Der "Liest zur Zeit" Thread

Science Fiction in Buchform
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Ender
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ender »

Mats Strandberg - Das Ende
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In diesem Roman geht es um die letzten Wochen vorm sicheren Weltuntergang (durch Kometeneinschlag). Es ist ein Jugendbuch mit mehr oder weniger gelungenen Protagonisten und einigen originellen Gedanken zum ansonsten ja nicht soooo neuen Thema. Viele Punkte wirken aber leider komplett unrealistisch - so z.B. die Tatsache, dass Supermärkte, Stromversorgung, Internet etc. bis zuletzt tadellos funktionieren - aber Strandberg geht es hier ganz offensichtlich in erster Linie um die Personen. Genauer: um ihre auch im Angesicht des Untergangs immer noch sehr jugendlich-pubertäten Probleme und um zahlreiche melancholisch-interessante Gedanken.
Das gelingt zwar stellenweise gar nicht schlecht, einen glaubhaften Blick auf eine solche Extremsituation bietet der Roman allerdings nicht.
Für Jugendliche wahrscheinlich ganz okay, für alternde Berufsjugendliche wie mich eher mittelmäßig.



Margaret Atwood - Die Zeuginnen
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Ich halte "Der Report der Magd" für ein Meisterwerk, deshalb hatte ich etwas Angst vor dieser 35 Jahre später entstandenen Fortsetzung. Zum Glück unbegründet.
Es ist ein extrem gelungener zweiter Teil, insbesondere deshalb, weil es eben keine unmittelbar anknüpfende Fortführung der Handlung ist, sondern stattdessen eine neue, andere Geschichte aus derselben Welt erzählt.
Natürlich existieren Verknüpfungen, Bezugspunkte und Querverbindungen zum Vorgänger und es gibt auch die eine oder andere Antwort auf offen gebliebene Fragen. Diese Story setzt jedoch andere Schwerpunkte und fällt dabei insgesamt zugleich temporeicher und eindeutig "thrillermäßiger" aus.
Vor allem aber: es werden ganz neue Perspektiven eingenommen. Und genau durch diese verschiedenen Blickwinkel wird das ganze Konstrukt 'Gilead' verständlicher. Die Art und Weise, wie solch ein totalitärer Staat funktionieren kann und mit welch perfiden Mitteln Macht und Unterdrückung aufrecht erhalten und perfektioniert werden, sind hier nachvollziehbar und glaubhaft dargestellt.
Selten hat mich ein zweiter Teil so überzeugt.

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Teddy
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Teddy »

Ender hat geschrieben:
28. Oktober 2020 18:11
Margaret Atwood - Die Zeuginnen
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Ich halte "Der Report der Magd" für ein Meisterwerk, deshalb hatte ich etwas Angst vor dieser 35 Jahre später entstandenen Fortsetzung. Zum Glück unbegründet.
Es ist ein extrem gelungener zweiter Teil, insbesondere deshalb, weil es eben keine unmittelbar anknüpfende Fortführung der Handlung ist, sondern stattdessen eine neue, andere Geschichte aus derselben Welt erzählt.
Natürlich existieren Verknüpfungen, Bezugspunkte und Querverbindungen zum Vorgänger und es gibt auch die eine oder andere Antwort auf offen gebliebene Fragen. Diese Story setzt jedoch andere Schwerpunkte und fällt dabei insgesamt zugleich temporeicher und eindeutig "thrillermäßiger" aus.
Vor allem aber: es werden ganz neue Perspektiven eingenommen. Und genau durch diese verschiedenen Blickwinkel wird das ganze Konstrukt 'Gilead' verständlicher. Die Art und Weise, wie solch ein totalitärer Staat funktionieren kann und mit welch perfiden Mitteln Macht und Unterdrückung aufrecht erhalten und perfektioniert werden, sind hier nachvollziehbar und glaubhaft dargestellt.
Selten hat mich ein zweiter Teil so überzeugt.
Oh, das passt ja gut. Ich habe am Wochenende das Hörbuch beendet und kann mich Ender in allen Punkten anschließen. Ein großartiges Buch und mit Tante Lydia hat Atwood eine außergewöhnliche Figur geschaffen.
Bleibt nur noch zu erwähnen, dass das Hörbuch ausgezeichnet gelesen ist, mit drei verschiedenen Sprecherinnen für die drei Hauptfiguren.

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Ender
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ender »

Stephen King - Erhebung
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Ein typischer King, dessen Stärken in dieser kleinen Novelle ebenso erkennbar sind wie seine Schwächen.
Sehr gelungen ist mal wieder die Darstellung des amerikanischen Kleinstadtlebens und des Alltags der (überwiegend konservativen) Einwohner. Ein bunter Strauß verschiedener Persönlichkeiten, von denen man die meisten persönlich zu kennen meint. Klar, dass King sich hier eindeutig positioniert.
Der Phantastik-Aspekt hingegen ist eher schwach ausgearbeitet und bleibt die meiste Zeit über ohnehin im Hintergrund. Wobei ich das Ende - vielen Kritikern zufolge sehr unbefriedigend - eigentlich recht gut fand. Enttäuscht wird vermutlich, wer knallige Dramatik und spektakuläre Twists erwartet.
Stattdessen geht es sehr ruhig zu und abgesehen von der Prämisse des unerklärlichen Gewichtsverlusts überhaupt nicht klassisch-horrormäßig. (Wobei das natürlich schon Horror genug ist.)
Wichtiger sind die Figuren, das Kleinstadt-Flair und der sympathisch unaufgeregte Protagonist. Aber wenn man schon viele Geschichten des Meisters gelesen hat, kann man das doch eigentlich nicht sooo ungewöhnlich finden.
Mir hat's gefallen.

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Uschi Zietsch
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich habe vor kurzem beendet: "Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep" von H. G. Parry.
https://www.amazon.de/Die-unglaubliche- ... 181&sr=8-1

Durchschnittliche, nette Kost streng nach Schreibwerkstatt verfasst. Heißt: Funktioniert, aber bietet halt auch keine mitreißenden Höhepunkte.

Liest sich flüssig, ein wenig Straffung wäre ok (aber ich bin ja immer ein Meckerer, wenn es über 400 Seiten geht, und das sind 600, allerdings relativ groß bedruckt).
Den Plot haben wir schon oft gehabt: Buchfiguren werden lebendig. Aber natürlich reizt hier die Ausführung, und als Idee an sich ist es gut.
Der Twist/die Auflösung ist leider unoriginell, um nicht zu sagen langweilig. Da hatte ich mir schon mehr erwartet.

Was mich stört: Der Ich-Erzähler ist durchwegs ein Depp. Das ist nicht die Art Protagonist, von dem ich lesen will, vor allem, wenn er nur eine klitzekleine Entwicklung durchmacht. Das wirkt irgendwie aufgesetzt und gestelzt.
Eine Menge Dialoge, gerade zwischen den Brüdern, sind inhaltsleer und transportieren die Story nicht weiter.

Angenehme Durchschnittskost für zwischendrin, wenn man diese Art Geschichten mag.
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Knochenmann
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Ender hat geschrieben:
29. Oktober 2020 15:02
Stephen King - Erhebung
Ich hab das Buch gehasst wie nur sonstwas. Da war soviel schlimmes drinnen... alleine dieses peinliche Rennen. Schlimm.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

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Ender
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ender »

Man kann der Geschichte eine Tendenz zum Kitsch vorwerfen. Aber ist doch auch mal schön.
Nun sei doch nicht so streng!

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Knochenmann
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Pardon, aber: da steckt so vieles altbackenes, sexistisches und dummes drinn, Das Buch + das Institut haben dafür gesorgt das King wieder auf der Schwarzen Liste gelandet ist.
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Ender »

Das muss ich überlesen haben.

heino
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von heino »

Kleines Update:

Naomi Klein - Gegen Trump

Der deutsche Titel ist leicht irreführend, denn Klein geht es eigentlich um die Bekämpfung der Mechanismen, die Trump überhaupt erst nach oben und dann ins Weiße Haus bringen konnten. Dabei erläutert sie sehr nachvollziehbar und einleuchtend, wie Trump ihrer Meinung nach die Marketingtechniken von u.a. Nike und Adidas kopierte und sich dadurch selbst zu einer Marke machte, warum sein Image als erfolgreicher Geschäftsmann reines Blendwerk ist und warum seine Erfahrungen als Star einer Reality TV-Show ihm halfen, die Präsidentschaft zu erlangen. Das Buch ist kurz nach der damaligen Wahl erschienen, daher konnte sie nicht wissen, wie schlimm Trump wüten und wie sehr er in der jetzigen Situation versagen würde, hat das aber erstaunlich genau vorher gesagt.

Anthony Bourdain - Medium Raw

Bourdain war 28 Jahre Küchenchef und wurde durch eine Kochreisesendung auf dem Food Channel bekannt und das Buch wird damit beworben, dass er alle schmutzigen Geheimnisse aus Restaurantküchen verraten würde, die man als Kunde lieber nicht wissen möchte. Das Buch ist allerdings eine Mogelpackung, denn eigentlich ist es die Fortsetzung seiner Biografie "Geständnisse eines Küchenchefs" und dementsprechend ist es eher eitle Nabelschau eines selbsterklärten Enfant Terribles, die sich hauptsächlich damit beschäftigt, dass er lange Zeit von Alkohol, Kokain und Heroin abhängig und allgemein eher ein unsympathischer Sack war. Daneben werden noch ein paar persönliche Helden abgefeiert und ein paar Kritiker und von ihm dazu erklärte Schurken abgewatscht.

Helene Bockhorst - Die beste Depression der Welt

Helene Bockhorst ist eine der neuen Comediennes und hat etwas für diesen Berufszweig Ungewöhnliches getan:Sie hat keine Buchversion eines mehr oder weniger witzigen Bühnenprogramms geschrieben, sondern einen Roman, in dem sie ihre persönlichen Erfahrungen mit Depressionen einfließen lässt, ohne dabei biographisch oder bemüht witzig zu werden. Das Buch weist leichte stilistische Schwächen auf (was bei einem Erstlingswerk zu verschmerzen ist), bietet dafür aber einen guten Einblick in die Probleme depressiver Menschen und ist bei aller Schwere des Themas immer auch sehr witzig, ohne in billige Zoten abzurutschen.
Lese zur Zeit:

Dexter Filkins - Der ewige Krieg

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich lese gerade Die Knochenuhren von David Mitchell

Ich bin jetzt auf S. 268 von 816 (32%!) und wir sind immer noch in der Exposition!

Die erste Ich-Geschichte mit Holly hat mir sehr gut gefallen, das zieht gleich rein, ist nachvollziehbar, schön erzählt und spannend. Hört mittendrin auf.

Die zweite Ich-Geschichte hingegen ist selbstverliebt, geschwätzig, ausufernd. Die siebengescheiten Unterhaltungen der reichen englischen Studenten sind in einem Film ganz charmant, der aber nur dies zum Thema hat - studieren, in die Welt hinausziehen, Ziele haben, Weiber aufreißen, einer kommt zu Tode = Trauma. Hier aber geht es ja eigentlich um Urban Fantasy, und zwar um irgendwelche Typen, die irgendwas mit der Zeit machen. Mehr wissen wir auf auf S. 268 noch nicht, außer dass die einen "Archeirgendwas" Namen haben, und schon ist der Part zu Ende. Die siebengescheiten ausgedehnten nicht übersetzten französischen Dialoge hab ich genauso weitergeblättert wie die ausufernden Wichtigmach-Exzerpte des vermeintlichen Soziopathen, der einfach nur ein reiches verwöhntes arrogantes Bürscherl ist. Und natürlich wird das mit dem dringenden Anruf von Scotland Yard auch nicht innerhalb dieses Parts aufgeklärt. Bis das wieder an der Reihe ist, hab ich das längst vergessen, scheint ja auch nicht wichtig für die Handlung zu sein. Ein Spannungstreiber, der ins Leere läuft?

Dann geht es jetzt wohl weiter mit der nächsten Ich-Präsens-Geschichte mit der nächsten Figur und ich hoffe nur, dass die Exposition damit dann endlich mal zu Ende ist und die Geschichte losgeht. Die bisherigen Häppchen zur eigentlichen Handlung sind mehr als dürftig.

Derzeit steht es 1:1 (gefallen : nichtgefallen)
:bier:
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Naut »

Uschi Zietsch hat geschrieben:
5. November 2020 10:41
Die erste Ich-Geschichte mit Holly hat mir sehr gut gefallen, das zieht gleich rein, ist nachvollziehbar, schön erzählt und spannend. Hört mittendrin auf.

Die zweite Ich-Geschichte hingegen ist selbstverliebt, geschwätzig, ausufernd. Die siebengescheiten Unterhaltungen der reichen englischen Studenten sind in einem Film ganz charmant, der aber nur dies zum Thema hat - studieren, in die Welt hinausziehen, Ziele haben, Weiber aufreißen, einer kommt zu Tode = Trauma. Hier aber geht es ja eigentlich um Urban Fantasy, und zwar um irgendwelche Typen, die irgendwas mit der Zeit machen. Mehr wissen wir auf auf S. 268 noch nicht, außer dass die einen "Archeirgendwas" Namen haben, und schon ist der Part zu Ende. Die siebengescheiten ausgedehnten nicht übersetzten französischen Dialoge hab ich genauso weitergeblättert wie die ausufernden Wichtigmach-Exzerpte des vermeintlichen Soziopathen, der einfach nur ein reiches verwöhntes arrogantes Bürscherl ist. Und natürlich wird das mit dem dringenden Anruf von Scotland Yard auch nicht innerhalb dieses Parts aufgeklärt. Bis das wieder an der Reihe ist, hab ich das längst vergessen, scheint ja auch nicht wichtig für die Handlung zu sein. Ein Spannungstreiber, der ins Leere läuft?
Nur so als Frage: Dir ist aufgefallen, dass Holly (die Protagonistin aus Ep. 1) eben jene Barfrau in der Schweiz in Ep. 2 ist? Dass ihr Leben vielleicht anders verlaufen wäre, wenn er nicht von den Typen abgefangen worden wäre?

Davon ab: Die Handlung ist bereits mitten drin. Es geht ja um Hollys Lebensgeschichte, verwoben mit den Ereignissen jener Körperlosen/Seelenwanderer/was-auch-immer. Ja, es geht in den folgenden Episoden so weiter (bin gerade bei Ep. 4, "arroganter Star-Autor auf dem absteigenden Ast").
Dass das kein "normaler" Spannungsroman nach einem bekannten Schema ist, dürfte man von Mitchell erwarten. Gefällt nicht jedem, aber genau das finde ich gut. (Wenn er das wäre, würde ich ihn vermutlich nicht lesen.)

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Naut hat geschrieben:
5. November 2020 13:00
Nur so als Frage: Dir ist aufgefallen, dass Holly (die Protagonistin aus Ep. 1) eben jene Barfrau in der Schweiz in Ep. 2 ist? Dass ihr Leben vielleicht anders verlaufen wäre, wenn er nicht von den Typen abgefangen worden wäre?
Hä? Ja, natürlich ist mir das aufgefallen. :nixwiss: "wenn er nicht von den Typen abgefangen worden wäre" -> was meinst du damit? Wenn wer nicht von wem was wie wo ihr Leben anders verlaufen wäre? Bisher ist sie Barfrau, mehr weiß ich noch nicht - ich nehme an, du greifst voraus, aber das kann ich derzeit nicht wissen. Ich bin auf S. 268.
Davon ab: Die Handlung ist bereits mitten drin.
Nein. Bisher finde ich nur Lebensausschnitte mit einem Hauch von Handlung, die mit dem Titel "Knochenuhren" und irgendwelchen seltsamen Wesen, die unsterblich, nichtmenschlich, eine Seite gut, eine Seite böse, und dem Verschwinden von Hollys Bruder zusammenhängt. Das erfährt man sehr schnell und das ist alles bis S. 268.
Es geht ja um Hollys Lebensgeschichte,
Im Part 2 geht es um die Lebensgeschichte des Schnösels, der Holly trifft.
verwoben mit den Ereignissen jener Körperlosen/Seelenwanderer/was-auch-immer.
Aber nur ganz am Rande verwoben. Wie gesagt, wir sind immer noch in der Exposition - erst mal wird der Boden bereitet und das Szenario geschaffen.
Ja, es geht in den folgenden Episoden so weiter (bin gerade bei Ep. 4, "arroganter Star-Autor auf dem absteigenden Ast").
Ja, Mitchell scheint nur Episodenromane mit unterschiedlichen Figuren zu verfassen.
Dass das kein "normaler" Spannungsroman nach einem bekannten Schema ist, dürfte man von Mitchell erwarten. Gefällt nicht jedem, aber genau das finde ich gut. (Wenn er das wäre, würde ich ihn vermutlich nicht lesen.)
Ich erwarte ganz gewiss keinen "normalen" Spannungsroman nach einem bekannten Schema. Ich erwarte gar nichts, wenn ich an ein neues Buch herangehe, sondern lasse mich darauf ein und beurteile, wie ich mich dabei fühle.
Und bisher steht es 1:1.
Mehr kann ich noch nicht sagen.
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Man sollte über das Buch nicht allzuviel im Voras wissen.

Mir hat es am Ende sehr gut gefallen, alles hat sich zu einem schönen Bild zusammengefügt.

Beste Story im Rückblick: "The wedding bash"
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Naut »

Uschi Zietsch hat geschrieben:
5. November 2020 14:36
Naut hat geschrieben:
5. November 2020 13:00
Nur so als Frage: Dir ist aufgefallen, dass Holly (die Protagonistin aus Ep. 1) eben jene Barfrau in der Schweiz in Ep. 2 ist? Dass ihr Leben vielleicht anders verlaufen wäre, wenn er nicht von den Typen abgefangen worden wäre?
Hä? Ja, natürlich ist mir das aufgefallen. :nixwiss: "wenn er nicht von den Typen abgefangen worden wäre" -> was meinst du damit? Wenn wer nicht von wem was wie wo ihr Leben anders verlaufen wäre? Bisher ist sie Barfrau, mehr weiß ich noch nicht - ich nehme an, du greifst voraus, aber das kann ich derzeit nicht wissen. Ich bin auf S. 268.
Ja, war auch kein Vorwurf. :) Hätte ja sein können, dass Dir dieses Detail entgangen ist.
Ich denke schon, dass die Geschichte, die erzählt wird, Hollys (Lebens-)Geschichte ist, denn sie ist das verbindende Element aller Episoden. Bloß wird sie nicht immer nur aus ihrer Perspektive erzählt.
Ich erwarte ganz gewiss keinen "normalen" Spannungsroman nach einem bekannten Schema. Ich erwarte gar nichts, wenn ich an ein neues Buch herangehe, sondern lasse mich darauf ein und beurteile, wie ich mich dabei fühle.
Das ist ja auch völlig okay. Anders mache ich das auch nicht.
Mir ist bloß aufgefallen, dass Du oft Elemente kritisierst, die nicht dem Aufbau entsprechen, wie Du ihn (als Autorin) gewählt hättest. Das ist auch völlig in Ordnung, aber eben auch nur eine mögliche Perspektive.

Nochmal: Kein Vorwurf oder so! Mitchell gefällt nicht jedem.

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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von heino »

Uschi Zietsch hat geschrieben:
5. November 2020 14:36
Mitchell scheint nur Episodenromane mit unterschiedlichen Figuren zu verfassen.
In diesem Punkt muss ich dir ganz klar widersprechen. Chaos und der Wolkenatlas sind Episodenromane, aber Number 9 dream, Der 13. Monat, Die 1000 Herbste des Jakob de Zoet, Die Knochenuhren und auch Slade House sind Romane mit linearer Handlung. Bei Die Knochenuhren ist nur die Erzählweise etwas eigenwillig.
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