Wie Autoren arbeiten.

Science Fiction in Buchform
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Uschi Zietsch
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

[OFFTOPIC]
Ming der Grausame hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:An welchen Antworten liest du die Selbstbeweihräucherung ab?
Ganz ehrlich? Bis dato an jeder.
Ganz ehrlich: Ich meinte zwar die Antworten zu einer Frage, die noch gar nicht gegeben waren, aber nehmen wir es mal pauschal. Ich vermute, damit meinst du dich. Die etwas bekannteren Autoren in diesem Thread verwenden nämlich nicht annähernd so viele Fremdwörter und Schraubensätze wie du, sondern drücken sich meistens eher "schlicht", sprich, auf Deutsch, aus. Man kann seine Aussagen auch trefflich mit deutschen Worten formulieren, sodass sie von jedem verstanden werden können. (Ist für mich sowieso eine Sache der Netikette.) Wäre vielleicht mal interessant, wie du in einer mündlichen Unterhaltung sprichst.
Mal abgesehen davon, dass ich nicht mal 10% der von dir verwendeten Fremdwörter kenne. In Schreiblehrbüchern heißt es: Wer nichts zu sagen hat, versteckt dies in aufgeblasenen Sätzen mit vielen Fremdwörtern.

Und nochmal ganz ehrlich: Manches ist einfach nur die Wahrheit. Klingt seltsam, ist aber so.

Und zum dritten ganz ehrlich: Was willst du eigentlich in diesem für dich anscheinend wenig angenehmen Thread?

Nee, keine Antwort notwendig, das ist genug des OffTopic mit einem Anonymus. [/OFFTOPIC]
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

TT hat geschrieben:
breitsameter hat geschrieben:Was mir noch fehlt ist ein anderer Punkte: WARUM wird jemand zu einem Autor?
Weil er nix richtiges gelernt hat :teufel:
Menno ... du sollst doch nicht alles verraten, himmelnochmal, das macht man in Schreibseminaren, wo man den Leuten erst mal tonnenweise Scheine abgezockt hat! :zombie:
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

Uschi Zietsch hat geschrieben:Was willst du eigentlich in diesem für dich anscheinend wenig angenehmen Thread?
Mich darüber informieren, wie andere Autoren arbeiten? Die zugehörige Lebensgeschichte, warum jemand mit dem Schreiben anfing, ob er es als Ersatztherapie oder sonst-noch-was ist diesbezüglich wenig informativ.
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Uschi Zietsch
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ming der Grausame hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:Was willst du eigentlich in diesem für dich anscheinend wenig angenehmen Thread?
Mich darüber informieren, wie andere Autoren arbeiten? Die zugehörige Lebensgeschichte, warum jemand mit dem Schreiben anfing, ob er es als Ersatztherapie oder sonst-noch-was ist diesbezüglich wenig informativ.
Für dich vielleicht. Der Forenchef wollte es offenbar wissen, und ich glaube, eine Menge andere Leute interessieren sich auch dafür. Ich bekomme diese Frage bei jeder Lesung und in fast jedem Interview gestellt. Ich selbst stelle die Frage, warum jemand schreibt, zu Beginn jedes Seminars, denn einer der ganz wichtigen Punkte bei einer gut funktionierenden Geschichte ist: Motivation. Wir handeln immer aus einer bestimmten Motivation heraus - und unsere Figuren sollten es -, deshalb ist das wichtig.
Und wenn es interessiert und die Frage gestellt wird, kann sie durchaus in einem Thread wie diesem passen. (Ich finde es zB hochinteressant, weil ich mich immer für die Menschen "dahinter" interessiere. Gehört zu meinem Job, da kann ich gar nicht anders.)
Möglicherweise kommt es zur Abschweifung, weil zu dem WIE schon alles gesagt ist?!

Noch was: Ich finde es ziemlich verächtlich, jemanden, der beschreibt, dass er mit dem Schreiben seine schwere Krebskrankheit besser durchstehen konnte, als "selbstbeweihräuchernd" zu bezeichnen. Eine solche Einstellung ist für mich indiskutabel. Und daher sehe ich (es war vorher schon schwierig genug) keinerlei Basis für einen konstruktiven kommunikativen Austausch. Darauf verzichte ich ab jetzt.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Loran »

Uschi Zietsch hat geschrieben: Noch was: Ich finde es ziemlich verächtlich, jemanden, der beschreibt, dass er mit dem Schreiben seine schwere Krebskrankheit besser durchstehen konnte, als "selbstbeweihräuchernd" zu bezeichnen.
Ich sehe nirgendwo den Hinweis, daß das so gemeint war.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von jeamy »

Uschi Zietsch hat geschrieben: Und daher sehe ich (es war vorher schon schwierig genug) keinerlei Basis für einen konstruktiven kommunikativen Austausch. Darauf verzichte ich ab jetzt.
es ist eigentlich ganz einfach, hier haben wir es mit einer neuen variante von godwin's law zu tun: wenn ming eine antwort in einem x-beliebigen thread gibt, verlässt der thread das ursprüngliche thema, so dass die vorherige diskussion nicht mehr fortgeführt wird. paktisch heißt das, er ist beendet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law

und von wegen "selbstbeweihräucherung" ... tausende zitate und fremdwörter und kein ende. wie du schon richtig festgestellt hast, heißt das ja nur, dass jemand zeigen will, wie gut er ist und wir doof der rest der welt. aber egal: ICH schreibe, weil ich lust dazu habe und nicht, weil ich in physik und als programmierer ein ass bin und mich mit den naturgesetzen hervorragend auskenne und das in jeder meinen geschichten in die welt hinausschreien möchte. ;)
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Loran »

jeamy hat geschrieben: es ist eigentlich ganz einfach, hier haben wir es mit einer neuen variante von godwin's law zu tun
Das ist aber kein "Law" im eigentlichen Sinne. Es funktioniert nur deshalb, weil alle ständig darauf anspringen. Wie ein Hündchen, das hinter jeder hingeworfenen Wurst herläuft. Steht irgendwo geschrieben, dass man das muss? ;-)
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Beverly »

Uschi Zietsch hat geschrieben:
breitsameter hat geschrieben:Was mir noch fehlt ist ein anderer Punkt: WARUM wird jemand zu einem Autor? Weil es ihm leicht fällt, seinen Phantasiemuskel zu bedienen und eine Geschichte zu erzählen und jede andere Arbeit für ihn eben nur... Arbeit ist?
Bei mir gab's dafür keinen bewussten Grund, denn ich erzähle Geschichten, seit ich 3 Jahre alt bin, und sobald ich schreiben gelernt hatte, habe ich meine Schulhefte mit Geschichten gefüllt, anstatt Hausaufgaben zu machen oder von der Tafel abzuschreiben. Ich habe zwar in meinem bisherigen Leben viele verschiedene Dinge getan und vor allem in ganz verschiedenen Bereichen gearbeitet - und vieles davon hat mir Spaß gemacht, nur "wegen des Geldes" habe ich keinen einzigen Job gemacht, aber das Schreiben war immer meine Leitlinie und das wichtigste, und mein Ziel war es immer, als Schriftsteller zu leben, sprich, Geschichten zu erzählen. In meinem Kopf hört es nie auf, egal wo ich bin und was ich mache.
In jungen Jahre habe ich an einer schona damals uralten Schreibmaschine eine Erzählung mit dem Titel "Erdarbeiten" geschrieben. Abgesehen von der Idee, dass die Menschen das Erdinnere kolonisieren, war sie nicht besonders gut. Ordentlich Texte zu schreiben habe ich erst in meinem Studium (Politologie) gelernt.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

Uschi Zietsch hat geschrieben:Ich finde es ziemlich verächtlich, jemanden, der beschreibt, dass er mit dem Schreiben seine schwere Krebskrankheit besser durchstehen konnte, als "selbstbeweihräuchernd" zu bezeichnen.
Was ich auch gar nicht getan habe. Ansonsten war das Vanitas-Motiv schon immer eine Triebfeder des Schreibens: weil man dadurch den Tod ein Schnippchen schlagen will, obwohl ein jeder von uns weißt, dass es sinnlos ist.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Ming der Grausame hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:Ich finde es ziemlich verächtlich, jemanden, der beschreibt, dass er mit dem Schreiben seine schwere Krebskrankheit besser durchstehen konnte, als "selbstbeweihräuchernd" zu bezeichnen.
Was ich auch gar nicht getan habe.
Da ich nicht denke, das diese Diskussion in öffentlicher Form weiter gewinnbringend geführt werden kann, bitte ich darum, diese in Bedarfsfall in privater Form weiterzuführen. Danke. :beanie:
Ming der Grausame hat geschrieben:Ansonsten war das Vanitas-Motiv schon immer eine Triebfeder des Schreibens: weil man dadurch den Tod ein Schnippchen schlagen will, obwohl ein jeder von uns weißt, dass es sinnlos ist.
Ist es wirklich sinnlos?
Noch heute spricht Goethe in »Werthers Leiden« zu uns, Hermann Hesse kann uns mit dem »Steppenwolf« packen, Homer, Ovid und viele andere sind mit ihren Texten unvergessen. Die Eitelkeit als Triebfeder hat sich in diesen und vielen anderen Fällen als gewinnbringend erwiesen: der Menschheit wurden unvergessliche Werke geschenkt.
Täglich geht die Sonne auf,
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Doop »

breitsameter hat geschrieben:Ist es wirklich sinnlos?
Noch heute spricht Goethe in »Werthers Leiden« zu uns, Hermann Hesse kann uns mit dem »Steppenwolf« packen, Homer, Ovid und viele andere sind mit ihren Texten unvergessen. Die Eitelkeit als Triebfeder hat sich in diesen und vielen anderen Fällen als gewinnbringend erwiesen: der Menschheit wurden unvergessliche Werke geschenkt.
Klar ist es sinnlos, angesichts der Entropie, des unausweichlichen Endes der Menschheit im Lauf der Evolution, ist ja alles irgendwie sinnlos. Und außerdem nutzt es dem toten Goethe auch nichts mehr, dass wir heute noch den Faust lesen. Tot ist tot.

Nicht dass ich so denken würde, ich wollte nur mal rasch Mings voraussichtliche Gegenargumente in verknappter Form zusammenfassen. :bier:
Denn angesichts der Entropie und des Todes ist auch diese Diskussion eigentlich doch irgendwie fast schon.... sinnlos...
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von molosovsky »

Kommt drauf an, was man unter ›dem Tod ein Schnippchen schlagen‹ versteht.
Man kann das auch invertiert sehen: Indem ich als heute Lebender mit Homer oder Ovid ›geistigen Austausch‹ haben kann, ›schlage ich meinem Zu-spät-geboren-Sein ein Schnippchen‹ (bzw. schlagen eben Ovid und Homer dem Tod ein Schnippchen – mit Hilfe von Übersetzern –, wenn sie mithilfe ihrer Werke zu einem viel zu spät Geborenen wie mir ›sprechen‹ können).

Gegen den eigenen Tod hilft alles Schreiben freilich goor nüscht. Aber es ist schon eine feine Sache, dass Bücher (oder andere Medien) in der Lage sind, die von der Sterblichkeit gezogenen Grenzen zu penetrieren und zu verwischen.

Grüße
Alex / molo
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»Die Wirklichkeit ist überall gleich – nämlich unbekannt.« — Egon Friedell
(Ich weiß es im moment schlicht nicht besser.)

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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Bully »

Uschi Zietsch hat geschrieben:...Ich hab das gerade nochmal durchgelesen, kapiert das jemand? :mad:
...
Ja, irgendwie schon.
Aber als Leser möchte ich Dich darauf aufmerksam machen, dass Deine Lektorin wohl gerade einen schlechten Tag hatte. Nicht, dass Eure Verlegerin ihr eine Abmehnung schickt... :wink:
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Beverly »

Zu dem Tod ein Schnippchen schlagen als mögliches Motiv fürs Schreiben kommt bei Autoren von Phantastik (SF, Fantasy, vielleicht sogar bei Horror) hinzu, dass sie ganze Universen erschaffen können. Was nach dem Glauben der Monotheisten der liebe Gott für die Welt ist, sind sie in ihren Büchern. Ich habe das heute morgen selbst erlebt, als ich einem von mir erdachten Planeten noch drei Monde hinzugefügt habe. Es ist ein sehr angenehmes Gefühl.
Selbst die Mühen, die sich aus den Erfordernissen der Logik, einer sinnvollen Handlung und insbesondere des Fehler-Korrigierens ergeben, steigern dieses Gefühl noch. Denn etwas, was zu leicht und zu schnell von der Hand geht, wird irgendwann schal. Wenn einem der "Stoff", der im Fall der Phantastik nichts Geringeres als die Erschaffung einer Welt ist, Widerstand entgegensetzt, kann man ihm um so besser formen.

Ich vermute, dass auch Autoren von Gegenwartsliteratur und historischen Romanen Befriedigung oder gar Freude daran haben, eine Welt zu erschaffen. Dass sie an Fakten gebunden sind, die für den Phantastik-Autor nicht zwingend sind, mag für sie der kreative Widerstand sein, den ihn ihr "Stoff" entgegensetzt. Innerhalb des Fakten-Rahmenwerkes gibt es noch viele Freiräume für die kreative Ausgestaltung. Ich sehe das an Romanen verschiednener Autoren, die in der gleichen am gleichen Ort spielen. Ein und dieselbe Epoche sieht jedesmal anders aus und es liest sich auch verschieden.

Letztendlich bin ich zur Freude am Kreativen als Motiv für das Schreiben gekommen.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Loran »

breitsameter hat geschrieben:Bei seiner Lesung in München erzählte der kanadische SF-Autor Cory Doctorow auch etwas über seine Entscheidung als Autor zu arbeiten und einen seiner Grundsätze: Er nahm sich damals vor, jeden Werktag zu schreiben. Und zwar jeden Tag mindestens 250 Wörter (inzwischen ist er bei einem Minimum von 2.500 Wörter angekommen). Egal, ob er Lust darauf hatte, oder nicht. Egal, ob er unterwegs war oder zuhause. Einfach jeden Tag schreiben. »I never heard of a surgeon's block«, sagte er dazu, also warum sollte es etwas wie einen »author's block« geben?
Genau so. Alles andere ist Stress pur. Arbeit vor sich her zu schieben, schadet der Gesundheit. Am besten alles so planen, dass man ein ganz normales freies Wochenende haben kann, mit der Familie oder Freunden, wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Disziplin ist seeehr hilfreich, aber nicht alles.
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