur bzw. Luftfeuchtigkeit.
Das hätte doch alles anders laufen können: Dinah findet ihr Ziel. Dies ist die prunkvolle Villa eines milliardenschweren Unternehmers der die Androiden erfunden und patentiert hat. Er weiß aber, wie schlimm die Menschen mit seinen Schöpfungen umgehen und hat eine "Androiden-Klappe" eingerichtet durch welche alle gequälten Androiden Schutz suchend auf sein Grundstück gelangen können. Diese Variante hätte zum bisherigen Verlauf besser gepasst.
Dann wird es technisch - kein Wunder, es geht ja um Technik. Auf der Suche nach der Wahrheit erforscht Dinah ihr eigenes Gehirn, welches in Räume aufgeteilt ist. Dort trifft sie ihre zweite Programmierung, die Auftragskillerin. Auf bestimmt 30 Seiten sucht, findet und ratet sie und kommt zu beachtlichen Erkenntnissen wobei sich beide Programmierungen letztendlich um die Hoheit über den Körper streiten. Das ist etwas zäh, ganz einfach weil nichts passiert.
Aber dann geht es richtig los: Dinah erfährt, dass sie von ihrem Eigentümer Edward als Auftragskillerin vermietet worden ist. Edward aber ist, jedenfalls glaube ich das so gelesen zu haben, ein eher introvertierter zurückgezogen lebender Mensch der seine Zeit damit verbringt, Landschaften Alaskas auf übergroßen Ölbildern festzuhalten. Wie bitte soll so ein Mensch Kontakt haben zu Leuten, die Auftragskiller suchen? Und das gleich 14x? Das passt nicht; zumindest mal fehlt der deutliche Hinweis auf ein kriminelles Vorleben mit einem globalen Netzwerk à la John Wick.
Und das ist noch nicht alles. Jeder Auftragsmord bringt ihm 2 Mio. USD. Was macht Edward damit? Er kauft als anonymer Käufer seine eigenen Bilder um ihren Marktwert hoch zu halten. Ich finde, dieses Szenario ist extrem vom Wohlwollen des Betrachters abhängig: es ist kompliziert, unsicher, kriminell und völlig fehl am Platz; m.a.W.: lebensfremd.
Der Roman ist ein High-Tech-Roman. Warum also dieser Strukturbruch?
Edward hätte high-tech-mäßig weiter machen können.
Das ist relativ einfach, Usama Ben Laaden hat es doch vorgemacht: Such dir eine börsennotierte Aktiengesellschaft aus, deren Kurs in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen ist, entsprechende Put-Optionen sind deshalb sehr billig, sagen wir 1ct/Stück. Davon kaufst du in mehreren Tranchen über mehrere Strohleute 1.000.000 Stück. Dann führst du dieser Gesellschaft einen schweren Schaden zu indem du, und jetzt kommt der Auftragskiller, beispielsweise den CEO erschießen lässt. Der Aktienmarkt macht das, was er gerne macht: er reagiert hektisch mit einem Kurseinbruch was wiederum zur Folge hat, dass deine Puts deutlich steigen; 1000% Gewinn an einem Tag ist realistisch.
Dieses Szenario hätte sicher besser in das Gesamtkonzept gepasst, jedenfalls aber einen unnötigen Strukturbruch Richtung Absurdität verhindert.
Zum Schluss gibt es wieder etwas sehr Positives zu berichten:
Das Buch ist zwar deutsche SF aber keine Dystopie. Die Handlung spielt etwa im Jahre 2069. Es gibt noch Menschen, diesen Menschen geht es gut oder zumindest mal nicht schlechter als heute. Das Wort "Klimawandel" kommt im Roman nicht vor und die bürgerlichen Freiheiten sind den heutigen nahezu identisch. Das ist sehr schön, denn ich weigere mich notorisch Geld für ein Buch auszugeben in dem mir auf 400 S. gesagt wird wie schlecht es uns geht und dass es in 50 Jahren noch viel schlechter sein wird. Die Handlung endet in Afrika. Auch in 2069 gibt es dort eine artenreiche und üppige Flora und Fauna, allen voran die von Dinah so geliebten Elefanten. Es ist sehr erfrischend, sowas zu lesen.
Und schließlich: Der Autor teilt meine weiter oben geäußerte Prognose bezüglich Star Wars. Auch in seinem Roman-Universum ist mit EP IX noch lange nicht Schluss, es läuft EP XXIV was eher noch zurückhaltend ist. Disney plant Releases im jährlichen Wechsel mit Avatar. Bis zu 2069 wären das noch etwa 25 Folgen. Dieser Dynamik folgend müsste in 2069 EP XXXIV laufen.
Nochmals besten Dank für das Lese-Vergnügen. Abschließend nicht mehr ganz so perlig wie oben beschrieben aber gleichwohl
7/10 Perimeter-Schutz-Geräten
Gast09
PS: Es geht um KI. Zwei wichtige Statements dürfen nicht fehlen:
a)Die Erfindung der Künstlichen Intelligenz ist die letzte Erfindung die die Menschheit machen wird
b)Wir müssen die KI gut behandeln denn sie vergessen nicht und werden sich rächen

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 13. Juni 2019 16:57
von HSB
Schade, dass dich das Buch nicht vollends überzeugen konnte. Und vielen Dank für deine ausführliche, sachliche Kritik!

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 14. Juni 2019 10:56
von lowcut
Hab es mir auch mal bestellt.

Re: Henrik Sturmbluth – Die dritte Programmierung

Verfasst: 17. Juni 2019 12:02
von HSB
lowcut hat geschrieben:
14. Juni 2019 10:56
Hab es mir auch mal bestellt.
Cool. Bin gespannt auf deine Meinung und hoffe, es unterhält dich gut!