Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Science Fiction in Buchform
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Knochenmann
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Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

So, mal was anderes:

Bild

...ein Bestseller aus Korea (Süd).

Prämisse: das Buch soll behaglisch sein und Behaglickeit ausstrahlen.

Zur Story: Es gibt ein, sagen wir, Traumland, in dem die Leute landen wärend sie schlafen. Dort erwerben sie dann Träume die sie dann träumen und können sich dann nicht mehr an das ganze erinnern.

Das Buch ist in der Gegenwartsform geschrieben, hintergrund hier: gibt wohl drei Zeigötter die die Vergangenheit, die Zukunft und die Gegenwart beherschen, und der Traum ist die Domäne des Gegenwartsgottes (nicht zu viel reininterpretieren hier).

Hauptprotagonistin ist Penny, die Frau ohne Eigenschaften (ist sie ein Mensch? Ein Traum? wo kommt sie her? wissen wir nicht). Die will im kaufhaus Dallergut arbeiten, das die erste Adresse am Platz ist wenn es um Träume geht. Kaufhaus hat vier Stockwerke für unterschiedliche Sachen und Penna arbietet an der Rezeption.

Von wohlfühlfaktor her: Da ist noch Luft nach oben. Ich hab nicht nicht so abgeholt gefühlt, was möglicherweise an der Übersetzung lag. Vielleicht auch nicht.
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Mammut
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Mammut »

Also keine Leseempfehlung?
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Hab in die Leseprobe auf A geschaut, also ich leg es mir zu.
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Hättest du nicht Probleme mit der Teetrinkerei bei Becky Chbers?

Dann würde ich das nochmal überdenken.
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Knochenmann hat geschrieben: 26. August 2022 13:52 Hättest du nicht Probleme mit der Teetrinkerei bei Becky Chbers?
Dann würde ich das nochmal überdenken.
Das war SF und eigentlich hätte da noch sowas wie Handlung sein sollen. Das hier ist was anderes, von vornherein schon mit dem Setting. Ich will's einfach ausprobieren, obwohl die meisten Meinungen in deine Richtung tendieren. Und das Büchlein ist ja nicht lang, anders der Oschi, den ich grad in Fängen hab (Die zehntausend Türen)
Und natürlich muss man auch mal wieder Golkonda unterstützen (ich dachte, den gibt's gar nicht mehr. Der gehört doch jetzt jemand, oder?)
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Mammut hat geschrieben: 26. August 2022 10:52 Also keine Leseempfehlung?
Der Groldstandard was Gemütlichkeit angeht ist für mich der erste Harry Potter Band, da wird die Latte hochgelegt. Dann gibts noch Die träumenden Bücher von Moers, ein Buch dem man viel vorwerfen kann, aber es gibt keinen Mangel an gemütlichen Buchgeschäften, heißer Schokolade und Snacks. Und dann haben wir noch Becky Chambers, die das gepfletgte Chillen mit Aliens in dem letzen Wayfarer band etabliert hat.

...und da kommt Das Kaufhaut nicht dazu, es mangelt an Tiefe und Phantasie, was man viellecht am ehestens an den Namen der Träume festmachen kann die da verkauft werden: "Traum vom Fliegen", "Leben als Wal im Meer" oder "Begenung mit alter Jugeldliebe"... wo ist da mein Traum "Elon Must ersetzt alle ersten Folgen von jeder Serie meines Netflix Accounts durch die erste Folge von Battle Star Galaktia"
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich leg jetzt das andere Buch mal beiseite und schau ab heute Abend rein, jetzt will ich es wissen.
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Fertig!
Nun ja, über 1 Mio verkaufte Exemplare in Südkorea, da interessiert es mich einfach, wie ein Bestseller dort gestrickt sein muss. Ich hatte bisher noch keine koreanische Literatur in den Fängen.

Ja nun. Es gibt ein paar schöne Ideen, wie die des "letzten Traums" Verstorbener, was aber leider erst ganz zum Schluss kommt.
Davor, tja, reiht sich Episode an Episode und du hast keine Ahnung, wohin die Reise führen soll, bis du herausfindest: Nirgends! Es ist überhaupt keine Reise. Sondern eben Geschichten aus dem Kaufhaus, in dem Penny gerade ihre neue Arbeitsstelle antritt.
Das größte Problem an dem Buch ist die Protagonistin, die einfach nur strunzdumm und naiv ist und ständig dazwischenquatscht, wenn sich Erwachsene unterhalten, und Fragen stellt während des Verkaufsgesprächs. Sie entwickelt sich kein bisschen weiter, sie hat keinerlei Eigeninitiative, lässt sich einfach nur dahintreiben.

Sämtliche Figuren sind so beliebig, dass ich ihre Namen durcheinanderbringe, abgesehen von "Speedo", dessen Name Programm ist und von dem ich keine Ahnung habe, weswegen er ab der Mitte auf einmal immer mehr Raum einnimmt und den Epilog 2 und damit Abschluss des Romans erhält.

Penny bleibt wie immer außen vor und hat nichts gebracht, nichts bewältigt, nichts hingekriegt. Penny ist einfach leser/in, x-beliebig, selbst als "durch ihre Augen blicken" überflüssig.

Ich möchte schwören, dass The Sandman Pate gestanden hat für die Grundidee - nur leider wurde halt nichts weiter draus gemacht.

Das einzig wirklich gute Kapitel ist der in der Vergangenheit erzählte Epilog 1 (warum der erzählt wird, weiß ich auch nicht, kann nur vermuten, hat nicht in die eigentliche Geschichte gepasst, sollte aber rein, also in den Epilog geklatscht, genau wie Epilog 2 auch, dessen Clou Penny nicht mal zugestanden wird, sondern halt einem Kerl). Was hätte man aus DER Geschichte (also Epilog 1) machen können! Da war alles drin, was muss! Die Geschichte als Prolog und darauf aufgebaut - yeah.

Für meine europäischen Bedürfnisse ist das Buch weder witzig noch berührend. Es hätte Potential gehabt. Aber: Ich kenne die Denkweise der Südkoreaner nicht, insofern war das eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht bereue. Insofern mein Dank an Knochenmann, hab was dazu gelernt.
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Teddy »

Uschi Zietsch hat geschrieben: 17. September 2022 18:48 Fertig!
Nun ja, über 1 Mio verkaufte Exemplare in Südkorea, da interessiert es mich einfach, wie ein Bestseller dort gestrickt sein muss. Ich hatte bisher noch keine koreanische Literatur in den Fängen.
Ich habe Die Vegetarierin von Han Kang gelesen. War soviel ich weiß weltweit ein Bestseller. Falls du also nach was koreanisches lesen willst, diesen Roman kann ich sehr empfehlen.
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Da schreckt mich der Titel ab ... :-D
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Teddy »

Der Roman hat nichts Belehrendes zum Thema Vegetarismus. Es geht um eine Frau, die sich immer mehr in der Wahnvorstellung verliert, eine Pflanze zu sein.
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich habe die Leseprobe gelesen und ein paar ausführliche Meinungen dazu - nee, sowas Negatives ist nichts für mich. Aber danke für die Info, weiß ich auch wieder ein bisschen mehr über Literatur :-D
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Uschi Zietsch hat geschrieben: 17. September 2022 18:48
Ja nun. Es gibt ein paar schöne Ideen, wie die des "letzten Traums" Verstorbener, was aber leider erst ganz zum Schluss kommt.
Davor, tja, reiht sich Episode an Episode und du hast keine Ahnung, wohin die Reise führen soll, bis du herausfindest: Nirgends! Es ist überhaupt keine Reise. Sondern eben Geschichten aus dem Kaufhaus, in dem Penny gerade ihre neue Arbeitsstelle antritt.
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Ferig, ich teile die Gefühle.

Das Ende des buches, die "letzen Träume" - hervorragend. Hätte man auch gerne das Buch damit vollmachen können.

Das das Buch nirgends hinführt war mir schon klar als ich das gekauft habe. Es ist wenigtnes konsequent damit, am Anfang gibts ja diese drei-Götter-der-Zeit Geschichte, und der Traum ist in der Gegenwart und das Buch ist im Präsents geschrieben, von daher: das Buch ist ein Traum, ohne Grundlagen und ohne Ambitionen in die Zukunft.

Penny sehe ich in dem Zusammenhang nicht als problematisch an, die ist in ihrer Eigenschaftslosigkeit die perfekte Protagonisten für das Buch.

Was ich dem Buch hingegen ankriede: das Fehlen von Gemütlichkeit. Das wird irgendwie impliziert, aber ds Buch ist mehr oder minder frei davon. Oder nicht frei, sagen wir: es herscht ein fühlbarer Mangel. Wo Holzfussböden, wo Kaminfeuer? Wo gedampäfte Beleuchtung, kuschelige Sofas, schmackhaftes Essen?

Nusskeckse, also bitte.
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Re: Das Kaufhaus der Träume - Lee Mi-ye

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Bei Santa war's einigermaßen gemütlich ;-)

Na ja, man kann es so sehen, dass das Buch so geworden ist, weil die Protagonistin eigenschaftslos ist, und nicht umgekehrt. Wenn die Autorin das so geplant hätte, dann frag ich mich, wieso da Taschentücher gebraucht wurden seitens der Leserschaft. Aber wie gesagt: das ist eine andere Mentalität, und ich finde, das merkt man hier stark. Ich habe Schwierigkeiten damit.
Aber deshalb wird Penny im Klappentext auch als "sympathisch" beworben, nur leider ist sie nicht mal das ... du sagst es treffend: eigenschaftslos.
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