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Auf der Spur des Engels

Verfasst: 17. Juli 2006 10:30
von muellermanfred
Moin.

Während des AlzCons am vergangenen Wochenende wurde ich genötigt, ,den neuesten Roman von Herbert W. Franke, "Auf der Spur des Engels", zu lesen, um ihn für den Fandom Observer zu besprechen.

Ich will diese Besprechung hier nicht vorwegnehmen, aber, weil das Buch an 15 Euro kostet, davor warnen: Es handelt sich um eine langweilige, durchsichtige Geschichte, geschrieben in einer sehr geschraubten, trockenen Sprache. Die Erwartungen, wenn man ein Buch des "Altmeisters" in die Hand nimmt, sind höher. Hier werden sie nicht erfüllt.

Manfred

Re: Auf der Spur des Engels

Verfasst: 24. September 2006 19:31
von ChristianW
muellermanfred hat geschrieben:Während des AlzCons am vergangenen Wochenende wurde ich genötigt, ,den neuesten Roman von Herbert W. Franke, "Auf der Spur des Engels", zu lesen, um ihn für den Fandom Observer zu besprechen.

Ich will diese Besprechung hier nicht vorwegnehmen, aber, weil das Buch an 15 Euro kostet, davor warnen
Ist die Besprechung denn mittlerweile erschienen?

Nach dem Klappentext zu urteilen interessiert mich das Buch an sich schon, aber ich weiß nicht so recht ...

Verfasst: 25. September 2006 07:17
von Khaanara
Ich habe das Buch auch vor einigen Tagen durchgelesen, irgendwie haben mir die Höhepunkt dort gefehlt und der Schluss war recht absehbar.

Von der Story und der dort beschriebenen Technik hätte es in der nahen Zukunft spielen können, aber nicht ein paar Jahrhunderte später, wie es der Klappentext einen weismachen möchte.

Es wahr, ehrlich gesagt, mein erster Franke Roman, daher kann ich es jetzt nicht mit seinen anderen Werken vergleichen, aber über den Durchschnitt kam er meiner Meinung nicht hinaus. Der neue Brennan liest sich aber im Gegenzug wieder recht flüssig und macht Spaß :)

Verfasst: 25. September 2006 21:43
von ChristianW
Danke für dein Resümee, Khaanara.

Hm, ich weiß immer noch nicht so recht. Klingt eher nach najanaja als einem "muss" ...
Mal sehen ...

Verfasst: 26. September 2006 09:27
von muellermanfred
Moin.

Die Besprechung ist natürlich an meiner unaussprechlichen Faulheit (andere nennen es Vielbeschäftigtsein) gescheitert - das Buch liegt noch auf meinem Schreibtisch ...

Dieser Franke-Band ist ein gutes Beispiel dafür, daß es Autoren gibt, die streng an eine bestimmte Epoche gekoppelt sind. In den 60ern und 70ern war Franke stets ein guter Kontrast zum Rest der "verderblichen Schundliteratur", wie sie den Raum der deutschsprachigen Phantastik dominierte.

Noch in den 80ern wäre dem vorliegenden Buch sicher ein ordentlicher Erfolg beschieden gewesen, aber nun scheint es, als habe der Autor den Kontakt zu zeitgenössischem Denken, zu aktueller Sprache, Kultur und Technik verloren. Das Problem wird ihm bewußt gewesen sein und er hat durch Recherche einiges wettgemacht; trotzdem wirkt er bieder, seine politischen und technologischen Extrapolationen sind hausbacken und nicht sehr spektakulär.

Die Idee, die der Geschichte zugrundeliegt, das Design einer Persönlichkeit, ist eigentlich ein Knaller: Fragen wie "Wer bin ich?", zur Persönlichkeitsentwicklung, der ewige Clinch zwischen Genetikern und Behavioristen, die Nöte eines Menschen, der nicht mehr wissen kann, wer er eigentlich ist - DAS wär's gewesen!

Aber, um ehrlich zu sein: dieses Feld haben in der SF schon viele beackert, Dick unter anderem, und natürlich wäre es schwer geworden, hier Neues zu bringen. Trotzdem: es hätte sich lohnen können, zumal, wenn es Franke gelungen wäre, den Thriller-Plot, dem er unglückseligerweise zu viel Raum gibt, straffer und spannender zu gestalten.

Herbert W. Franke ist ein seltenes Juwel der deutschen SF. Aber es funkelt in einer anderen Zeit ...