Zum Werk von John Brunner

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Kringel
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von Kringel » 6. Dezember 2018 07:09

Ich verstehe es nicht. Zeitreisen und alternative Geschichtsverläufe wurden ja schon genannt. Was ist mit SF, in der es überhaupt nicht um technische, gesellschaftliche oder sonstige Entwicklungen in der Zukunft geht? Nicht Outer Space, sondern Inner Space? Oder um Romane, in denen bewusst Gegenentwürfe zu Entwicklungen ausgearbeitet werden, wie man sie zum jeweiligen Zeitpunkt erwarten konnte? Verwechselst du womöglich »gute Science-Fiction-Autoren« mit Autoren, die Romane schreiben, die dir gefallen?

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Ming der Grausame
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame » 6. Dezember 2018 14:09

Dass ich unter gute Science-Fiction-Autoren grundsätzlich preisgekrönte Hugo-, Nebula-, Locus-, John-W.-Campbell-, Philip-K.-Dick- oder Prometheus-Award-Gewinner subsumiere, sollte sich inzwischen hier herumgesprochen habe. Und, wenn ein guter Science-Fiction-Autor sich nicht mit der Prognostizierung der Zukunft beschäftigt, dann beschäftigt er/sie/es eben nicht mit der Prognostizierung der Zukunft. Punkt. Und just die Alternativweltgeschichte beschäftigen sich sehr intensiv mit der Zukunft, eben weil sie just das Spektrum der Realität ausloten.

Im Übrigem war die New Wave eine sehr berechtigte Kritik an die realexistierende damalige Science-Fiction, die sowohl inhaltlich wie formal faktisch im Stillstand verharrte. Seitdem kann man die Science-Fiction nicht länger inhaltlich definieren, sondern zunehmend gedanklich und gesellschaftlich.

Was ist daran so schwer zu verstehen? Und was hat das alles mit dem Werk von John Brunner zu tun? Er war definitiv zu seiner Zeit ein guter Science-Fiction-Autor, kann aber mit z.B. Paolo Bacigalupi, das ich gerade lese, einfach nicht mithalten, weil Brunners Perspektive aus heutiger Sicht zu sehr in der Vergangenheit verharrte und die Probleme von damals™ lediglich in die Zukunft extrapolierte, wodurch John Brunner nicht einmal als Vorläufer des Subgenres der Climate-Fiction gelten kann... Bild
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von heino » 8. Dezember 2018 14:47

Was daran so schwer zu verstehen ist? Ganz einfach, dass du einerseits darauf bestehst, dass ein guter SF-Autor gefälligst korrekte Prognosen zur Zukunft zu machen hat, gleichzeitig aber sagst, dass gute Autoren das eben doch nicht zwangsläufig machen müssen. Und da widersprichst du dir eben mehrfach selbst. Was daran für dich wiederum schwer zu verstehen ist, erschließt sich uns nicht.

Und was das mit Brunner zu tun hat? Der war Auslöser dieser Debatte, weil du ihm abgesprochen hast, ein guter SF-Autor zu sein, weil er eben keine Korrekten Vorhersagen getätigt hat. Nochmal:Natürlich muss man die Bücher von Brunner nicht mögen, aber diese Begründung ist doch sehr eng gefasst und dass du ständig deine Position über das, was gute SF-Autoren ausmachst, änderst, wirkt zumindest auf mich so, als hättest du dich argumentativ vergallopiert und versuchst davon abzulenken, und um das nicht zugeben zu müssen.
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame » 8. Dezember 2018 16:48

Ich habe aber weder das Wort „gefälligst“ verwendet, noch bestehe ich auf irgendetwas. Ich habe lediglich diagnostiziert, dass man gute Science-Fiction-Autoren auch just daran erkennen kann, wie hinreichend genau sie die Zukunft prognostizieren können. Und das meine ich immer noch so.

Ganz sicher habe ich hingegen John Brunner nicht abgesprochen, zu seiner Zeit ein guter Science-Fiction-Autor gewesen zu sein. Ich habe ihm lediglich abgesprochen, mangels Relevanz für die heutige Zeit, auch heute als ein guter Science-Fiction-Autor zu gelten. Er galt eine Dekade lang als ein ganz Großer, aber besagte Dekade ist nun fast 3 Dekaden her und sein Werk hat heutige Menschen kaum noch was zu sagen, ganz im Gegensatz zu z.B. Robert A. Heinlein. John Brunner ist als Science-Fiction-Autor heute hingegen längst vergessen und nur Eingeweihte beschäftigen sich noch mit seinem Werk wegen deren historischer Signifikanz.

Fakt ist: Die angeblichen Widersprüche, die du mir zusprechen willst, sind nämlich gar nicht meine Widersprüche im Denken, sondern lediglich die inhärenten Widersprüche deiner psychologischen Ansprüchlichkeit des Denkens... Bild
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von heino » 9. Dezember 2018 19:18

Ming der Grausame hat geschrieben:
8. Dezember 2018 16:48
Fakt ist: Die angeblichen Widersprüche, die du mir zusprechen willst, sind nämlich gar nicht meine Widersprüche im Denken, sondern lediglich die inhärenten Widersprüche deiner psychologischen Ansprüchlichkeit des Denkens... Bild
Und genau wegen solcher ad hominem-Angriffe und angeblich intellektuellen Geschwafels nimmt dich niemand ernst. Du hast in deinem ersten Postings ehr eindeutig gesagt, dass die Fähigkeit der Zukunftsvorhersage das Kriterium für dich ist, nach dem die guten von den schlechten SF-Autoren trennst. Da war nirgendwo von einem "auch" die Rede. Ebenso hast du da keinen Zweifel daran gelassen, dass du Brunner generell für einen schlechten Autoren hältst (was dir wie bereits mehrfach gesagt unbenommen sei), da war auch kein Raum für Zwischentöne in deinen Äußerungen. Dass du jetzt wieder zurückruderst und so tust, als hättest du das nie gesagt, ist zum Einen in meinen Augen ein eindeutiges Zeichen dafür, dass du einfach keinen Irrtum zugeben kannst, und zum anderen leider typisch für dein Diskussionsverhalten (ebenso wie die persönlichen Angriffe übrigens). Da alle Gespräche mit dir so verlaufen, werde ich zukünftig darauf verzichten, das ist einfach Zeitvergeudung.
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame » 9. Dezember 2018 20:58

Es ist aber kein Argumentum ad Hominem, wenn ich deine psychologische Ansprüchlichkeit des Denkens thematisiere. Schon Kurt Tucholsky stellte lapidar fest: „Jeder sieht nur, was er sehen will.“ Und das gilt auch für dich. Auch du siehst nur, was du sehen willst, unabhängig davon, was es tatsächlich zu sehen gibt – ist halt so, kann man nichts machen...
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel » 9. Dezember 2018 21:11

Ohne hier jetzt in die absurde Diskussion einsteigen zu wollen, gehe ich mal davon aus, dass viele Science-Fiction-Autoren von einer Zukunft schreiben, von der sie hoffen, dass sie nicht eintreten wird.

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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von Ming der Grausame » 10. Dezember 2018 14:29

Pogopuschel hat geschrieben:
9. Dezember 2018 21:11
gehe ich mal davon aus, dass viele Science-Fiction-Autoren von einer Zukunft schreiben, von der sie hoffen, dass sie nicht eintreten wird.
Ich wäre diesbezüglich nicht so sicher. Ich könnte mir z.B. durchaus vorstellen, dass Robert A. Heinlein im Science-Fiction-Klassiker Starship Troopers tatsächlich ein utopischer Staat vorstellt, das sehr stark auf seine Idealen des Libertarismus ruht. Daher ist deine obige These meiner Meinung nach leider nur eine unzulässige Verallgemeinerung...
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Re: Zum Werk von John Brunner

Ungelesener Beitrag von Doop » 10. Dezember 2018 17:40

Hat Pogo was von „alle SF-Autoren“ geschrieben? Nein. Er schreibt „viele“ und „meiner Meinung nach“. Das ist keine Verallgemeinerung. Und über „Starship Troopers“ hat Pogo auch nichts geschrieben. Krieg Dich bitte wieder ein und diskutiere vernünftig. Ich hoffe, das geht noch.
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