KI im Film

Michael_Est
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KI im Film

Ungelesener Beitrag von Michael_Est »

Hallo Leute,

ich will eine Arbeit verfassen, in der das Thema Künstliche Intelligenz in Science Fiction Filmen aufgegriffen wird.
Habt ihr Ideen und Anregungen für mich?
Sehr Interessant sind Filmszenen, in denen durch KI Arbeit erledigt wird. Ein Beispiel dafür wäre ein Roboter, der selbstständig einen Fehler erkennt und diesen Repariert.
Natürlich freue ich mich auch über Vorschläge von Filmen in denen KI in Form eines menschlichen Körpers erschaffen wird. Davon habe ich jedoch schon einige Beispiele.

Ich freue mich auf jede Antwort, die ich von euch bekommen kann :bier:

Liebe Grüße,

Michael
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keenSo
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von keenSo »

Hey,

Jürgen hat mal eine Liste von KI in SF Filmen gemacht: https://bit.ly/what-if-ai
Und wir haben dazu auch eine Podcast Folge gemacht: https://rewrite-podcast.soenke-scharnho ... ewrite017/

Viel Spaß
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Badabumm
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Auf dieser Seite https://bit.ly/what-if-ai steht ein interessanter Satz: „dann meint künstliche Intelligenz ein automatisiertes System zur Nachahmung dessen, wozu Intelligenz befähigt.“

Für mich widerspricht das dem Begriff von Intelligenz, denn Intelligenz sollte selbst zur Problemlösung befähigt sein.
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Harald Lesch
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von keenSo »

ja, der Begriff künstliche Intelligenz ist mehr ein Marketing begriff in der IT.

Der Satz ist allerdings ziemlich korrekt. Es geht wirklich dabei um System bzw. einen Algorithmus die für uns (Menschen) als Intelligent wirken.

Wir wissen im Moment auch noch nicht wirklich was Intelligenz ist. Wir summieren darunter im Moment einfach bestimmte Fähigkeiten wie wir als Menschen haben. Vielen von denen haben anderen Tiere aber auch. Vielen von denen sind, zum Teil recht einfach als Algorithmen/Systeme abbildbar.

Ich schneide gerade an einem Podcast über KI Risiken mit Karl Olsberg. Das könnte ganz interessant werden wenn er fertig ist, Shownotes sind teilweise schon da: https://rewrite-podcast.soenke-scharnho ... b93ca8f94f
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Badabumm
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Wenn die Nachahmung darin besteht, menschliche Problemlösungsmethode nachzuahmen, weil wir nicht wissen, was Intelligenz ausmacht, so ist es dasselbe, wie Leben als DNS-basiertes Kohlenstoffsystem zu definieren, weil wir nicht wissen, was Leben ist. Möglicherweise geht es gar nicht anders, weil wir Anthropozentriker sind...

Auffallend ist, dass der Großteil der Filme humanoide KI beschreibt. Ein Montageroboter für ein Autofließband kommt selten vor. Die Gegenseite ist das "Elektronengehirn", das widerum entmenschlicht ist.

Es gab noch zwei Tatort-Folgen, in denen KI gemordet hat, weil sie sich bedroht fühlte (der Klassiker): "Echolot" und "KI". Beide Folgen arbeiteten u.a. mit humanoiden Avataren, damit "wir Menschen" was zum Gruseln haben. Mehr Angst habe ich aber vor KI, die im Toaster oder im Auto stecken könnte.

Andererseits schließt das damit auch autonomen Willen mit ein, so dass Intelligenz immer zusammen mit Selbstwahrnehmung und Bewusstsein vorkommt.

"Alita", "Cyborg She", "Eva" und "Robots" fallen mir noch ein.
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Harald Lesch
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von heino »

Es gibt eine Folge von AkteX über ein von KI gesteuertes Bürogebäude, das Morde begeht. Intelligente Maschinen, die u.a. im Haushalt helfen, gibt es in "Runaway" mit Tom Selleck. Nicht zu vergessen die intelligenten Roboter in "I, Robot" und "Der 200Jahre-Mann".
Lese daheim:
Alastair Reynolds - Unendlichkeit
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Badabumm
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Michael_Est hat geschrieben: 3. Mai 2021 12:41 Ein Beispiel dafür wäre ein Roboter, der selbstständig einen Fehler erkennt und diesen Repariert
Die drei Roboter in „Lautlos im Weltraum“ wurden für ihre Aufgaben speziell programmiert (dramatisch: die OP-Szene...), dennoch scheinen sie in gewissen Maßen selbstständig zu „denken“. Man könnte sie also mit einem Marsrover vergleichen, der entscheidet, wo er langfahren möchte, um ein Problem zu meistern. Ähnlich arbeiten inzwischen bereits Kanalisationsroboter oder Drohnen. Die kleine Szene, in denen die Roboter beim Kartenspiel betrügen, würde ich als Filmgag bezeichnen. Und obwohl Freeman mit den Robotern redet, so kann man daraus nicht schließen, dass sie wirkliche Kommunikation betreiben - deshalb würde ich deren Intelligenz mit Haustieren vergleichen. Am Ende erfordert die Pflege des Gartens natürlich eine gewisse eigene Entscheidungskraft, aber das wurde im Film dann nicht mehr erklärt und war auch für die Aussage nicht relevant.
Ähnliche Service-Roboter, bei denen man nicht genau weiß, wie intelligent sie eigentlich sind, treten z.B. in „Moon“ oder „Das schwarze Loch“ auf. Tatsächlich lässt sich der Glaube, man habe es mit intelligenten Wesen zu tun, heute schon sehr weit treiben.
Die Klassiker sind natürlich die beiden Droiden aus „Star Wars“.
Zuletzt geändert von Badabumm am 5. Mai 2021 15:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Harald Lesch
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Michael_Est »

Vielen Dank euch allen!!!
Das sind schon einmal sehr viele gute Inputs, auf die ich mich auch direkt stürzen werde ;)

Wenn noch jemandem etwas einfällt freue ich mich natürlich über jeden weiteren Eintrag hier.
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Badabumm
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Ich würde zwischen KI, die selbst Thema ist, und KI, die einfach nur zur Handlung beiträgt, unterscheiden. Einige Filme thematisieren KI als Problemfeld ("KI", "2001", "Ex machina" usw.), aber üblicherweise wird KI nur als Gag verwendet, um Robotern menschliche Züge zu verpassen. Dabei übernimmt der Roboter aber nur die Rolle von sprechenden Tieren: im Wesen sind es eigentlich Menschen in einer Blechhaut. Dabei wird nur am Rande über Identifikationsprobleme nachgedacht, ansonsten sind es einfach Spielkameraden. Mit SF hat das wenig zu tun, eher mit Märchen. Da gibt es auch Bäume oder Brunnen, die reden können. So ist "Wall-E" einfach nur ein Projektionsobjekt. Wir amüsieren uns über Roboter, die wie Menschen handeln.

Mir fällt dann noch "War games" ein.

Sowieso finde ich die Theorie, dass ab einer bestimmten Komplexität ein Bewusstsein und Vorstufen von Intelligenz in einem sich selbst organisierenden System entstehen kann oder vielleicht sogar muss, durchaus faszinierend.

KI gibt es auch in "Doctor Who": die Tardis ist sowas wie ein Cyborg, und auch in "Lexx" ist das Raumschiff "lebendig". In Filmen wie "Terminator" oder "Ich, der Robot" entsteht mit der Intelligenz ein Maschinenbewusstsein, das gegen den Menschen kämpft. Evolutionsmäßig ist das nachvollziehbar. Roboter und Menschen streiten sich um dieselben Ressourcen.

Edit: bei den "einfachsten" KI -z.B. Schachcomputer und Übersetzer - gelingt die Nachahmung aber durch andere Prinzipien. Qualität wird durch Quantität ersetzt, der Schach- und Übersetzngscomputer wählt aus einer riesigen Datenbank aus. Er ahmt also nicht das menschliche Denkprinzip nach, sondern nur dessen Ziel. Natürlich gibt es auch Stategien, die laufend besser werden. Aber der Übersetzer "weiß" nicht, wann welches Wort verwendet wird, sondern er arbeitet statistisch. Fast könnte man meinen, er lerne wie ein Kind, das erstmal nachahmt, ohne die Regeln zu kennen. Ab dem Zeitpunkt, an dem Regeln verinnerlicht werden, sollte ein Übersetzer selbstständig bewerten können. Da Sprache aber immer nur Assoziationstrigger ist, wird das wahrscheinlich nie gelingen - denn das Menschsein fehlt dem Computer.
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Naut »

Meiner Meinung nach ist eine KI, die in jedem Aspekt von einem Menschen ununterscheidbar handelt, als Mensch anzuerkennen.

Aber dazu gibt es natürlich noch andere Auffassungen. Wer wirklich die Büchse der Pandora öffnen will, kann sich ja mal mit P-Zombies oder Zimbos befassen (Triggerwarnung: nix für Leute, die zu Grübelschleifen neigen):
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Philosophical_zombie
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Naut hat geschrieben: 5. Mai 2021 21:56 Meiner Meinung nach ist eine KI, die in jedem Aspekt von einem Menschen ununterscheidbar handelt, als Mensch anzuerkennen.

Eine KI mag vielleicht intellektuell so denken, aber nicht so handeln. Dazu müsste sie Arme, Beine und all das andere Gedöns haben, was uns Menschen ausmacht. Fehlt ihr die Erkenntnis, was z.B. Arme oder Beine bedeuten, so kann sie nicht wie ein Mensch handeln und auch keine menschlichen Entscheidungen treffen. Natürlich könnte man sie mit virtuellen Armen und Beinen usw. füttern, dazu müsste man aber nicht nur die KI entwickeln, sondern gleich einen virtuellen Körper mit, was die Sache tausendfach verkompliziert... Wenn etwas vom Menschen nicht unterscheidbar ist, dann mag die Aussage richtig sein - aber dann hätte die KI auch Muskelkater, Hunger, Haarausfall und Stuhlgang...
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Naut »

Offenbar hast Du eine andere Auffassung von "handeln" als der Rest der Welt - das ist ja nichts Neues :) Sprechen und Texte erzeugen sind auch Handlungen, oder anders formuliert: Ein Mensch, der bewegungsunfähig ist, ist plötzlich nicht mehr intelligent? Sicherlich nicht.
Du solltest nochmal nachlesen, wie der Turing-Test funktioniert.
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Die Theorie, dass Körper und Geist getrennt sind, halte ich für überholt. Ein Körper ist immer die Grundlage des Denkens. Inzwischen wissen wir, dass augenscheinlich unser Bauch zum Handeln beiträgt, und zwar chemisch, nicht nur dem "Gefühl" nach. Auch ein gelähmter Mensch denkt mit seinem Körper, und sogar viel stärker, da er tagtäglich darauf aufmerksam gemacht wird.

Wie ich beim Schachcomputer angeführt habe: beim Schach mag er dem Menschen ähnlich sein. Das stimmt. Das wäre aber nur ein winziger Ausschnitt aus dem menschlichen Leben. Und ja, dass z.B. ein digitaler Avatar an der Hotelrezeption nicht als Avatar erkannt wird, liegt daran, dass der Handlungsbereich stark eingeschränkt ist. Und ein Test würde ihn womöglich nicht erkennen.

Intelligenz ist aber gerade dann wichtig, wenn unvorhergesehene Probleme auftreten. Wenn der Roboter, der eine rote Flasche zu greifen gelernt hat, plötzlich eine blaue vorgesetzt bekommt. Und wenn der Hotelavatar vor Problemen gestellt wird, die er nicht lösen kann, so ist seine "KI" überfordert.
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Des_Orphan
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Des_Orphan »

Badabumm hat geschrieben: 4. Mai 2021 22:03 Die drei Roboter in „Lautlos im Weltraum“ wurden für ihre Aufgaben speziell programmiert (dramatisch: die OP-Szene...), dennoch scheinen sie in gewissen Maßen selbstständig zu „denken“. (...) Die kleine Szene, in denen die Roboter beim Kartenspiel betrügen, würde ich als Filmgag bezeichnen.(...)
Ich hatte Wasser in den Augen, als Freeman sie mit der letzten Kuppel ins All enlässt... :cry: :byebye:
»Braucht ihr Transportmittel? Werkzeuge? Material?«
»Unser Gegner ist ein mit Atombomben gespicktes außerarbrisches Raumschiff«, sagte ich. »Wir haben einen Winkelmesser.«
»Gut, ich gehe nach Hause und schaue nach, ob ich ein Lineal und ein Stück Faden auftreiben kann.«
»Das wäre prima.«

[Neal Stephenson - Anathem]
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Und dann noch meine Ikone Joan Baez im Abspann. Die übrigens erstaunlich jung geblieben ist, mir gefällt sie heute besser als damals... ;).

Edit: Es fliegt nur einer mit. Einer wurde vom Sonnensturm (?) hinweggefegt und der zweite war defekt und blieb bei Freeman. Umso einsamer war der kleine Gärtner dann auch...

Mir fällt auf, dass viele SF mit Raumschiffen schon generell einen "allumfassenden Bordcomputer" voraussetzen, der sich um alles kümmert, ohne dass man eingreifen müsste. Da hat die KI schon Einzug gehalten, ohne dass sie erwähnt wird. Bei "Mutter" in "Alien" bleibt die Frage im ersten Film ungeklärt, ob da nicht doch vielleicht ein Hirn im Bottich schwimmt... ;)
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