Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

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Knochenmann
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 3. August 2019 09:06

Ender hat geschrieben:
2. August 2019 23:35
Das ist tatsächlich ein immer häufiger zu beobachtender Trend: dieses "Es gibt keinen Klimawandel" lässt sich so langsam auch von den hartnäckigsten Leugnern nicht mehr aufrecht erhalten, daher gehen sie nach und nach über zu "Aber das ist alles ganz natürlich und überhaupt nicht menschengemacht".
Das ist eher politisches Kalkül. Die Grünen sind die Partei, die von den Jugendlichen gewählt wird (die Rechten sind stabil in allesn Altersschichten, die Konservativen werden nur noch von Senioren gewählt). Die Jugend ist grün, und Fridays for Future bringt 10 mal maher Leute auf die Straße als PEGIDA. Führt dazu, das die anderen Parteien diesen Schwung mitnehmen wollen... und wenn man sich rechte bedenkt, dann gibt es zumindest bei den Rechten keine inhaltlichen Unvereinbarkeiten mit dem Klimaschutz. Spätestens in 5 Jahren wird die AfD auch als grüne Partei auftreten.

Zudem:

Wirklich niemand glaubt das der Klimawandel nicht mehr statfindet, was dagegen vorherscht ist die "Hedging Mentatität", heißt: Es wird angenommen das der Klimawandel das eigene Leben oder das Land in den man lebt nciht so start treffen wird, und das die Ausgaben der Bekämpfung des Klimawandels die Ausgaben zur Kompensirung der Effekte üebrsteigen.
"Jetzt können wir da eh nichts mehr machen".
In der Phase bin ich schon.

Ich warte schon ewig auf eine Hiobsbotschaft die eine verändergung in Denken der Menschen bewirkt. Es kommt nur keine, und ich weiß nicht einmal mehr wie eine solche Botschaft aussehen sollte.
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HMP
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von HMP » 3. August 2019 11:22

Ender hat geschrieben:
2. August 2019 23:35
Das ist tatsächlich ein immer häufiger zu beobachtender Trend: dieses "Es gibt keinen Klimawandel" lässt sich so langsam auch von den hartnäckigsten Leugnern nicht mehr aufrecht erhalten, daher gehen sie nach und nach über zu "Aber das ist alles ganz natürlich und überhaupt nicht menschengemacht".
Der nächste Schritt ist dann "Eigentlich hat das ja auch viele positive Effekte" bis hin zur letzten Stufe "Jetzt können wir da eh nichts mehr machen".

Das perfideste ist, dass genau dieselben Leute dann am lautesten schreien, wenn zig Millionen auf der Flucht vor den Folgen nach (vor allem) Europa kommen werden.
Siehe die ... äh Diskussion auf Scifinet. Da meinte doch tatsächlich jemand:
Bei Kohle ist es so, wenn man wie ich in C02 keine Gefahr sieht, dann kommt man zum Schluß dies für die beste Verstromungsart zu halten. Die geschätzten Vorräte reichen noch lange und auch die Umweltzerstörungen halten sich in Grenzen. Kohleabbaugebiete werden nach beendigung der Förderung renaturiert. Menschen die einer Abbaustätte weichen mussten werden entschädigt. Die Fläche und somit die vom Kohleabbau und dem Betrieb von Anlagen betroffenen Menschen sind ungleich geringer als bei der Windenergie.
Ja, zerstören wir die Natur, wir können sie ja renaturieren. Ja, vertreiben wir Menschen, wir können sie ja entschädigen. Wirklich eine sehr eindrucksvolle und ethisch und moralisch einwandfreie Haltung ... die ich dummerweise nicht teile. Überflüssig zu erwähnen, dass der Herr bei seinen "Beweislinks" immer auf Seiten wie EIKE & Co. verweist.

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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Helge » 3. August 2019 16:04

Teddy hat geschrieben:
2. August 2019 21:44
Kleines Lob von mir: Hat Helge früher auf Seiten verlinkt, die den Klimawandel schlicht geleugnet haben, verlinkt er jetzt auf Seiten, die eine natürliche Erklärung des Klimawandels heranziehen. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. :wink:
Da hast Du etwas falsch verstanden; ich hatte noch nie die merkwürdige Ansicht, dass Klima etwas Gleichbleibendes sein müsste - und genau darauf gründet sich ja die Lehre vom menschengemachten Klimawandel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so etwas hier je verlinkt haben sollte.
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Teddy » 3. August 2019 21:56

In meinen Post benutzte ich den Begriff Klimawandel, wie er umgangssprachlich benutzt wird, also als die aktuelle, nie zuvor dagewesenen Änderungsrate der Temperatur. Du hast mehrfach Links gepostet, die dies bestritten haben, sondern im Gegenteil behauptet haben, dass die aktuelle Klimaänderung im Rahmen der natürlichen Klimaschwankungen erklärt werden kann.
Das zuletzt zitierte Paper bestätigt aber einen zuvor nie dagewesen Temperaturanstieg von 1°C pro 100 Jahre im Widerspruch zu den vorherigen Zitaten.
Es ist ein Fortschritt, wenn man diese nie zuvor dagewesenen Änderungsrate der Temperatur akzeptiert.

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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 3. August 2019 22:18

Helge hat geschrieben:
2. August 2019 18:28
Nature ist ein rechtsextremes Online-Magazin?
Nö.

Aber da hast du's ja nicht her. Du hast den Link von einer der vielen rechten Seiten, auf denen er kursiert.

Und du hast ihn nicht mal kapiert, du hast ihn nur kopiert, sonst hättest du die Redundanz innerhalb dieser Debatte bemerkt.

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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 4. August 2019 02:26

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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 30. August 2019 13:00

Ein sehr gutres, sehr wütendes, aber auch sehr wissenschaftliches Interview zum Regenwald-Komplex:

https://www.tagesspiegel.de/politik/ama ... 55946.html
Wir brauchen außergewöhnlichen Maßnahmen. Greta Thunberg sagt die Wahrheit. Wir müssen sofort alles, was wir haben, in die Waagschale werfen. Aber nicht, so wie es die Chinesen getan haben, einfach nur Bäume pflanzen, ohne Sinn und Verstand. Die haben in den letzten 25 Jahren 800.000 Quadratkilometer Land mit Bäumen bepflanzt von denen nur 15 Prozent überlebt haben. So ist das sinnlos.

Oder wie es die Senegalesen gemacht haben: Die haben mit Geldern der UN Millionen Bäume gepflanzt, die dann wieder abgeholzt wurden, um daraus Feuerholz zu machen.

Wir müssen also genau wissen, wo wir diese Bäume pflanzen, wie wir sie pflanzen und begreifen welchen Effekt Bäume aufs Klima haben. Wir müssen die biotischen Pumpen wieder funktionsfähig machen. Ja, wir könnten uns so sogar Wüsten wieder zurückerobern. Dazu müssen wir die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Möglichkeiten, die wir haben, auch endlich mal in reale Aktionen umsetzen.

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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 30. August 2019 14:23

Bezug auf das Zitat:

Sinnlos, weil "nur" 15% überlebt haben? Das ist eine gewaltig gute Bilanz! So ist das bei jedem Wald, der sich regeneriert. Von den Millionen Samen, die jedes Jahr ausgestoßen werden, schaffen es vielleicht hundert, zu wachsen, und davon nur noch 50, groß zu werden. Und da sollen 15% sinnlos sein?! Vor allem bei dem kontaminierten und verseuchten Boden und Luft? o.O
Also keine Bäume zu pflanzen ist besser? Wiederaufforstung ist Mist? Anders als so großmaßstäblich funktioniert das ja gar nicht.

Was da in Senegal gelaufen ist, ist natürlich kacke, aber das liegt an der mangelnden Entwicklungshilfe. Geld reinschieben reicht halt nicht. Mit Sonnenkollektoren und Aufklärungsarbeit vor Ort hätte das easy verhindert werden können. Das ist völlig richtig, dass hier eine Menge getan werden muss. Und wie klein ist Senegal im Vergleich zu China und Indien und Russland.

Das ist nun einmal nicht überall der Fall.

Bäumepflanzen ist besser als keine Bäume pflanzen.
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 30. August 2019 15:10

Das Bäume verheizt werden ist zudem die logische Folge von "Bäume pflanzen". Die ganzen Aufforstungen werden nicht dazu führen das die Bäume in 50 Jahren immer noch dort stehen.
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 30. August 2019 19:50

Ein paar vielleicht schon - und wenn wir andere Energieformen finden und vielleicht wieder die Atomenergie zulassen, auch länger ;-)
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 30. August 2019 20:16

So wie ich es im Biologiestudium gelernt habe, kann man Regenwald nicht mehr so einfach aufforsten, weil er ein geschlossenes Ökosystem ist, das auf zu kargem, nährstoffarmen Boden wächst. Regenwald unterhält sich selbst, er ist quasi ein "Perpetuum mobile". Schnelles Aufforsten lässt sich nur mit angepassten, schnell wachsenden anderen Baumarten erreichen. Man kann nicht 100000 Jahre warten, bis der Regenwald vielleicht wieder regeneriert ist. Jede Brandrodung ist endgültig.
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 31. August 2019 08:51

Auf Regenwald trifft das zu. Der ist auf Jahrzehntausende hinüber. Bei Wiederaufforstung entsteht halt ein anderes Wald- und Ökosystem.
Das ist aber bei uns auch nicht anders. Originale Heidelandschaft gibt es nicht mehr, und alles, was trockengelegt ist, kann nie wieder werden wie es war. Weg ist weg!
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 31. August 2019 15:11

Versuche, ein Moor neu anzulegen, gibt es ja. Dauert Generationen. Und die Heide ist ja ein künstliches Ökosystem: wenn nicht mehr geweidet wird, verstraucht sie wieder.
Da längst mehr Bäume gefällt werden als angepflanzt (die Geschichten um zu viele Weihnachtsbäume und Holzlieferanten mögen ja stimmen, aber es sind Monokukturen) ist jeder neue Baum eine Bereicherung. In Städten und hervorgerufen durch die letzten Stürme habe ich nur einen Trend gesehen: es gibt immer weniger Bäume. Und das seit 30, 40 Jahren.

In meiner nächsten Wohnumgebung sind in den letzten 15 Jahren ungefähr 30 über 50-jährige Bäume verschwunden. Es wird oft auch nicht nachgepflanzt, und wenn, dann dauert es wieder 50 Jahre, bis was zu sehen ist. Meist kommt aber anderes Grün dorthin. Rechnet man das auf die ganze Welt hoch, kann man eigentlich nie genug aussähen - es wird nicht reichen.

Übrigens gilt auch hier der Schmetterlingseffekt: wenn mehr Bäume fehlen, wird der Wind stärker. Je größere Kahlschläge, desto mehr weitere Verluste gibt es. Ein Teufelskreis, auch in Deutschland. Das ist ähnlich wie das schneller schmelzende Gletschereis.

Wenn Alexandra das noch erlebt hätte...
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 31. August 2019 16:40

Ich hab's ja schon öfter gesagt, dass die Bayern Bäume hassen. Außer Fichtenmonoplantagen, die schnell wachsen und schnell Geld bringen.
Am schlimmsten war es für mich vor ein paar Jahren, als ich von hier nach da fuhr, 20 km, und auf diesen 20 km die Straße entlang völliger Kahlschlag betrieben wurde. Bei 35 Eichen hab ich das zählen aufgehört, keine von denen jünger als 60 Jahre, denn die Stämme waren ordentlich und Eichen wachsen nicht schnell. Mir war nach Heulen zumute. Übrigens geschah es durch die Gemeinde, die mal schnell Geld brauchte, Punkt 31.3., denn ab 1. April darf ja wegen der Brutsaison nicht mehr gefällt werden. Und nein, es ging nicht um den Schutz der Straße, weil die Eichen sie ausgehebelt hätten (die haben sehr aktives Wurzelwerk, das stimmt), und ja, es wurde kein einziger Ersatzbaum gepflanzt, und zwar nirgends.
Mittlerweile hat sich der Baumbestand in meiner Gemeinde um mindestens 60% reduziert ohne Aufforstung. Abgesehen von den nachgepflanzten Fichten natürlich in der Monokultur.
Alte Bäume finden sich nur noch im Naturschutzgebiet Bayerischer Wald.
Sagte ich schon, dass die Bayern/Bauern Bäume hassen?
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Re: Globale Erwärmung und Klimawandel – eine Faktensammlung

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 31. August 2019 16:59

Nicht nur die Bayern...

Mein lieber Paps, der selbst sehr SF-affin war, hat mal die These aufgestellt: "wenn Menschen früher Steppenbewohner waren, dann mögen sie keine Bäume, weil sie die Sicht versperren. Wo Menschen wohnen, wird erst einmal alles abgeholzt. Das ist quasi ein Naturgesetz. Als Alibi wird vielleicht was Neues angepflanzt, aber das hält keine weiteren 100 Jahre durch."

Möglicherweise stammt daher die Angst vor dem "dunklen Wald", die genauso paranoid ist wie die Angst vor Spinnen.
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