Eoin Colfer, Artemis Fowl und sonstiges...

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Spezies 125
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Eoin Colfer, Artemis Fowl und sonstiges...

Ungelesener Beitrag von Spezies 125 »

Hallo Forum,

und wieder ein Autor, dessen Werke mir ausnehmend gut gefallen. Der Ire Eoin Colfer, dessen wohl bekanntester Zyklus die bisher vier "Artemis Fowl" Bücher sind. Gleich vorweg, es ist ziemlich abgedrehte Fantasy, die mir sehr viel Spass gemacht hat. Colfer beschreibt die Geschichte eines 12-jährigen, verbrecherischen Supergenie's, dem es gelingt (im ersten Buch) von den "People" (den Elfen), eine Tonne Elfengold zu stehlen.

Nun muss man sich diese Elfen nicht als die schönen, halbtransparenten und durchgeistigten Waldwesen vorstellen, nein, die Jungs (und besonders die Mädels) sind schwer bewaffnet und technisch hochgerüstet. Ihre Technologie ist wesentlich weiter fortgeschritten als die der "Mud-People" (wir) und ich staune und amüsiere mich immer wieder was sie für tolle gadgets haben, hinter denen meist ein Centaur als der techno-crack steht.

Ihre Zugänge zu unserer Welt sind Schächte in denen periodisch Magma aufsteigt, auf der sie in geschützten Kapseln "hochreiten". Eoin Colfer hat mit der Artemis Fowl Reihe Bücher voller Spannung, Action und Humor geschaffen. Wobei bei mir der Eindruck entstand, dass die Reihe ursprünglich lediglich auf drei Bücher angelegt war. Das merkt man dem vierten Buch (The Opal Deception) auch deutlich an. Für sich genommen ist es ein sehr lesenswertes Buch, aber Colfer musste einige logische Löcher füllen, um das Buch erzähltechnisch anzuhängen.

Artemis Fowl wird oft mit Harry Potter in einem Atemzug genannt. Das stimmt und stimmt nicht. Gemeinsam haben sie, dass sie beide ungefähr im gleichen Alter sind und es mit übernatürlichen Mächten zu tun bekommen. Das war's dann aber auch schon. Mir persönlich gefallen beide, obwohl mein Favorit eindeutig Artemis Fowl ist. Obwohl sich die Artemis Fowl Reihe nach Kinderbüchern anhört, würde ich sie nicht dort einordnen, junge und junggebliebene Erwachsene werden jedoch ihr helles Vergnügen daran haben.

Colfer hat noch mehrere andere Bücher geschrieben, wovon ich bisher "The Supernaturalist" und "The Wishlist" gelesen habe. Im Supernaturalist geht es um einen 14jährigen Jungen (Cosmo Hill), der - ungewollt geboren - in ein Institut gegeben wird, in dem Kinder für grausame Medikamententests missbraucht werden. Cosmo gelingt es von dort zu fliehen und lebt nun mit einer Clique Schicksalsgenossen - den Supernaturalisten - die alle über eine besondere Fähigkeit verfügen, in einem Abbruchhaus. Dieses Buch ist ruhiger, verhaltener und dem Thema angemessen. Ein trauriges Buch, das ich jedoch nicht bereue gelesen zu haben.

Ganz anders "The Wishlist". Hier geht es um das Mädchen Meg Finn, das bei einem Einbruch ums Leben kommt. Meg ist eine Herumtreiberin, eine "Troublemakerin". Auf dem Weg in die Hölle bekommt sie die Chance auf die Erde zurückzukehren und den Schaden beim Einbruchsopfer (ein alter Mann) wiedergutzumachen, indem sie ihm hilft eine Liste verpasster Gelegenheiten zu erfüllen, um dann schließlich selbst zu den "Pearlies" (in den Himmel) zu kommen. Bisher nicht sehr originell, jedoch versteht es Colfer auch hier, dem an sich schon oft gebrauchten Plot ganz neue Seiten abzugewinnen. Das fängt schon mit den Figuren Petrus, dem Teufel und Beelzebub an, die alle über modernste Technologien verfügen, wobei Beelzebub (vom Teufel höhnisch "Bub" genannt) durchaus mit Petrus (per Handy) kollaboriert.

Auch hier zeigt sich, wie schon in den Artemis Fowl Büchern, Colfers Vorliebe für die Verbindung von Übernatürlichem mit futuristischer Technik, wobei seine Erfindungsgabe erstaunlich ist. Besonders gefallen mir der Sprach-, und Schreibstil Colfers, schnoddrig, witzig und lebensnah.

-- Spezies 125

P.s.: Meine Rezensionen beruhen auf den englischen Originaltexten.

Liest: A.D. Foster: Der Geist des Speers
Zuletzt geändert von Spezies 125 am 1. Juli 2005 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Rusch
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Ungelesener Beitrag von Rusch »

Ich habe mir die sehr unterhaltsamen Hörbücher (eigentlich eher ein Ein-Mann-Hörspiel) von Rufus Beck angehört. Oft wird Artemis Fowl als Harry Potter Alternative angepriesen, aber das ist falsch. Eoin Colfer richtet sich eher an Jugendliche als an Kinder. Für diese sind die Bücher nicht geeignet (manche sagen das ja auch über die Potter Romane). Teilweise werden die Bücher richtig makaber. Es kann schon mal vorkommen, dass jemand ein Ohr oder einen Finger "verliert".
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