Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Eine Wasserscheide ist ja auch keine ... nun ja, feuchte Vagina. Oder doch?
http://www.pannor.de
'nuff said.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Aber nur, wenn es links und rechts rausgeht...
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Ich missverstehe da gar nichts. Denn der Name eines Schiffes wird AUFGRUND seiner Bedeutung gewählt. Er hat - jedenfalls, wenn ein Urheber, ein Eigner oder Autor dahinter steht - einen beabsichtigten Sinn. Nehmen wir mal deutsche Namen, z.B. Herr Kannengießer oder Herr Mägdetreu. Und wenn jemand Herr Furz heißen würde, käme man praktisch gar nicht um die Bedeutung herum, ohne zu grinsen. Natürlich ist es ein beliebiger Name. Aber er weckt bei deutschen Lesern eine Assoziation. Und bei anderssprachigen Lesern würde ein Muttersprachen-Wort auch zu Assoziationen einladen. Dieses zweite Level ist automatisch da, ohne dass man es verhindern kann. Es gibt kein Interpretationsvakuum. Und natürlich stimmt es, dass alle Namen eine Bedeutung haben, auch Gertrud. Die meisten haben wir vergessen, aber andere Kulturen betonen diese Hintergründe durchaus und benennen ihre Kinder absichtlich nach bestimmten Eigenschaften und Merkmalen. Und du solltest dir mal vergegenwärtigen, wie Sprache funktioniert, denn Sprache ist immer nur ein Platzhalter und triggert bestimmte Bereiche, ob wir wollen oder nicht. Sonst wäre es ja egal, wie jemand heißt, wenn es nicht wichtig wäre. Ja, in Romanen kann man ausgedachte Namen verwenden, weil sie schön klingen. Die Bösen bekommen viele Konsonanten, die Guten viele weiche Vokale. Doch wenn jemand „Magneto“ oder „Schnitter“ (Cutter) heißt, ist das gewollt. Er hätte ja auch „Wusibalumsa“ heißen können. Oder? Und deshalb widerspreche ich dir, dass man „bloß“ den reinen Namen wahrnimmt. Die Villa Kunterbunt lässt sich nicht als Name alleine verstehen.CPL386 hat geschrieben: 9. Februar 2026 22:51Du missverstehst hier etwas, denke ich.Badabumm hat geschrieben: 8. Februar 2026 18:11 Das sind natürlich wieder die beliebten GEGENbeispiele. Aber wenn ein Englischsprechender das Wort „Challenger“ liest, so wird er dahinter keinen Phantasienamen erkennen, sondern „Herausforderer“, denn genau das soll der Name aussagen. Sie heißt ja nicht umsonst so. Auch die Mondlandefähre heißt ja nicht „Gertrud“, sondern „Adler“, weil dahinter eine Bedeutung stehen soll. Das Prinzip wird also durch Gegenbeispiele nicht widerlegt: bei uns ist es ein Fremdwort, und deshalb soll es bei Übersetzungen stehen bleiben. Aber für Muttersprachler bekommen Wörter einen anderen Sinn als für uns, denn für ihn sind es Wörter mit inhaltlicher Bedeutung.
Ich weiß, dass normalerweise nie daran gedacht und es selten konsequent umgesetzt wird. Aber man sollte sich vergegenwärtigen, das Übersetzungen immer nur ein Kompromiss sein können.
Es geht um Namen, Benennung bzw. Bezeichnung von etwas und nicht einer erweiterten Bedeutung oder Aussage, die ggf. jemand außenstehendes niemals verstehen wird.
Wenn das Raumschiff Gertrud (Bedeutung wohl sowas wie "starker Speer") heißt und Du darüber etwas liest, denkst Du auch nicht an Deine Nachbarin oder Bekannte, die ebenfalls diesen Namen trägt und erst recht nicht an die wörtliche Bedeutung oder dergleichen, sondern allein im Kontext denkst Du an ein Raumschiff namens Gertrud.
Sicherlich könnte man es auch Heinz (Bedeutung: "Herrscher des Hauses") oder Gerhard (Bedeutung ca. "sattelfest"), von mir aus auch Marianne (Bedeutung wohl ca. "bitteres Meer") nennen...
Egal! Das RAUMSCHIFF hat den Namen / Bezeichnung, und an das Schiff wirst Du denken.
Und in diesem Beispiel bist Du ja Muttersprachler!
Dass der Name / Bezeichnung ggf. noch eine weitere Bedeutung, tiefere Bedeutung, usw. dabei bekommt oder hat, ist in erster Linie egal.
Der Name könnte auch ein "Insider" bzw. Witz unter den Technikern sein, den außerhalb des Teams keiner versteht.
Trotzdem egal.
Wenn jemand vom ATV oder der USS Gerlinde (Bedeutung: "die Sanfte mit dem Speer") im Kontext spricht, wirst Du vor Deinem geistigen Auge keine Person oder Speer vor Augen haben, sondern das Schiff!
Es könnte ja genau so XTF-35846 heißen oder X Æ A-12 –.
Exakt dasselbe hast Du ja in Fachbereichen!
Bist Du mit (Astro-) Physikern unterwegs und man spricht von Metallen, weißt Du, dass damit alles gemeint ist außer Wasserstoff und Helium, da es in dem Bereich so üblich ist, obwohl Du außerhalb dieses Bereiches / Kontextes das Wort ganz anders verstehst!
Sprichst Du z. B. mit einem Handwerker, wirst Du unter Metall wohl eher an Stahl oder Kupfer, usw. denken.
Wichtig ist der Kontext und da sollte die Bezeichnung und die gegebene Bedeutung auch einheitlich sein.
--> Das ist auch genau der Bereich wo KI versagt, da es den Kontext nicht versteht, sondern einfach Wörter Austausch und nach Grammatikregeln, usw. korrigiert!
Hier würde das ganze sogar noch einmal eine ganz andere Schiene fahren, da hier der Name "Schatten" und "Shadow" unterschiedliche Bezeichnungen / Benennungen sind, obwohl sie dasselbe bedeuten könnten jedoch nicht müssen, aber im Kontext gar total anders auszulegen ist.
Unterhalte Dich mal über sowas mit Linguisten und anderen Sprachwissenschaftlern.
Sehr interessantes Feld!
Sprache ist normalerweise lebendig (außer Latein und ein paar andere, wobei diese oft lebende Abkömmlinge hat. (italienisch, spanisch, z.B.) --> Sprachfamilie – Wikipedia), was bedeutet, dass Namen, Bezeichnungen, Aussprache, Wert, Bedeutung, Aussage usw. sich ändern können.
Auch werden Wörter neu erfunden oder aus anderen Sprachen übernommen und fließt in den Sprachgebrauch, usw. ein!
Siehe unser Denglisch oder aktuelle Jugendsprache!
Simon und dessen englische Aussprache sind für deren Träger und andere nicht selten unterschiedliche Namen (gerade z.B. in unserem Sprachraum!)!
Werden exakt gleich geschrieben, haben jedoch unterschiedliche Aussprachen:
https://translate.google.com/?sl=de&tl= ... =translate
Brauchst nur mal auf der deutschen Seite und der englischen Seite mal auf den Lautsprecher klicken.
Btw. hättest Du all die Bedeutungen der Namen aus dem Stegreif gewusst, welche Bedeutung die hatten?
Ich ehrlich gesagt nicht, habe sie Gegoogelt, was schon mal Zeigt, dass Dein Argument, das bedeutet für "Muttersprachler" XY auch schon mal hinkt.
Immerhin kommen die Bedeutungen häufig aus dem Altdeutschen oder Germanischen!
Wenn man also schon mit Wörtern um sich wirft oder verwendet, deren ursprüngliche Bedeutung man nicht kennt, sondern nur ihre aktuelle Bedeutung und hier auch noch den Kontext total verwirft, müsste man extrem vorsichtig bei der Interpretation sein, was jemand anderes dabei versteht.
Die meisten denken sich halt <hier beliebigen Namen eintragen> sind einfach schöne Namen und beschäftigen sich nicht mit deren ursprünglichen Bedeutung, usw.
Wundert mich aber, dass Du solche Vergleiche & Interpretationen schreibst, wenn Du Dich doch immer wieder massiv der zumindest der englischen Sprache und deren Entwicklung, Veränderungen, Auslegungen, usw. verweigerst.
Wie kommst Du dann auf die Idee, Einblick in die Gedankenwelt einer Person zu haben, deren Muttersprache Englisch oder eine ganz andere ist?
Besonders, wenn Du auch noch den Kontext über Board wirfst.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
https://marvel.fandom.com/wiki/Great_DivideFlossensauger hat geschrieben: 8. Februar 2026 22:05Hast du da mal ein Bild, oder besser noch: Eine Risszeichnung zu?L.N. Muhr hat geschrieben: 8. Februar 2026 21:03 Bei Marvel hatten wir mal das Raumschiff THE GREAT DIVIDE, und ich durfte es nicht mit DIE GROSSE SCHEIDE übersetzen.
Das fand ich gemein.
(Sozusagen: hinterfotzig.)
Sieht mehr mehr wie das Gegenstück dazu aus
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Bin jetzt deutlich dafür, Raumschiffe Gertrud und Gerlinde zu benennen.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Khaanara hat geschrieben: Gestern 07:01https://marvel.fandom.com/wiki/Great_DivideFlossensauger hat geschrieben: 8. Februar 2026 22:05Hast du da mal ein Bild, oder besser noch: Eine Risszeichnung zu?L.N. Muhr hat geschrieben: 8. Februar 2026 21:03 Bei Marvel hatten wir mal das Raumschiff THE GREAT DIVIDE, und ich durfte es nicht mit DIE GROSSE SCHEIDE übersetzen.
Das fand ich gemein.
(Sozusagen: hinterfotzig.)
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Wenn man den "History" Eintrag dazu liest, wäre "Das grosse Schisma" tatsächlich eine passende Übersetzung. (Kenne mich im Marvel Universum nicht aus.)
Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Dir ist schon klar, dass du dir selber widersprichst?Badabumm hat geschrieben: Gestern 05:18 Ich missverstehe da gar nichts. Denn der Name eines Schiffes wird AUFGRUND seiner Bedeutung gewählt. Er hat - jedenfalls, wenn ein Urheber, ein Eigner oder Autor dahinter steht - einen beabsichtigten Sinn. Nehmen wir mal deutsche Namen, z.B. Herr Kannengießer oder Herr Mägdetreu. Und wenn jemand Herr Furz heißen würde, käme man praktisch gar nicht um die Bedeutung herum, ohne zu grinsen. Natürlich ist es ein beliebiger Name. Aber er weckt bei deutschen Lesern eine Assoziation. Und bei anderssprachigen Lesern würde ein Muttersprachen-Wort auch zu Assoziationen einladen. Dieses zweite Level ist automatisch da, ohne dass man es verhindern kann. Es gibt kein Interpretationsvakuum. Und natürlich stimmt es, dass alle Namen eine Bedeutung haben, auch Gertrud. Die meisten haben wir vergessen, aber andere Kulturen betonen diese Hintergründe durchaus und benennen ihre Kinder absichtlich nach bestimmten Eigenschaften und Merkmalen. Und du solltest dir mal vergegenwärtigen, wie Sprache funktioniert, denn Sprache ist immer nur ein Platzhalter und triggert bestimmte Bereiche, ob wir wollen oder nicht. Sonst wäre es ja egal, wie jemand heißt, wenn es nicht wichtig wäre. Ja, in Romanen kann man ausgedachte Namen verwenden, weil sie schön klingen. Die Bösen bekommen viele Konsonanten, die Guten viele weiche Vokale. Doch wenn jemand „Magneto“ oder „Schnitter“ (Cutter) heißt, ist das gewollt. Er hätte ja auch „Wusibalumsa“ heißen können. Oder? Und deshalb widerspreche ich dir, dass man „bloß“ den reinen Namen wahrnimmt. Die Villa Kunterbunt lässt sich nicht als Name alleine verstehen.
Egal. Du kannst dir auch mal Gedanken zu den deutschen Wörtern wie "Handy" und "Public Viewing" machen und was die Autoren / Urheber sich dabei dachten.
Bei letzteren sollte man ggf. die Polizei involvieren.
"Känguru" wäre auch ein schönes Beispiel. Müsste dann der Autor dann nicht aus wissen, wie Name, usw. in ggf. 200 Jahren interpretiert wird?
Nach deiner Aussage schon, ansonsten müsste man ja, um es wirklich zu verstehen, vorher mit den Namensherkünften, die Lebensgeschichte und Zeitgeschehen des Autors, usw. beschäftigen (auch wg. Insider / Scherze im kleinen Kreis), um die richtige (vom Autoren gewünschte) Assoziation zu bekommen.
Du hast doch ganz sicher vorher auch lange nachgedacht, um all die möglichen Interpretationen von "Wusibalumsa" inkl. der meinigen davon abzudecken, oder?
Deine Beispiele hinken, da ich sagte, dass <Name hier einfügen> erst einmal eine Bezeichnung darstellt und nicht zwingend gleich eine Beschreibung, usw. Sie kann aber muss nicht weitere Bedeutung haben.
Manche Namen / Bezeichnungen werden auch erschaffen / ausgewählt da man gerade nichts Besseres zur hand hat.
Ansonsten kannst du mir ja die tiefere Bedeutung des Namens "J.(James) Jonah Jameson" erklären und was sich der Autor dabei zu diesem Zeitpunkt dachte.
Wie gesagt, beschäftige dich mal mit Sprachwissenschaft.
Jedoch warne ich dich vor! Die Forschungsarbeiten, usw. sind meist (wenn nicht mittlerweile sogar alle) englisch.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Als ich begann, in einem 3D-Programm zu arbeiten, wurden fast alle Elemente auf der Programmoberfläche ins Deutsche übersetzt. So habe ich das jahrelang genutzt und fand das logisch und praktisch. Punkte waren Punkte, Flächen waren Flächen und Kanten waren Kanten. Nun, da fast nur noch Englisch benutzt wird, tauchen in Foren diese merkwürdigen Mischformen auf: „Du musst die Edge smoothen, damit nachher beim Beveln die Points matchen“, oder so in etwa. Auf deutsch: „Du musst die Kante weichzeichnen, damit nachher beim Fasen die Punkte zusammenpassen“. Dies ist also die neue Mode.
Blender hat z.B. nur eine ungenügende Übersetzung (ich meine, man kann das als Nutzer selber vervollständigen, aber ich weiß nicht, wie...), so dass dort die Hälfte des Editors deutsch, die andere Hälfte englisch ist.
Hier kommt also genau mein Argument zum Tragen: die Wörter „edge“ für „Kante“, „faces“ für „Fläche“ und „points“ für „Punkte“ sind auf DEUTSCH Fremdwörter, auf Englisch NICHT. Ein Englischsprecher liest das so, wie ich es früher auf Deutsch gelesen habe: ohne eingestreute Vokabeln, in einem flüssigen muttersprachlichen Satz. Er stolpert nicht über „Edges“, sondern liest „Kanten“. Und deshalb kommt eine konsequente Übersetzung dem ursprünglichen Empfindungs-Eindruck näher als dieses „halb-halb“.
Man hat in dem 3D-Programm erstaunlicherweise die Begriffe „Bones“ und „Joints“ englisch belassen (man war also nicht konsequent), und man hätte eigentlich auch „Knochen“ und „Gelenke“ übersetzen können. Dieses „Denglisch“ ist im Medien- und Programmierbereich inzwischen grottiger Standard. Hier kommt auch die „Arroganz“ des Englischen ins Spiel: sie denken darüber nicht nach, weil es für sie keinen Grund gibt, darüber nachzudenken. Es ist alles Englisch, sie sind zufrieden und alles stimmt so.
Blender hat z.B. nur eine ungenügende Übersetzung (ich meine, man kann das als Nutzer selber vervollständigen, aber ich weiß nicht, wie...), so dass dort die Hälfte des Editors deutsch, die andere Hälfte englisch ist.
Hier kommt also genau mein Argument zum Tragen: die Wörter „edge“ für „Kante“, „faces“ für „Fläche“ und „points“ für „Punkte“ sind auf DEUTSCH Fremdwörter, auf Englisch NICHT. Ein Englischsprecher liest das so, wie ich es früher auf Deutsch gelesen habe: ohne eingestreute Vokabeln, in einem flüssigen muttersprachlichen Satz. Er stolpert nicht über „Edges“, sondern liest „Kanten“. Und deshalb kommt eine konsequente Übersetzung dem ursprünglichen Empfindungs-Eindruck näher als dieses „halb-halb“.
Man hat in dem 3D-Programm erstaunlicherweise die Begriffe „Bones“ und „Joints“ englisch belassen (man war also nicht konsequent), und man hätte eigentlich auch „Knochen“ und „Gelenke“ übersetzen können. Dieses „Denglisch“ ist im Medien- und Programmierbereich inzwischen grottiger Standard. Hier kommt auch die „Arroganz“ des Englischen ins Spiel: sie denken darüber nicht nach, weil es für sie keinen Grund gibt, darüber nachzudenken. Es ist alles Englisch, sie sind zufrieden und alles stimmt so.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Als Programmierer möchte ich hier gern einwenden, dass alle Programmiersprachen, die ich verwende, auf Englisch fußen und es oft frustrierend ist, wenn irgendein Tool nicht nur die GUI auf Deutsch umstellt, sondern auch Syntax-Teile.
Ja, ich kann auch mit englischer GUI arbeiten, jedoch sind auch bei den Tools vermehrt Entwickelnde zugange, die Features implementieren, deren Bedeutung ich auf Englisch nicht intuitiv begreife.
Aber grundsätzlich leben wir in meinem Job ein sehr intensives Denglisch, bzw. assimilieren wir englische Wörter mit Begeisterung. Und das Großartige an unserer Grammatik ist, dass noch jedes Wort dekliniert oder konjugiert werden kann.
Treib einen englischsprachigen Externen zur Verzweiflung mit Dingen wie nachgeroutet oder nichtvergitbar.
Ja, ich kann auch mit englischer GUI arbeiten, jedoch sind auch bei den Tools vermehrt Entwickelnde zugange, die Features implementieren, deren Bedeutung ich auf Englisch nicht intuitiv begreife.
Aber grundsätzlich leben wir in meinem Job ein sehr intensives Denglisch, bzw. assimilieren wir englische Wörter mit Begeisterung. Und das Großartige an unserer Grammatik ist, dass noch jedes Wort dekliniert oder konjugiert werden kann.
Treib einen englischsprachigen Externen zur Verzweiflung mit Dingen wie nachgeroutet oder nichtvergitbar.
Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Seit um ca. 1988 herum die ersten übersetzten GUIs und CLIs aufkamen,verabscheue ich die Dinger. Abgesehen davon, dass viele Funktionen falsch übersetzt sind, ist es zuweilen nur möglich, zu verstehen, was vorgeht, indem ich die Meldungen zurückübersetze.
Klassiker:
> kill -9 1138
1138: Getötet.
Wann immer möglich, stelle ich en-US ein, dann ist alles gut.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
kill -9 ist auch blöd. kill -11 wäre viel logischer
Neuerdings will google beim Übersetzen ja auch mit KI helfen.
Das mag für so Zeugs wie quarkus oder Angular funktionieren, nicht aber für die richtigen Sprachen.
Irgendwann kauft Oracle auch das.
Vielmehr Probleme hab ich ja mit Zeichensätzen, das ist das eigentliche Elfenwerk.
Neuerdings will google beim Übersetzen ja auch mit KI helfen.
Das mag für so Zeugs wie quarkus oder Angular funktionieren, nicht aber für die richtigen Sprachen.
Irgendwann kauft Oracle auch das.
Vielmehr Probleme hab ich ja mit Zeichensätzen, das ist das eigentliche Elfenwerk.
Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Ja, haha. Habe letzens versucht, mir ein komplettes IDL-Programm in C++ übersetzen zu lassen ... was für ein Gemetzel. Die Syntax war lupenrein, aber es wirkte, als habe die KI bei der Hälfte die Lust verloren und einfach Kram erfunden.
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Re: Abt. Textverarbeitung - Die schönsten Übersetzungsschnitzer
Beim Scripten benenne ich grundsätzlich meinen EIGENEN Variablen und Bibliotheken auf Deutsch, damit ich sie besser von dem englischen Gerüst unterscheiden kann. Ich weiß nie, welche Wörter zur Syntax gehören und welche nicht. Naja, so viel mache ich nicht, nur ein bisschen Lua für Visionaire.
Die USA haben doch schon längst die Weltherrschaft über die Sprache, was wollen die denn noch..?
Die USA haben doch schon längst die Weltherrschaft über die Sprache, was wollen die denn noch..?
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