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Stephen King - Das Leben und das Schreiben
Verfasst: 7. Juni 2005 18:17
von Fjunch-Klick
Nicht nur für alle, die sich gern als Schriftsteller versuchen, nichtmal nur für alle, die sich für Kings Leben interessieren (und das scheint echt interessant - vor allem im asiatischen sinne), sondern auch für alle, die gut unterhalten werden wollen. Für diese letzteren jedoch gibt es sicherlich auch abschnitte, die sich zu ausschließlich mit der Materie des Schreibens beschäftigen, so dass derartige Seiten auch mal übersprungen werden dürfen.
Auf äußerst unterhaltsame Art bringt King seine Meinung zur Schreiberei zum Ausdruck, gespickt mit Anekdoten und geschrieben in teils recht flapsiger Manier.
Verfasst: 7. Juni 2005 18:36
von Scotty
Endlich mal ein Thread zu "Stephen King"!
"Das Leben und das Schreiben" ist ein äusserst kurzweiliges Buch. Der Teil übers Schreiben ist nicht nur für Autoren und solche die es werden wollen interessant. Will sagen: er hat mir den Blick etwas geschärft! Einige Schreib-Techniken, die ich nicht mag hatte ich zuvor nur unbewusst wahrgenommen. Jetzt sind mir diese deutlicher bewusst.
Ich habe eine Reihe von Kings Büchern gelesen und halte ihn für einen brillianten Erzähler. Ich finde, dass er wirklich den Bogen raus hat, interessante Protagonisten zu gestalten. Besonders gut fand ich seine Romane, ohne zuviel Kokuspokus, d.h. z.B. "Die Verurteilten" oder "The green mile", schlecht fand ich dagegen "Desparation" oder "Regulators".
Verfasst: 7. Juni 2005 21:27
von heino
Ich mag King auch sehr, vor allem seine Horrorstoffe und seine Kurzgeschichten. Und hier muß ich dich berichtigen, Scotty:"Die Verurteilten" ist kein Roman, sondern eine von vier Novellen, die hierzulande in dem Sammelband "Frühling, Sommer, Herbst und Tod" erschien.
"Desparation" und "Regulators" zählen für mich sogar zu seinen besten Romanen (neben denen, die er als Richard Bachman veröffentlichte), dagegen mag ich seine Fantasy-Sachen wie z.B. "Der dunkle Turm" überhaupt nicht.
An seienr Biographie gefällt mir vor allem, daß er sein Leben nur auszugsweise rekapituliert und den Leser nicht mit jeder Kleinigkeit langweilt. Auch die ehrliche Schilderung seiner Drogen- und Alkoholsucht hat mich beeindruckt.
Zu seinen besten Büchern zählt IMHO "Danse Macabre", in dem er seine Ansichten zum Horror-Genre offenlegt. Eine äußerst interessante Lektüre

Verfasst: 8. Juni 2005 07:06
von Kringel
Kenn ich, das Buch. Allerdings sollte King manchmal einige der Regeln, die er für das Schreiben aufstellt, erstmal selbst beherzigen. Um es mit Hildegunst von Mythenmetz zu sagen: Viele Autoren schreiben deshalb so dicke Bücher, weil sie sich nicht die Zeit genommen haben, sich kurz zu fassen!
Verfasst: 8. Juni 2005 08:51
von heino
Kringel hat geschrieben:Kenn ich, das Buch. Allerdings sollte King manchmal einige der Regeln, die er für das Schreiben aufstellt, erstmal selbst beherzigen. Um es mit Hildegunst von Mythenmetz zu sagen: Viele Autoren schreiben deshalb so dicke Bücher, weil sie sich nicht die Zeit genommen haben, sich kurz zu fassen!
Stimmt allerdings. Er hat wirklich einige dicke und sehr langweilige Wälzer verbrochen, z.B. Tommyknockers
Verfasst: 8. Juni 2005 09:21
von Scotty
@Heino: Du hast natürlich recht, was "Die Verurteilten" betrifft! Allerdings ist es eine recht lange Geschichte, sodass sie fast als Roman durchgeht. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Waren es nicht 200 Seiten?
"Regulators" und "Desparation" scheinen die Fans zu polarisieren. Die einen haltens für im Drogenrausch zusammengesponnenen Schrott, die anderen finden die beiden Werke genial!
King hat unzählige gute Romane geschrieben. Insgesamt habe ich jedoch den Eindruck, als wenn er in den letzten Jahren schwächer geworden wäre...
Verfasst: 8. Juni 2005 10:07
von Fjunch-Klick
Kringel hat geschrieben:Kenn ich, das Buch. Allerdings sollte King manchmal einige der Regeln, die er für das Schreiben aufstellt, erstmal selbst beherzigen.
zum glück und zu seiner rechtfertigung kann man aber sagen, dass er nicht für sich in anspruch nimmt, perfekt zu sein.
Verfasst: 8. Juni 2005 12:04
von heino
Scotty hat geschrieben:@Heino: Du hast natürlich recht, was "Die Verurteilten" betrifft! Allerdings ist es eine recht lange Geschichte, sodass sie fast als Roman durchgeht. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Waren es nicht 200 Seiten?
"Regulators" und "Desparation" scheinen die Fans zu polarisieren. Die einen haltens für im Drogenrausch zusammengesponnenen Schrott, die anderen finden die beiden Werke genial!
King hat unzählige gute Romane geschrieben. Insgesamt habe ich jedoch den Eindruck, als wenn er in den letzten Jahren schwächer geworden wäre...
Ja, die Story ist recht lang. Wie lang genau, weiß ich nicht mehr.
Mir haben "Desparation" und "Regulators" gut gefallen, letzteres etwas besser, obwohl beide nicht zu seinen Meisterwerken zählen. Insgesamt finde ich,d aß er in den letzten Jahren wieder etwas besser geworden ist. Richtig schlecht war er so gegen Ende der 80er, halt die Tommyknockers-Phase, wo er wirklich auf Droge war.
Verfasst: 8. Juni 2005 14:26
von Scotty
Ich hatte den Eindruck, dass Mitte der 70er bis Mitte der 80er beinahe alles gut war, was er geschrieben hatte. Ich hat auch das von der Kritik zerissene "Christine" gefallen.
Bei seinen letzten Werken war dagegen zuviel Mittelmass:
"Der Buick", "Duddits", "Regulators", "Schlaflos", "Desparation"....
Verfasst: 8. Juni 2005 14:41
von andy
Scotty hat geschrieben:Ich hatte den Eindruck, dass Mitte der 70er bis Mitte der 80er beinahe alles gut war, was er geschrieben hatte. Ich hat auch das von der Kritik zerissene "Christine" gefallen.
Bei seinen letzten Werken war dagegen zuviel Mittelmass:
"Der Buick", "Duddits", "Regulators", "Schlaflos", "Desparation"....
das würde ich so unterschreiben.
bei den alten werken waren großartige bücher dabei und auch einige für mich unvergessliche kurzgeschichten [der überlebentyp], aber irgendwie hat sich bei king in der letzten zeit viel routine eingestellt.
wobei ich die letzten drei bände des DT nicht kenne.
evt werde ich ja dadurch wieder zum großen king-fan.
andy
Verfasst: 8. Juni 2005 15:15
von heino
Für mich verliert King immer dann, wenn er in den metaphysischen Bereich rutscht wie z.B. bei Schlaflos, obwohl ich das trotz des gewaltigen Umfangs immer noch gut lesbar finde. Sehr gut hat mir sein letzter Kurzgeschichtenband gefallen und Duddits war sehr spannend, wenn auch nur eine Variation bekannter Themen.
Ähnlich geht es mir mit Clive Barker. Je mehr er sich vom Horror entfernt, desto dicker und langweiliger werden seine Bücher. Zuletzt war das bei Coldheart Canyon so, geniale Idee mit einer sehr mäßigen Umsetzung. Das gehört aber schon fast in die "Verrisse"

Verfasst: 13. Juni 2005 21:51
von ChristianW
andy hat geschrieben:bei den alten werken waren großartige bücher dabei und auch einige für mich unvergessliche kurzgeschichten [der überlebentyp], aber irgendwie hat sich bei king in der letzten zeit viel routine eingestellt.
wobei ich die letzten drei bände des DT nicht kenne.
evt werde ich ja dadurch wieder zum großen king-fan.
andy
Bei der Masse, die King veröffentlicht hat - sowohl bei den Romanen als auch bei den Kurzgeschichten - gibt es viel Licht und Schatten.
Einige seiner Kurzgeschichten fand ich superklasse, aber wenn ich mir alle seine Storysammlungen ansehe (und ich kenn sie, denke ich, fast alle), dann fand ich den Großteil der Stories eher mittelmäßig oder nicht so gut. Allerdings ist es bei King eben auch so, dass das meiste, was er geschrieben hat, auch veröffentlicht wurde, was bei anderen Autoren vielleicht nicht der Fall ist.
Insofern bleiben unterm Strich einige Romane und ein bis zwei Dutzend Kurzgeschichten, die ich immer wieder lesen kann bzw. mag. Das ist doch schon was.
Und "Das Leben und das Schreiben" gehört zu den King-Büchern, die bei mir am abgegriffensten sind. In Auszügen lese ich es immer wieder.
