Primitive Forschungsorganisationen wie die NASA benutzen vorprogrammierte und/oder fernsteuerbare Geräte, aber Abrams steckt einen Vulkan-ier in einen Vulkan, weil (Moment, das Wortspiel funktioniert auf Englisch ja gar nicht...

) keine Ahnung. Wobei es schon ok wäre, sowas per Hand zu versuchen - weil das Funkgerät natürlich streikt - um einen Planeten zu retten, ohne das dessen Bewohner davon was mitkriegen, weil: oberste Direktive oder so, aber auch Steinzeitmenschen wollen leben. Der Konflikt mit der o.D. ist hier aber etwas erzwungen; wird von SF-Personal in der neuen Zeitlinie wirklich erwartet, dass sie sich selbst bei Lebensgefahr nicht von Steinzeitmenschen sehen lassen (wir reden nicht von Feuerwaffen im "Sonderangebot" oder Siedlungsrechte für ein paar Perlen)? "Captain, das Schiff muss aufgegeben werden, da vorne ist ein Klasse M-Planet, den wir mit unseren Rettungskapseln..." - "Nix da, die Eingeborenen dürfen uns nicht sehen; wir landen auf dem Mond ohne Athmosphäre, und wenn man uns nicht rettet, bevor wir ersticken, sterben wir mit humanistischer Würde..." Ähmm, dark'n'gritty, okeee, aber sowohl Spock als auch Kirk sollten das vllt. etwas entspannter sehen.
Allerdings, Kirk kriegt den Ärger ja, weil er das Logbuch gefälscht hat. Möglicherweise sieht SF das generell auch tatsächlich entspannter.
Aber dann!
Stellt Euch vor, eine Großmacht, sagen wir die USA, wird Ziel eines Terroranschlages, dann trifft sich vllt. die Navy zu einem Meeting (vorallem, wenn die Terroristen mit Schiffen fliehen könnten), aber bestimmt nicht nur mit sich selber, sondern mit div. Geheimdiensten, Polizei und vor allem auch Politikern oder Staatssekretären. Entweder, in der Föderation sind alle diese Leute Abteilungen der Sternenflotte, oder es gibt sie gar nicht mehr. Letzteres wäre vllt. auch für Roddenberry zu utopisch, ersteres ist eigentlich eine Militärdiktatur. Aber richtige Militätdiktaturen treffen sich auch in militärischen Sperrgebieten, auf die man nicht einfach einen weiteren Anschlag verüben kann. (Womit ich die USA jetzt nicht als Militärdiktatur schmähen will, aber in der Hinsicht sind sie trotzdem recht kompetent...)
Dann finden die USA die neue Adresse des gefürchteten Terroristen bin Benedict. Die dieser dämlicherweise irgendwo hat rumliegen lassen. Sie liegt in einem Land, in das man nicht so einfach einmarschieren kann, weil es über ein starkes Militär und Atomraketen verfügt. Ach, und außerdem ist das unethisch.
Wir wissen alle, wie es RL-Terroristen in einer ähnlichen Konstellation erginge, aber im Film?
Niemand kommt auf die Idee, dass bin Benedict mit den Klingonen zusammenarbeitet (im Film jedenfalls, aber DAS war genau mein erster Gedanke). Niemand kommt auf die Idee, die Klingonen zu fragen, ob sie ihn ausliefern (später schon irgendwie). Niemand kommt auf die Idee, dass er inzwischen woanders ist (weil High-End-Mega-Transporter einen ja nicht überallhin beamen könnten, ist klar) oder einfach eine falsche Fährte legte.
Jetzt kommt der Admiral auf die glorreiche Idee, ihm einen experimentellen Torpedo aufs Haupt zu werfen, was erstmal sinnvoll klingt, weil man damit nicht so weit ins Klingonenimperium muss, aber sinnlos ist, weil man niemals wissen kann, ob man bin Benedict auch erledigt hat, aber trotzdem den Sinn hat, einen Krieg zu provozieren (vor dem "man", also der Admiral, zwar vorher warnte, aber er sieht die SF vllt. etwas besser aufgestellt, als er Kirk gegenüber tut), und was Kirk von Spock, Scotty und Pille hinterher wieder ausgeredet wird, danke dafür.
Also machen die ungefähr das, was auch im RL passierte: RL-Counterstrike. Nur tarnen sie sich als Waffenhändler, um die Klingonen nicht zu verärgern, aber drohen bin Benedict gleichzeitig mit Torpedos UND mit einem Trupp, der ihn verhaften soll. DA habe ich wirklich etwas Zahnschmerzen bekommen. W?T?F? Was hielt bin Benedict davon ab, sich spätestens jetzt aus dem Staub zu machen? Oder die Klingonen zu aktivieren, wenn die mit ihm zusammenarbeiten? Oder es einfach drauf ankommen lassen, ob die Enterprise
wirklich ein Gebiet beschießt, wo sich gerade ihre Kameraden aufhalten?
Achja, und Waffenhändlerin Uhura kann auch nicht lügen, und erzählt, warum sie bin Benedict suchen. Wenn sie das gemacht hätten, bevor sie ohne Landeerlaubnis nach Qonos geflogen wären, wäre der Empfang (und die Beziehungen zur Föderation hinterher) vllt. etwas besser gewesen.
Wenn sie erzählt hätte, dass bin Benedict ihnen noch Geld schuldet, wäre das eine Erklärung für ihr Verhalten gewesen, UND vor allem hätten die Klingonen nicht direkt an die Sternenflotte gedacht.
Stellt sich heraus, bin Benedict arbeitet doch nicht mit den Klingonen zusammen; und er interessiert sich für die Torpedos, weshalb er sich ergibt, weshalb die Drohung jetz doch wieder einen Sinn ergibt..
Wobei ich da spekulierte, bin Benedict und der Admiral arbeiteten zusammen, um einen Krieg anzuzetteln, und die Torpedofrage wäre ein Alibi.
Aber nein, Sherlock Cumberbatch hat messerscharf geschlossen, dass die 72 Torpedos genau _seine_ Topedos sind. Was mich im Nachhinein zu der Frage führt, ob der Admiral vorher wusste, dass die anderen Übermenschen da drin waren. Wenn ja, warum hat er sie nicht rausgeholt? Wenn nein, warum hat er genau 72 Torpedos mitgeschickt, und nicht 70 oder 100 oder 3? Und was hätte Sherlock Supersoldat gemacht, wenn Kirk gesagt hätte: "Natürlich nur
ein Torpedo!"? "Ok, ich bin Euch kämpferisch und waffentechnisch überlegen und habe Euch als Geisel - ich ergebe mich trotzdem!"???
Da er die Enterprise im Klingonenraum hat stranden lassen wollen, wäre es natürlich logisch, sie mit etwas mehr Wumms auszustatten, damit sie noch viele verärgerte Warbirds mitnimmt, wenn das Gefecht erst ausbricht. Und der ganze Plan basiert darauf, dass Kirk nicht den angeordneten Angriff abbläst und sich den Klingonen ergibt, falls sein Warpkern zufällig ein Leck haben sollte oder so. Weshalb Kirks Berufung zumindest völlig logisch ist, ein anderer hätte das nämlich vermutlich gemacht. Oder, falls ihr RL-Vorgänge mit Hubschraubern im Sinn habt, dann hat man mehr als einen Hubschrauber, damit die anderen die Mannschaft evakuieren kann, falls einer wegen Motorschaden liegen bleibt, und aus Geheimhaltungsgründen gesprengt werden muss.
Ansonsten: Luftschleusen sollten zwei Luken haben.
Gegen Ende hatte Dschingis Holmes übrigens nicht nur drei Geiseln, sondern viel viel mehr, da seine Waffen noch funktionierten UND er um die Erde kreiste (ist ihm dann wohl auch selber eingefallen).
Vulkanier können übrigens lügen, aber selbst dann, wenn sie es nicht tun, sind ihre Aussagen rein wörtlich zu nehmen. Offenbar bin ich schlauer als ein genetisch verbesserter Supersoldat. Oder jedenfalls als die, die die ganzen anderen Dämlichkeiten verursacht hatten.
Und er hätte wirklich schnell herausbekommen, ob er das bekommen hat, was er wollte, und dann seine Geiseln wegschicken.
Und nur, weil man keine Regeln brechen kann, heißt das nicht, dass man keine Arme brechen kann. Es gibt Regeln, die einem das erlauben, also ist das nur eine Frage der Kraft...
Achja, und wenn das jetzt den Krieg gegen den Terror darstellen sollte, lieber Mr. Abrams, dann bitte richtig.
Gehighjackte Fluggeräte mit einem Antrieb, der unter Umständen explosiv ist, und auf eine Stadt voller Hochhäuser stürzen lassen, ok, aber dann soll das Ding bitte explodieren und einen ensprechenden Krater im ehemaligen Bereich der früheren Bucht von San Franzisko verursachen. Dschingis Holmes hätte sich sogar noch in Sicherheit beamen können. Oder auch nicht, und Pille hätte einfach einen anderen der 72 Supersoldaten anzapfen können. Ist zwar Körperverletzung, aber trotzdem...