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Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 7. April 2008 09:19
von Beverly
Hier noch mal zum MItschreiben die Frage:

Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Damit meine ich SF-Titel, in denen so eine lebenswerte Zukunft beschrieben wird. Also kein Aufguss von "1984" oder eine postmoderne Weichspül-Dystopie, sondern Romane und Erzählungen, in deren "Welten" man zumindest für einige Zeit oder immer leben möchte.
Wobei - weil man ja unterhalten werden und Action haben will - Konflikte aller Art nicht zu kurz kommen, Tragödien sich aber vor dem Hintergrund einer insgesamt zu bejahenden, möglicherweise verbesserungswürdigen aber auch erhaltenswerten Welt abspielen.

Auch da ich beim Lesen wieder bei "Perry Rhodan" angelangt bin und selbst in Antwort auf diese Frage nur eigene Titel nennen könnte, bin ich auf eure Antworten gespannt.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 7. April 2008 10:50
von Martin
Die menschliche Zukunft bei "Perry Rhodan" ist doch (abgesehen von gelegentlich kosmischen Bedrohungen) durchaus lebenswert: Grundversorgung weltweit gesichert, Krankheiten bezwungen und jede/r kann frei über seine politische, religiöse und sexuelle Ausrichtung entscheiden. Ebenso darüber, wie er/sie den lieben langen Tag verbringen möchte bzw. für was er/sie seine/ihre geistigen und physischen Kräfte einsetzen möchte.

Das Problem ist, dass des einen Eule des anderen Nachtigall sein kann. Wer sagt denn, dass beispielsweise Deine lebenswerte Zukunft auch von mir uneingeschränkt als lebenswert empfunden werden würde?

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 7. April 2008 15:09
von Beverly
Martin hat geschrieben:Die menschliche Zukunft bei "Perry Rhodan" ist doch (abgesehen von gelegentlich kosmischen Bedrohungen) durchaus lebenswert: Grundversorgung weltweit gesichert, Krankheiten bezwungen und jede/r kann frei über seine politische, religiöse und sexuelle Ausrichtung entscheiden. Ebenso darüber, wie er/sie den lieben langen Tag verbringen möchte bzw. für was er/sie seine/ihre geistigen und physischen Kräfte einsetzen möchte.
Das habe ich mir auch schon überlegt: zu den Zeiten, wo nicht Dolans über das Sonnensystem oder Laren über die Milchstraße herfallen oder sich nicht MONOS als galaktischer Gröfaz versucht, ist es im "Perryversum" durchaus auszuhalten. Es ist halt die Fortschreibung der Grundstimmung der Nachkriegszeit in galaktische und kosmische Dimensionen. Alle leben mit den Annehmlichkeiten einer technischen Zivilisation, die zwar nicht konfliktfrei ist, aber ihnen wenigstens die Chance bietet, einen Platz in einem 100, 150 oder 200 Jahre dauerndem Leben zu finden.
Martin hat geschrieben:Das Problem ist, dass des einen Eule des anderen Nachtigall sein kann. Wer sagt denn, dass beispielsweise Deine lebenswerte Zukunft auch von mir uneingeschränkt als lebenswert empfunden werden würde?
Ich glaube nicht, dass sich die Menschheit auf absehbaren Zeit freiwillig auf ein und dasselbe Gesellschaftssystem einigen wird. Es werden sich auch nicht alle Menschen auf die gleiche Art zu Leben, einigen - nicht einmal innerhalb ein und desselben Volkes. Deswegen muss eine lebenswerte Zukunft auf dem Neben- oder Miteinander verschiedener Gesellschaftsformen basieren und die Menschen müssen ihr Leben selbst wählen können.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 7. April 2008 15:33
von molosovsky
Lebenswert für wen?
Was soll ›lebenswert‹ sein?

Bin völlig ratlos.
Grüße
Alex / molo

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 7. April 2008 15:47
von Beverly
molosovsky hat geschrieben:Was soll ›lebenswert‹ sein?

Bin völlig ratlos.
Hallo Alex,

von dir hätte ich nicht erwartet, dass du bei der Definition des Wortes "lebenswert" Verständnisschwierigkeiten hast, tut mir Leid.
molosovsky hat geschrieben:Lebenswert für wen?
Z. B. lebenswert für den, der das Buch gelesen hat und es deshalb weiter empfiehlt. Wobei da die Geschmäcker wohl unterschiedlich sind.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 7. April 2008 16:26
von molosovsky
Nee, ich muss mich entschuldigen, für den kurzen, wirren Beitrag, Berverly.

Mut und munter machen für eine ominöse Zukunft ist einfach etwas, was mir fremdgeblieben ist.
Die Zukunft kommt, egal was passiert. Die Frage ist eben, an welcher Art von Zukunft man teilnehmen will.

Unter ›lebenswert‹ verstehe ich persönlich erstaunlicherweise eben wirklich nix. Vielleicht ist das aber auch meine eigene Dauerkrisis gegenüber solchen Begriffen, die etwas schönes postulieren, was aber schnell als Fassade für alles mögliche Monströse missbraucht werden kann.

Grüße
Alex / molo

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 7. April 2008 18:48
von Bungle
Auf die Schnelle fällt mir jetzt auch kein SF-Welt/Utopie ein, in dem ich selbst gerne leben würde.
Also eine Welt mit geringer Ausbeutung, minimaler Umweltzerstörung, einer weltweiten Demokratie (oder zumindest ohne Diktatoren), Schule für alle Kinder und weitestgehend friedlich.
Jedenfalls ist das Perry Rhodan-Universum trotz vieler guter Seiten auch nicht mein Fall, da gibt es da einfach zu viele Menschen und zu viel (Hyper)technologie :-?

MB

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 07:10
von Kringel
Ich habe eine Vision für (m)eine lebenswerte Zukunft: Dass alles so bleibt, wie es jetzt ist. Auch das ist ja leider schon eine Utopie.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 08:44
von Beverly
Kringel hat geschrieben:Ich habe eine Vision für (m)eine lebenswerte Zukunft: Dass alles so bleibt, wie es jetzt ist. Auch das ist ja leider schon eine Utopie.
Tut mir Leid, aber der status quo bringt es definitiv NICHT. Er mag durchaus gute und erhaltenswerte Seiten gehabt haben, aber die werden von den Mächtigen in Politik und Wirtschaft systematisch zerstört. Das Ergebnis ist schon jetzt so, dass man es sich viel zu oft nur noch schön saufen kann. Oder "Perry Rhodan" und co. lesen, um ein bisschen abzuschalten.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 10:13
von Stormking
Nun, in der menschlichen Hegemonie in Simmons Hyperion scheint es die eine oder andere Ecke zu geben, die ganz in Ordnung ist.
Beverly hat geschrieben: Tut mir Leid, aber der status quo bringt es definitiv NICHT. Er mag durchaus gute und erhaltenswerte Seiten gehabt haben, aber die werden von den Mächtigen in Politik und Wirtschaft systematisch zerstört.
Fängst Du jetzt hier auch noch damit an?

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 10:49
von Kringel
Beverly hat geschrieben:
Kringel hat geschrieben:Ich habe eine Vision für (m)eine lebenswerte Zukunft: Dass alles so bleibt, wie es jetzt ist. Auch das ist ja leider schon eine Utopie.
Tut mir Leid, aber der status quo bringt es definitiv NICHT.
Meiner schon :smokin

Aber das war ja - zugegeben - nicht die Frage, um die es hier ging. Da hat Beverly natürlich Recht. Positive Zukünfte sind in der Literatur aber eher schwer zu finden, weil Dystopien (finde ich jedenfalls) einfach interessanter sind. Vielleicht könnte man die KULTUR von Iain Banks als lebenswert bezeichnen. Eine hoch technisierte Welt, in der die Befriedigung des Hedonismus über allem steht - das stelle ich mir nicht schlecht vor.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 11:59
von Tiberius
Es kommt natürlich immer darauf an, was man unter lebenswert versteht. Schrieben ja schon Martin und Molosovsky. Wenn man darunter eine Hightech-Gesellschaft, in der es relative Unsterblichkeit, freie Wahl des Geschlechts oder Körpers durch genetische Spielereien usw. gibt, versteht, habe ich solche
, fast schon naiv in ihrer Technikgläubigkeit und ihrem Machbarkeitswahn wirkenden Gesellschaftsmodelle (teilweise) bei:
A. Reynolds, Arthur C. Clarke, Neal Asher, Peter F. Hamilton, Richard Morgan etc. gefunden.
Gerade die Überwindung von Leid und Tod durch Gen- und Nanotechnologie und durch Bewusstseinsup-/download scheint doch momentan bei SF-Autoren sehr beliebt zu sein.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 19:21
von Beverly
Kringel hat geschrieben:Vielleicht könnte man die KULTUR von Iain Banks als lebenswert bezeichnen. Eine hoch technisierte Welt, in der die Befriedigung des Hedonismus über allem steht - das stelle ich mir nicht schlecht vor.
Das sehe ich auch so und deswegen habe ich alle KULTUR-Romane von Banks ausgelesen und warte ungeduldig darauf, dass der Nächste erscheint (sofern Banks noch KULTUR-Romane schreiben will).
Kringel hat geschrieben:Positive Zukünfte sind in der Literatur aber eher schwer zu finden, weil Dystopien (finde ich jedenfalls) einfach interessanter sind.
Dystopien mögen interessanter sein, weil es in ihnen reichlich Konflikte gibt und die Konflikte so ausgetragen werden, wie es den Protagonisten passt. Also ein prima Hintergrund für Action und Spannung ... aber sonst? Und Banks hat gezeigt, dass man es auch vor dem Hintergrund einer positiven Utopie megamäßig krachen lassen kann. Sein Roman Vor einem dunklen Hintergrund, der in einer ziemlich dystopischen, stagnierenden Welt spielt, ist übrigens bei weitem nicht so spannend wie seine Romane, die in der KULTUR spielen. Das Dystopische hat diesen Roman eher zur Schlafpille gemacht, halt alles grau und grau ...

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 19:23
von Beverly
Stormking hat geschrieben:(...)Fängst Du jetzt hier auch noch damit an?
Tut mir Leid, aber wenn du nicht damit klar kommst, dass ich diese Welt einfach nur noch Scheiße finde, hast du ein kognitives Problem.

Re: Gibt es noch Visionen für eine LEBENSWERTE Zukunft?

Verfasst: 8. April 2008 19:49
von My.
Beverly hat geschrieben:
Stormking hat geschrieben:(...)Fängst Du jetzt hier auch noch damit an?
Tut mir Leid, aber wenn du nicht damit klar kommst, dass ich diese Welt einfach nur noch Scheiße finde, hast du ein kognitives Problem.
Ich bin ganz sicher, daß das nicht sein muß, oder?
Es wäre schön, wenn man das lassen könnte.
Beiderseits -

Im Übrigen neige ich dazu, Kringel zuzustimmen. Was allerdings auch was damit zu tun hat, daß ich bislang nichts Utopisches gelesen oder gesehen habe, das mir besser gefallen hätte, als das ärmliche Bißchen meiner mich umgebenden realen Welt.

My.