Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Ich hab meine fünf Bücher jetzt auch bereit gelegt 
Viele Grüße, Helli
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- Knochenmann
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Kapitel 2 & 3
Recht viel vom Plot her passiert nicht.
Aber: Kapitel 2 spielt zeitlich vor Kapitel 1, in Kapitel zwei stehen sie vor dem Tor nach dem Baden im Fluss, in Kapitel 2 baden sie. Das ist jetzt nicht viel, aber es weißt die Zukunft: der Autor stellt auch für Nichtigkeiten gerne mal die Zeitachse um.
Bein Baden ein Unfall, Severian hat eine Nahtoderfahrung und sieht einen toten Lehrmeister. Und eine verhüllte Frau. Er erzählt nach seiner Rettung das er seinen toten Lehrmeister gesehen hat, wonach ein Passant fragt: "Was keine Frau?". Auch hier, den Satz kann man doppelt deuten, gefällt mir.
Lokalkolorit von der Zikadelle der Folterer. Schöner Name: Ymir der fast Gerechte.
Folterer dürfen wohl nur Kinder unter einer bestimmten Größe werden, und nur Buben. Frauen warn in der Vergangenheit der Folterer wohl... übereifrig.
Eine Zofe wird gefoltert, ihr Fuss wird "geöffnet", die gute Frau jammert wohl, Severian stellt Fragen und wid zurechtgewiesen: Egal was die Kunden bei der Folterung sagen, geht uns nicht an, wir hören nichts.
Eine schwächere Stelle im Buch, Severian hätte es besser wissen müssen, naja.
Übrigens, zu diesem Buch gab es damals einen Lesezirkel, vor 20 Jahren, hier im Forum.
Lesezirkel zu Buch der Neuen Sonne
Recht viel vom Plot her passiert nicht.
Aber: Kapitel 2 spielt zeitlich vor Kapitel 1, in Kapitel zwei stehen sie vor dem Tor nach dem Baden im Fluss, in Kapitel 2 baden sie. Das ist jetzt nicht viel, aber es weißt die Zukunft: der Autor stellt auch für Nichtigkeiten gerne mal die Zeitachse um.
Bein Baden ein Unfall, Severian hat eine Nahtoderfahrung und sieht einen toten Lehrmeister. Und eine verhüllte Frau. Er erzählt nach seiner Rettung das er seinen toten Lehrmeister gesehen hat, wonach ein Passant fragt: "Was keine Frau?". Auch hier, den Satz kann man doppelt deuten, gefällt mir.
Lokalkolorit von der Zikadelle der Folterer. Schöner Name: Ymir der fast Gerechte.
Folterer dürfen wohl nur Kinder unter einer bestimmten Größe werden, und nur Buben. Frauen warn in der Vergangenheit der Folterer wohl... übereifrig.
Eine Zofe wird gefoltert, ihr Fuss wird "geöffnet", die gute Frau jammert wohl, Severian stellt Fragen und wid zurechtgewiesen: Egal was die Kunden bei der Folterung sagen, geht uns nicht an, wir hören nichts.
Eine schwächere Stelle im Buch, Severian hätte es besser wissen müssen, naja.
Übrigens, zu diesem Buch gab es damals einen Lesezirkel, vor 20 Jahren, hier im Forum.
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- Knochenmann
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Kapitel 4
Severian findet einen halbtoten Hund und kümmert sich um ihn, der Autokrat führt einen Feldzug im Norden der den Folterern viele neue Klienten beschert.
Der Autokrat verweilt im "Hause Absolut", dessen Standort man nicht beschreiben kann weil es dort ist wo nichts anderes ist. Das ist mal eine Ansage.
Es ist Winter, Severian beschreibt das Leben und die Ausbildung der Folterer... und die Eiszapfen am Turm, die so funkeln wie "Die Klaue des Schlichters".
Oftmal muss ich Absätze zwei, dreimal lesen, aber es lohnt sich. Scheinbar gibt es "Begünstigte" oder "Beglückte", vermutlich sowas wie Adelige, nehme ich mal an. Und es wird zumindest einmal von Aliens gesprochen die die "Urth" aus dem Weltraum besucht haben. Die "Urth" ist wohl die Welt auf der sie leben. Ich fand das immer komplett verstörend. Ich meine, wir nennen die Erde Erde weil sie aus Erde gemacht ist, besteht die Urth aus Urth?
Wie dem auch sei, begegnung mit einer Aristokratin (?), wohl die letze ihres Hauses. Ein Adelshaus das gewaret und gewartet hat bis sie der "Autrach ihrer Zeit von der Urth hinfortgenommen hat".
Es gibt in diesen frühen Kapiteln einige deutlich ausgesprochene Hinweiße auf Aliens und Raumfahrt, die sind nur nicht besonders präsent.
Severian findet einen halbtoten Hund und kümmert sich um ihn, der Autokrat führt einen Feldzug im Norden der den Folterern viele neue Klienten beschert.
Der Autokrat verweilt im "Hause Absolut", dessen Standort man nicht beschreiben kann weil es dort ist wo nichts anderes ist. Das ist mal eine Ansage.
Es ist Winter, Severian beschreibt das Leben und die Ausbildung der Folterer... und die Eiszapfen am Turm, die so funkeln wie "Die Klaue des Schlichters".
Oftmal muss ich Absätze zwei, dreimal lesen, aber es lohnt sich. Scheinbar gibt es "Begünstigte" oder "Beglückte", vermutlich sowas wie Adelige, nehme ich mal an. Und es wird zumindest einmal von Aliens gesprochen die die "Urth" aus dem Weltraum besucht haben. Die "Urth" ist wohl die Welt auf der sie leben. Ich fand das immer komplett verstörend. Ich meine, wir nennen die Erde Erde weil sie aus Erde gemacht ist, besteht die Urth aus Urth?
Wie dem auch sei, begegnung mit einer Aristokratin (?), wohl die letze ihres Hauses. Ein Adelshaus das gewaret und gewartet hat bis sie der "Autrach ihrer Zeit von der Urth hinfortgenommen hat".
Es gibt in diesen frühen Kapiteln einige deutlich ausgesprochene Hinweiße auf Aliens und Raumfahrt, die sind nur nicht besonders präsent.
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Sam Francisco
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Naja, soweit so klar.
Es gibt auch einige lateinische Sprüche die aufgesagt werden, also von daher: wohl Erde.
Kapitel 5 & 6
Ein Bodengang wird erledigt zu der Gilde der Archivierer. Man fasst 4 Bücher aus, für eine hochrangige Gefangene. Detail am Rande: Severian sieht sich ein Bild an, auf dem der Mond drauf ist, nur das der noch "anders" aussieht, ich vermute mal: der Mond wurde terraformt.
Überhaupt, die Archivierer... auch so ein Ding in ihrer Gesamtheit. Die Folterer foltern Leute hochgradig professionell ohne sich darum zu kümmern was sie getan haben und wer sie verurteilt hat, die Archivierer archivieren Bücher und Bilder ohne sich darum zu kümmern was drinnen steht. Beides hochgradig spezialiserte und entrückte Professionen, man hat Zeitalter überdauert und man bereitet sich darauf vor weitere Zeitalter zu überdauern.
Dann: die Hochrangige Gefangene, wohl eine Konkubine des Autokraten aus dem Haus Absolut. Und eine Beglückte ist sie auch noch. Wir erfahren: es gibt so um die 750 beglückte Familien... bzw gab, die Folterer haben nicht wenige davon ausgemerzt.
Thekla, so heißt die Gefangene, macht Severian schöne Augen. Das fühlt auch der Gildenmeister, junge Männer und ihre Säfte, immer problematisch, immer unprofessionell, man spielt nicht mit dem Essen.
Es gibt auch einige lateinische Sprüche die aufgesagt werden, also von daher: wohl Erde.
Kapitel 5 & 6
Ein Bodengang wird erledigt zu der Gilde der Archivierer. Man fasst 4 Bücher aus, für eine hochrangige Gefangene. Detail am Rande: Severian sieht sich ein Bild an, auf dem der Mond drauf ist, nur das der noch "anders" aussieht, ich vermute mal: der Mond wurde terraformt.
Überhaupt, die Archivierer... auch so ein Ding in ihrer Gesamtheit. Die Folterer foltern Leute hochgradig professionell ohne sich darum zu kümmern was sie getan haben und wer sie verurteilt hat, die Archivierer archivieren Bücher und Bilder ohne sich darum zu kümmern was drinnen steht. Beides hochgradig spezialiserte und entrückte Professionen, man hat Zeitalter überdauert und man bereitet sich darauf vor weitere Zeitalter zu überdauern.
Dann: die Hochrangige Gefangene, wohl eine Konkubine des Autokraten aus dem Haus Absolut. Und eine Beglückte ist sie auch noch. Wir erfahren: es gibt so um die 750 beglückte Familien... bzw gab, die Folterer haben nicht wenige davon ausgemerzt.
Thekla, so heißt die Gefangene, macht Severian schöne Augen. Das fühlt auch der Gildenmeister, junge Männer und ihre Säfte, immer problematisch, immer unprofessionell, man spielt nicht mit dem Essen.
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Kapitel 7 & 8
Severian unterhällt sich mit Thekla, der Dummdepp. Wehe, wehe wenn ich auf das Ende sehe.
Es folgt: ein Besuch bei den Prostituierten, die nicht im Hexenturm wohnen sondern in der "Echopraxia". Dank Peter Watts weiß ich was das heißt: die bewusste oder unbewusste Imitation einer anderen Person. Der Foltergeselle merkt an: Die Welt ist im Niedergang, und das geht so weiter wie die Sonne schwach ist. Weniger Nahrung heißt weniger Menschen. Und das geht wohl so weiter bis zur "Neuen Sonne".
Die Lehrlinge spekulieren über den Autokraten. Der scheint wirklich eine Wesenheit von legendären Proportionen zu sein, die Gerüchte gehen in wirklich jede Richtung. It er ein Riese? Eine Frau die sich alls Mann verkleidet? Alles ist möglich.
überhaupt: die Stadt wandert. Immer dem frischen Wasser nach, Reiche Leute siedeln sich am Oberlauf an, und so wandert die Stadt immer weiter noch flussaufwärts.
Severian unterhällt sich mit Thekla, der Dummdepp. Wehe, wehe wenn ich auf das Ende sehe.
Es folgt: ein Besuch bei den Prostituierten, die nicht im Hexenturm wohnen sondern in der "Echopraxia". Dank Peter Watts weiß ich was das heißt: die bewusste oder unbewusste Imitation einer anderen Person. Der Foltergeselle merkt an: Die Welt ist im Niedergang, und das geht so weiter wie die Sonne schwach ist. Weniger Nahrung heißt weniger Menschen. Und das geht wohl so weiter bis zur "Neuen Sonne".
Die Lehrlinge spekulieren über den Autokraten. Der scheint wirklich eine Wesenheit von legendären Proportionen zu sein, die Gerüchte gehen in wirklich jede Richtung. It er ein Riese? Eine Frau die sich alls Mann verkleidet? Alles ist möglich.
überhaupt: die Stadt wandert. Immer dem frischen Wasser nach, Reiche Leute siedeln sich am Oberlauf an, und so wandert die Stadt immer weiter noch flussaufwärts.
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Die Romane habe ich vor mehr als 10 Jahren (nochmals) gelesen und ich hatte trotz aller Faszination doch einige Probleme damit. Vor allem habe ich mich immer gefragt, ob all die unzähligen in den Raum geworfenen, oft aus dem Griechischen und Lateinischen stammenden (oder zumindest so klingenden), aber nicht erklärten Begriffe irgendeine tiefere Bedeutung haben, die sich mir nicht erschlossen hat, oder ob Wolfe das alles nur verwendet hat, um eine Atmosphäre der Fremdartigkeit zu erzeugen. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass mir was entgangen ist - dass mir wesentliche Informationen fehlen, um die Romane gänzlich zu verstehen. Vielleicht liegt's an der Übersetzung?
- Uschi Zietsch
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Also jedenfalls nach allem, was hier bisher von euch geschrieben wurde, klingt es nicht so wie etwas, das ich lesen möchte. Unerklärte Begriffe kann ich von vornherein schon nicht leiden, da gehört ein Glossar her.
Uschi
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Re: Das Buch der Neuen Sonne - Gene Wolfe
Ich habe die Bücher nach über 30 Jahren wieder in die Hand genommen (bin in der Mitte von Band 2). Der Kern des Plots ist schnell erzählt: Ein Held mit einem wertvollen Schwert jagt von Episode zu Episode, hinterlässt Blut und Tote, sammelt seltene Gegenstände, erobert Frauen und siegt am Ende.
Was hier neu war, ist die subjektive Erzählweise, die einem einen recht stringenten, logischen Menschen vorgaukelt. Das ist er aber nicht. Statt dessen ist er moralisch verkommen (durch die Ausbildung), geil, impulsiv und unlogisch. Das Blut fließt hier nicht im Kampf, sondern legalisiert durch Gerichtsurteile. Vielen Gefahrensituationen entkommt der Held unvermutet. Auch ist er durchaus mit Unwissenheit und Selbstzweifeln versehen, die den CHarakter dann doch wieder glaubwürdig machen. Insofern stellt Wolfe hier einen uralten einfachen Plot wirkungsvoll auf den Kopf. Die geschilderte feudale Gesellschaft ist leider dann sehr patriarchalisch, Frauen sind hier fast nur schmückendes Beiwerk. Damit käme Wolfe heute nicht mehr durch.
Was das Lesen hier dann doch lohnt, ist die stilistische Brillianz, mit der Wolfe hier vorgeht und den Leser bei der Stange hält. Das ist schon verdammt gut geschrieben. Das Fantasy-Element ergibt sich durch viele unaufgelöste Dinge, die sich bei den Episoden ergeben. Auch hier schafft Wolfe es, den Leser im Unklaren zu lassn, ob jeweils Übernatürliches im Spiel war oder nicht.
Was hier neu war, ist die subjektive Erzählweise, die einem einen recht stringenten, logischen Menschen vorgaukelt. Das ist er aber nicht. Statt dessen ist er moralisch verkommen (durch die Ausbildung), geil, impulsiv und unlogisch. Das Blut fließt hier nicht im Kampf, sondern legalisiert durch Gerichtsurteile. Vielen Gefahrensituationen entkommt der Held unvermutet. Auch ist er durchaus mit Unwissenheit und Selbstzweifeln versehen, die den CHarakter dann doch wieder glaubwürdig machen. Insofern stellt Wolfe hier einen uralten einfachen Plot wirkungsvoll auf den Kopf. Die geschilderte feudale Gesellschaft ist leider dann sehr patriarchalisch, Frauen sind hier fast nur schmückendes Beiwerk. Damit käme Wolfe heute nicht mehr durch.
Was das Lesen hier dann doch lohnt, ist die stilistische Brillianz, mit der Wolfe hier vorgeht und den Leser bei der Stange hält. Das ist schon verdammt gut geschrieben. Das Fantasy-Element ergibt sich durch viele unaufgelöste Dinge, die sich bei den Episoden ergeben. Auch hier schafft Wolfe es, den Leser im Unklaren zu lassn, ob jeweils Übernatürliches im Spiel war oder nicht.
Viele Grüße, Helli
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