Unterschätz dich mal nicht. Und ich habe zu oft offene Türen eingerannt, um in Sachen Mal-anklopfen noch skeptisch zu sein.
Sicher, wenn man einen Plan hat, funktioniert es vielleicht. Zumal ich ja ein paar Leute jetzt kenne, also schon vom Eurocon. Mich würde aber wenn dann so was eine Lesung mehr reizen, wenn denn mal was übersetzt ist.
Jedenfalls dürften sie so keinerlei Schwierigkeiten haben, an Panels zu kommen. Ich stelle mir eher das Gegenteil vor.
Ja, für sowas braucht man einen gedanklichen Regenmantel, an dem die Galle abläuft. Ich sage mir immer: Wer sich darüber freut, erwähnt zu werden, besitzt eine gesunde Portion Narzissmus; wer sich darüber ärgert, nicht erwähnt worden zu sein, dürfte viel Gewinn aus einer Psychotherapie ziehen.
Ich kann es ja nachvollziehen, ein bisschen Enttäuschung ist bei mir beispielsweise bei Anthologien, wenn fünf Namen genannt werden und ich unter "und andere Autoren" im Klappentext laufe. Aber das ist halt so. - Am wenigstens verstehe ich es aber, wenn man gar nicht für das jeweilige Projekt in irgendeiner Form zusammengearbeitet hat. Nur weil ich wen kenne ... Da kann man ja in gar keinen Club mehr eintreten, wenn das dann in allen Artikeln und Interviews ein Thema sein soll. Ich bin da aber ohnehin weg, aber vor allem aus anderen Gründen, aber das war noch so eine Sahnehäubchen des Ärgers.
Ich habe hier in Berlin mal ein, zwei Kneipen-Literaturabende für den Schriftstellerverband veranstaltet, für die sich die Kollegen bewerben mussten (so richtig mit vorher eingereichten Texten, oh Schreck), und klar gemacht, dass nicht jeder automatisch genommen werden wird - da wurde auch arg mit mir geschmollt. Das Publikum hatte aber einen schönen Abend, weil es nicht einer verdeckten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beiwohnen musste, sondern einen aufeinander abgestimmten Reigen von Appetithappen präsentiert bekam. Danach haben sie es ohne mich anders gemacht und die Veranstaltungsreihe an die Wand gefahren, tja.
Ich habe mich anfangs immer gewundert, dass bislang nur eine Lesungsveranstalterin die Texte tatsächlich vorher sehen wollte. Ich hätte die immer hergezeigt und das wurde dann auch abgelehnt. - Wobei ich es verstehe, wenn man die Leute schon kennt. Ob da die eine Geschichte einen Tacken spannender ist als die andere, fällt dann beim Vorlesen auch nicht so ins Gewicht. Und wenn gewisse Verlage dahinterstehen, geht es auch - ich denke mal an Cons (wo das Vorablesen ohnehin den Rahmen sprengen würde), aber wenn die üblichen Verleger einen Autor hinschicken, dann wird das auch was.
Das größte Problem sehe ich aber als Gast, wenn die Zeitbegrenzung lasch gehandhabt wird. Bei mehreren Autoren geht das gar nicht, die sind so schon gegen Ende anstrengend (unabhängig von Qualität und Thematik, einfach, weil man nicht so lange aufmerksam bleiben kann) und wenn da jeder bloß 10 Minuten länger macht, sind schnell 1-2 Stunden dahin.
Oder vielleicht auch nur schwer.
Das auch. Ein gepflegtes Englisch geht mir auch nicht so leicht von der Hand, dazu sind sinnvolle Zusammenfassungen eine Sisyphosarbeit. Und ich hätte vor allem die Befürchtung, dass sich eben nicht die das anhören, für die das gedacht ist, sondern halt die paar Landsleute (so sie da sind), die dann dauernd rumdiskutieren und das wird dann wirklich mühsam. Man will ja was vortragen und nicht dauernd irgendwelche Einwände haben, dass man was vergessen hat usw..
Wobei es mal interessant wäre, zu erfahren, ob es umgekehrt deutsche Fans gäbe, die sich bei einer Con in Deutschland (die nicht die Eurocon ist) einen Slowaken/Polen/Russen/Irländer etc. anhören würden, der die Fanszene seines Landes auf Englisch vorstellt. Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht so wirklich vorstellen, dass da großer Andrang wäre. Und damit würde ich schon mehr als fünf Personen meinen, die eben aus Deutschland/Österreich/Schweiz sind und nicht solche, die Begleitpersonen zum Vortragenden sind.