Gerade im Kino gesehen...

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 »

Schneewitchen - Klappe - die Erste
Julia Roberts gehört zu unseren Lieblings-Schauspielerinnen.
Über die Generationen hinweg wären das: Katherine Hepburn, Barbara Streisand, Meryl Streep, Julia Roberts, Jodie Foster, Nathalie Portman, Amanda Seyfried, Emma Watson, Kirsten Steward und Elle Fanning.
Wir zeigen uns bemüht, jeden Film mit diesen Schauspielerinnen im Kino anzuschauen und insofern war es für uns klar, diesen Film zu sehen.
Und ja: wir wurden nicht enttäuscht. Wer sich seine Erwartungen nicht von Otto Waalkes hat prägen lassen, wird mir vielleicht zustimmen. Intelligenter, feinsinniger, subtiler, leiser Humor, eine hochbezahlte Superstar, die sich selbst auf die Schippe nimmt
Julia kennt keine Gnade. Sie ist jenseits von Gut und Böse. Falten, Lebensalter, Gesichtspeeling mit Vogelkacke, Maden im Ohr, Regenwürmer in der Nase, die perfekte Königin
wir finden sowas toll.
Nathan Lane muss ich auch noch erwähnen und damit dem Casting meine Hochachtung zollen; einem Casting, das immerhin 7 Liliputaner (einen kennen wir aus Jingle all the Way mit Arnold) perfekt ausgewählt hat.
Eigentlich ist die Bezeichnung: Tochter von Sowieso (hier: Phil Collins) nicht unbedingt ein Indikator für Qualität. In diesem Falle aber wird man sich den Namen Lily Collins merken müssen. Die macht das richtig toll.
Und im Abspann zeigt sich, dass sich Papa sehr um die Entwicklung von Töchterlein kümmert. Das könnte ein Sommerhit 2012 werden.
Ein schöner Abschluss eines schönen Wochenendes.
9/10 Bockwürsten als Beweis für Schneechens Tod.
(nur sehr kurz zu sehen, genau hinschauen.)
Gast09
Schneewitchen - Klappe - die Zweite folgt dann.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 »

Titanic 3D
Meine Jüngste wünschte sich zu ihrem Geburtstag einen Kino-Besuch mit Mama und Papa, und zwar genau diesen Film.
OK, das war nicht ihr Hauptwunsch. Ihr Hauptwunsch war das Apple iView7.0 mit der Extended-Holo-Flatrate in HD++. Es hat mich einiges an Überzeugungsarbeit gekostet, ihr zu erklären, dass das noch nicht erfunden ist und dass es wohl noch 5 Jahre dauert, bis wir in unserem Wohnzimmer zum Fernsehen den Couchtisch beiseite schieben müssen. Aber OK, sie hat es akzeptiert und war auch damit einverstanden, als vorübergehenden Ersatz sich mit dem Apple iPhone4.0 zufrieden zu geben.
Nachdem das geklärt war habe ich ihr erläutert, was der Nobelpreis ist. Insbesondere habe ich ihr meine Meinung zur Vergabe des nächsten Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften ausgebreitet. Ich habe ihr erklärt (nun gut: versucht zu erklären) was geniales Marketing ist. Wie absolut genial ein Mega-Regisseur, Produzent und Drehbuchautor es geschafft hat, die Medien für sich arbeiten zu lassen. Ich habe ihr von dem Tauchgang mit der beinah-Pseudo-Katastrophe erzählt und wie Cameron es geschafft hat, sich dadurch in die Tagesschau zu katapultieren. Ich habe ihr erzählt, dass man, um Erfolg zu haben, auch mal 20 Jahre in die Zukunft schauen muss, wenn man sich 1992 entscheidet, noch einen Film über den Untergang der Titanic zu drehen, damals hat es ja schon etliche Verfilmungen gegeben. Ich habe ihr erzählt, dass das meiner Meinung nach einen Nobelpreis wert ist. Ich habe ihr aber auch erzählt, wie realitätsfern das Vergabe-Komitee ist; ein Komitee, das es nicht geschafft hat, Astrid Lindgren zu würdigen.
@FB: Ich bin nicht so strukturiert, dass ich im Internet immer das letzte Wort haben muss, aber: Schiffe versenken, das kann auch ganz toll sein.
11 Oscars brachten diesen Film auf die gleiche Ebene wie Ben Hur. Und genau da gehört er auch hin.
Ein Meisterwerk.
11/10 Kate-Winslet-Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen am Ende des Filmes zu sehen ist, dass sie das macht, was sie Jack versprochen hat.
PS:
KW in absoluter Brillianz: Der Gott des Gemetzels. R: Roman Polanski.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 »

Wir haben uns gestern einen Film aus dieser Reihe angeschaut:
http://www.cosmic-cine.com
und zwar den hier:
www.divethefilm.com
passte sehr gut zu einem anderen Film dieser Thematik, den ich vor Monaten habe sehen können:
Taste the Waste.

Wir sogenannten Zivilisierten, wir sollten uns schon gelegentlich schämen.
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Thomas Wawerka
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Gestern war ich in "Die Frau in Schwarz" mit Harry, äh, Daniel Radcliffe in der Hauptrolle. Ein sehr atmosphärischer, ruhiger, stimmungsvoller Gruselfilm - ganz klassisch, ohne special effects, 3D oder Blutfontänen. Sehr schöne Bilder prägen den Film - die Salzmarschen, das alte Dorf, Eel Marsh House. Dem ruhigen Rhythmus von Ebbe und Flut folgt das Leben der Menschen, folgen auch die Menschen selbst in ihrem Naturell - und auch auf filmtechnischer Ebene geht es langsam voran, konventionell im besten Sinn. Hektische Schnitte sind nicht zu erwarten, manche Szenenbilder gleichen Gemälden, bevor sich mal ein Darsteller bewegt. Eruptive Aggression zeigt sich bei den Dorfbewohnern darin, dass sie auf der Straße herumstehen und ein Auto an der Durchfahrt hindern ...
Die Dorfbewohner sind mit der "Frau in Schwarz" vertraut. Ihre Angst, ihre Scheu, ihre Abneigung gegenüber Fremden (der Prot kommt aus London) fressen sie in sich hinein. Sie verhalten sich hölzern, fatalistisch, verstummen eher als sich auf Diskussionen oder Auseinandersetzungen einzulassen. Es scheint, als ob sie alle, gelähmt vor Angst, auf das nächste Opfer warten. Und natürlich tun sie genau das und stellen sich dabei die stille, bange Frage, ob sie es sein werden. Nur wenn der Tod dann zuschlägt - er trifft immer die Kinder, und immer gewaltsam - springen sie aus ihrer Lethargie heraus, schreien und weinen, dass es einem schon übertrieben scheint. Aber das ist eben die einzig mögliche Gefühlsäußerung im Schatten der "Frau in Schwarz", und in diesen Moment wird ein ganzes emotionales Leben hineingelegt.
Radcliffe agiert als Durchschnittsmensch: ein pflichbewusster edwardianischer Notar, der seinen Sohn liebt und über den Tod seiner Frau nicht hinwegkommt. Völlig unbewaffnet tritt er der "Frau in Schwarz" gegenüber - er nimmt noch nicht einmal eine entschiedene Position ein, ob er denn überhaupt an Geister glaubt. (Sein Schlafzimmerblick unterstützt diese Indifferenz seines Charakters.) Er ist ein Protagonist ohne Antagonisten, mehr Beobachter der Ereignisse als deren Motor. Hin und wieder versucht er, in die uhrwerksgleich ablaufende Mechanik des Schicksals einzugreifen, aber diese Versuche verlaufen eigentümlich im Sand. Sie haben weder positive noch negative Folgen.
Das gilt auch für seine Idee zum "Schlussakkord", zur Wiedergutmachung der Ungerechtigkeit und zur Wiederherstellung der Balance zwischen Geister- und Menschenwelt, der er sich engagiert widmet: denn sein Sohn kommt ins Dorf und ist dadurch ja hochgefährdet - sehr schön, dass es mal NICHT funktioniert!
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Susan Hill. Der Plot ist gut durchdacht und hat keine Löcher. Die Atmosphäre ist zeitlos (Zeit der Handlung dürfte die erste Hälfte der 20er Jahre sein). Der Film wirkt älter, wie aus den Vierzigern oder Fünfzigern. Ich fand ihn dennoch gruselig, und was mir sehr gefiel, war, dass trotz aller Konventionalität das Ende so nicht zu erwarten war.
Ich weiß nicht recht, was ich vergeben soll. Es war kein großartiges, Staunen machendes und in seiner Raffinesse neuartiges Gericht, sondern eher vertraute (obwohl selten gewordene) Kost. Gut vergleichbar mit "The Others". Ich finde nichts zu mäkeln, daher:

10/10 trommelnden Spielzeugäffchen!

(Wirklich liebevolle Bilder, gerade auch das langsame Gleiten der Kamera über die Spielzeuge in den Kinderzimmern, die reflektierenden Glasaugen der Äffchen und Bären ... toll!)
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 »

Lachsfischen im Jemen
Der Film wurde als englische Komödie beworben, das allerdings ist er nicht. Der Film ist nicht witzig. Es gibt eine Anzahl Elemente schwarzen britischen Humors, der Film jedoch ist eine rührende Love-Story wie sie auch von Nicholas Sparks hätte kommen können. Und das ist ein absolutes Qualitäts-Kriterium.
Wäre die Story von Nicholas Sparks:
9/10 arabischen Dialogen, die nicht übersetzt werden.
Da die Story aber nicht von Nicholas Sparks ist:
Nur 7 davon.
Gleichwohl ein schön aufspielender McGregor und eine tolle Emely.
Ein guter Einstieg in ein schönes Wochenende.
Gast 09
Zuletzt geändert von Gast09 am 3. Juni 2012 00:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 »

The Lucky One
(2x)
Meine Urteilsfähigkeit zu diesem Thema ist extrem beeinflusst. Ich bin ein Fan von Nicholas Sparks. Ich finde alles toll, was dieser Mann schreibt.
OK, shame on me. Ihr könnt mit dem Finger auf mich zeigen, irgendjemand kann hier die Frage stellen, ob Drogen im Spiel seien, ich sage: lass! mich! in! Ruhe! Es interessiert mich nicht. Nicholas Sparks hat seine Marktlücke gefunden. Und er hat mich gefunden. Sein Buch: Wie ein Licht in der Nacht (OV: Save Haven) ist eine der schönsten Love-Stories, die ich je in meinem Leben gelesen habe. Ich habe diese Buch 5x verschenkt, u.a. an eine Krebs-Patientin. Und alle haben sie mich angerufen und sich für dieses Geschenk und diese anrührende Story bedankt. Diese Story hier ist #2 auf der Hit-List
Die Handlung ist nicht so wichtig. Es ist eine Love-Story. Love it, or leave it.
Viel wichtiger ist die handwerkliche Bewältigung des Themas. Farben, Schnitt, Musik . . alles ist fantastisch. Und das Casting: grandios. Die Großmutter: Ein Volltreffer. Der Ex-Mann: ein widerlicher vierschrötiger Brutallo: toll. Sein Vater: ein arroganter, fettleibiger Südstaaten-Patriarch - toll. Der Hauptdarsteller: Wer hätte gedacht, dass der das kann. Er bringt den desillusionierten Marine total gut rüber.
Und dann natürlich sie: Die einerseits zerbrechlich wirkende, andererseits aber überaus starke Südstaaten-Schönheit.
Alles das verarbeitet sich zu einem wunderbaren, sicherlich auch hinreichend kitschigen aber in sich perfekten Liebesfilm.
Sowas in 1950 gedreht hätte Chancen auf einen Oscar.
Heute ist es einfach nur schön.
Nicholas, I love You!!
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Connie »

Gibt es eigentlich sonst noch jemanden, der "Ziemlich beste Freunde" nicht besonders lustig fand sondern eher langweilig? Alle schwärmen immer so davon...
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich fand ihn klasse.
:bier:
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Olaf »

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Kringel »

"Lustig" ist sowieso nicht die richtige Bezeichnung. Es sind lustige Szenen drin, aber es ist kein Witzfilm.
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Thomas Wawerka
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Gestern mit Töchterchen angesehen: "Spieglein, Spieglein - die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" von Tarsem Singh. Ich hatte mich auf den Film gefreut, weil ich "The Cell" und noch mehr "The Fall" sehr schätze. Diese Märchenkomödie kann mit beiden Filmen nicht mithalten, aber sie ist dennoch ganz gut anzusehen. Das liegt weniger am Drehbuch - die Story hat ein paar markante Schnittstellen mit dem Märchen, konzentriert sich aber sonst auf die Konstellation Schneewittchen vs. böse Königin, bei der der Prinz im Zentrum der Interessen steht. Im teilweise opulenten Setdesign gabs wiedererkennbare Details aus den anderen beiden Filmen. Singh erlaubte sich zwei, drei surrealistische Sequenzen ("die Spiegelwelt"), ohne sie aber weiter zu thematisieren ... was ich schade fand. Ansonsten haben die Schauspieler die eher schwache Story gerettet. Armie Hammer hat mir hier zum ersten Mal überhaupt gefallen. Lily Collins spielt die Unschuld auf bezaubernde Art und Weise. Aber der Hammer ist Julia Roberts - sie macht aus der bösen Königin kein Klischee, sondern eine Frau, deren kalten, berechnenden und egoistischen Charakter sie mit soviel Verve spielt, dass man ihr die Figur abnimmt ... ich jedenfalls. Überwiegend kontrolliert, ohne zu karikieren, fast schon dramatisch - sehr schön (und das immerhin ganz ohne Vorgeschichte - sie muss einfach so sein, ohne Diskussion, sie muss also ein Klischee spielen, aber was sie da rausholt ... wow!).

6 + 1 (Julia-Roberts-Bonus)/10 langen Unterhosen

Jetzt würde mich aber auch "Snowwhite & Huntsman" interessieren ... aber besser ohne Tochter, denk ich mal.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Und was auch cool war: Die Schluss-Szene ... Bollywood Dancing, passt eigentlich gar nicht und dann doch wieder:
http://www.youtube.com/watch?v=HNHZaCqURQg
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Äh ... urgh ... das war hoffentlich im Nachspann, oder? (Egal - wenn ich die Kostüme schon sehe weiß ich, ich bin zu alt für den Film. Julia Roberts hin oder her.)
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Thomas Wawerka »

Uschi Zietsch hat geschrieben:Äh ... urgh ... das war hoffentlich im Nachspann, oder? (Egal - wenn ich die Kostüme schon sehe weiß ich, ich bin zu alt für den Film. Julia Roberts hin oder her.)
Ja, im Nachspann. Und für Märchen ist man nie zu alt. Man ist nur dann alt, wenn man sich auf Dinge nicht mehr einlassen kann. So charmant gestrichenes Schmalz hat man selten - sonst hat man immer nur Schmalz, das sich selbst viel zu ernst nimmt.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Für Märchen nicht, für den Film aber schon. Das war mir schon bei Snow White aufgefallen. Ich sehe Märchen anders. Vielleicht hat Hollywood den Peil dafür einfach nicht raus, weil sie Märchen nicht in ihrem kollektiven Gedächtnis drin haben.
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