Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

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gernot1610
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von gernot1610 »

Skade hat geschrieben:was haltet ihr von "der wilde Planet" von Scalzi

Meiner Meinung nach einer der schlechtesten Bücher die ich je gelesen habe.
Kurz und knapp, was ist an der Geschichte großartig? MIr haben schon die putzig beschriebenen Fuzzis genervt. So süß, das sie am Besten als Spielpartner für kleine Mädchen dienen. Passieren tut in der Geschichte wenig. Es spielt sich entweder im Haus der Hauptperson statt oder im Gericht. Kein Abenteuer, nur eine unspektakuläre Gerichtsshow. Ich habe mich gelangweilt und die letzten 10 Seiten mehr überflogen weil ich es nicht mehr aushalten konnte das die Story zu Ende ist.
... dann empfehle ich Dir PKD, schön unverständlich und auf jeden Fall sehr klassisch ...
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Bully
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von Bully »

gernot1610 hat geschrieben:
Thomas Wawerka hat geschrieben:Ich muss mich auch ein bisschen zurücknehmen; ich will nicht ungerecht sein. Der Roman hat auch seine guten Seiten. Leider haben es diese bei mir nicht geschafft, über die gesamte Länge zu tragen. Dazu kommt, dass Hard SF und Space Operas ohnehin nicht sooo mein Ding sind.
Also, ich bitte um Entschuldigung - ich habe hier eine Kritik geschrieben, wie ich sie selbst zu lesen hasse.
Als bekennender Reynolds Fan muss ich Dir leider zustimmen, die Romane von Reynolds werden von Buch zu Buch schwächer. Meiner Meinung nach hat Reynolds 3 Herausragende Romane geschrieben, Ewigkeit (für mich ein Meisterwerk), Cashm City und Offenbarung.
Ich kenne von ihm nur "Offenbarung". Hat mir eigentlich einen Tacken zu gut für die Verrisse-Seite gefallen, aber so ein paar Unstimmigkeiten verhinderten, dass ich jetzt unbedingt die anderen lesen will:
- Eine Religion, die durch Viren übertragen wird, ist eine coole Idee, aber dass sie nur mit Absicht und nicht etwa per Tröpfchenübertragung verbreitet werden kann, ist ja schon wieder langweilig.
- an zwei (iirc) Stellen wird darüber nachgedacht, dass der Umstand, dass der Mond keine gebundene Rotation um den Planeten hat, so dass die Gläubigen für ihre Observation mobile Kirchen bauen mussten, diese eigentlich vom Glauben abfallen lassen müsste, da Gott da offenbar einen Fehler gemacht hat. Der Gedanke ist völlig abwegig, da erstens diese Religion sowieso virusinduzierte Hirnwäsche ist, zweitens die Gläubigen, wenn sie wollten/könnten, einfach Kameras installieren könnten (Oder sich an den Mondpolen aufstellen würden. Oder in Raumstationen.), und drittens große Monde durch Gezeitenkräfte immer zu Einseitendrehern werden. Wenn dieser Mond - neben anderen Merkwürdigkeiten - kein Einseitendreher ist, wäre das eher ein Argument, dass Gott (oder wer immer für das "Wunder" verantwortlich ist) das genauso will und man das als virushöriger Gläubiger so hinzunehmen hat.
- warum vercyberte Babys als Orakel dienen sollten, habe ich nicht ganz verstanden.
- an einer Stelle wird jemand aus dem Kälteschlaf geholt und bekommt einen Statusbild des Systems, in dem man angekommen ist (Ort und Flugbahn fliehender Raumschiffe, Planeten, etc.). Nach etwas Diskutieren sagt man ihm, dass das Bild seit Stunden veraltet ist, und seine vorgeschlagenen Maßnahmen sinnlos. Wer? Macht? Sowas??? :kanone:
- achja, und die ganze Religion dreht sich nur um die ständige Beobachtung eines Planetens, um dessen unregelmäßiges Verschwinden mit eigenen Augen zu erleben. Und wenn man das erlebt hat, wartet man auf das nächste. Nagut, so ein Virus ist auch nur ein Mensch. Aber an einer Stelle
wird jemand umgebracht, um ein Verschwinden des Planeten zu vertuschen, welches länger als üblich - über eine Sekunde - dauerte, und das auf Experimente des "Religionsstifters" zurückzuführen ist. Von vorbeireisenden Raumschiffen abgesehen, die das auch hätten aufnehmen können, und Mio. von Gläubigen, die buchstäblich nichts anderes machen als darauf zu warten, wenn auch vllt. nicht auf Kamera aufnehmen, weil das ja nicht trve ist, war das bestimmt der einzige Zeuge, und die Vertuschung war sicher erfolgreich.

Positiv fand ich, dass ich das Wissen um die Vorgeschichte in Chasm City nicht wissen musste, die originellen Ideen um den Planeten, das Religionsvirus und die Aliens auf dem Mond und die Auflösung.
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von Skade »

gernot1610 hat geschrieben:
Skade hat geschrieben:
... dann empfehle ich Dir PKD, schön unverständlich und auf jeden Fall sehr klassisch ...
PKD? Ist das Absicht Abkürzungen zu posten damit man wie der Ochs vom Berg steht?
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breitsameter
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Skade hat geschrieben:
gernot1610 hat geschrieben:
Skade hat geschrieben:
... dann empfehle ich Dir PKD, schön unverständlich und auf jeden Fall sehr klassisch ...
PKD? Ist das Absicht Abkürzungen zu posten damit man wie der Ochs vom Berg steht?
Nein. :beanie:
PKD ist eine sehr häufig benutzte Abkürzung des Namens Philip K. Dick.
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Hund, Katze, Maus

Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von Hund, Katze, Maus »

Thomas Wawerka hat geschrieben:
hund,katze, maus hat geschrieben:Habe heute Unendlichkeit von A. Reynolds nach rund 160 Seiten abgebrochen. Das will schon was heißen bei mir. Nachdem ich so viel gutes über den Autoren gehört hatte, war vorgestern mein erstes Buch von ihm dran.

Unzusammenhängendes Zeugs, wirre Handlungsstränge, Fachchinesisch ohne Ende und eine absolut laaaangweilige Handlung. Das aufregenste war noch der Sandsturm auf Resurgam - und der wurde nur ansatzweise erwähnt. Ansonsten tote Raumschiffkapitäne und Väter die, zwar tot, aber doch irgendwie erhalten und gespeichert wurden und klugschwätzen. Die Meisterassassine war auch nur sterbenslangweilig. Was jetzt so genial daran war das sie ihr Opfer gefunden und abserviert hat kann ich nicht nachvollziehen. Praktisch das ihre neue Auftraggeberin gleich den vermißten Ehemann in petto hatte. :kotzen:

Ein gutes hat die Sache auch. So spare ich mir das Geld für weitere Bücher von Alastair Reynolds. :nein:
So, Schluss, aus und vorbei - ich höre jetzt auch damit auf. Ich hasse das Gefühl, das sich einstellt, wenn ich ein Buch nicht zuende lese, ich hab mich auch bemüht, aber es gibt eben eine Grenze. Wärs nur halb so umfangreich und hätte statt mehrerer Handlungsstränge auf einen, aber dafür einen originellen Gedanken gesetzt, hätte durchaus was daraus werden können. Aber so ist es aufgeblähtes, uninspiriertes, wiedergekäutes Zeug. Liest sich wie ein in der development hell zu Recht verreckter Filmentwurf.

Wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich mein Urteil über Reynolds mittlerweile revidiert habe.

1. Unendlichkeit habe ich dann ja doch zu Ende gelesen und es hat mir mit der Zeit besser gefallen als mein Ersteindruck und somit habe ich Reynolds noch eine Chance gegeben.
2. Mittlerweile habe ich mir auch Chasm City, Die Arche, Offenbarung und Träume von Unendlichkeit zu Gemüte geführt und - ich habe es nicht bereut.
3. Jetzt gerade lese ich Ewigkeit von ihm. Dieses Buch finde ich, bin auf Seite 600, wirklich gut. Eine schöne Kombination von klassischer Detektivgeschichte, die im Paris des Jahres 1959 auf einer "Parallelerde" stattfindet, und eine Geschichte die in unserer Zukuft auf einer, von Nanotechnologie verwüsteten Erde und dem Mars, spielt. Beide Handlungsebenen finden zueinander und zeigen eine wirklich stimmige Geschichte.

Für jemanden der keinen Reynolds mehr lesen wollte ist das schon eine interessante Entwicklung. Ich bin froh ihm eine zweite Chance gegeben zu haben.
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von Drakhon »

gernot1610 hat geschrieben:Als bekennender Reynolds Fan muss ich Dir leider zustimmen, die Romane von Reynolds werden von Buch zu Buch schwächer. Meiner Meinung nach hat Reynolds 3 Herausragende Romane geschrieben, Ewigkeit (für mich ein Meisterwerk), Cashm City und Offenbarung.
Ich find das doch sehr interessant. Anscheinend ist Chasm City so ziemlich das einzige Buch von Reynolds bei dem fast alle einer Meinung sind. Ansonsten war Offenbarung für mich das schwächste Buch aus dem Revelation Space Universum. The Prefect (dt. Aurora) wird dagegen von vielen als eher schwach angesehen, und für mich gehörte es zu seinen besten. Ich stimme dir aber darin zu, dass mich die letzten Werke nicht mehr ganz so fasziniert haben wie seine ersten. Trotzdem freue ich mich immernoch auf jedes weitere seiner Bücher.
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von deval »

Sebastian Fitzek - Splitter

Im zweiten Versuch habe ich nun Sebastian Fitzeks Splitter zu Ende gelesen und war mehr als nur enttäuscht.
Eigentlich war ich über dieses dämliche und (dazu noch schlecht) konstruierte Ende schon fast verärgert. Selten so
ein blödes Teil gelesen und das will schon was heißen.

Hinzu kommt, dass der Plot frappierend an den von mir vorher gelesenen Der Seelenbrecher erinnert, sogar einer der
Handlungsträger taucht in Splitter auf. Also ganz miese Voraussetzungen für mich. Ich denke mal, dass ich mit Herrn
Fitzek erstmal durch bin. In beiden Büchern hat er aus einer eigentlich vielversprechenden Geschichte ein, für mich, völlig
versemmeltes Ende rausgehauen.
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von Beverly »

gernot1610 hat geschrieben:Als bekennender Reynolds Fan muss ich Dir leider zustimmen, die Romane von Reynolds werden von Buch zu Buch schwächer. Meiner Meinung nach hat Reynolds 3 Herausragende Romane geschrieben, Ewigkeit (für mich ein Meisterwerk), Cashm City und Offenbarung.
Ich kenne von Reynolds nur den Inhibitor-Zyklus

Unendlichkeit (Originaltitel: Revelation Space), 2000
Chasm City (Originaltitel: Chasm City), 2001
Die Arche (Originaltitel: Redemption Ark), 2004

alle drei genial, wenn auch düster, düster

Offenbarung (Originaltitel: Absolution Gap), 2005

Ein enttäuschender Abschluss: Skade gebärdet sich unter ihrem Niveau, der Mond mit den wandernden Kirchen mag etwas für Kichenhasser sein, aber reicht nicht an die Schauplätze in den übrigen Romanen heran und die Auflösung war für mich ein deux ex machina, der die Inhibitoren mal eben besiegt, weil ja mit ihnen Schluss sein musste.

Titel nach Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Alastair_Reynolds
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von deval »

Atlan, Lepso Trilogie Band 1

Wim Vandemann - Totentaucher

Dumm und ärgerlich.

Es ist absolut unverständlich wie diese anfangs so wunderbare Geschichte im weiteren Verlauf so konsequent gegen die Wand gefahren wird.

Nach den ersten 100 Seiten hätte ich noch laut aufjauchzen können, hatte ich doch bisher nur selten einen solch witzigen und angenehm lesbaren Perry Rhodan / Atlan Band in meinen Händen gehalten. Nur, was dann folgte war einfach nur lächerlich und unzumutbar. Der angenehme Wortwitz wandelte sich rasch zu einer Anhäufung dümmlicher Kommentare und Allgemeinplätze, so verquer, dass man nur noch gequält die Augen verziehen konnte. Es war, als ob Vandemaan einem anderen Autoren das Feld überlassen hätte. Die zu Beginn noch halbwegs interessante Geschichte wandelte sich zu einer Seitenschinderei kosmischen Ausmaßes. Man merkt richtig wie dem Autoren die Ideen ausgehen um die noch fehlenden Seiten des Buches zu füllen. Vermutlich hatte er den Auftrag für das Buch um die 330 Seiten zu schinden, äh pardon, zu schreiben und dann schnell gemerkt, dass aber nur Stoff für rund 50 Seiten vorhanden ist. Also flüchtete sich der Autor in fabulierendes, ausschweifendes Geschreibsel um die sich aus den Fingern gesogenen, völlig sinnfreien, Handlungsstränge irgendwie mit Leben zu füllen, was aber nicht besonders gelungen ist.

Es werden Figuren eingeführt, durchaus interessante und ausbaufähige wie ich anmerken möchte, nur um sie dann sinnlos und kurzfristig wieder zu entsorgen. Atlan kommt maskiert und anonym nach Lepso, wird aber dennoch von jedem, der es eigentlich nicht wissen soll, problemlos erkannt und identifiziert. Die, die ihn nicht erkennen, werden von Atlan dann freundlicherweise persönlich auf seine Identität hingewiesen. Toll, dann hätte man sich die ganze Maskierung auch von Anfang an sparen können.

Die sexuellen Anspielungen, die in der Erstauflage wohl anscheinend irgendwie verpönt sind, kommen dafür in diesem Buch offen, plakativ, deplaziert und überflüssigerweise zur Sprache. Irgendwann ist das dann nur noch langweilig und anödend. Auch die Handlung ist sinnfrei und irgendwie verworren. Für einen Agentenroman kann verworren ja durchaus auch eine positive Umschreibung sein. Agenten wollen ihre Kontrahenten verwirren, ihre Pläne nicht offen zeigen und ihre Gegner täuschen. Aber nicht hier, nicht in diesem Roman. Atlan hüpft von A nach B, weiter zu C und D, wird hier angegriffen, dort überwältigt; trifft auf Rassen von denen man noch nie etwas gehört hat – und wohl auch nie wieder hören wird; führt eine sinnfreie Diskussion nach der anderen und hat null Ahnung was Sache ist. Er agiert nicht, sondern reagiert; er ist wie ein Blatt im Wind. Dafür das er gekommen ist um seinen eigenen inszenierten Mordfall zu klären, wirkt er seltsam passiv, ja geradezu desinteressiert. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn der Leser das mit der Zeit auch ist oder wird.

Edit:
Rechtschreibfehler (da es die im Buch gibt, gestehe ich mir auch ein paar zu)
"Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg."
Psalm 119, 105


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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von heino »

So, nach langer Zeit kann ich auch mal wieder was beitragen und meinen Unmut über einen grandiosen Zeitverschwender loswerden.

Frank Schätzing - Limit

Ich hatte ja vor einigen Jahren in der Diskussion um den Vorgänger " Der Schwarm" noch eine recht positive Meinung geäußert. Zwar war das Buch zu lang und etliche Szenen waren aus bekannten SF-Filmen geklaut, aber insgesamt war es netter Trash und ich fand es sogar erstaunlich unterhaltsam für beinah 1000 Seiten.
"Limit" hat alles, was "Der Schwarm" auch schon bietet, in noch größerem Maße - nur keinen Unterhaltungswert. Die Story hätte sich problemlos auf 400 Seiten erzählen lassen und wäre bei Konzentration auf die Figur Owen Jericho dann vielleicht ein brauchbarer Techno-Thriller im Stile der frühen Nancy Kress geworden. Leider hat man von Verlagsseite her scheinbar versäumt, Herrn Schätzing die notwendigen Kürzungen zu empfehlen und so kommen wir auf 1300 Seiten, von denen 900 komplett überflüssig sind. Diese Seiten werden von einem Haufen uninteressanter bis wirklich lächerlicher Figuren bevölkert (am schlimmsten ist die Reisegruppe aus rund einem Dutzend Milliardären, von denen die, die einen echte Rolle in dem Buch spielen sollen, allesamt altruistische Ziele verfolgen. Aber klar doch :roll: ), die wenigen brauchbaren Figuren sind im zweiten Handlungsteil, der zu 80 % in Shanghai spielt, zu finden. Und die einzige Figur, die an keiner einzigen Stelle lächerlich ist, ist ausgrechnet der psychopathische Auftragsmörder. Alle anderen haben - auch die besser geschilderten wie Owen Jericho oder Lynn Orley) - haufenweise WTF-Momente zu bieten.
Der Plot selber ist lächerlich simpel, wird von Schätzing aber durch ellenlange Abhandlungen über politische und wissenschaftliche Entwicklungen, die keinen interessieren und auch selten eine Rolle spielen, und das ständige Eröffnen sinnloser Nebenkriegsschauplätze aufgebläht. Die beiden großen Handlunsgstränge (wenn man sie so nennen mag) werde erst bei etwa Seite 900 überhaupt zusammen geführt.
Völlig lächerlich ist das Bild, das Schätzing von unserer Welt im Jahre 2025 entwirft, denn da passt absolut nichts mehr zusammen. So schildert er z.B. ausgerechnet die Social Media-Plattform Myspace als das weltbeherrschende Portal neben Second Life, obwohl Myspace zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits von Facebook (das im Roman gar nicht vorkommt) überholt wurde und Second LIfe heute auch nur noch den Hardcor-Usern bekannt sein dürfte. Das lässt die Story schon beim Lesen veraltet erscheinen.
Nehmen wir dazu noch die flapsige Sprache (die vermutlich coolen und ironischen Humor darstellen soll), strunzdämliche Dialoge und Schätzings Hang, den Oberlehrer raushängen zu lassen, kommt in Summe ein grottenschlechtes Buch raus, dem als erstem die Ehre zuteil wurde, dass ich es direkt nach Beendigung der Lektüre in die Mülltonne gworfen habe. Ist ja auch eine Leistung.
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Larry Correia - Club der toten Monster
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Ungelesener Beitrag von muellermanfred »

Was ich cool finde an Schätzing, ist sein Lebensentwurf: Sei souverän und gut frisiert, bring Deine Schäfchen ins Trockene, dann hast Du Zeit genug, um wochenlang in Deinem Lieblingscafé abzuhängen und all das Zeug zu lesen, wofür Du Dich interessierst und weil Du so mitteilsam bist, laß alle Welt an dem gesammelten Wissen teilhaben und ignoriere möglichst alle guten Ratschläge zum Thema Infodump, die Du je gelesen hast! So cool muß man erst mal sein.
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Hajo Friedrichs sagte mal: "Wichtig ist Frequenz. Du kannst so dumm sein, dass dich die Schweine beißen, du musst nur jeden Tag so dumm sein, dass dich die Schweine beißen. Dann ist dein Aufstieg zum Ruhm nicht mehr aufzuhalten." Wer das hinkriegt, der gilt sogar ganz schnell als Tsunami-Experte. Oder als Experte für irgendein beliebiges anderes Thema.
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von agro »

heino hat geschrieben:So, nach langer Zeit kann ich auch mal wieder was beitragen und meinen Unmut über einen grandiosen Zeitverschwender loswerden.

Frank Schätzing - Limit

Ich hatte ja vor einigen Jahren in der Diskussion um den Vorgänger " Der Schwarm" noch eine recht positive Meinung geäußert. Zwar war das Buch zu lang und etliche Szenen waren aus bekannten SF-Filmen geklaut, aber insgesamt war es netter Trash und ich fand es sogar erstaunlich unterhaltsam für beinah 1000 Seiten.
"Limit" hat alles, was "Der Schwarm" auch schon bietet, in noch größerem Maße - nur keinen Unterhaltungswert. Die Story hätte sich problemlos auf 400 Seiten erzählen lassen und wäre bei Konzentration auf die Figur Owen Jericho dann vielleicht ein brauchbarer Techno-Thriller im Stile der frühen Nancy Kress geworden. Leider hat man von Verlagsseite her scheinbar versäumt, Herrn Schätzing die notwendigen Kürzungen zu empfehlen und so kommen wir auf 1300 Seiten, von denen 900 komplett überflüssig sind. Diese Seiten werden von einem Haufen uninteressanter bis wirklich lächerlicher Figuren bevölkert (am schlimmsten ist die Reisegruppe aus rund einem Dutzend Milliardären, von denen die, die einen echte Rolle in dem Buch spielen sollen, allesamt altruistische Ziele verfolgen. Aber klar doch :roll: ), die wenigen brauchbaren Figuren sind im zweiten Handlungsteil, der zu 80 % in Shanghai spielt, zu finden. Und die einzige Figur, die an keiner einzigen Stelle lächerlich ist, ist ausgrechnet der psychopathische Auftragsmörder. Alle anderen haben - auch die besser geschilderten wie Owen Jericho oder Lynn Orley) - haufenweise WTF-Momente zu bieten.
Der Plot selber ist lächerlich simpel, wird von Schätzing aber durch ellenlange Abhandlungen über politische und wissenschaftliche Entwicklungen, die keinen interessieren und auch selten eine Rolle spielen, und das ständige Eröffnen sinnloser Nebenkriegsschauplätze aufgebläht. Die beiden großen Handlunsgstränge (wenn man sie so nennen mag) werde erst bei etwa Seite 900 überhaupt zusammen geführt.
Völlig lächerlich ist das Bild, das Schätzing von unserer Welt im Jahre 2025 entwirft, denn da passt absolut nichts mehr zusammen. So schildert er z.B. ausgerechnet die Social Media-Plattform Myspace als das weltbeherrschende Portal neben Second Life, obwohl Myspace zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits von Facebook (das im Roman gar nicht vorkommt) überholt wurde und Second LIfe heute auch nur noch den Hardcor-Usern bekannt sein dürfte. Das lässt die Story schon beim Lesen veraltet erscheinen.
Nehmen wir dazu noch die flapsige Sprache (die vermutlich coolen und ironischen Humor darstellen soll), strunzdämliche Dialoge und Schätzings Hang, den Oberlehrer raushängen zu lassen, kommt in Summe ein grottenschlechtes Buch raus, dem als erstem die Ehre zuteil wurde, dass ich es direkt nach Beendigung der Lektüre in die Mülltonne gworfen habe. Ist ja auch eine Leistung.
Ich muss Dich jetzt mal vollständig zitieren, denn das, was Du hier geschrieben hast, kann ich exakt so unterschreiben. Irgendwann vor einem Jahr hatte ich hier im Forum gepostet, dass ich bei 100 Seiten Schätzing- Limit einfach nicht weiterkomme. Mittlerweile habe ich mich ein paar Seiten weitergequält - aber durch bin ich das Buch noch lange nicht. Es macht einfach keinen Spaß. Währedn der "Schwarm" zu überzeugen wusste, schleppt sich "Limip" dermaßen gähnend dahin - überfrachtet mit Lückenfüllern, ellenlangen Sätzen, merkwürdigen öden Figuren.... blabla...

Hätte man alles auf - wie Du selbst sagst - 400 Seiten komprimieren können, um da halbwegs nen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, bzw überhaupt einen zu erhalten. Nun, ich habs ja noch nicht durch, das dicke Machwerk, aber ich glaube mittlerweise nicht mehr daran, dass da noch was kommt. Nach Deiner Einschätzung, Heino, werd ichs wohl nicht mehr aufschlagen...
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heino
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von heino »

agro hat geschrieben:[Ich muss Dich jetzt mal vollständig zitieren, denn das, was Du hier geschrieben hast, kann ich exakt so unterschreiben. Irgendwann vor einem Jahr hatte ich hier im Forum gepostet, dass ich bei 100 Seiten Schätzing- Limit einfach nicht weiterkomme. Mittlerweile habe ich mich ein paar Seiten weitergequält - aber durch bin ich das Buch noch lange nicht. Es macht einfach keinen Spaß. Währedn der "Schwarm" zu überzeugen wusste, schleppt sich "Limip" dermaßen gähnend dahin - überfrachtet mit Lückenfüllern, ellenlangen Sätzen, merkwürdigen öden Figuren.... blabla...

Hätte man alles auf - wie Du selbst sagst - 400 Seiten komprimieren können, um da halbwegs nen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, bzw überhaupt einen zu erhalten. Nun, ich habs ja noch nicht durch, das dicke Machwerk, aber ich glaube mittlerweise nicht mehr daran, dass da noch was kommt. Nach Deiner Einschätzung, Heino, werd ichs wohl nicht mehr aufschlagen...
Nun, ich war ja nicht der erste, der das Buch verrissen hat (das hatten SWR und Alfred schon vorher erledigt). Trotzdem kann ich dir nur raten, dich auf ein anderes Buch zu stürzen, denn "Limit" wird nicht besser.
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Larry Correia - Club der toten Monster
Joshua Calvert
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Re: Lesewarnung! Hier setzt's Verrisse!

Ungelesener Beitrag von Joshua Calvert »

Das "Limit" ein bisschen lang und stellenweise etwas überfrachtet ist, stimmt sicherlich, aber wer vorher den Schwarm gelesen hat, oder zumindest mal von gehört hat, hätte doch eigentlich ahnen können, auf was er sich da einlässt. Mich haben bislang alle Bücher von Schätzing, die ich gelesen habe, recht gut unterhalten. Ich bin schon gespannt, ob er aus dem Recherchematerial für "Limit" wieder ein begleitendes Sachbuch macht, "Nachrichten aus einem unbekannten Universum", der Begleitband zu "Der Schwarm" war klasse.
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