Wie Autoren arbeiten.

Science Fiction in Buchform
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kaffee-charly
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von kaffee-charly »

Loran hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben: Noch was: Ich finde es ziemlich verächtlich, jemanden, der beschreibt, dass er mit dem Schreiben seine schwere Krebskrankheit besser durchstehen konnte, als "selbstbeweihräuchernd" zu bezeichnen.
Ich sehe nirgendwo den Hinweis, daß das so gemeint war.
Guckst du:
Uschi Zietsch hat geschrieben:
Ming der Grausame hat geschrieben:Ich bin deshalb dafür, die sich hier anbahnende Selbstbeweihräucherung bezüglich der Frage, warum Autoren schreiben, ebenfalls auszugliedern.
Bisher hat nur Florian (der kein Autor ist) die Frage gestellt. An welchen Antworten liest du die Selbstbeweihräucherung ab?
Ming der Grausame hat geschrieben:
Uschi Zietsch hat geschrieben:An welchen Antworten liest du die Selbstbeweihräucherung ab?
Ganz ehrlich? Bis dato an jeder.
(Hervorhebung von mir.)
Ich muss allerdings sagen, dass mich dieses erneute Stänkern nicht sonderlich berührt hat. (Schulterzuck...)
Es ist eben einfach nur "Betteln um Aufmerksamkeit".

:bier:
Kaffee-Charly
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Loran
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Loran »

kaffee-charly hat geschrieben: :bier:
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Da dein entsprechender Post sehr umfangreich war, kann ich aus einer solchen Aussage "jeder" beim besten Willen nicht ableiten, worauf speziell der Bezug war. Aber warum sagst du denn nicht mal einfach, wie Du an eine Geschichte heran gehst? Wie machst Du eine Stoffsammlung. Eine Ideensammlung. Wie planst Du deine Charaktere. Sind da eventuell sogar verklausulierte Anspielungen auf real existierende Menschen (aus deiner Bekanntschaft) dabei. Und so weiter. Das wäre doch mal was Interessantes zum Thema. ;-)
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Ming der Grausame
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

molosovsky hat geschrieben:Man kann das auch invertiert sehen: Indem ich als heute Lebender mit Homer oder Ovid ›geistigen Austausch‹ haben kann, ›schlage ich meinem Zu-spät-geboren-Sein ein Schnippchen‹ (bzw. schlagen eben Ovid und Homer dem Tod ein Schnippchen
Was man z.B. unschwer am Spielfilm Troja von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 2004 sehen kann. Er hat Homers Ilias derart auseinandergerissen, dass vom mythischen Kampf der Griechen die gesamte mythologische Götterwelt außen vor gelassen wurde, was zufälligerweise ein wesentlicher Bestandteil der 24 Gesänge war. Sowohl die europäische Kunst- und Geisteswissenschaft wurde essentiell davon geprägt, sondern auch die nationale griechische Religion konnte sich nur durch Homers Ilias so entwickeln, wie es sich entwickelt hat. Gut, das Homer Petersens Schandtat nicht mehr erlebt hat.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Ming der Grausame hat geschrieben:Sowohl die europäische Kunst- und Geisteswissenschaft wurde essentiell davon geprägt, sondern auch die nationale griechische Religion konnte sich nur durch Homers Ilias so entwickeln, wie es sich entwickelt hat.
"Die Ilias-Darstellung der Olympischen Götter dürfte erheblich zur Entwicklung einer nationalen griechischen Religion beigetragen haben und prägt bis in die Gegenwart die europäische Kunst- und Geisteswissenschaft."

http://de.wikipedia.org/wiki/Ilias

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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von molosovsky »

OT: Petersens »Troja«: Ich persönlich finde den ersten Strandangriff der Myrmidonen, den Zweikampf Achill vs. Hektor und die Bitte von Priamos um den Leichnam seines Sohnes richtig klasse. Der Rest ist :kopfkratz: bis :-?

Grüße
Alex / molo
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

L.N. Muhr hat geschrieben:Kein einziger eigener Gedanke.
Die Wahrheit bleibt die Wahrheit, selbst wenn schon viele darauf gekommen sind. Und mein Argument wird dadurch auch nicht falsifiziert.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

... und Guttenberg hat seinen Doktortitel zurecht bekommen, weil die Aussagen in seiner Doktorarbeit alle klug und richtig waren.

Richtig?
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kaffee-charly
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von kaffee-charly »

L.N. Muhr hat geschrieben: Troll. Echt mal. Kein einziger eigener Gedanke.
Betteln um Aufmerksamkeit eben. Einfach links liegen lassen.
Das können Trolle am wenigsten ertragen. :teufel:
Loran hat geschrieben: Da dein entsprechender Post sehr umfangreich war, kann ich aus einer solchen Aussage "jeder" beim besten Willen nicht ableiten, worauf speziell der Bezug war.
Ist auch egal. Hat mich sowieso nicht gejuckt.
Loran hat geschrieben: Aber warum sagst du denn nicht mal einfach, wie Du an eine Geschichte heran gehst? Wie machst Du eine Stoffsammlung. Eine Ideensammlung. Wie planst Du deine Charaktere. Sind da eventuell sogar verklausulierte Anspielungen auf real existierende Menschen (aus deiner Bekanntschaft) dabei. Und so weiter. Das wäre doch mal was Interessantes zum Thema. ;-)
Diese Fragen solltest du besser an die Profis richten, denn ich bin nur ein Hobby-Schreiber.
Aber wenn du dir diesen Thread mal von Anfang an anschaust, wirst du sicher einige Antworten finden, die hier bereits geschrieben wurden.

Aber ich will höflicherweise deine Fragen beantworten:
Stoffsammlung:
Kurze Notizen, wenn mir grad was einfällt.
Ideensammlung:
Keine. Die Ideen kommen automatisch beim Schreiben.
Charakterenplanung:
Überhaupt nicht. Kommt beim Schreiben. Selbstnabelschau der Protagonisten ist nicht unbedingt mein Ding - das mach' ich nur bei Fantasy-Stories. In SF-Stories will ich das nicht lesen, also schreibe ich so 'was auch nur in Ausnahmefällen.
Anspielungen auf reale Menschen:
Kommt manchmal vor, ist aber meist nicht geplant.
Story-Entwicklung:
Kommt erst beim Schreiben. Wenn ich mit einer Story anfange, weiß ich in der Regel noch gar nicht, wie sie enden wird. :wink:

Da ich aber kein Schriftsteller bin, sondern nur ein Hobby-Schreiber, sind meine Aussagen nicht sehr repräsentativ. :wink:

:bier:
Kaffee-Charly
Zuletzt geändert von kaffee-charly am 2. Februar 2012 18:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von kaffee-charly »

L.N. Muhr hat geschrieben:... und Guttenberg hat seinen Doktortitel zurecht bekommen, weil die Aussagen in seiner Doktorarbeit alle klug und richtig waren.

Richtig?
Lass' ihn doch links liegen. Damit triffst du ihn viel härter als mit Argumenten. :teufel:

:bier:
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Loran
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Loran »

Warum sollte es unwichtig sein, wie ein Hobby-Schreiber arbeitet? Viele schreiben doch nur um Zeitvertrieb. Auch die Profis haben mal so angefangen. Gewisse Ähnlichkeiten wird es da schon geben. ;-)
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame »

L.N. Muhr hat geschrieben:... und Guttenberg hat seinen Doktortitel zurecht bekommen, weil die Aussagen in seiner Doktorarbeit alle klug und richtig waren.
Ja, er bekam sein summa cum laude exakt dafür. Sein Doktortitel wurde ihn nur deswegen aberkannt, weil es sich dabei weitgehend um ein Plagiat handelte, nicht jedoch, weil die in seiner Dissertation vorgebrachten Thesen oder Schlussfolgerungen falsch waren. Ansonsten kann ich auch bei deinen Beiträgen nichts wirklich Neues feststellen – noch irgendein eigener Gedanke. Ich würde sogar wagen zu behaupten, dass 98% aller Autoren noch nie etwas wirklich Neues geschrieben haben. Wenn ein Autor in sein Leben wirklich mal 1 neuer Gedanke gehabt hat, dann war er exzellent. Hatte er sogar 2 neue Gedanken, dann gehört er zu Recht zum Pantheon der Literatur. Die meisten begnügen sich jedoch mit Variationen oder sind schlicht zu ungebildet, um festzustellen, dass sie tatsächlich nichts Neues geschrieben haben. Schon Alfred North Whitehead stellte 1979 in Prozeß und Realität: Entwurf einer Kosmologie fest, dass die abendländische Philosophie im Grunde genommen nur aus Fußnoten zu Platon besteht.

Vergleichbares lässt sich auch bezüglich der Literatur sagen: Am Anfang war Homers Ilias und Odyssee und der daktylisch-spondeischer Hexameter hat so seine klassische Prägung erfahren, ebenso die Epitheta und die Iteraten. Der herannahende Geist aller abendländischen Epiker ist somit bereits bei Homer vorzufinden. Und wer dazu auch noch das Œuvre von Goethe und Shakespeare kennt, kennt praktisch 97% aller literarischen Variationen.

P.S.: Eine üble Sinusitis hat mich über eine Woche flachgelegt, daher die späte Antwort.
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Kringel
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Kringel »

Wenn ich so ungebildet bin, dass ich nicht mit Zitaten um mich werfen kann, jedoch von selbst auf einen wahnsinnig tollen neuen Gedanken komme, den leider schon jemand vor mir hatte (was ich aber nicht wusste) - ist der Gedanke dann neu oder nicht? Hm... :kopfkratz:
Dschinnie
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Re: Wie Autoren arbeiten.

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Kringel, objektiv oder subjektiv? Wir könnten ein neues Fass aufmachen: Was ist Objektivität? Gibt es eine Intersubjektivität in der Objektivität? Ist Objektivität physiologisch machbar?
Wo hab ich meine ... mein Dings, na, das Subjekt mit meinem Kaffee abgestellt?

Das schöne am Autorendasein ist, dass nix kreativ ungenutzt bleiben muss, sei es noch so ärgerlich. Jedefalls amüsiere ich mich während meiner Schreibpausen ganz prächtig bei dieser ... hm ... Diskussion. Das füllt mein Terrarium der absurden Situationen und Figuren, wer weiß, wann ich die mal gebrauchen kann.
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Kringel »

Und was ist, wenn jemand einen unglaublich genialen, völlig neuen Gedanken hat, dann aber tot umfällt, bevor er den Gedanken niederschreiben, aussprechen oder sonstwie bekannt machen konnte - und irgendwann danach hat sonst jemand genau denselben Gedanken? Den er sofort publiziert? Ist der dann neu oder nicht? Grübelgrübel...
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Andreas Eschbach
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Re: Wie Autoren arbeiten.

Ungelesener Beitrag von Andreas Eschbach »

Richtig gute Frage!
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