http://blog.fabylon-verlag.de/2013/03/b ... ruckschau/Die Verlage geben sich Mühe, Publikum anzuziehen, mit Bestsellerautoren, Ehrungen (zB von Wolfgang Hohlbein) und Preisverleihungen wie dem Seraph. Bei den Bestsellerautoren waren die Warteschlangen zum Signieren stets lang.
Aber sind wir wirklich noch auf dem richtigen Weg?
Oliver Plaschka wetterte am Samstag im Anschluss an seine Lesung, dass Fantasy keine Jugendliteratur sei, und da hat er absolut recht. Und mir völlig aus der Seele gesprochen. Seit Anfang der 80er bemühe ich mich, in den Kopf der Leute zu bekommen, dass die Formel nicht Fantasy = Jugendliteratur heißt. Sondern dass sie sich eigentlich von Anbeginn an Erwachsene gerichtet hat. Wie oft muss ich mir also noch anhören »Das ist doch nur was für Kinder«? Ich bin es müde, ich bin es leid, und Oliver Plaschka hat mein Empfinden in Worte gekleidet. Vor allem, wenn bei einer Preisverleihung wie dem Seraph ca. vier von fünf Preisen an Jugendbücher gehen, kann was nicht stimmen. Das ist nicht in Ordnung, und es zertrümmert alles gründlich, was ich in den vergangenen Jahrzehnten versucht habe aufzubauen. Nun kann ich nur noch ein »siehste!« ernten.
Seraph 2013
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Re: Seraph 2013
Ich zitiere mal ganz frech aus Uschis Blog, denn ich fand das sehr interessant:
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Re: Seraph 2013
Und hier gibt es auch einen Bericht von der Buchmesse von Captain Obvious... äh Oliver Plaschka:
http://gazette.rainlights.net/index.php ... atten.html
Und »Science Fiction & Fantasy«-Ecken gibt es meist eh nicht mehr. Sondern drei, vier Varianten von Fantasy-Literatur (Vampire, usw.) und daneben - wenn man Glück hat - noch SF.
http://gazette.rainlights.net/index.php ... atten.html
Dazu möchte ich jedoch eines anmerken: Genau das passiert aber nicht. Im Hugendubel wird nicht unterschieden zwischen »Jugendbuch-Fantasy« und »Erwachsenen-Fantasy«.Das zweite Problem – und das kann ich gar nicht oft genug wiederholen – ist, dass Fantasy nicht gleich Jugendbuch ist, und Jugendbuch nicht gleich Fantasy. Nochmals, nichts gegen die Kollegen. Ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt. Idealerweise aber würde man aber ihnen und uns jeweils eigene Bühnen zur Verfügung stellen, oder zumindest eine nachvollziehbare Trennung im Leseprogramm vollziehen. Der Grund ist nicht, dass "wir" und "die" uns nicht riechen könnten – sondern dass beide Genres völlig unterschiedliche Zielgruppen bedienen. Selbst Buchhandlungen stecken Kinder- und Jugendbuch nicht mit Fantasy&Science-Fiction in eine Ecke, denn sie wissen, warum.
Und »Science Fiction & Fantasy«-Ecken gibt es meist eh nicht mehr. Sondern drei, vier Varianten von Fantasy-Literatur (Vampire, usw.) und daneben - wenn man Glück hat - noch SF.
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Re: Seraph 2013
Amen.breitsameter hat geschrieben:Dazu möchte ich jedoch eines anmerken: Genau das passiert aber nicht. Im Hugendubel wird nicht unterschieden zwischen »Jugendbuch-Fantasy« und »Erwachsenen-Fantasy«.
Und »Science Fiction & Fantasy«-Ecken gibt es meist eh nicht mehr. Sondern drei, vier Varianten von Fantasy-Literatur (Vampire, usw.) und daneben - wenn man Glück hat - noch SF.
Das ist mE übrigens auch ein Grund, warum z.B. "Pulsarnacht" kein Raumschiff-Cover bekommen hat: Damit die Buchhändler es beruhigt neben die anderen Schwarten der "ernsten" Literatur stellen dürfen und kein Harry-Potter-fan sich das Ding etwa aus versehen kauft.
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Re: Seraph 2013
Allein schon die Vorstellung lässt mich grinsen.Naut hat geschrieben:(...) und kein Harry-Potter-fan sich das Ding etwa aus versehen kauft.
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Re: Seraph 2013
Genau da habe ich es am Montag bei Thalia in Koblenz gefunden. Das SF-Regal ist dort übrigens auf eine bedauernswerte »Größe« geschrumpft, die, ebenso wie in der Meyerschen einfach erbärmlich ist. Robinson »2312« habe ich dort zum Glück noch bekommen.Naut hat geschrieben:Amen.breitsameter hat geschrieben:Dazu möchte ich jedoch eines anmerken: Genau das passiert aber nicht. Im Hugendubel wird nicht unterschieden zwischen »Jugendbuch-Fantasy« und »Erwachsenen-Fantasy«.
Und »Science Fiction & Fantasy«-Ecken gibt es meist eh nicht mehr. Sondern drei, vier Varianten von Fantasy-Literatur (Vampire, usw.) und daneben - wenn man Glück hat - noch SF.
Das ist mE übrigens auch ein Grund, warum z.B. "Pulsarnacht" kein Raumschiff-Cover bekommen hat: Damit die Buchhändler es beruhigt neben die anderen Schwarten der "ernsten" Literatur stellen dürfen und kein Harry-Potter-fan sich das Ding etwa aus versehen kauft.
Die meisten Buchhandlungen (die ich kenne) trennen aber doch deutlich zwischen Jungendbuch und Fantasy. Kai Meyer habe ich in den letzten 20 Jahren so gut wie nie, in irgendwelchen Fantasyregalen angetroffen. Deshalb ist mir dieser weltweit erfolgreiche Phantastikautor wohl auch über ein Jahrzehnt entgangen.
Meine Internetseite (mit Buchbesprechungen): http://lesenswelt.de/
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Re: Seraph 2013
Warum? Ich bin Potter-Fan und habe Pulsarnacht ohne Zögern gekauft.breitsameter hat geschrieben:Allein schon die Vorstellung lässt mich grinsen.Naut hat geschrieben:(...) und kein Harry-Potter-fan sich das Ding etwa aus versehen kauft.
Ich kann verstehen, warum eigene "Bühnen" für Jugendbücher gefordert werden. Als Leser ist es mir schnurzpiepegal.
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Re: Seraph 2013
Ja, klar. Aber es geht ja auch nicht um Dich als Individuum sondern um Dich als Marketingkategorie. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der den nächsten Potter sucht, mit dem aktuellen Dath zufrieden ist, ist doch eher gering.lapismont hat geschrieben:Warum? Ich bin Potter-Fan und habe Pulsarnacht ohne Zögern gekauft.breitsameter hat geschrieben:Allein schon die Vorstellung lässt mich grinsen.Naut hat geschrieben:(...) und kein Harry-Potter-fan sich das Ding etwa aus versehen kauft.
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Re: Seraph 2013
Im Gegenteil. Ich halte das für sehr wahrscheinlich.
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Re: Seraph 2013
Etwa so wahrscheinlich, wie wenn ein Star-Trek-Fan bei einem Dietmar-Dath-Buch hängenbleibt.lapismont hat geschrieben:Im Gegenteil. Ich halte das für sehr wahrscheinlich.
(Verdammt, ich will andauernd in den Nachnamen noch ein r setzen ....)
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Re: Seraph 2013
ich bin auch Star Trek Fan.Olaf hat geschrieben:Etwa so wahrscheinlich, wie wenn ein Star-Trek-Fan bei einem Dietmar-Dath-Buch hängenbleibt.lapismont hat geschrieben:Im Gegenteil. Ich halte das für sehr wahrscheinlich.
(Verdammt, ich will andauernd in den Nachnamen noch ein r setzen ....)
Kann es sein, dass wir hier über Scheuklappen reden?
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Re: Seraph 2013
Na ja, wir reden halt über Nur-Potter-Fans oder Nur-ST-Fans. Hier sind nun mal die SF- und Fantasy-Fans vertreten, die nicht auf eine Reihe beschränkt sind.lapismont hat geschrieben:ich bin auch Star Trek Fan.Olaf hat geschrieben:Etwa so wahrscheinlich, wie wenn ein Star-Trek-Fan bei einem Dietmar-Dath-Buch hängenbleibt.lapismont hat geschrieben:Im Gegenteil. Ich halte das für sehr wahrscheinlich.
(Verdammt, ich will andauernd in den Nachnamen noch ein r setzen ....)
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Re: Seraph 2013
Nein.lapismont hat geschrieben:ich bin auch Star Trek Fan.
Kann es sein, dass wir hier über Scheuklappen reden?
Ihr redet nur über unterschiedliche Sachen.
Du redest vom SF-Fan, der auch und gerne Potter und / oder Star Trek etc. liest.
Olaf redet vom gemeinem Star Trek- bzw. Potter-Fan, der seine Phantastik genau und nur über diese eine Serie definiert. Und alles, was über dieses Niveau hinausgeht oder (igittibähpfui !) etwa auch noch ANDERS ist, ablehnt.
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Re: Seraph 2013
Mann, Mann ... noch mal von vorn:
Florian hat geschrieben:
Wohlgemerkt: Nicht hier im Forum, sondern im echten Leben, denn das ist das, was im Buchhandel interessiert.
Daher meine Folgerung: Bücher werden in Deutschland so gestaltet und beworben, wie man sie verkaufen möchte. Logische Konsequenz: Dath bekommt ein Cover, das eher den Leser von "ernster" Literatur anspricht (denn Lapismont kauft das Buch eh, egal, was es für ein Cover hat), die Romantasy-Anhängerinnen bekommen ihre drei Regale, die SF-Nerds eine kleine Spielecke neben den Modellbahnbüchern.
Keine Scheuklappen, lediglich blanker, ungeschönter Kapitalismus.
Florian hat geschrieben:
Diese - für uns als Phantastik-Experten - seltsame Aufteilung hat ihren Grund ganz klar in Mechanismen, wie Marketing funktioniert. Es ist dabei völlig egal, ob Ralf, ich oder sonst wer aus diesem Forum Fantasy, Harry Potter und Alistair Reynolds lesen (denn das tun wir fast alle). Wichtig ist, dass geschätzt 90% der Buchhandelslaufkundschaft das nicht tun, und auch niemals tun werden. Frag irgendwen in der Fußgängerzone, ob er Harry Potter gelesen hat, frag ihn, ob er schon mal von Dietmar Dath gehört hat. Es ist total unwahrscheinlich, dass beides zutrifft.Dazu möchte ich jedoch eines anmerken: Genau das passiert aber nicht. Im Hugendubel wird nicht unterschieden zwischen »Jugendbuch-Fantasy« und »Erwachsenen-Fantasy«.
Und »Science Fiction & Fantasy«-Ecken gibt es meist eh nicht mehr. Sondern drei, vier Varianten von Fantasy-Literatur (Vampire, usw.) und daneben - wenn man Glück hat - noch SF.
Wohlgemerkt: Nicht hier im Forum, sondern im echten Leben, denn das ist das, was im Buchhandel interessiert.
Daher meine Folgerung: Bücher werden in Deutschland so gestaltet und beworben, wie man sie verkaufen möchte. Logische Konsequenz: Dath bekommt ein Cover, das eher den Leser von "ernster" Literatur anspricht (denn Lapismont kauft das Buch eh, egal, was es für ein Cover hat), die Romantasy-Anhängerinnen bekommen ihre drei Regale, die SF-Nerds eine kleine Spielecke neben den Modellbahnbüchern.
Keine Scheuklappen, lediglich blanker, ungeschönter Kapitalismus.