Zukunft der US-Raumfahrt?

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Andreas Eschbach
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Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach » 17. Januar 2011 14:52

Neulich lese ich in diesem Artikel, dass die NASA jetzt zwar ihre Shuttles verschrottet, aber kein Geld hat, um neue zu bauen.

Wie seht ihr das? Fliegen in 20 Jahren nur noch die Russen und die Chinesen ins All? Oder nur noch die Chinesen? Oder gar niemand mehr?

Oder kommt aus Amerika einfach die iRocket für jedermann, und wir können endlich Urlaub im Mondhotel machen?

:kopfkratz:

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Kringel
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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Kringel » 17. Januar 2011 15:28

Wenn sich die Naturschützer durchsetzen: Niemand mehr. Wenn der Weltraumtourismus doch noch zu einem lukrativen Geschäft wird: Alle.

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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von muellermanfred » 17. Januar 2011 15:29

Ich würd' ja gerne … Aber ich fürchte, ich müßte die ganze Zeit kotzen … :(

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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von gernot1610 » 17. Januar 2011 15:32

Kringel hat geschrieben:Wenn sich die Naturschützer durchsetzen: Niemand mehr. Wenn der Weltraumtourismus doch noch zu einem lukrativen Geschäft wird: Alle.
Ja, so sehe ich das auch. Wenn einer anfängt mit Raumfahrt Geld zu verdienen gehts los.

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Spezies 125
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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Spezies 125 » 17. Januar 2011 15:54

Ich setze auf die Chinesen, aber das mit der privaten Raumfahrt hat auch was, die Preise müssten halt fallen, 20 Millionen habe ich momentan nicht in der Urlaubskasse... ;-)

--Spezies 125
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Gast09
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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 17. Januar 2011 21:02

Die NASA ist eine Behörde. Ihr Rechnungswesen und ihr Vergabesystem basiert auf der Kameralistik (in einer vom Mittelalter überlieferten, allerdings etwas verfeinerten Form). Wenn es möglich wäre, sich von diesen Rechnungslegungsformen zu lösen, dann hätte auch die Raumfahrt dort eine Zukunft.
Von mir dazu also zwei Anmerkungen:
a) weg von der Kameralistik und hin zur kaufmännischen Rechnungslegung
b) weg vom Senkrechtstart. Hin zu Sänger und einem Transrapid-basierten Beschleunigungsschlitten. Aber diese Technologie hatten wir ja schon mal.
http://www.pigasus.de/lost/html/v1-3.html
Der Beschleunigungsschlitten arbeitete hier mit Dampfdruck.
(Falls es Sie mal nach Bonn verschlägt, rufen Sie mich an. Wir können uns das anschauen)
Eugen Sänger hat das nach dem Krieg weiter entwickelt. Hätte was werden können. War vielleicht zu einfach.
Vielleicht müsste man mal Irgendwen in Peking anrufen. Den Transrapid haben die ja bereits.
Gast09
Zuletzt geändert von Gast09 am 17. Januar 2011 21:11, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 17. Januar 2011 21:11

Andreas Eschbach hat geschrieben:Neulich lese ich in diesem Artikel, dass die NASA jetzt zwar ihre Shuttles verschrottet, aber kein Geld hat, um neue zu bauen.

Wie seht ihr das? Fliegen in 20 Jahren nur noch die Russen und die Chinesen ins All? Oder nur noch die Chinesen? Oder gar niemand mehr?
Es ist wie so oft: Wenn es eine vernünftige Verwendung für etwas gibt (oder man zumindest glaubt, daß etwas vernünftig wäre), dann wird es auch gemacht. Derzeit leidet die Raumfahrt auch sehr darunter, daß man schon lange kein echtes Erfolgserlebnis mehr vorweisen konnte. Satelliten in den Weltraum schießen ist ein lukratives Geschäft. Eine ISS mit Forschungsergebnissen, die nicht mal mehr in NATURE erscheinen, interessiert keinen mehr.
Echte Vampire schillern nicht im Sonnenlicht, sie explodieren. Echte Helden küssen keinen Vampir, sie töten ihn.

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StevesBaby

Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von StevesBaby » 17. Januar 2011 21:43

Die US-Raumfahrt war mit dem Apollo-Programm zuende. Die NASA ist leider ein Propaganda-Organ von der US-Regierung und ihr ausgeliefert. Es gibt keine Sowjetunion mehr. Die haben die NASA zu Höchstleistungen angetrieben. Solange kein starker Konkurrent auf der Weltbühne ist, wird die NASA abgehakt bleiben.
:teufel:

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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von agro » 18. Januar 2011 00:03

Das nennt man Monopolkapitalismus. Kein Unternehmer investiert in ein Unternehmen, das voraussichtlich nur wenig, oder in absehbarer Zeit gar keine Kohle abwirft - bzw nur ein Verlustgeschäft ist. Würde bemannte Raumfahrt Potenzen haben, würden sich die Unternehmen wie die Haie drauf stürzen.
Die unbemannte Raumfahrt ist effizienter als die bemannte Raumfahrt. Erst wenn der Transport von Menschen ins All wirtschaftlich rentabel ist, wird man sie in besonderem Maße fördern. Es besteht genaugenommen keine Notwendigkeit, Menschen auf den Mond, Mars oder sonstwohin zu schicken, wenn hundertmal billigere Automaten den Job genauso - oder besser erledigen. Raumfahrt ist kein Prestigeobjekt mehr, mit dem man sich profilieren - oder einen kalten Krieg gewinnen kann. Der Idealismus von Forschern und Träumern (die WIR hier zu sein scheinen) wird nur einen sehr geringen Teil der amerikanischen Bevölkerung dazu bewegen können, bereitwillig Abermilliarden von US-Dollar abzunicken, nur damit mal wieder ein Ami seinen Fuß auf den Mond setzt.
Solange Wegwerf-Trägersysteme - die über 40 Jahre alt, aber bewährt - und dazu noch immer billiger sind, als die Entwicklungskosten eines neuen Prototypen bis zur Fertigstellung - solange wird auch niemand so ein Ding bauen. Die Ami´s haben momentan ganz andere Probleme, denn ihr Gewühle in jedem Haufen, der vor ihre Füße gekackt wird, frisst ihnen die Haare vom Kopf.

Träumermodus an: Man sollte die Kohle, die in Rüstungsausgaben und in die Entwickung neuer Waffensysteme gesteckt wird, in die wissenschaftliche Raumfahrt stecken. Den Kosten-Nutzen-Faktor blendet man erstmal aus. Denn dass es nun Wasser in den Mondkratern gibt, ist zwar schön zu wissen, aber solange unterm Strich nichts rauskommt (außer dass ein Raumfahrer nen staubigen Handschuh hat und nen Eisklumpen zur Erde zurück schleppt) wird man den Teufel tun.

Träumermodus aus: Jeder greift sich an den Kopf, wenn er das Gesundheitssystem der USA betrachtet. (ooh Gott- die ganzen fetten Kinder!!!) Und jeder wird verstehen, dass man vielleicht besser Geld dort investieren sollte, wo es den Menschen auf der Erde (wie polemisch) hilft, statt wiedermal gleich nach den Sternen zu greifen.

Die Wirtschaft muss davon profitieren. Tut sie aber nicht, jedenfalls nicht von der extrem kostspieligen bemannten Raumfahrt. Investition in die Zukunft - toller Slogan. Auf weite Sicht hin gibt es nichts, das bemannte Raumfahrt rentabel machen könnte. Und wie bereits jemand über mir sagte: Die paar freakigen Multi-Millionäre, die sich vor Langeweile den Finger ganz tief in die Nase stecken - und mal ein wenig Weltraumabenteuer in live und Farbe haben wollen, sind nicht wirklich ein boomender Wirtschaftszweig.

Quintessenz: Die Zukunft der irdischen Raumfahrt besteht aus Automaten-Kreuzern. Vielleicht werden wir sogar den entgegengesetzten Trend zu den Spinnereien unserer heißgeliebten SF-Autoren erleben. Statt mit gigantischen vierkilometerlangen Raumschiffe saust die Menschheit mit Nano-Schiffen durchs All. Winzig klein und effizient. Extrem geringe Masse bei größtmöglicher Informationsausbeute. Um mehr gehts im Moment doch eh nicht. INFORMATION! Oder hat ernsthaft jemand von euch in Erwägung gezogen, dass man Nostromo-like ein paar Erzfrachter von Sirius zur Erde schippert - um Bratpfannen herzustellen?
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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 19. Januar 2011 12:07

Vielleicht führt ja die Aussicht darauf, das wir doch noch die nächsten paar tausend Jahre aufdiesen Planeten rumhängen dazu, das wir etwas schonender mit ihm umgehen. Wir haben in diesem Jahrhundert ja schone einen verlohren!
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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 19. Januar 2011 12:48

Kringel hat geschrieben:Wenn sich die Naturschützer durchsetzen: Niemand mehr. Wenn der Weltraumtourismus doch noch zu einem lukrativen Geschäft wird: Alle.
Und wenn die Militärs strategische Perspektiven mit bemannter Raumfahrt sehen - dann in einer Übergangszeit nur Weltraumkrieger.
Der Vorteil militärischer Anwendungen gegenüber wirtschaftlichen: da kommt es nicht so sehr auf die Kosten an. :wink:

Die Vorbereitung auf den Krieg ist die Mutter aller Dinge. (Oder die Oma?)

Das meint
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Denn er tut sich verbitten
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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 19. Januar 2011 13:02

agro hat geschrieben: Träumermodus aus: Jeder greift sich an den Kopf, wenn er das Gesundheitssystem der USA betrachtet. (ooh Gott- die ganzen fetten Kinder!!!) Und jeder wird verstehen, dass man vielleicht besser Geld dort investieren sollte, wo es den Menschen auf der Erde (wie polemisch) hilft, statt wiedermal gleich nach den Sternen zu greifen.
Das schlimme ist ja, dass das Geld in nichts Besseres investiert wird. Ausgaben der NASA werden gekürzt, und trotzdem gibt es weiter Kürzungen im Schul- und Sozialbereich.
Wenn man mal zusammenrechnen würde, was alles an Geld ausgegeben wird, das nicht zu Ergebnissen führt, würde die Raumfahrt sicher nur einen verschwindent geringen Teil ausmachen.

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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Rusch » 19. Januar 2011 14:32

Pogopuschel hat geschrieben:
agro hat geschrieben: Träumermodus aus: Jeder greift sich an den Kopf, wenn er das Gesundheitssystem der USA betrachtet. (ooh Gott- die ganzen fetten Kinder!!!) Und jeder wird verstehen, dass man vielleicht besser Geld dort investieren sollte, wo es den Menschen auf der Erde (wie polemisch) hilft, statt wiedermal gleich nach den Sternen zu greifen.
Das schlimme ist ja, dass das Geld in nichts Besseres investiert wird. Ausgaben der NASA werden gekürzt, und trotzdem gibt es weiter Kürzungen im Schul- und Sozialbereich.
Wenn man mal zusammenrechnen würde, was alles an Geld ausgegeben wird, das nicht zu Ergebnissen führt, würde die Raumfahrt sicher nur einen verschwindent geringen Teil ausmachen.
Die USA sind halt pleite. Wegen der Einsparungen bei der NASA musste man halt nicht im Sozialen Bereich sparen. Letzten Endes ist dies auch die Antwort: Wieso in ein Prestige Projekt ohne wirklichen Nutzen setzen, während es Millionen Amerikanern schlecht geht. So etwas kann man nicht verargumentieren.

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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Hexodus » 19. Januar 2011 15:15

Die amerikanische Raumfahrtbehörde ist ohnehin aus Propagandagründen entstanden und am Leben erhalten worden. Solange der bösen Eisernen Vorhang existierte, bestand ein Handfestes PR-Ziel. Nach dem Mauerfall bemühte sich NASA um eine andere Zielsetzung, doch mit dem Pleitegeier im Rücken der USA und den immensen Kosten felten die Voraussetzungen für das Weiterführen des Weltraumprogramms. Wirtschaftlich lohnt sich die Raumfahrt nicht sonderlich. Der Orbit ist mit Satelliten zugepflastert , die redundante Aufgaben erfüllen, also ist auch dieser Geschäftszweig versiegt.

Ich denke daher, dass es für die Raumfahrt nur dann vorwärtsgeht, wenn entweder ein wirtschaftlich Superlukratives Ziel dort draußen entdeckt wird, die Technik den Weltraumflug verbilligt oder ein weiteres Land ihr PR-Fähnchen auf einem anderen Planeten stecken möchte. Mein heißer Tipp wären deshalb die Chinesen, die es der Welt beweisen wollen, welche großartige Nation sie doch sind.

Ist das nicht seltsam, dass ausgerechnet die Propaganda die Raumfahrt antreibt?
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Andreas Eschbach
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Re: Zukunft der US-Raumfahrt?

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach » 19. Januar 2011 18:46

Hexodus hat geschrieben:Ist das nicht seltsam, dass ausgerechnet die Propaganda die Raumfahrt antreibt?
Und ist Science-Fiction wiederum die Propaganda der Raumfahrt? :kopfkratz:

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