Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Science Fiction in Buchform
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lapismont
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von lapismont »

Das könnte passen. Am Set improvisieren die Schauspielenden oder formen den Text nach ihrer Figureninterpretation. Das Drehbuch bekommt das natürlich nicht mit.
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L.N. Muhr
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Billy Wilder hat immer sehr darauf bestanden, dass die Schauspieler in seinen Filmen die Drehbücher 1:1 sprechen (die er ja meistens mitverfasst hat). Das führte in "Fedora" zu einer mehrstündigen Diskussion mit Mario Adorf, weil der in einer Szene ein "Hallo" nicht sagen wollte. (Adorf gewann.) Es ging um die Frage, ob ein Mensch in einer Situation wie der gegebenen "Hallo" sagen würde oder nicht - eine Grundsatzdebatte, keine Eitelkeitsdebatte.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von lapismont »

Bestimmt kam das schon mal vor, aber grad seh ich ein YT-Video zu einem alten Miniaturen-Set und einer der Designer sprach im Interview auch von Moorcock (dessen Elric dem Team Ideen brachte), aber die deutschen Untertitel brachten mich hier dann doch zum Auflachen.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ja, die automatischen Untertitel auf YT sind eine Katastrophe.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

L.N. Muhr hat geschrieben: 9. September 2024 17:00 Tagebaugrossraumgerät wäre hier selbstverständlich korrekt. (Fun fact: ein Freund nannte mich mal so, wegen Frauen.)
Aus der Tanzschule kenne ich noch das Tanzsportgerät. In der Funktion fand ich mich oft wieder.

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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

Einerseits tut es mir in der Seele weh, weil es solch ein verdienstvolles und insgesamt gelungenes Projekt trifft.
Andererseits:

In der Anthologie "Ihr Körper. Das Schiff", herausgegeben von Yvonne Tunnat und Christine Witt, übersetzt von Sharyn Wegmann, findet sich auf Seite 284 der "holländische Ofen".

Ein "dutch oven" ist ein gußeiserner Schmortopf.

Das war aber der einzige Schnitzer, der mir auf fast 300 Seiten aufgefallen ist. Insgesamt fand ich Buch und Übersetzung sehr gelungen.

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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Bei solchen Übersetzungen treibt mich seit Jahren die Frage um, wie ein Muttersprachler das interpretiert oder wie das in seinem Hirn verarbeitet wird. Es IST ja ein holländischer Ofen, wenn man es liest. Vermutlich muss das Englisch-Gehirn dann ein Viertelsekündchen überlegen, ob ein hollandischer Ofen gemeint ist oder doch ein Gussofen. Das heißt, die Übersetzung ist per se nicht falsch. Aus diesem Grunde halte ich es für legitim, Alltagsfachbegriffe aus dem Englischen auch ins Deutsche zu übersetzen, weil es das ist, was ein Muttersprachler liest. Dort sind die Fremdwörter nicht als Fremdwörter eingestreut, sondern Teile des normalen Satzes. Würde man das umsetzen, führte das leider zu Verwirrung. Aber es wäre konsequent. Denn z.B. das Wort T-Shirt würde logischerweise T-Hemd heißen, weil das im Englischen kein Fremdwort ist.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

Badabumm hat geschrieben: 15. Dezember 2025 13:10Das heißt, die Übersetzung ist per se nicht falsch.
Doch.
Übersetzungen macht man nicht für die Muttersprachler der ursprünglichen Sprache, sondern für die Menschen, die die Zielsprache der Übersetzung sprechen. Und im Deutschen redet einfach keiner vom "holländischen Ofen", wenn er einen gußeisernen Schmortopf meint.

Gruß
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Es ging darum, was ein Muttersprachler liest, wenn er das Wort liest. Er hätte zwei Möglichkeiten, das zu interpretieren: wörtlich oder nicht. Es geschieht vermutlich so schnell, dass man es nicht wahrnimmt, aber das Wort "Schmor" kommt im Englischen ja nicht vor. Der Begriff erfuhr also eine Verschiebung in Richtung "Schmortopf", aber trotzdem bleibt "dutch" ja bestehen. Er würde bei einem "dutch car" nicht an ein geschmortes Auto denken. Für mich bleibt interessant, was beim Lesen genau passiert.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider »

Mag für dich vielleicht interessant sein. Für die Beurteilung der Korrektheit einer Übersetzung ist das komplett irrelevant.

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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Shock Wave Rider hat geschrieben: 15. Dezember 2025 13:47 Mag für dich vielleicht interessant sein. Für die Beurteilung der Korrektheit einer Übersetzung ist das komplett irrelevant.
Nicht ganz, denn es zeigt sehr schön, warum man immer IN seine Muttersprache übersetzen sollte. Jemand mit Deutsch als Muttersprache wird normalerweise auffallen, dass "holländischer Ofen" zwar irgendwie korrekt klingt, aber im Deutschen keinerlei Sinn ergibt. :lehrer:
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Ich habe da ein wenig was vermischt. Entschuldigung.

Wenn ein Engländer z.B. liest: „The film cover shows three adventurers wearing large cowboy hats.“, dann würde er auf Deutsch lesen, wenn er Deutscher wäre: „Der Filmdeckel zeigt drei Abenteurer, die große Kuhjungenhüte tragen.“ Nun werden Cover und Cowboy unverändert ins Deutsche übertragen, aber der Engländer liest natürlich seine Muttersprache. Für ihn sind Cowboy und Cover keine Fremdwörter. Der deutsche Text hieße jedoch: „Das Filmcover zeigt drei Abenteurer, die große Cowboyhüte tragen.“
Die Umschaltung in den Begriff „Cowboy“ geschieht sicher blitzschnell, aber tatsächlich bedeutet es ja genau das, was da steht. Bei der Übersetzung ins Deutsche hat man nicht dasselbe Empfinden wie der Muttersprachler, der sich über Cowboy und Cover keine Gedanken macht. In der Übersetzung muss nun entschieden werden, wie man übersetzt und wie nahe es am Original zu sein hat. Da es im Original keine eigenständigen Fremdwörter sind, die herausfallen, sondern Bestandteile der Muttersprache selbst, hat die deutsche Übersetzung eine andere Aussage. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Wenn man bestimmte Begriffe nicht übersetzt, muss man voraussetzen, dass sie im deutschen Sprachgebrauch Eingang gefunden haben - oder man erklärt sie in einem Glossar. Das betrifft hauptsächlich Alltagsbegriffe, die eine bestimmte Bedeutung haben, aber dennoch Alltagswörter bleiben.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Shock Wave Rider hat geschrieben: 15. Dezember 2025 12:11 In der Anthologie "Ihr Körper. Das Schiff", herausgegeben von Yvonne Tunnat und Christine Witt, übersetzt von Sharyn Wegmann, findet sich auf Seite 284 der "holländische Ofen".

Ein "dutch oven" ist ein gußeiserner Schmortopf.
Danke für die Aufklärung, tatsächlich hab ich das nicht verstanden, kann mich dran erinnern. Hatte aber die Recherche dazu nicht gemacht, weil wahrscheinlich kein Handy am Bett.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Teddy »

Der Dutch Oven ist mir auch aufgefallen. In der gleichen Geschichte gibt es noch den Satz "Der Konzentrator verbrauchte weniger Watt als eine Klimaanlage", was Quatsch ist. Entweder er verbraucht weniger Strom oder er hat weniger Leistung.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ja, das kam auch zur Erwähnung im Thread, darüber bin ich auch gestolpert.
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