25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
- breitsameter
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25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
In der c't 25/2008 erschien die Kurzgeschichte »Geh nicht zu den Buchhändlern!« von Olaf Kemmler.
Ein Mann wird nach einer längeren Hibernationsphase wieder ins Leben zurückgebracht. In den fast 30 Jahren in denen er schlief, hat sich die Welt verändert: Bücher sind verboten worden, weil sie dem Menschen eine Flucht aus der Realität ermöglichen und damit verhindern, daß sich dieser den Problemen seiner Zeit stellt. Doch es existiert ein Untergrund, in dem Aktive Bücher, eine Art elektronische Variante eines Buchs, angesiedelt zwischen einer Verfilmung und einer direkten Sinneswahrnehmung, gehandelt werden...
Olaf Kemmler legt mit »Geh nicht zu den Buchhändlern!« eine wirklich lesenswerte und interessante Geschichte vor, die anders als es »Fahrenheit 451« tat, sich dem Thema Verbot aller Bücher widmet. Aktive Bücher ermöglichen es hier direkt die Handlung eines Romans mitzuerleben, sie am eigenen Leibe zu spüren. Und Buchhändler sind Illegale, die analog einem Dealer, die »Abhängigen« immer wieder mit neuen Stoff versorgen. Denn ansonsten scheint das Leben der Menschen eintönig fröhlich und ereignislos zu verlaufen... Doch Marc Läufer, der gerade erst wiedererwacht ist, ist nicht derjenige, der er zu glauben meint. Und der Kampf wird weitergehen – der Kampf um das Recht, in andere Welten abzutauchen und andere Perspektiven kennenzulernen.
Ein Mann wird nach einer längeren Hibernationsphase wieder ins Leben zurückgebracht. In den fast 30 Jahren in denen er schlief, hat sich die Welt verändert: Bücher sind verboten worden, weil sie dem Menschen eine Flucht aus der Realität ermöglichen und damit verhindern, daß sich dieser den Problemen seiner Zeit stellt. Doch es existiert ein Untergrund, in dem Aktive Bücher, eine Art elektronische Variante eines Buchs, angesiedelt zwischen einer Verfilmung und einer direkten Sinneswahrnehmung, gehandelt werden...
Olaf Kemmler legt mit »Geh nicht zu den Buchhändlern!« eine wirklich lesenswerte und interessante Geschichte vor, die anders als es »Fahrenheit 451« tat, sich dem Thema Verbot aller Bücher widmet. Aktive Bücher ermöglichen es hier direkt die Handlung eines Romans mitzuerleben, sie am eigenen Leibe zu spüren. Und Buchhändler sind Illegale, die analog einem Dealer, die »Abhängigen« immer wieder mit neuen Stoff versorgen. Denn ansonsten scheint das Leben der Menschen eintönig fröhlich und ereignislos zu verlaufen... Doch Marc Läufer, der gerade erst wiedererwacht ist, ist nicht derjenige, der er zu glauben meint. Und der Kampf wird weitergehen – der Kampf um das Recht, in andere Welten abzutauchen und andere Perspektiven kennenzulernen.
Täglich geht die Sonne auf,
täglich weicht die Nacht Dem Licht.
Alles siehst du irgendwann wieder,
nur verliehene Bücher nicht.
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kah299792
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Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen.
Sie regt zum Nachdenken an, hat zum Schluss hin eine überraschende Wendung die aber zur Geschichte passt und nicht zu abgehoben wirkt.
Gerade in den Bemerkungen über die ach so wunderbare Zeit in der alle Menschen glücklich sind immer lachen und man niemals alleine ist enthalten auch Gesellschaftskritik die sehr gut zu unserer Zeit passt. Gerade im Gegenbezug auf Downtown.
Interessant auch das völlige Verschwinden der "normalen" Bücher. Für einen Bücherfreund
natürlich eine Horrorvorstellung. Da kann man die aktiven Bücher als eine Weiterentwicklung des Fernsehens ansehen. Ob einem das gefällt ist eine ganz andere Frage.
In diese lesenswerte Geschichte kann mann noch viel mehr "hinein" interpretieren.
Deshalb beende ich zunächst meine konfusen Ausführungen und empfehle die Geschichte jedem zum eigenen Gebrauch.
Sie regt zum Nachdenken an, hat zum Schluss hin eine überraschende Wendung die aber zur Geschichte passt und nicht zu abgehoben wirkt.
Gerade in den Bemerkungen über die ach so wunderbare Zeit in der alle Menschen glücklich sind immer lachen und man niemals alleine ist enthalten auch Gesellschaftskritik die sehr gut zu unserer Zeit passt. Gerade im Gegenbezug auf Downtown.
Interessant auch das völlige Verschwinden der "normalen" Bücher. Für einen Bücherfreund
In diese lesenswerte Geschichte kann mann noch viel mehr "hinein" interpretieren.
Deshalb beende ich zunächst meine konfusen Ausführungen und empfehle die Geschichte jedem zum eigenen Gebrauch.
- ChristianW
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Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Mir hat die Story auch gut gefallen. Sie liest sich sehr angenehm und hat eine schöne, ruhig-melancholische Atmosphäre, die zum Thema sehr gut passt. Der Hintergrund ist interessant gestaltet, und der Plot bietet Überraschungen.
Mein Blog: Schreibkram & Bücherwelten
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Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Ganz nett, die Story, mit einem hübschen Twist. Ein bißchen weitschweifig erzählt. Der Autor variiert hier die altbekannte Idee, sich künstliche Erlebnisse per "Sensikino" (Ziegler), "Das Erbe des Sensographen" (Fabian Vogt) sowie Vergleichbares in massenweise Cyperstorys reinzuziehen - mit immer wieder ähnlichen Konsequenzen für das geistige Heil, nicht anders als bei Drogen. Nur sind es diesmal "Bücher". Na ja, uns Bücherfreunde mag das für die Story eher einnehmen.
Aber die sich daraus ergebende Dystopie ist doch ziemlich abgegriffen, wie oft hatten wir sowas schon! Und der Sprung der "Revolutionäre" per Gleitschirm vom Balkon ist platt: 007 lässt grüssen. Das 30jährige Koma... keine Reaktion des Protagonisten auf den stattgefundenen (?) Alterungsprozess. Überhaupt erscheint mir die ganze "Revoluzzergeschichte", im Nachhinein besehen, unglaubwürdig: da wollen wieder ein paar die Welt retten - mit Büchern. Ne, ich setze hinter das "nett" von eingangs ein grosses Fragezeichen.
Zum Trost: Kemmler hat Entwicklungspotenzial.
Aber die sich daraus ergebende Dystopie ist doch ziemlich abgegriffen, wie oft hatten wir sowas schon! Und der Sprung der "Revolutionäre" per Gleitschirm vom Balkon ist platt: 007 lässt grüssen. Das 30jährige Koma... keine Reaktion des Protagonisten auf den stattgefundenen (?) Alterungsprozess. Überhaupt erscheint mir die ganze "Revoluzzergeschichte", im Nachhinein besehen, unglaubwürdig: da wollen wieder ein paar die Welt retten - mit Büchern. Ne, ich setze hinter das "nett" von eingangs ein grosses Fragezeichen.
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Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Olaf Kemmler: Geh nicht zu den Buchhändlern!
(c't 25/2008 S. 232-238)
Marc erwacht in einer Klinik 30 Jahre, nachdem er sich einfrieren ließ. In der schönen, neuen Welt sind Bücher verboten, seit es Probleme mit "aktiven Büchern" gab, eine Art Virtual Reality, die direkt das Nervensystem der Konsumenten kontrolliert. Zu dumm, dass Marc in seinem früheren Leben Buchhändler war.
"Aktive Bücher" nette Variation bekannter Grundidee. Aber Umsetzung durchaus gelungen. Interessante Figuren (v.a. Amélie), starke Szenen, überraschende Auflösung. Olaf wird immer besser.
Gruß
Ralf
(c't 25/2008 S. 232-238)
Marc erwacht in einer Klinik 30 Jahre, nachdem er sich einfrieren ließ. In der schönen, neuen Welt sind Bücher verboten, seit es Probleme mit "aktiven Büchern" gab, eine Art Virtual Reality, die direkt das Nervensystem der Konsumenten kontrolliert. Zu dumm, dass Marc in seinem früheren Leben Buchhändler war.
"Aktive Bücher" nette Variation bekannter Grundidee. Aber Umsetzung durchaus gelungen. Interessante Figuren (v.a. Amélie), starke Szenen, überraschende Auflösung. Olaf wird immer besser.
Gruß
Ralf
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möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
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Einen Kerl wie den sollte man lünchen!
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Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Ich mag die Geschichten von Olaf Kemmler eigentlich ganz gerne. Hier aber war mir die sprachliche Ebene ein wenig zu flach und dem Thema Bücher und Literatur nicht angemessen, wie ich finde. Eine Idee kann noch so schön sein – wenn die Sprache dem inhaltlichen Niveau nicht entspricht, entsteht eine Diskrepanz, die in mir beim Lesen Enttäuschung hervorruft.
Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Eigentlich habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, nicht auf Kritiken und Rezensionen zu reagieren. Was nicht heißt, dass sie mich nicht erreichen. Eine wenig Schmeichelhafte von Ralf „Shockwave Rider“ hat mich durchaus mal zum Nachdenken gebracht.
Dafür kann man als Autor nur dankbar sein. Wenn der erste Zorn der sensiblen, gekränkten Künstlerseele verflogen ist, rate ich jedem, einen Abgleich von dem gedruckten Wort mit den Kritiken vorzunehmen. Sie könnten nämlich stimmen – müssen aber nicht.
Da die hier behandelte Story schon Schnee von Vorgestern ist, könnte man ja mal rückblickend eine Ausnahme machen und reagieren.
Gehen wir jetzt mal den umgekehrten Weg und gleichen die Rezis mit dem gedruckten Wort ab. Fragen wir ein einziges Mal, ob es etwas gibt, „das uns der Künstler sagen wollte“. Kann ja auch mal ganz interessant sein. Ich pflege nämlich durchaus meine Kurzgeschichten sehr sorgsam zu konstruieren. Im Allgemeinen sollte man gerade die Kurzprosa niemals unterschätzen.
Natürlich dreht es sich in der Geschichte vornehmlich um die Polarität zwischen einer rein materiellen/rationalen Weltsicht (wie sie z. B. die Aufklärer hatten) und einer sehr emotionalen/subjektiven/lustbejahenden. Das scheinbar helle Licht der Vernunft wird dem Dunkel der Leidenschaften gegenübergestellt. (Eine solche Welt ist in der Realität übrigens kaum vorstellbar. Die beabsichtige Aussage braucht zwingend ein typisches Gedankenexperiment der Science Fiction, eine Kunstwelt.) Das ist eigentlich von allen problemlos erkannt worden. Schön! Und auch beruhigend für mich.
Bedeutet es doch, dass Text und Publikum im Einklang schwingen. Aber über diese Polarität hinaus gibt es ein kleines, aber bemerkenswertes Detail, das man wohl nur erkennen kann, wenn man eine Story tagelang akademisch untersucht
: In der Geschichte tauchen genau zwei Frauen auf. Diese sind Personifizierungen der beiden gegensätzlichen Weltanschauungen! Die eine rational kühl, die andere nur von Lust und Leidenschaft getrieben. Der Protagonist steht zwischen den Beiden, obwohl schnell klar ist, welcher Frau, sprich welchem Prinzip er den Vorzug geben wird.
Ist doch nett konstruiert, oder? (Unverhohlenes fischen nach Lob! Pfui!)
Vor diesem Hintergrund geht es allein um die Frage, warum Menschen überhaupt irgendwelche erfundenen Geschichten lesen. Rational erklärbar ist das nicht. (oder doch?) Steht hinter dem Phänomen nur geistlose Leidenschaft? Unterm Strich ist die Story bloß eine Liebeserklärung an das Geschichtenerzählen. Dies ist’s, und nichts mehr!
Die Sache mit den „aktiven Büchern“ ist nur ein Kunstgriff mit Augenzwinkern, eine Übertreibung, durch die sich Bücherleser leicht mit „Drogenabhängigen“ vergleichen lassen. Gute Geschichten machen süchtig. Gleichzeitig ist Lesen aber unproduktiv. Wer kennt ihn nicht, den Vorwurf von „eher praktisch veranlagten Menschen“ an Mitbewohner, die faul und nutzlos auf dem Sofa liegen und lesen, anstatt im Haus mit „anzupacken“. Für mich war die SF tatsächlich immer eine bewusstseinserweiternde Droge. Vielleicht sind die aktiven Bücher auch Ausdruck einer Vorahnung darüber, dass das Gutenberguniversum wirklich bald verschwinden könnte. Die Story wegen dieses rein formalen Mittels in die Cyberpunk-Ecke zu stellen … äh … nee, da hat jemand seinen Blick nur auf der Oberfläche ruhen lassen. Bei der ansehnlichen Menge an SF-Stories, die zurzeit veröffentlicht werden, ist das vielleicht kein Wunder. Wenn man seine Meinung mal eben zwischen Tür und Angel bildet, kann so etwas natürlich passieren, sollte aber nicht. Schließlich wird niemand gezwungen, wirklich alles zu lesen. Auch wenn die Ambition als solche sehr löblich ist. Der Hinweis mit den fehlenden 30 Jahren war alleridngs (und leider) berechtigt.
Ein Vorwurf, der jeden Autor hellhörig machen sollte ist natürlich der der „sprachlichen Flachheit“. Kann das Unvermögen so schlimm sein, dass es jemandem sofort aufstößt? Schauen wir uns mal ein paar Sätze an:
„… ein Lächeln, das den Raum mit Sonnenlicht zu fluten schien“ (Naja, vielleicht kein Highlight, aber im Rahmen genau dieser Story stimmig)
„… meine Gefühle sind gerade fest in der Hand der chemischen Industrie, richtig?“
„… eine finstere Horde von Fragen marschierte durch seinen Kopf.“
„Diese Bücher brauchen keinen Geheimgang, um in deinen Kopf zu gelangen. Sie nehmen den direkten Weg über die Autobahn.“
„Sie will dich verbiegen, bis du in den netten Setzkasten ihrer sterilen Welt passt.“
Mh … ist das wirklich ungeschickt ausgedrückt und ein schlechtes Deutsch? Not really, oder? Mir dünkt jedenfalls, die Sätze hauen volle Möhre rein.
So, nun aber Schluss! Wer diese einmalige Ausnahme einer Stellungnahme verpasst hat – selbst Schuld!
Bis dann und macht was draus, euer lieber Olaf!
Da die hier behandelte Story schon Schnee von Vorgestern ist, könnte man ja mal rückblickend eine Ausnahme machen und reagieren.
Gehen wir jetzt mal den umgekehrten Weg und gleichen die Rezis mit dem gedruckten Wort ab. Fragen wir ein einziges Mal, ob es etwas gibt, „das uns der Künstler sagen wollte“. Kann ja auch mal ganz interessant sein. Ich pflege nämlich durchaus meine Kurzgeschichten sehr sorgsam zu konstruieren. Im Allgemeinen sollte man gerade die Kurzprosa niemals unterschätzen.
Natürlich dreht es sich in der Geschichte vornehmlich um die Polarität zwischen einer rein materiellen/rationalen Weltsicht (wie sie z. B. die Aufklärer hatten) und einer sehr emotionalen/subjektiven/lustbejahenden. Das scheinbar helle Licht der Vernunft wird dem Dunkel der Leidenschaften gegenübergestellt. (Eine solche Welt ist in der Realität übrigens kaum vorstellbar. Die beabsichtige Aussage braucht zwingend ein typisches Gedankenexperiment der Science Fiction, eine Kunstwelt.) Das ist eigentlich von allen problemlos erkannt worden. Schön! Und auch beruhigend für mich.
Ist doch nett konstruiert, oder? (Unverhohlenes fischen nach Lob! Pfui!)
Vor diesem Hintergrund geht es allein um die Frage, warum Menschen überhaupt irgendwelche erfundenen Geschichten lesen. Rational erklärbar ist das nicht. (oder doch?) Steht hinter dem Phänomen nur geistlose Leidenschaft? Unterm Strich ist die Story bloß eine Liebeserklärung an das Geschichtenerzählen. Dies ist’s, und nichts mehr!
Die Sache mit den „aktiven Büchern“ ist nur ein Kunstgriff mit Augenzwinkern, eine Übertreibung, durch die sich Bücherleser leicht mit „Drogenabhängigen“ vergleichen lassen. Gute Geschichten machen süchtig. Gleichzeitig ist Lesen aber unproduktiv. Wer kennt ihn nicht, den Vorwurf von „eher praktisch veranlagten Menschen“ an Mitbewohner, die faul und nutzlos auf dem Sofa liegen und lesen, anstatt im Haus mit „anzupacken“. Für mich war die SF tatsächlich immer eine bewusstseinserweiternde Droge. Vielleicht sind die aktiven Bücher auch Ausdruck einer Vorahnung darüber, dass das Gutenberguniversum wirklich bald verschwinden könnte. Die Story wegen dieses rein formalen Mittels in die Cyberpunk-Ecke zu stellen … äh … nee, da hat jemand seinen Blick nur auf der Oberfläche ruhen lassen. Bei der ansehnlichen Menge an SF-Stories, die zurzeit veröffentlicht werden, ist das vielleicht kein Wunder. Wenn man seine Meinung mal eben zwischen Tür und Angel bildet, kann so etwas natürlich passieren, sollte aber nicht. Schließlich wird niemand gezwungen, wirklich alles zu lesen. Auch wenn die Ambition als solche sehr löblich ist. Der Hinweis mit den fehlenden 30 Jahren war alleridngs (und leider) berechtigt.
Ein Vorwurf, der jeden Autor hellhörig machen sollte ist natürlich der der „sprachlichen Flachheit“. Kann das Unvermögen so schlimm sein, dass es jemandem sofort aufstößt? Schauen wir uns mal ein paar Sätze an:
„… ein Lächeln, das den Raum mit Sonnenlicht zu fluten schien“ (Naja, vielleicht kein Highlight, aber im Rahmen genau dieser Story stimmig)
„… meine Gefühle sind gerade fest in der Hand der chemischen Industrie, richtig?“
„… eine finstere Horde von Fragen marschierte durch seinen Kopf.“
„Diese Bücher brauchen keinen Geheimgang, um in deinen Kopf zu gelangen. Sie nehmen den direkten Weg über die Autobahn.“
„Sie will dich verbiegen, bis du in den netten Setzkasten ihrer sterilen Welt passt.“
Mh … ist das wirklich ungeschickt ausgedrückt und ein schlechtes Deutsch? Not really, oder? Mir dünkt jedenfalls, die Sätze hauen volle Möhre rein.
So, nun aber Schluss! Wer diese einmalige Ausnahme einer Stellungnahme verpasst hat – selbst Schuld!
Bis dann und macht was draus, euer lieber Olaf!
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Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Meine Kritiken "stimmen" nie. Sie sind genau und nur mein Eindruck als Leser, unprofessionell und subjektiv. Ein Kommentar eines Autors darauf, und sei er noch so emotional, hilft mir dann im Gegenzug, meinen Eindruck deutlicher zu formulieren.Okay hat geschrieben:Dafür kann man als Autor nur dankbar sein. Wenn der erste Zorn der sensiblen, gekränkten Künstlerseele verflogen ist, rate ich jedem, einen Abgleich von dem gedruckten Wort mit den Kritiken vorzunehmen. Sie könnten nämlich stimmen – müssen aber nicht.
Ganz davon abgesehen, daß es manchmal ja auch präzise Zielgruppen für Literatur gibt, zu der ich eventuell in diesem Fall garnicht gehöre. Ist mir beispielsweise bei einem Doris-Lessing-Roman so gegangen.
Von daher : Reg' Dich ruhig über Kritik auf, das hilft beiden, Autor ebenso wie Kritiker.
Re: 25/2008 – Geh nicht zu den Buchhändlern! von Olaf Kemmler
Yes!! Aber gerade in der subjektiven Empfindung liegt auch eine große Chance der Erkenntnis. "Wie is'n mein Geschreibe so bei dem ein' oder andern rüberkommen?" Man darf also ruhig nach Herzenslust loben und niedermachen.a3kHH hat geschrieben:Meine Kritiken "stimmen" nie. Sie sind genau und nur mein Eindruck als Leser, unprofessionell und subjektiv.
Och nö ... aufregen tu ich mich gar nicht. Man hat halt nur manchmal das Bedürfnis, da was richtigzustellen. (Aber wo in der Kunst gibt es schon richtig und falsch) Das mit dem "Zorn der sensiblen Künstlerseele" war mal wieder so eine Übertreibung von mir. Letzten Endes: wenn eine Botschaft nicht angekommen ist, könnte der Grund ja durchaus im Text liegen, gell?a3kHH hat geschrieben:Reg' Dich ruhig über Kritik auf, das hilft beiden, Autor ebenso wie Kritiker.
