Seite 1 von 6

Wo ist die gute alte Space-Opera geblieben?

Verfasst: 30. September 2005 21:39
von gernot1610
Hallo!

In der letzten Zeit, naja, eigentlich in den letzten Jahren (seit Herr der Ringe, Harry Potter und Konsorten) habe ich probleme mich bei den Neuerscheinungen mit ausreichend Lesestoff zu versorgen. Ich lese bevorzugt richtige Operas oder echte Hard-SF.

Mit Zwergen, Zauberern und anderen "zwielichtigen" Gestalten (bei denen mangelnde Recherche oder fehlendes schriftstellerisches Geschick durch Hokuspokus ersetzt wird) kann ich einfach nichts anfangen.

Sicherlich kennt der ein oder andere auch das Problem und kann mir ein paar Empfehlungen geben. :D

Verfasst: 1. Oktober 2005 00:45
von ANUBIS
Lies doch mal Simon R. Greens " Todtsteltzer-Saga "!

Greetz

Verfasst: 1. Oktober 2005 10:19
von lowcut
Ich kann dir den Armageddon-Zyklus von Peter F. Hamilton oder den Amnion-Zyklus von Stephen R. Donaldson nahelegen.

Ob es die allerings noch im Laden gibt...

Nicht genauso gut, aber immer noch lesenswert und im Laden zu bekommen, wäre die Honor Harrington-Reihe von David Weber.

Verfasst: 1. Oktober 2005 12:57
von Kringel
Wie wär's mit den KULTUR-Romanen von Iain Banks (z.B. "Bedenke Phlebas") und "Das Unsterblichkeitsprogramm" / "Gefallene Engel" von Richard Morgan? Das kann man alles unter "Hard SF" einordnen.

Verfasst: 1. Oktober 2005 16:14
von Lemmy
Oder Vernor Vinge:

Eine Tiefe am Himmel &
Ein Feuer auf der Tiefe

Oder die Neuauflage von Frederik Pohls Gateway

Verfasst: 1. Oktober 2005 17:35
von Motörfisch
Oder Dan Simmons "Hyperion" samt folgender Bände.

Verfasst: 1. Oktober 2005 17:40
von Frank Böhmert
Oder einfach die alten Titel ein zweites Mal lesen ... das macht Dich dann vielleicht offen für was wirklich Neues.

Verfasst: 1. Oktober 2005 17:54
von gernot1610
Vielen Dank, das sind ja schon ein ganzer Schwung empfehlungen. Leider habe ich schon das meisste davon gelesen.

Im Moment lese ich gerade TODOS SANTOS von Niven/Pournelle und versuche ein paar alte (70er) Poul Anderson aufzuarbeiten. Eigentlich bin ich damit aber nicht zufrieden.

Ich bin ein großer Fan von Ben Bova, A.D.F., Larry Niven u.ä.

Wo ich gerade bei Niven bin. Gibt es eigentlich etwas neues aus der "Welt in den Lüften" oder dem "Ringwelt" Universum?

Welche Bücher umfassen eigentlich die "Chaos Chroniken" von Carver. Da habe ich ein paar gelesen und fand sie eigentlich sehr gut. :)

Verfasst: 1. Oktober 2005 18:43
von Gustay Anderman
lowcut hat geschrieben:Ich kann dir den Armageddon-Zyklus von Peter F. Hamilton oder den Amnion-Zyklus von Stephen R. Donaldson nahelegen.

Ob es die allerings noch im Laden gibt...

Nicht genauso gut, aber immer noch lesenswert und im Laden zu bekommen, wäre die Honor Harrington-Reihe von David Weber.
Also ich habe gestern noch band 2 der armageddon-zyklus gekauft, den gibt es also noch zu kaufen.

Verfasst: 1. Oktober 2005 19:57
von Rusch
Der Armageddon Zyklus ist glaube ich mittlerweile in der 7. Auflage...

Von den Banks kann ich nur abraten. Die waren alle nicht besonders und schlimmstenfalls entsetzlich langweilig. Wenn von Banks die Rede ist, kommt mir immer das Märchen "Von des Kaisers neue Kleider" in den Sinn.

Re: Wo ist die gute alte Space-Opera geblieben?

Verfasst: 1. Oktober 2005 20:18
von Jorge
gernot1610 hat geschrieben:In der letzten Zeit, naja, eigentlich in den letzten Jahren (seit Herr der Ringe, Harry Potter und Konsorten) habe ich probleme mich bei den Neuerscheinungen mit ausreichend Lesestoff zu versorgen. Ich lese bevorzugt richtige Operas oder echte Hard-SF.
Empfehlenswert ist z.b. Paul McAuleys "Alienzyklus"(Four Hundred Billion Stars), alle drei Bände sind bei Heyne erschienen, aber nur noch antiquarisch erhältlich.

George R.R. Martins "Die Flamme erlischt" wurde im Fanproverlag in einer Hardcoverausgabe neu aufgelegt und spielt wie viele seiner Kurzgeschichten(auch die um Havilland Tuf) vor dem Hintergrund des lange vergangenen "Zweifrontenkrieges", der nicht nur für die Alienvölker der Hranganer und Findiii, sondern auch für die gegen sie kämpfende Menschheit schwerwiegende Folgen hatte.

Alastair Reynolds Zyklus(alle aktuell bei Heyne erhältlich) ist ebenfalls Spaceopera pur.

Von Nancy Kress erscheinen aktuell gerade die Bücher "Sternspringer"(Festa-Verlag, gehört zum dreiteiligen "Probability"-Zyklus -Inhalt: Menschheit entdeckt uraltes Transporttunnelsystem zwischen den Sternen von einer verschwundenen Rasse-) und "Kontakt"(Bastei-Lübbe im Dezember, gehört zum zweiteiligen "Crossfire"-Zyklus -Inhalt: Menschheit gerät in den Konflikt zweier verfeindeter Alienspezies-).

Auch bei Bastei-Lübbe erschienen ist der Zyklus um die interstellare Archäologin Hutch Hutchinson von Jack McDevitt.

Verfasst: 1. Oktober 2005 22:12
von gernot1610
... merkt Ihr was? Hier werden fast nur "Klassiker" empfohlen. Es ist sau schwierig Neuerscheinungen zu finden die auf dem Niveau vom Armageddon-Zyklus oder Fosters Eisseglern sind.

Selbst die neuen A.D.F. aus dem Homanx-Universum sind eher schwach.

Das letzte Buch das mich fesseln konnte war Asteroidenfeuer von Ben Bova.

Und wenn Du dann in der Buchhandlung Deines Vertrauens stehst, und nach den Neuerscheinungen schaust findest Du fast nur Schwertkampf-, Blut und Ehre- oder Märchenprinz-Literatur. Ausserdem natürlich noch die unsägichen "Knetmasse am Kopf" Bücher zum Film/Serie mit Föderations-Logo.
:cry:

Verfasst: 1. Oktober 2005 23:05
von L.N. Muhr
und jetzt guck dir mal an,

a) in welchem zustand die sf in d an sich ist und
b) wie es demnach der space opera geht.

wobei mich die space opera an sich noch nie reizen konnte und ich ehrlich gesagt eher heule, weil diverse andere moderne perlen wohl nie den sprung über den teich bzw. die entstehung im eigenen land schaffen werden.

ma ehrlich, von allen genres der sf ist die simple weltraumunterhaltung noch die, der es am besten geht.

und wenn ich in die buchhandlung gehe, finde ich auch fantasy abseits deiner kategorien. das eigentlich nur mal als bemerkung am rande, da ja franks bemerkung in der richtung etwas unterging, wie mich deucht. ;)

Verfasst: 2. Oktober 2005 00:04
von gernot1610
... die sogenannte "simple" Weltraumliteratur ist es um die es mir geht, und die ich liebe. Dazu noch ein ordentliches Paket science wie bei Cherryh, Banks oder Bova.

Die großen Klassiker sind von der Idee her alle sehr simpel.
Die Qualität eines Romans zeigt sich nicht in der Vielzahl der verwickelten Charaktere oder der besonders verworrenen Handlungsstrukturen. Auch sollten Ideen, egal wie weit hergeholt, wenigstens in sich schlüssig sein, und Probleme in der Handlung nicht immer mit den Mainzelmännchen gelöst werden.

Verfasst: 2. Oktober 2005 01:07
von L.N. Muhr
gernot1610 hat geschrieben: Die Qualität eines Romans zeigt sich nicht in der Vielzahl der verwickelten Charaktere oder der besonders verworrenen Handlungsstrukturen.
davon war auch nicht die rede.

aber in meinen augen sind "ubik" und "the disposessed" auch klassiker. oder "the sheep look up". grosse sogar. ich denke, du verwechselst auch ein wenig "simple grundidee" mit "simpler durchführung". im endeffekt lässt sich jeder roman auf eine grundidee von maximal drei sätzen eindampfen. das sag aber nichts über die ausführung aus.

es gibt übrigens auch viele romane mit bestechend einfacher grundidee, die zurecht als chund und unnützes geschreibsel gelten. ich denke nicht, dass man da eine regel ableiten kann. :D

und science ist ja subjektiv. magie ist auch nur eine form unentschlüsselter wissenschaft. bzw., aus der anderen perspektive, clarkes berühmtes diktum von der hoch genug entwickelten wissenschaft, die uns wie magie erscheinen muss. ergo: wissenschaft kann magie sein. und magie wissenschaft. eine eindeutige trennung beider halte ich in letzter konsequenz für irreal.

btw.: space opera? perry rhodan? ;)