KI im Film

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Des_Orphan
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Des_Orphan »

Badabumm hat geschrieben: 6. Mai 2021 17:48 Und dann noch meine Ikone Joan Baez im Abspann. Die übrigens erstaunlich jung geblieben ist, mir gefällt sie heute besser als damals... ;).

Link: https://www.youtube.com/watch?v=DZ0JGjKYVdU
Badabumm hat geschrieben: 6. Mai 2021 17:48 Edit: Es fliegt nur einer mit. Einer wurde vom Sonnensturm (?) hinweggefegt und der zweite war defekt und blieb bei Freeman. Umso einsamer war der kleine Gärtner dann auch...
(...)
Stimmt, der erste wird von Freemans Team-Kollegen angefahren und erholt sich nie so richtig davon... :cry:

Eine jener wenigen zeitlosen SF-Filme, die aufgrund ihrer Thematik immer noch sehr aktuell sind :prima:
»Braucht ihr Transportmittel? Werkzeuge? Material?«
»Unser Gegner ist ein mit Atombomben gespicktes außerarbrisches Raumschiff«, sagte ich. »Wir haben einen Winkelmesser.«
»Gut, ich gehe nach Hause und schaue nach, ob ich ein Lineal und ein Stück Faden auftreiben kann.«
»Das wäre prima.«

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Badabumm
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Mir fallen reihenweise Filme ein, in denen KI versteckt oder offen vorausgesetzt wird. In „Passengers“ z.B. spricht Jim mit dem Barkeeper-Roboter, der neben dem Getränkeausschank auch als Seelsorger fungiert.
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Naut »

Badabumm hat geschrieben: 6. Mai 2021 15:18 Die Theorie, dass Körper und Geist getrennt sind, halte ich für überholt.
Es passiert schon wieder! :zombie: Du erfindest eine Aussage, die dein Gegenüber gar nicht gemacht hast und monologisierst dann ellenlang eine Gegenrede zu einem Thema, das mit der gegebenen Aussage gar nichts zu tun hat.
Aber ich bin ja selbst Schuld: Ist ja nicht das erste Mal.

Egal: Lieber noch ein paar Filme mit echten KIs aufzählen:

Wall-E: Der Titelheld, natürlich, aber auch der niedliche Schweißroboter (den ich als Hommage an die Kleinen aus "Silent Running" sehe), und der Bordcomputer selbst.

Dark Star: Ein Dialog mit einer philosophischen Bombe! Carpenter und O'Bannon waren ein Dream-Team, besser sind sie getrennt nie wieder gewesen.

Tron: MCP tut, wozu es geschaffen wurde. Es kontrolliert alles! Ein Film, der aufgrund seiner bunten, damals revolutionären Visuals und seiner oft schmerzhaft dummen Dialoge gern unterschätzt wird.

Lost in Space (die neue Serie): Ob der Roboter wirklich mit KI ausgestattet ist, oder ob er etwas anderes ist, wird bisher nicht ganz klar, aber die Serie bietet den klassischen Konflikt einer Maschine, die über ihren Zweck hinauswächst (was natürlich eine Allegorie auf den Menschen ist, der sich aus mechanisierten Zwängen befreit).

3 von oben: Mehrere KIs: "Mutter", das Mutterschiff, das zum Bösen umprogrammiert werden kann, aber darunter leidet. Jede Menge Lehrroboter, die im Ursprungszustand harmlos vertrottelt sind, aber auch manische Elterndarsteller oder unüberwindliche Ninja-Kampfmaschinen sein können.

Moon: Ohne GERTY wäre Sam längst tot. Ist er ja auch ... gewissermaßen. Aber GERTY ist schon cool.

Final Space: Ähnlich gelagert wie GERTY ist übrigens HUE, die Aufseher-KI, die sich einen Körper wünscht (wie Pinocchio!) und auch bekommt. Und die AVA verehrt, denn weibliche KIs sind die überlegenen KIs! ;)

Metropolis: Apropos Frauen: Hat schon jemand Roboterfrau Hel erwähnt, die später in ein Ebenbild von Rebellenführerin Maria verwandelt wird, um eben jene Rebellion zu unterminieren? Die KI als Werkzeug der kapitalistisch-technokratischen Herrscher.

Solo - A Star Wars Story: Noch mehr rebellierende Weibliche: Droidin L3-37 heißt in der Hackersprache "elite", hat aber ein Herz für die Arbeiterklasse. Also die Droiden, die sie kurzerhand befreit.

Rogue One: Und auch in diesem Teil ist ein Droide der Star: K-2SO, harte Schale, weicher Kern. Und menschlicher als die Weichtiere um ihn herum, more human than human (obwohl - das war ein anderer Film, in dem es vermutlich nicht um Roboter im engeren Sinne ging).

Mehr fallen mir gerade nicht ein, gibt aber bestimmt noch so einiges.
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Badabumm
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Die waren zum größten Teil schon im Link, deshalb habe ich sie nicht genannt.


Ich finde nicht, dass meine Argumentation abwegig ist. Du hast geschrieben:
Meiner Meinung nach ist eine KI, die in jedem Aspekt von einem Menschen ununterscheidbar handelt, als Mensch anzuerkennen
Wenn sie in jedem Aspekt ununterscheidbar handelt, muss sie ein Mensch sein. Aber dann kann sie z.B. nicht künstlich sein. Jedenfalls solange, wie wir den Homunkulus nicht hinkriegen. Und auch nur, wenn dieser Körper keine Intelligenz besäße und wir sie ihm erst einpflanzen müssten. Das wäre dann aber eine Lebensform. Kann eine künstliche Intelligenz ein Lebewesen sein? Ist ein geklontes Schaf künstlich?

Man bezieht sich bei KI immer auf Ausschnitte. Eine KI kann in einem Dialog als Mensch durchgehen (wenn ich den Test richtig verstehe). Damit ist aber erst EIN Aspekt abgedeckt. Man beschränkt sich auf den Dialog. Würde man so argumentieren, ist ein Schachcomputer ein Mensch, denn er handelt in diesem einen Bereich, nämlich im Schachspiel, wie ein Mensch. Tiefsinnige Dialoge führen kann er hingegen meist nicht.

Und daraus folgt, dass eine KI sämtliche Aspekte des menschlichen Lebens abdecken müsste, um als kompletter Mensch zu gelten - und eben auch seine Körperlichkeit. Und deshalb schrieb ich: Geist und Körper sind nicht getrennt.

Andernfalls reduziert man den Menschen nur auf genau den Teilaspekt, den die KI besonders gut kann. Wenn der Mensch in einem Gespräch den Roboter nicht erkennt - was beweist das? Dass der Roboter besser Dialoge vortäuschen kann als z.B. Saltoschlagen oder Spiegeleibraten. Würde er in allen Disziplinen antreten, ist er dem Menschen immer noch unterlegen. Und erst recht kein kompletter Mensch. Um in allen Disziplinen wie ein Mensch zu handeln, muss er ein Mensch sein und ganz bestimmt keine Maschine.

Dann eher die Frage, ob ein lebendiger, gezüchteter, menschlicher Android ein Mensch ist? Dann lautet die Antwort: ja. Allerdings begibt man sich auf glattes Eis, denn dann wäre ein Mensch mit eingeschränkter Intelligenz oder im Koma kein Mensch mehr, da er nicht wie ein Mensch zu handeln vermag. Zum Menschsein zählen wir also noch mehr hinzu als das reine menschliche Handeln. Wir wissen nur nicht genau, was, aber wir tun es.
Das erinnert mich an frühere, böse Zeiten, wo selbst Kinder und Frauen noch nicht als Menschen zählten...
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Naut »

[Ach, egal ... gelöscht.]
Zuletzt geändert von Naut am 7. Mai 2021 11:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Naut »

Badabumm hat geschrieben: 7. Mai 2021 01:56 Die waren zum größten Teil schon im Link, deshalb habe ich sie nicht genannt.
Wenn du mit dem Link die what-if-Liste meinst und mit "zum größten Teil" einen Film (nämlich Dark Star), dann hast du recht.
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von George Nelson »

keenSo hat geschrieben: 4. Mai 2021 07:14 Wir wissen im Moment auch noch nicht wirklich was Intelligenz ist. Wir summieren darunter im Moment einfach bestimmte Fähigkeiten wie wir als Menschen haben. Vielen von denen haben anderen Tiere aber auch. Vielen von denen sind, zum Teil recht einfach als Algorithmen/Systeme abbildbar.
Ich beobachte bei meinen Mitmenschen regelmäßig eine erhebliche Abwesenheit von Intelligenz. In lichten Momenten erkenne ich dies auch bei mir. Die eigene Dummheit zu erkennen, ist ein großer Schritt zur Intelligenz. Oder wie es in einer bekannten Serie heißt: Seid ihr wahres Leben? :D
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von George Nelson »

Naut hat geschrieben: 6. Mai 2021 21:50 Dark Star: Ein Dialog mit einer philosophischen Bombe! Carpenter und O'Bannon waren ein Dream-Team, besser sind sie getrennt nie wieder gewesen.
Der Film ist Kult. Der Schiffscomputer war auch intelligent und konnte mit der Bombe besser umgehen. Ich weiß gar nicht, was der Film eigentlich mitteilen wollte. Zu viel Intelligenz ist tödlich? :kopfkratz:
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von George Nelson »

Michael_Est hat geschrieben: 3. Mai 2021 12:41 Sehr Interessant sind Filmszenen, in denen durch KI Arbeit erledigt wird. Ein Beispiel dafür wäre ein Roboter, der selbstständig einen Fehler erkennt und diesen Repariert.
Ein sehr starker Film ist: "I am Mother". Da repariert eine KI einiges, auch die Menschheit.

https://www.youtube.com/watch?v=N5BKctcZxrM
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

In Wikipedia wird noch "Westworld (und dessen Nachkommen) aufgeführt.
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von CPL386 »

@Badabumm
Könntest Du mal davon absehen, Roboter, Programme, Algorithmen, momentane "KI" und Intelligenz (selbstständiges denken!) andauernd über einen Haufen zu werfen? Was hat ein Schachcomputer mit Intelligenz zu tun? Deine Argumentation ergibt keinerlei Sinn.
Jemand der Querschnittsgelähmt ist, hat ebenfalls Intelligenz, obwohl der Körper ggf. gar nicht mehr gespürt / wahrgenommen wird.
Personen die von Maschinen beatmet, ernährt, usw. werden auch, sofern Ihr Gehirn nicht allzu sehr beschädigt wurde. Und auch hier haben wir es sogar bei Menschen schwer festzustellen, ob davon noch etwas übrig ist.
Der Körper ist NICHT für Intelligenz relevant!
Ein intelligenter Mensch könnte auch ein Fell und einen Schwanz haben. Es ist vollkommen egal! Er hätte das, was viele grobschlächtig als Intelligenz beschreiben würden.
Jemand der Körperteile verloren hat und die durch Prothesen ersetzt wurden verliert auch nichts von seiner Intelligenz.
Es ist auch ein massiver Unterschied, ob etwas errechnet / ausgetestet wird oder durch Denken entstanden ist.
Ein hoch entwickelter Schachcomputer geht alle seine möglichen Schritte durch und wählt nach Wahrscheinlichkeitsberechnungen aus.
Eine Intelligenz kann hingegen den Gegner mit Schwachsinn irritieren, um sich eine Chance zu ermöglichen!
Die billigeren Teile haben einfach vorgefertigte Programme die einfach ablaufen.
--> Sie versuchen Dir Deine Dame zu nehmen, obwohl die schon lange nicht mehr da ist!

Topic: Ich würde noch "Upgrade" empfehlen. ;)
Durch einen Überfall nun Querschnittsgelähmter kann durch KI-Chip (der die Steuerung des Körpers übernimmt) wieder laufen und versucht mithilfe der KI den Grund des Überfalls und den Mord an seiner Frau aufzuklären.

https://de.wikipedia.org/wiki/Upgrade_(Film)
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Des_Orphan »

CPL386 hat geschrieben: 8. Mai 2021 04:54 (...)
Der Körper ist NICHT für Intelligenz relevant!
(...)
Naja, ziemlich pauschal in den Raum geschleudert...
https://www.swr.de/swr2/wissen/wie-unse ... t-100.html
»Braucht ihr Transportmittel? Werkzeuge? Material?«
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Badabumm »

Erstmal zum Klarstellen: es ging um die Behauptung, dass eine KI, die vollständig wie ein Mensch handele, als Mensch bezeichnet werden müsse. Mein Gedankengang ging darum, dass es eine solche KI nicht gibt, weil sie für dieses vollständige Handeln ein Mensch sein müsse. Dort tauchte der "Körper" auf. Denn menschliches Handeln ist alles, was der Mensch tut, also auch Autofahren, Kinderstillen, Hubschrauberfliegen oder Pommes essen.

Es ging NICHT darum, dass es ohne menschlichen Körper keine KI gibt. Sondern alleine darum, dass eine KI, wenn sie ALLES genauso wie ein Mensch entscheiden und machen könne, einen menschlichen Körper haben muss, also ein Mensch ist. Eine Maschine vermag vielleicht soundsoviel wie der Mensch, aber eben auf anderer Grundlage.

Nun kann man argumentieren, dass es im Grunde nur um Sinneseindrücke geht. Die Intelligenz entsteht durch körperliche Sinneseindrücke. Existiert nun eine Simulation, die sämtliche Sinneseindrücke nachahmen kann, so könne man vielleicht ein menschliches Bewusstsein im Computer schaffen. Dessen Sinneseindrücke beruhen dann auf der Sensorik des menschlichen Körpers. Man muss also das gesamte Universum digital nachbauen, jedenfalls alles, das man wahrnehmen kann. Dazu müsste man auch sämtliche Fragen des Kosmos beantwortet haben, denn dieser digitale Mensch könnte ja z.B. zum Mars fliegen wollen. Als SF wäre das ganz nett. Praktisch nicht durchführbar. Und selbst wenn die Simulation noch so überzeugend wäre: irgendwas fehlt immer, denn wir verstehen nur einen Bruchteil vom Universum und das Fehlende können wir nicht simulieren. Demnach würden sich reale Welt und Simulation doch unterscheiden, und damit ist die vorgenannte Behauptung auch nicht wahr. Es könnte zwar eine KI entstehen, durchaus hochkomplex, sie wäre aber keine menschliche.

Ein Mensch, der in entscheidenden Lebensphasen gewisse Eindrücke nicht bekommt, hat zumeist Defizite in der Intelligenz. Nach deiner Interpretation wäre es also egal, ob ein Kind ohne Kommunikation und im Dunkeln aufwächst, denn seine Intelligenz "sei ja schon drin". Ich meine, das ist Unfug. Fakt ist aber, dass je nach körperlichen Einflüssen die Intelligenz immer eine andere ist. Hawkins hat sein Leben gesund gestartet und hatte alle Positionen zu einem normalen Leben. Seine Intelligenz war schon vor der Lähmung ausgebildet. Jemand, der blind geboren wurde, kann seine Intelligenz natürlich nicht im Sehbereich gebildet haben. Seine Intelligenz ist eine andere als die eines sehenden Menschen. Und die Lebensumstände prägen jeweils eigene Problemlösungswege.

Und nun zur KI: wenn der Turing-Test einem Menschen eine sehr kurze (!) Zeitspanne vorgaukeln kann, dass kein Maschine dahintersteckt und kein Unterschied zu einem echten Menschen erkannt werden kann, und dies als "KI" bezeichnet wird, so würde ein Schachcomputer, der gegen einen Menschen Schach spielt und nicht als Maschine entlarvt wird, eine KI sein. Denn in beiden Fällen beschränkt man sich auf Minibereiche des Menschseins: einmal auf sprachliche Kommunikation, einmal auf das Schachspiel. Zugegeben: die Sprache ist komplexer. Der Test gibt aber nicht vor, wie die "Intelligenz" zustandekommt. Der Prüfling muss eventuell nur eine gigantische Datenbank und einige gute Algorithmen haben.

Nun zu Robotern usw. KI in Filmen wird zumeist in humanoide Maschinen integriert, vielleicht, weil das wirkungsvoller ist. Ein Marsrover hat eine KI in einem eingeschränkten Maße wie der Schachcomputer: er soll z.B. selbständig seinen Weg aufgrund implementierter Algorithmen finden. Er mag auch lernfähig sein, aber seine KI wird sich immer nur auf dieses eine Gebiet beschränken. Da wir Ki in den beiden Bereichen "digitale Informationsverarbeitung" und "selbstständige Umwelt-Problemlösung" einsetzen, überschneidet sich das. Ein Roboter muss mit der Umwelt interagieren und sich so seine KI erarbeiten. Ein Computer muss mit Daten gefüttert werden. Ist ein selbstfahrendes Auto ein Roboter oder ein Computer? Eine KI wird erst für den Menschen sinnvoll, wenn was Brauchbares dabei rauskommt, also benötigt man Interfaces. Und da jede KI nur einen eingeschränkten Bereich abdeckt (Gesichtserkennung, Flugzeugüberwachung, Kartierung usw.) ist jede KI letztlich auch ein Roboter.

Ich habe mal eine SF-Kurzgeschichte gelesen, in der der geniale Wissenschaftler (mal wieder) das Gehirn bzw. das Bewusstsein seiner Frau in einem Kristall eingeschlossen hatte. Aber ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Quasi ewiges Koma, extrem verschärft. Das Bewusstsein konnte sich nur mit sich selbst beschäftigen. Eine groteske, grauenvolle Vorstellung...
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von George Nelson »

George Nelson hat geschrieben: 7. Mai 2021 09:16
Naut hat geschrieben: 6. Mai 2021 21:50 Dark Star: Ein Dialog mit einer philosophischen Bombe! Carpenter und O'Bannon waren ein Dream-Team, besser sind sie getrennt nie wieder gewesen.
Der Film ist Kult. Der Schiffscomputer war auch intelligent und konnte mit der Bombe besser umgehen. Ich weiß gar nicht, was der Film eigentlich mitteilen wollte. Zu viel Intelligenz ist tödlich? :kopfkratz:
Den Film kann man bei Youtube ansehen. Offensichtlich geht es um missglückte Kommunikation zwischen Intelligenzen. Das ist ja ein Dauerproblem, wie man auch in den diversen Foren sehen kann.
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Re: KI im Film

Ungelesener Beitrag von Naut »

George Nelson hat geschrieben: 9. Mai 2021 11:01
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Naut hat geschrieben: 6. Mai 2021 21:50 Dark Star: Ein Dialog mit einer philosophischen Bombe! Carpenter und O'Bannon waren ein Dream-Team, besser sind sie getrennt nie wieder gewesen.
Der Film ist Kult. Der Schiffscomputer war auch intelligent und konnte mit der Bombe besser umgehen. Ich weiß gar nicht, was der Film eigentlich mitteilen wollte. Zu viel Intelligenz ist tödlich? :kopfkratz:
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