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Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 5. Mai 2026 20:50
von Doop
Gestern wurde der Pulitzer in der Fiction-Kategorie an Daniel Kraus vergeben für seinen Roman „Angel Down“.
Kraus schreibt seit Jahren Horror, u.a. Mit Guiillermo del Toro und George A. Romero.
„Whalefall“ ist bei Festa erschienen, war sehr erfolgreich und demnächst kommt die Verfilmung.
„Angel Down“ ist laut Beschreibung ein Roman, der in einem langen Satz geschrieben ist (wie auch immer das geht…) und auf dem Schlachtfeld des I. Weltkriegs spielt. Und es kommt ein Engel vor, ergo ist es Phantastik, und Kraus hat bislang auch nur im (Horror-)Genre publiziert.
Der Pulitzer ist ja eher ein Preis für Großschriftsteller wie Ernest Hemingway, William Faulkner, Philip Roth oder Toni Morrison. Dass er an einen Horrorautor geht, finde ich sensationell. Das hat nicht mal Stephen King geschafft. Cormac McCarthy hat ihn für „The Road“ bekommen (das kommt dem hier am nächsten), aber McCarthy war zuvor nicht als Genre-Autor aufgefallen.
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 6. Mai 2026 07:35
von Ender
Die Sache mit "in einem langen Satz geschrieben" schreckt mich ehrlich gesagt eher ab, aber vielleicht sollte ich doch mal "Whalefall" lesen. Darüber war in der Tat viel Gutes zu hören.
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 6. Mai 2026 08:03
von heino
Doop hat geschrieben: 5. Mai 2026 20:50
Kraus schreibt seit Jahren Horror, u.a. Mit Guiillermo del Toro und George A. Romero.
Da ich die wirklich schlechten Kollaborationen von del Toro mit Chuck Hogan kenne, hat mich das zuerst abgeschreckt. Aber da ich ein Fan von Horrorromanen bin, würde ich ihm eine Chance geben. Allerdings finde ich wie Ender die Idee eines nur aus einem langen Satz bestehenden Romans eher unschön und würde deshalb zu einem seiner anderen Werke greifen
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 6. Mai 2026 08:26
von Uschi Zietsch
Doop hat geschrieben: 5. Mai 2026 20:50
„Angel Down“ ist laut Beschreibung ein Roman, der in einem langen Satz geschrieben ist (wie auch immer das geht…)
-> Gabriel Garcia Marquez, Der General in seinem Labyrinth.
Ich hab's versucht, aber für mich ist sowas unlesbar.
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 6. Mai 2026 08:33
von Shock Wave Rider
Doop hat geschrieben: 5. Mai 2026 20:50
„Angel Down“ ist laut Beschreibung ein Roman, der in einem langen Satz geschrieben ist (wie auch immer das geht…) [...]
Erschreckend einfach!
Ich habe mal aus Spaß einen alternativen ersten Satz meiner Dissertation entworfen, der über 1,5 Seiten ging.
Der erste Punkt fiel eher willkürlich. Nicht, weil ich nicht hätte weitermachen können.
Das Schreiben war kein Problem. Das Lesen um so mehr.
Gruß
Ralf,
der höchsten Respekt empfindet, wenn ein Autor einen lesbaren(!) "Roman in einem Satz" schreibt
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 6. Mai 2026 16:31
von Doop
Ich werde auch eher mal „Whalefall“ eine Chance geben. Der klingt schon ganz spannend.
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 6. Mai 2026 19:55
von Knochenmann
Hab mir das Buch angeschaut, ist nichts für mich.
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 6. Mai 2026 22:30
von Teddy
Hab auch mal reingeschaut. Sieht nicht sehr einladend aus. Zu dem einem Mammutsatz kommt noch, dass jeder Absatz mit "and..." beginnt. Ich werde die deutsche Übersetzung mal anlesen. Vielleicht ist das weniger nervend als es aussieht.
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 7. Mai 2026 08:59
von Uschi Zietsch
Ach, da gibt's Absätze? Wie soll das gehen bei einem Satz? Wurde wohl der besseren Lesbarkeit halber gemacht, sodass es eigentlich nicht ein Satz mehr ist, sondern ein Hybrid.
Bei Marquez gab es keinen einzigen Absatz, und nur ganz wenige "und".
Ach ja: Und wenn ich mich recht erinnere, waren es sogar zwei oder drei Sätze. Kurz vor dem Ende kommt nämlich der Punkt. Und dann der Ausklang.
Re: Pulitzer für Horror-Autor
Verfasst: 7. Mai 2026 15:29
von lapismont
Hab
Whalefall vor kurzem gelesen. Ist spannend, ich lese da aber die Relativierung einer toxischen Vaterschaft, was bei mir nur zu 5 von 10 Octopusschnäbeln reicht.
Yvonne Tunnat störte das hingegen nicht.
Was mich gerade am Anfang sehr störte, war der Präsenz und die ständigen Zeitsprünge.
Drüben im
SFN schrieb ich mehr, aber das ist nicht spoilerfrei.