Der Dunkle Wald - Cixin Liu

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Knochenmann
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Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 6. April 2018 14:29

Neues Buch:

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Bin bei 15%

Ich muss zugeben das ich wegen der chinesischen Namen den Durchblick verloren habe wer wer ist.

Wie dem auch sei: substanziell ist in den ersten 15% nicht viel passiert. Die Menschheit rüstet sich für einen Krieg in der Zukunft.

Durch die Sophonen ist die gesammte menschliche Kommunikation im *****, nebst der Hochenergieforschung. Die einzige Hoffnung: Projekt "Wandbrecher", über das wir aber noch nicht viel wissen.

Ansosnten: ein anderer Schreibstiel kommt mir vor. Liest sich fast romantisch.
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Re: Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 13. April 2018 09:42

55% (man kommt ja zu nichts)

Das Buch dreht sich vor allem um die Wartezeit auf die Invasion... und hier besonders um die Pläne der sog. "Wandschauer", vier Leute die besonders esotherische Pläne aushecken sollen.

Die sich auch nicht schlecht, und hier gewinnt das Buch noch einmal den Reiz von den "drei Sonnen"... aber, es feht einfach der magische Zauber des Computerspiels aus dem ersten Teil. So fallen leider die Plotlöcher und physikalischen Unmöglichkeiten schwerer ins Gewicht, von der Charakterzeichnung gar nicht zu reden (obwohl sich die im Vergleich zu Band 1 verbesser hat - glaubwürder, aber dafür weniger bunt).

Wort des Buches: Deflätismus. Kannte ich nicht, bzw: hat nicht in meinen Sprachgebrauch existiert. Beschreibt Schwarzmalerei, bzw: die Weigerung weiterzukämpfen weil eine Niederlage droht. Ist natürlich ein Problem für die Leute im Buch, ist mir aber in westlichen Büchern so nicht wirklich untergekommen. Da speigelt sich der kulturelle Hintergrund des Autors wieder nehme ich an... westliches Autoren kommen ja aus Ländern mit militärischer Stärkem und am Sieg gibts eigendlich keinerlei Zweifel (Beispiel: World War Z). In China gibts da vermutlich eine andere militärische Tradizion.
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Re: Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von lapismont » 13. April 2018 11:16

Vermutlich philosophisch begründet. Wenn man den Leuten erzählt, Führer führen gut und das Volk folgt gut und dann sind alle gut, wird man niemanden finden, der an den Verhältnissen etwas ändern möchte, denn dafür ist ja jemand anders zuständig.

Es ist ja auch tatsächlich oft so, dass für den einfachen Menschen ein Herrschaftswechsel selten eine positive Veränderung des Berherrschtwerdens stattfindet. Zahlen muss man immer.

Hätte aber gerade bei Dir vermutet, dass Du weniger Probleme mit den chinesischen Namen hast. Bist wohl noch zu selten da.

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Re: Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 13. April 2018 11:18

:kopfkratz: Es gibt Chinesen die nicht so lange in China waren wie ich. (besonders Kinder unter 2 Jahren).

Egal: Es ist in China üblich das man sich einen restlichen Rufnamen zulegt... in Festlandchina nicht so sehr wie in Taiwan, aber dort eben auch.
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Re: Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von timetunnel » 14. April 2018 12:42

Knochenmann hat geschrieben:
13. April 2018 09:42
Wort des Buches: Deflätismus.
Das ist mir auch aufgefallen, wobei ich - nachdem ich ziemlich genau 50% durch bin - "Wort des Buches" aber nicht deswegen sagen würde, weil es der zentrale Aspekt des Buches ist, sondern einfach, weil es als "Fremdwort" häufig auftaucht, das Wort bisher in meinem Wortschatz keine Rolle spielte und ich die Bedeutung erst mal nachschlagen musste. Der Wikipedia nach zu urteilen sieht es so aus als hätten wir diesen Wort mit Sicherheit gekannt, wenn wir vor ca. 100 Jahren gelebt hätten. Andererseits frage ich mich, ob das nicht innerhalb z.B. der Bundeswehr heutzutage immer noch ein geläufiger Begriff ist ("interne Motivationsstragegien", oder wie auch immer man das nennen würde), von dem man als Zivilist nur nix hört.

Stilistisch schwankt das Buch bisher zwischen wirklich starken Momenten und schlichtem Heruntererzählen, letzteres vor allem, wenn es um die Versuche technischer Weiterentwicklung geht. Besonders berührend fand ich, trotz aller Kitschigkeit, die Sache mit Luo Ji und seiner Traumfrau; wie in seine Freundin ihn dazu brachte, sie zu erfinden und was sich daraus entwickelte.
Knochenmann hat geschrieben:
13. April 2018 11:18
Es ist in China üblich das man sich einen restlichen Rufnamen zulegt
"restlichen Rufnamen"? Meintest du "westlichen Rufnamen", oder sowas wie "einen weiteren Rufnamen"?
Plan für heute: eine komplette Erdumdrehung mitmachen.

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Re: Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von timetunnel » 15. April 2018 21:51

Ich bin durch und eher enttäuscht, vor allem von der zweiten Hälfte. Die ist viel zu lang geraten. Es gibt endlose Beschreibungen technischer Ideen, viele Redundanzen, was "Weisheiten" oder "Gleichnisse" über die menschliche Natur angeht ("Defätismus" ohne Ende, vor allem in der ersten Hälfte der zweiten Hälfte), dazu schlecht entwickelte Charaktere (falls man da von "Entwicklung" überhaupt sprechen kann). Vor allem
die völlige Naivität und Inkompetenz, mit der die Menschen sich der ersten Sonde stellen, fand ich ärgerlich und absolut unglaubwürdig. Wenn auch nicht im Detail so ließ sich der generelle Ausgang dieser Sonden-Sache, und dass sie wohl eine Art Bombe oder auf andere Art und Weise feindlich sein werden, 200 Seiten gegen den Wind riechen.
Stellenweise hat mich die Schreibe an Hamiltons alte Captain-Future-Romane erinnert, auch wenn sie nicht ganz so plakativ ist, und ich bekam das Gefühl, keinen aktuellen Roman sondern einen jahrzehntealten "Klassiker" zu lesen.

Das Ende ist dann aber wieder sehr gelungen.

Fazit: deutlich schlechter als Teil 1, aber noch gut genug, dass ich Teil 3 auch lesen werde.
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Re: Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von Jorge » 15. April 2018 22:46

Knochenmann hat geschrieben:
13. April 2018 09:42
Wort des Buches: Defätismus. Kannte ich nicht, bzw: hat nicht in meinen Sprachgebrauch existiert. Beschreibt Schwarzmalerei, bzw: die Weigerung weiterzukämpfen weil eine Niederlage droht. Ist natürlich ein Problem für die Leute im Buch, ist mir aber in westlichen Büchern so nicht wirklich untergekommen.
Mal auf die Schnelle ein Beispiel aus der westlichen SF:

"Also nur Sie! Dürfen wir es also so verstehen", fuhr er gestelzt fort, "daß diese defätistische Ansicht allein auf Ihren unqualifizierten Beobachtungen beruht?"(S.63)

"Sie kamen mit Captain Arbogast und wollten uns überreden, bei Ihrer defätistischen Politik mitzumachen und hier oben alles aufzugeben, um statt dessen von Ihnen Befehle entgegenzunehmen."(S.107)

"Sie mieser defätistischer Dreckskerl!"(S.108)

"Sie dreckiger Defätist!"(S.110)

"Er hat sich das Leben genommen."
"Bei einem so defätistischen und rückgratlosen Haufen hätte ich an seiner Stelle das gleiche getan!"(S.115)

usw. usw.

aus
John Brunner
Der Kolonisator
http://sf-hefte.de/Details.php?id=23027 ... 0Abenteuer
http://www.phantastik-couch.de/john-bru ... ymath.html

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Re: Der Dunkle Wald - Cixin Liu

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 16. April 2018 08:26

timetunnel hat geschrieben:
15. April 2018 21:51
Stellenweise hat mich die Schreibe an Hamiltons alte Captain-Future-Romane erinnert, auch wenn sie nicht ganz so plakativ ist, und ich bekam das Gefühl, keinen aktuellen Roman sondern einen jahrzehntealten "Klassiker" zu lesen.
Das macht meiner Meinung nach den Reiz der Bücher generell aus: leist sich wie Retro-SF aus der Guten Alten Zeit.

Das mit der Sonde fand ich auch lächerlich.... außerdem: "Infraschall Wasserstoffbomben"... ja gnau, Schallwaffen ,genau was man im Weltraum braucht.

Das Buch stellt die "Suspension of Disbelief" auf eine harte Probe, aber ich für meinen Teil habe genug schönes dran gefunden um auch den dritten Teil zu lesen wenn der auf deutsch erscheint.

Bin außerdem Fertig
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