Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Science Fiction in Buchform
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Badabumm
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Naja, das ist eben das unlösbare Problem: ein Englischsprecher wird das genauso lesen. Somit ergibt eine solche Übersetzung Sinn, wenn man ganz exakt übersetzen will. Es ist im Englischen ja kein Fremdwort, sondern bedeutet das, was es bedeutet.
„Wenn Außerirdische so sind wie wir, möchte ich nicht von uns entdeckt werden.“

Harald Lesch
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von CPL386 »

Badabumm hat geschrieben: Gestern 14:58 Naja, das ist eben das unlösbare Problem: ein Englischsprecher wird das genauso lesen. Somit ergibt eine solche Übersetzung Sinn, wenn man ganz exakt übersetzen will. Es ist im Englischen ja kein Fremdwort, sondern bedeutet das, was es bedeutet.
Dem widerspreche ich.
Es gibt auch im Deutschen Wörter oder Namen, die dann ganz anders verwendet, bzw. Eigennamen werden.
Denk mal an Tempo für Zellstoff/ Einwegtaschentücher, Flex für Winkelschleifer, usw.
Niemand würde beim Lesen auf die Idee kommen, dass Protagonist einen Kollegen auffordert, ihm eine Firme / Konzern zu reichen.
Sowas sollte man schon bei der Übersetzung bedenken!
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Badabumm
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Das sind natürlich wieder die beliebten GEGENbeispiele. Aber wenn ein Englischsprechender das Wort „Challenger“ liest, so wird er dahinter keinen Phantasienamen erkennen, sondern „Herausforderer“, denn genau das soll der Name aussagen. Sie heißt ja nicht umsonst so. Auch die Mondlandefähre heißt ja nicht „Gertrud“, sondern „Adler“, weil dahinter eine Bedeutung stehen soll. Das Prinzip wird also durch Gegenbeispiele nicht widerlegt: bei uns ist es ein Fremdwort, und deshalb soll es bei Übersetzungen stehen bleiben. Aber für Muttersprachler bekommen Wörter einen anderen Sinn als für uns, denn für ihn sind es Wörter mit inhaltlicher Bedeutung.

Ich weiß, dass normalerweise nie daran gedacht und es selten konsequent umgesetzt wird. Aber man sollte sich vergegenwärtigen, das Übersetzungen immer nur ein Kompromiss sein können.
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Harald Lesch
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Jochen
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Jochen »

Mich hat in dem genannten Beispiel vor allem der Unterschied zwischen Klappentext und Inhalt irritiert. Als inhaltlichen Fehler sehe ich das auch nicht.
Frage an die Übersetzer hier: Gibt es so etwas wie eine Regel, wo man die Grenze zieht oder entscheidet das jeder für sich?
Ein Beispiel aus dem Kultur-Zyklus: All die phantasievollen Schiffsnamen sind übersetzt, die Xenophobe nicht.
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Badabumm
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Wenn ich mir Harry Potter oder Game of Thrones anschaue, so liegt das wohl im Verantwortungsbereich der Übersetzer. Vermutlich wird dann wörtlich übersetzt, wenn ersichtlich wird, dass Eigennamen eine inhaltliche Bedeutung für die Story haben. Aber selbst bei unseren Standardnamen könnte man das übertreiben, denn im Grunde hat jeder Name eine ursprüngliche Bedeutung.

Ich spiele ja gerne Myst-Spiele. In den Ursprungsspielen von 1997 und später, die mit deutscher Synchronisation herauskamen, wurden die englischen Namen deutsch ausgesprochen: aus „Catherine“ wurde „Katharina“, der Name „Atrus“, der englisch betont „Ei-trus“ gesprochen wird, wurde zu „A-trus“. In den Neuveröffentlichungen gibt es leider keine deutsche Synchro mehr und die Namen wurden wieder englisch. Das Spiel „Riven“ habe ich damals und heute noch mit langem I gesprochen („Riewen“), aber offenbar wird es mit englischem kurzen I gesprochen („Riwwen“). Es soll auch eine Bedeutung haben, aber die kenne ich nicht. Möglicherweise verstehen Muttersprachler dahinter etwas. Für mich ist das Wort ein Phantasie-Eigenname ohne Hintergrund.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von RSt »

Riven ist irgendwas mit zersplittert/auseinandergerissen. Ob das jetzt zu dem Spiel passt: weiss ich nicht bzw. ich kenne das Spiel nicht.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Ja, das passt. DeepL hatte mir keine Übersetzung geliefert.

In diesbezüglichen Foren wird über diese Bedeutung ganz klar diskutiert und er wurde von Cyan nicht ohne Grund vergeben; man sieht also, dass der Name eben NICHT nur ein Name ist, sondern etwas aussagt. Für deutsche Spieler bedeutet das Wort eher nichts, außer, man kann Englisch. Auch hier überlagern sich zwei Ebenen.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von lapismont »

Aber das hast Du oft. Mir geht es bei Namen mit christlichem Hintergrund so. Wenn da ein Bibelbezug im Namen anklingen soll, geht das bei mir komplett unter. Oder nimm Grünlich aus den Buddenbrooks, Thomas Mann wählte den Namen, um seinen Charakter zu teasern. So erzählte es uns damals der Deutschlehrer. Mit Grün als Lieblingsfarbe und überhaupt nur unsympathischen Figuren in dem Buch, wäre ich da nie drauf gekommen.

Ein ähnliches Beispiel, kommt mir aus der Shannara-Reihe in den Sinn. Da wurde eine Nebenfigur auch nicht eingedeutscht, hieß Mole. Es dauerte, bis mir klar wurde, dass er nicht ohne Grund Maulwurf genannt wurde.
Zuletzt geändert von lapismont am 8. Februar 2026 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

Jochen hat geschrieben: Gestern 18:24 Mich hat in dem genannten Beispiel vor allem der Unterschied zwischen Klappentext und Inhalt irritiert. Als inhaltlichen Fehler sehe ich das auch nicht.
Frage an die Übersetzer hier: Gibt es so etwas wie eine Regel, wo man die Grenze zieht oder entscheidet das jeder für sich?
Ein Beispiel aus dem Kultur-Zyklus: All die phantasievollen Schiffsnamen sind übersetzt, die Xenophobe nicht.
Kommt immer drauf an. Wenn es in unserer Welt spielt würde ich eher dazu tendieren, die Namen nicht zu übersetzen, vor allem, wenn es in einem englischsprachigen Rahmen spielt. Spielt es in einer anderen Welt wie bei Sekundärwelt-Fantasy oder einer fernen Zukunft, wie dem Kultur-Zyklus, und es handelt sich um sprechende Namen, würde ich sie eher übersetzen. Kommt aber auch immer auf den Einzelfall an. In der Regel (und im Idealfall) wird so etwas auch zwischen Übersetzer*in und Verlag/Lektorat abgesprochen.

Was den Klappentext angeht, da haben Übersetzer*innen in der Regel nichts mit zu tun. Der wird meist schon vor Fertigstellung der Übersetzung von der Verlagsredaktion oder im Vertrieb erstellt. Daher kommen auch oft die Abweichungen.
Meine Internetseite (mit Buchbesprechungen): http://lesenswelt.de/
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Bei Marvel hatten wir mal das Raumschiff THE GREAT DIVIDE, und ich durfte es nicht mit DIE GROSSE SCHEIDE übersetzen.

Das fand ich gemein. :D

(Sozusagen: hinterfotzig.)
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer

Ungelesener Beitrag von Flossensauger »

L.N. Muhr hat geschrieben: Gestern 21:03 Bei Marvel hatten wir mal das Raumschiff THE GREAT DIVIDE, und ich durfte es nicht mit DIE GROSSE SCHEIDE übersetzen.

Das fand ich gemein. :D

(Sozusagen: hinterfotzig.)
Hast du da mal ein Bild, oder besser noch: Eine Risszeichnung zu?
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