Gerade im Kino gesehen...

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 29. August 2017 03:58

Ja, sie war der Lockvogel für seinen Sohn, weil er mit dessen Frauenwahl nicht einverstanden war. Dennoch beginnt er, eifersüchtig auf seinen Sohn zu werden. Vielleicht ist "verlieben" auch zuviel gesagt, aber jedenfalls schwenkt er von Ablehnung auf Zuneigung um. Am Ende ist es ein einvernehmliches Freundschaftsverhältnis; ich habe aber auch herausgelesen, dass er - wenn er jünger gewesen wäre - durchaus auch weiter gegangen wäre. Es ist ähnlich wie "Nelly und Monsieur Arnaud" mit Michel Serrault und Emanuelle Beart, in dem der altgewordene Pierre Arnaud - zwar kein Kotzbrocken, aber ein eigenbrödlerischer frustrierter Mensch - beginnt, die junge Frau anziehend zu finden, obwohl er genau weiß, dass daraus nichts wird.

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 13. September 2017 17:31

Barry Seal
Gesehen und für Dokumentarisch! befunden.
Tom Cruise ist sowohl Hauptdarsteller als auch Erzähler und die Regie eines Doug Liman (Mr. and Mrs Smith; Edge of Tomorrow) holt u.a. mit Wackelkamera viel aus der Sache raus.
Lassen wir Wikipedia zu Wort kommen:

Adler Berriman Seal, bekannter als Barry Seal (* 16. Juli 1939; † 19. Februar 1986 in Baton Rouge, Louisiana) war ein CIA-Agent und Drogenschmuggler, der nach eigener Aussage seit Ende der 1970er Jahre Kokain im Auftrag mittel- und südamerikanischer Drogenhändler in die USA flog. Er gilt als einer der größten und erfolgreichsten Drogenschmuggler in der Geschichte. Der Straßenverkaufswert der von ihm importierten Drogen wird offiziell auf drei bis fünf Milliarden US-Dollar geschätzt.
Nach Aufdeckung seiner Geschäfte im Jahr 1984 wurde er Kronzeuge der amerikanischen Anti-Drogenbehörde DEA. Im Februar 1986 wurde er von einem Team von sieben kolumbianischen Auftragsmördern in Baton Rouge, Louisiana auf offener Straße erschossen. Kurz darauf hätte er vor einer Grand Jury des US-Bundesstaats Arkansas darüber aussagen sollen, wie seine Schmuggeltätigkeit mit verdeckten Operationen der CIA zusammenhing. Seal war die Schlüsselfigur des sogenannten Mena-Skandals (siehe Weblinks).
Seal arbeitete mit Eugene Hasenfus zusammen, der am 5. Oktober 1986 über Nicaragua in einem Frachtflugzeug vom Typ Fairchild C-123 abgeschossen wurde. Die Maschine gehörte bis zu seinem Tod Barry Seal. Der Zwischenfall hatte maßgeblichen Anteil an der Aufdeckung der Iran-Contra-Affäre.
Der Spielfilm Barry Seal: Only in America aus dem Jahr 2017 mit Tom Cruise in der Hauptrolle basiert auf Seals Leben.


Was soll ich noch ergänzen?
Tom Cruise in Top-Form? Im Film verheiratet mit einer wunderschönen Frau? Besser nicht mit dem Medellin-Kartell anlegen? Bargeld nicht im Garten vergraben? Der Gentleman schweigt und genießt?
BS bekam für jedes Kilo Kokain einen Botenlohn von 2000 USD und es waren hunderttausende Kilo, der er u.a. über den Sümpfen Louisianas abgeworfen hat. Auch seine Waffengeschäfte mit antikommunistischen Rebellen in Nicaragua wurden gut bezahlt. In seinem Haus stapelten sich Säcke, Kisten, Koffer, Schränke und Kartons voller Bargeld. Wg seiner Waffengeschäfte bekam er Protektion von Bill Clinton und Ronald Reagan.
Aber alles das täuscht nicht darüber hinweg, dass er nur ein Laufbursche war; ein gut bezahlter zwar, aber eben Laufbursche und irgendwann mal ersetzbar.
Seine Frau musste zurück zu KFC in Baton Rouge und er selbst wurde vor einem Motel in seinem Wagen erschossen.
Ein interessanter Film der einen Vergleich mit Wolf of Wall Street, Catch me if you can oder The Founder nicht scheuen muss.
8/10 Gesäß-Doubles. (Ich gehe mal davon aus, dass Tom Cruise nicht sein eigenes Hinterteil zwei mal der Weltöffentlichkeit präsentiert hat.)
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 15. September 2017 21:37

Tulpenfieber
Gesehen und für Unverständlich! befunden.
Sophias (Alicia Vikander, bekannt u.a. aus Ex-Machina) Leben beginnt
und endet
in einem Kloster.
Sie hat die Möglichkeit, dieses Kloster zu verlassen, indem sie einen reichen Amsterdamer Kaufmann (Christoph Waltz) heiratet.
An sich sieht diese Ehe nicht schlecht aus. Hätten die beiden etwas mehr miteinander geredet und irgendwie mehr Zeit miteinander verbracht, es hätte was werden können.
Der Film aber sieht das anders; die ersten 20% des Filmes sind kaum mehr als eine Aneinanderreihung von (egoistischen) Orgasmen.
Der Kaufmann will sich und seine Frau portraitieren lassen, was zu einer Liaison zwischen ihr und dem Maler führt.
Auch das Dienstmädchen hat einen Liebsten, den Fischverkäufer.
Von ihm wird sie schwanger. Die lang ersehnte Schwangerschaft in der Ehe des Kaufmanns jedoch will sich trotz intensiver Bemühungen nicht einstellen.
Hausherrin und Dienstmädchen beschließen, das Kind zu tauschen.
OK, jetzt höre ich mal auf. Denn ich vernehme die Frage im Hintergrund: Was genau hat das mit Tulpen zu tun?
Antwort: Nix, absolut nix.
Die Tulpen-Spekulationsblase hat für diesen Film so gut wie keine Bedeutung. Sie wird zwar immer wieder in die Handlung eingebaut; mehr oder weniger glücklich - für den Gang der Dinge ist sie jedoch bedeutungslos.
Die Verbindung der Handlung mit dieser Tulpenblase, etliche Komponenten dieser Handlung
bestehend aus vorgetäuschten Schwangerschaften, vorgetäuschten Todesfällen, Verwechslungen und unglücklichen Zufällen
erschließen sich mir nicht, sie bleiben unverständlich; zu viele Mitwisser, zu viele Risiken, zu viele Dummheiten.
Es gibt ein schönes Happyend und das ist ja nun auch nicht ganz unwichtig.
Das Dienstmädchen und der Fischhändler leben happily ever after mit einer munteren Kinderschar in einer geschenkten Immobilie,
der Kaufmann findet sein Glück in Ostindien, der Maler hat kommerziellen Erfolg
Und Sophia findet ihr Glück in dem Kloster, wo sie her kommt; s.o.
Sehr verwirrend alles, vielfach nicht nachvollziehbar, aber getragen von einer tollen Alicia, einem tollen Christoph und einer in einer Nebenrolle als Taschendiebin-Prostituierte ansprechend auflaufenden Cara (die die 1000 Planeten mit der Kneipenwelt von Old Amsterdam getauscht hat)
ist es doch ein schöner Film.
Vielfach unverständlich, aber auch vielfach schön.
8/10 versehentlich aufgegessenen Tulpenzwiebeln im Wert von zwei Häusern in Amsterdam.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 19. September 2017 20:23

Logan Lucky
Gesehen und für Prekäriant! befunden.
Isch war also heute mal wieder im Kino gewesen. War schön gewesen. Schapp mir diesen Film reingezogen gehabt. Eh Cool Man. Da machen die das Ding, eh. Ziehen das voll durch, eh. Richtig geile Nummer. So mit Autorennen und so. Klauen die Tageseinnahmen. Das geht echt ab, eh. Voll der Schpacko.
Ich kenn misch da aus, weisste. So mit Casino und so. Las Vegas, eh. Mega. Echt cool. Sowas kannste auch nochma machen. Eh, das bringt echt Kohle, weisste.
Aba, du darfst da nicht doof sein. Du must das checken. Eh, richtig voll, eh. Sonst hauste in die Kacke. Aber sowas von! Also musste cool bleiben.
Und eh wirklich, weisste.
8/10 Plastik-Armen
von denen ich nicht weiß, ob Hillary Swank auch einen hat. Eventuell muss ich mir diesen Film nochmal anschauen. Denn er ist überraschend intelligent. Der mit produzierende Channing Tatum macht seine Sache, wie nicht andres zu erwarten, richtig gut. Und Daniel Craig will sich konsequent von seinem James-Bond-Image lösen. Am Ende aber ergeht es ihm wie weiland Julia Roberts: And Introducing Daniel Craig as Joe Bang. Es dauert etwas, bis dieser Film auf Tempo kommt; war ja bei George Clooney et al auch so, aber dann, aber dann, aber dann.

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Bully » 13. Oktober 2017 00:12

Begabt - die Gleichung eines Lebens

Ist schon länger her, aber es fiel mir gerade ein, weil das irgendwie der Gegenentwurf von Spiderman ist.
Was, wenn es Ziel sein muss, die Begabung eines Menschen nicht zum Wohle der Menschheit zu kultivieren, sondern nur zum Wohlbefinden dieses Menschen?
Und da bei hochbegabten Kinder die Faustformel gilt: "Wie man's macht, ist's falsch." geht der Film zu Herzen.
Ich LIEBE die Stelle, wo das Mädchen die Wurzel von 7695 mit 87,7 angibt, und als ich noch denke: "Kann ja gar nicht sein!" fügt es "und ein paar zerquetschte." hinzu.
Hachja. (Nein, ich habe das nicht nachgerechnet, aber die Wurzel eine ganzen Zahl ist entweder ganz oder irrational.)
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Ender » 13. Oktober 2017 09:11

What happened to Monday

Ich stimme Florians Kurzkritik absolut zu
Die Geschichte ist interessant, aber mehr Tiefe hätte nicht geschadet. Großes Lob an die Noomi Rapace die sich siebenmal selbst verkörpert, aber auch an die FX-Spezialisten, die dies geschickt in Szene setzen. Kein Meilenstein, aber ein kleiner unterhaltsamer Sci-Fi-Thriller mit toller Besetzung.
, wenngleich ich insgesamt wohl sogar noch mehr Spaß daran hatte.

Prämisse und Logik der Geschichte sollte man in der Tat nicht allzu sehr hinterfragen; zudem ist der Film stellenweise wirklich ziemlich brutal. Letzteres ist eigentlich nicht so mein Geschmack, aber hier mache ich mal eine Ausnahme ...
Es gibt ein interessantes Setting, jede Menge Action, eine coole Noomi Rapace (ach was, eine? Sieben!), Spannung, Wendungen, Tempo und die eine oder andere Szene, in der man echt die Luft anhalten muss. Ein ziemliches Spektakel und eines meiner bisherigen SF-Filmhighlights des Jahres!

Hinweis:
Der Film ist gestern in Deutschland gestartet (in 210 Kinos, also eher begrenzt) und wird - nicht völlig überraschend - ein ziemlicher ... sagen wir mal ... GEHEIMTIPP bleiben. Wer ihn also sehen will, sollte das lieber schon in dieser Woche erledigen, denn am nächsten WE wird er vermutlich bestenfalls noch in der Spätvorstellung laufen ...

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 13. Oktober 2017 09:25

Ich hab noch nicht mal davon gehört ...
:bier:
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Bully » 13. Oktober 2017 12:20

Ich glaube, davon habe ich im Radio gehört. Klingt für mich danach, dass der berüchtigte Montagskiller wieder zugeschlagen hat.
*sing: "Tell me why I don't like mondays, tell me why I don't like mooonday..."
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 14. Oktober 2017 08:44

Habs jedenfalls vorbestellt.
:bier:
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 31. Oktober 2017 09:57

FjG 3
Gesehen und für Auftauchend! befunden.
Positiv beginnend: Den absoluten Tiefpunkt des zweiten Teils haben sie hinter sich gelassen. Es ist in der Tat wieder etwas Intelligenz, Spielwitz und Humor erkennbar. Aber der Auftauch-Vorgang aus den Tiefen des niveaulosen Schenkelklopfers, der dauert.
Die erste Hälfte ist oftmals nur schlimm. Eine Billig-Zote jagt die nächste, die Blödheit von Chantal und Danger ist fast schon quälend und Em'B
agiert überwiegend maschinell ohne besonderes Flair.
Ein Satz zur Handlung: Die Dumpfbacken aus Zeki Müllers Klasse sollen alle ihr Abi schaffen und außerdem durch besondere Projektarbeit die Goethe-Gesamtschule im Bayerischen Schul-Ranking vom absolut letzten Platz weiter nach oben bringen.
Das hört sich zunächst ganz gut an, hat auch Potenzial aber wie gesagt, es dauert mühevolle 45 min bis es dann tatsächlich losgeht.
Dann aber taucht von Minute zu Minute das auf, was mit "Niveau" beschrieben werden kann: Zu "Also sprach Zarathustra" holt Chantal in Zeitlupe ein Buch aus dem Regal einer Bibliothek, die Gesangskünste ihrer Freundin sind ideale Voraussetzung für die Robbendressur im Zoo, und nein: "Hades" ist kein Ort in Rumänien.
Wie gesagt: Wenn der Auftauchprozess beendet ist, dann ist es okay.
Der Film beinhaltet eindrucksvolle Statements gegen das Mobbying in der Schule und endet mit einer doch angenehm sentimentalen Abi-Feier.
Die Outtakes während des Abspanns passen dann auch gut zu dem letztendlich positiven Gesamteindruck.
Ob es das war? Alles deutet darauf hin: Danksagungen, Abschiedsworte, Grüße an die Zuschauer.
Wetten abschließen würde ich darauf allerdings nicht.
Wer erkennt die Spieler des FCB und bemerkt das Erstaunen von Chantal?
Alles in allem reicht es für
7/10 an die Wand geknallten Danger-Wutbildern.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von heino » 7. November 2017 11:01

Ist schon ein paar Tage her, aber in einer Sondervorstellung an Halloween habe ich eine Bildungslücke geschlossen und einen Klassiker nachgeholt:

Rosemary`s Baby

Was soll ich sagen? Richtig guter Film, auch wenn ich was völlig anderes (sprich mehr eindeutigen Horror und weniger psychologisches Drama) erwartet hatte. Augenfällig ist, wie sehr aus der Zeit gefallen der Film wirkt. Viele Szenen und Dialoge könnten so heute in keinem Film mehr vorkommen. Exemplarisch dafür ist die Szene, die nach der (geträumten?) Vergewaltigung durch Satan stattfindet. Rosemary findet während eines Gespräches mit ihrem Ehemann über diesen "Traum" Kratzspuren an ihrem Körper und fragt ihn, ob er weiß, woher die stammen. Seine Antwort lautet sinngemäß, dass er Lust auf Sex gehabt hätte und hätte er halt die Gelegenheit genutzt. Ihre Frage, ob er nicht hätte warten können, pariert er einfach mit dem Hinweis auf sein "dringendes Bedürfnis" und rechtfertigt es damit, dass sie ja bewusstlos gewesen sei und sie nicht hätte fragen können. Diese Szene hat im Publikum für nervöses Kichern gesorgt, was angesichts von Polanskis Vergangenheit nur zu verständlich ist, aber im historischen Kontext gesehen war so was wohl damals leider keine Seltenheit und traurige Realität.

Fazit:immer noch ein verdammt guter Film, der aber nach heutigen Moralvorstellungen eine sehr fragwürdigen Szenen enthält.
Lese zur Zeit:

John Grisham - Die Schuld
Connie Willis - The winds of Marble Arch

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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 7. November 2017 11:19

Ganz im Gegenteil. Fragwürdig sind die Szenen nicht, da sie ja dem Kontext entstammen. Satan vergewaltigt Rosemary (Traum war das keiner, das ist wirklich so geschehen), und ihr Mann, der ohne ihr Wissen zur Loge gehört, findet keine bessere Ausrede als die Gewalt im Traum auf sich zu ziehen und sich damit auch noch zu brüsten. Damit wird Rosemary als schutzloses und wehrloses Opfer dargestellt und dem Zuschauer soll verdeutlicht werden, wer ihr Mann wirklich ist - einer von den Bösen. Diese Szenen haben heute mehr Aktualität denn je und die Gewalt innerhalb der Familie wird dadurch zum ersten Mal offenbar gemacht und an den Pranger gestellt. Nicht allein deswegen war der Film damals ein Skandal und deswegen war und ist er so wichtig. Denn: Gewalt in der Familie, vom Mann an der Frau? Unerhört! Undenkbar! Gibt es nicht! Heile Familie!
Der Film wurde übrigens nach dem grausamen Mord an Polanskis Frau Sharon Tate gedreht. Polanski hat sich nie dazu geäußert, ob er das gewissermaßen als Therapie gemacht hat; der Film selbst, basierend auf der Romanvorlage, war ja längst geplant, das Drehbuch schon fertig. Man hat sich gewundert, warum er ihn "trotzdem" gemacht hat, aber wie gesagt, dazu schwieg er.
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von heino » 7. November 2017 21:08

Ich sehe das als mögliche Deutung, denn die Vergewaltigung ist wie eine Halluzination oder eben ein Traum inszeniert. Ja, das Verhalten des Mannes deutet darauf hin, dass das wirklich passiert ist. Genauso kann man aber auch das Ganze als Produkt ihrer Einbildung verstehen. Und dass der Film damals ein Skandal war, glaube ich gerne. Das ändert aber nichts daran, dass diese Sachen heute völlig anders wirken. Interessant wäre der Vergleich mit der Vorlage, aber die kenne ich nicht.
Lese zur Zeit:

John Grisham - Die Schuld
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von heino » 8. November 2017 06:45

Uschi Zietsch hat geschrieben:
7. November 2017 11:19
Der Film wurde übrigens nach dem grausamen Mord an Polanskis Frau Sharon Tate gedreht.
Laut Wikipedia ist das nicht richtig, dort wird das Erscheinungsjahr des Films mit 1968 angegeben, der Tod von Sharon Tate aber mit 1969 datiert:


https://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Pola%C5%84ski

https://de.wikipedia.org/wiki/Sharon_Tate

"Sharon Marie Tate Polanski (* 24. Januar 1943 in Dallas, Texas; † 9. August 1969 in Los Angeles, Kalifornien)"
Lese zur Zeit:

John Grisham - Die Schuld
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Re: Gerade im Kino gesehen...

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 8. November 2017 07:40

Ach. Erstaunlich, denn das wurde damals viel diskutiert. (War ja noch ein Kind und bei uns ist der Film später erschienen) Ich hab das aus der Erinnerung heraus geschrieben. Danke für die Aufklärung!

Ja, laut Vorlage von Ira Levin ist das real. Es gibt sogar viel später eine Fortsetzung (Rosemary's Sohn) dazu mit Rosemary und ihrem Teufels-Sohn, der seinem Daddy kräftig in den Hintern tritt. Ist allerdings eher ein Blümchen-Buch im Vergleich zum Vorgänger.
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