Liebe Experten,
ich höre ja seit längerer Zeit gerne Hörbücher (und Podcasts), insbesondere bei längeren Autofahrten oder beim Lauftraining - also immer, wenn der Kopf eigentlich wenig zu tun hat.
Und mir ist aufgefallen, dass ich mir bei Hörbüchern viel mehr Details merken kann als bei einem Buch, das ich lese. Irgendwie prägen sich Dialoge und Kleinigkeiten der Handlung besser ein. Und ich kann die Details auch viel besser mit dem Ort verbinden, an dem ich sie gehört habe. Bei einigen Büchern weiß ich noch noch Jahren, welchen Dialog ich an welcher Ecke meiner Laufstrecke gehört habe.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Und macht es für euch einen großen Unterschied, ob ihr eine Geschichte hört oder lest? Für mich ist das etwas sehr unterschiedliches, ein guter Vortragender (wie aktuell bei "Herr aller Dinge") kann eine Story wirklich bereichern.
Andy
Unterschied Hörbuch zu normalem Buch
- breitsameter
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Re: Unterschied Hörbuch zu normalem Buch
Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass es einen Unterschied ausmacht, ob man etwas vorgelesen bekommt, oder ob man etwas selbst liest.
Das Problem ist nur: ich höre nur sehr, sehr selten Hörbücher. Ich schlafe nämlich entweder zuverlässig dabei ein, oder ich fange irgendwann an, nebenbei etwas anderes zu tun, dass mich dann auch irgendwann ablenkt. Wirklich nur dasitzen und zuhören – das geht nicht. Und da ich kaum noch lange Strecken pendel, und auch kein Lauftraining mache, fällt das flach.
Das Problem ist nur: ich höre nur sehr, sehr selten Hörbücher. Ich schlafe nämlich entweder zuverlässig dabei ein, oder ich fange irgendwann an, nebenbei etwas anderes zu tun, dass mich dann auch irgendwann ablenkt. Wirklich nur dasitzen und zuhören – das geht nicht. Und da ich kaum noch lange Strecken pendel, und auch kein Lauftraining mache, fällt das flach.
Täglich geht die Sonne auf,
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
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- Kringel
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Re: Unterschied Hörbuch zu normalem Buch
Hörbücher "funktionieren" bei mir nur, wenn ich sie mit geschlossenen Augen inkorporiere. Sonst werde ich derart von visuellen Eindrücken abgelenkt, dass ich mich hinterher nicht mehr daran erinnern kann, was ich eine Minute vorher gehört habe. Andererseits sind gerade die von Josef Tratnik gelesenen PR-Romane aufgrund seiner prägnanten Stimme und seiner... hm... Artikulationskunst so eingängig, dass ich mir so manchen Passus super merken konnte, wenn er von ihm vorgelesen wurde.
- Gernot
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Re: Unterschied Hörbuch zu normalem Buch
Ich als Lehrer muss natürlich auf die Unterschiede in den Wahrnehmungskanälen (Sehen, Hören, ...) in meiner Arbeit Rücksicht nehmen. Es gibt eben stärker visuell bzw. auditiv orientierte Menschen ("Hörer" und "Leser", wie das der Manangement-Guru Peter Drucker einmal formulierte.) Die Psychologen haben da ja schon viel Gescheites dazu herausgefunden. Einem visuellen Typen bleibt Gehörtes kaum im Gedächtnis, Gesehenes und Gelesenes sehr wohl. Ich merke das auch in meinem Kollegenkreis. Den einen geht Gesagtes bei einem Ohr hinein und beim anderen hinaus, während die anderen beharrlich alle Mitteilungen auf der Pinwand oder in der Mailbox ignorieren. Wichtige Dinge muss man also mündlich und schriftlich weitergeben.
Ich selbst bin schon stärker visuell orientiert, bin aber einem Hörtext auch nicht abgeneigt. Wie üblich im menschlichen Bereich markieren diese Typologisierungen nur die Extreme, die meisten sind irgendwo dazwischen.
Ich habe aber festgestellt, dass ich einen gehörten Text schon anders aufnehme als einen gelesenen. Die Eignung zum Hören oder Lesen hängt also auch von der Textsorte und von der Art des Inhalts ab. Beim Lesen kann ich das Tempo selbst bestimmen und bei Bedarf eine Stelle noch einmal lesen oder zurückblättern, was vor allem bei komplizierter aufgebauten Romanen von Vorteil sein kann ("Wer zum Teufel war denn dieser James, war das der Vater von Marie oder der Chauffeur...?" oder so was in der Art.)
Bei einem Hörtext geht so etwas nicht, deshalb habe ich hier lieber einfachere Textformen, also z. B. linear aufgebaute Kurzgeschichten. Mit längeren, komplexeren Texten habe ich beim Hören keine Erfahrung, bin aber aus den angeführten Gründen skeptisch.
@andy: So wie du dich beschreibst, zähle ich dich eher zum auditiven Typ. Wenn du Texte beim Laufen hörst, kommt natürlich die gesteigerte Aufnahmefähigkeit durch die verbesserte Durchblutung des Gehirns dazu. Von dieser physiologischen Seite her gesehen ist das Setting in Schulen und Unis, wo alle stillsitzend lernen sollten, nicht besonders klug.
Ich selbst bin schon stärker visuell orientiert, bin aber einem Hörtext auch nicht abgeneigt. Wie üblich im menschlichen Bereich markieren diese Typologisierungen nur die Extreme, die meisten sind irgendwo dazwischen.
Ich habe aber festgestellt, dass ich einen gehörten Text schon anders aufnehme als einen gelesenen. Die Eignung zum Hören oder Lesen hängt also auch von der Textsorte und von der Art des Inhalts ab. Beim Lesen kann ich das Tempo selbst bestimmen und bei Bedarf eine Stelle noch einmal lesen oder zurückblättern, was vor allem bei komplizierter aufgebauten Romanen von Vorteil sein kann ("Wer zum Teufel war denn dieser James, war das der Vater von Marie oder der Chauffeur...?" oder so was in der Art.)
Bei einem Hörtext geht so etwas nicht, deshalb habe ich hier lieber einfachere Textformen, also z. B. linear aufgebaute Kurzgeschichten. Mit längeren, komplexeren Texten habe ich beim Hören keine Erfahrung, bin aber aus den angeführten Gründen skeptisch.
@andy: So wie du dich beschreibst, zähle ich dich eher zum auditiven Typ. Wenn du Texte beim Laufen hörst, kommt natürlich die gesteigerte Aufnahmefähigkeit durch die verbesserte Durchblutung des Gehirns dazu. Von dieser physiologischen Seite her gesehen ist das Setting in Schulen und Unis, wo alle stillsitzend lernen sollten, nicht besonders klug.
Das Fliegen wird erst möglich, wenn zuvor vom Fliegen geträumt wurde. (Stanislaw Lem)
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- andy
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Re: Unterschied Hörbuch zu normalem Buch
Eine herrliche Erklärung für ein sehr durchschnittliches Abitur - ich danke dir!Gernot hat geschrieben:@andy: So wie du dich beschreibst, zähle ich dich eher zum auditiven Typ. Wenn du Texte beim Laufen hörst, kommt natürlich die gesteigerte Aufnahmefähigkeit durch die verbesserte Durchblutung des Gehirns dazu. Von dieser physiologischen Seite her gesehen ist das Setting in Schulen und Unis, wo alle stillsitzend lernen sollten, nicht besonders klug.
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Re: Unterschied Hörbuch zu normalem Buch
Ich finde die Entwicklung mit der Hörbüchern toll, ich habe mir als Kind auch schon immer gerne vorlesen lassen, selbst noch lange, nachdem ich selbst lesen konnte und ich habe auch gerne Kassetten gehört. (Beispielsweise die von Pumuckl habe ich sogar gesammelt, das weiß ich noch, die waren ja soooooooooo teuer, ganze 50 Schilling hat eine gekostet.
)
Nur später gab es halt dann hauptsächlich Klassiker, da ist es schön, dass sich der Markt so geöffnet hat, dass viele aktuelle Bücher und auch Fantasy und SF vertont werden. Ich musste da gar nicht davon überzeugt werden, Hörbücher zu akzeptieren ... es war hingegen erst einmal schwer, mich zum Lesen zu bewegen. (Auch wenn man das heute wohl keiner mehr glaubt, der meine Regale gesehen hat.)
Ich habe allerdings bei den Sprechern auch Vorlieben. Die meisten sind zwar echt gut, aber es gibt ab und zu Sprecher, die ich nicht mag (nicht weil sie schlecht sind, aber ich mag nicht jede Stimme und speziell wenn man demjenigen anmerkt, dass er sonst lustige Fernsehsendungen moderiert ...) und dann macht mir das ganze Hörbuch unabhängig vom Inhalt keine Freude.
Nur später gab es halt dann hauptsächlich Klassiker, da ist es schön, dass sich der Markt so geöffnet hat, dass viele aktuelle Bücher und auch Fantasy und SF vertont werden. Ich musste da gar nicht davon überzeugt werden, Hörbücher zu akzeptieren ... es war hingegen erst einmal schwer, mich zum Lesen zu bewegen. (Auch wenn man das heute wohl keiner mehr glaubt, der meine Regale gesehen hat.)
Ich habe allerdings bei den Sprechern auch Vorlieben. Die meisten sind zwar echt gut, aber es gibt ab und zu Sprecher, die ich nicht mag (nicht weil sie schlecht sind, aber ich mag nicht jede Stimme und speziell wenn man demjenigen anmerkt, dass er sonst lustige Fernsehsendungen moderiert ...) und dann macht mir das ganze Hörbuch unabhängig vom Inhalt keine Freude.
- Knochenmann
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Re: Unterschied Hörbuch zu normalem Buch
Ich höre fast nur noch gesprochene Inhalte. Was jedoch Hörbücher angeht: Ich finde es sehr, sehr schwer, gute zu finden. Ich hab Vertonungen von sehr guten Büchern hier herumliegen, die man sich einfach nicht anhören kann weil der Sprecher einem gegen den Strich geht. Auf der anderen Seite gibts gesprochene Inhalte die ich nie im Leben lesen würde.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet