Stargate Universe

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breitsameter
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Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Freitagabend hatte in den USA die zweite Spin-Off-Serie zur sehr erfolgreigen »Stargate«-Fernsehserie Premiere.

Obwohl ich Stargate irgendwann nach der 8. Staffel nur noch rudimentär verfolgt habe, und bei Stargate: Atlantis nach der ersten Staffel bereits aufgegeben habe, habe ich mir den Pilotfilm zu Stargate Universe dann gestern abend doch angesehen.

Was ist anders? Eigentlich erstmal wenig. Wieder geht alles damit los, daß man ein Rätsel des Stargates lösen will. Ein Team unter der Leitung von Dr. David Rush (Robert Carlyle) versucht das Rätsel des 9. Chevrons zu lösen - also eine Adresse anzuwählen, die aus 9. Chevrons besteht. Das ist bislang nicht gelungen - einerseits, weil die Energie dafür fehlte, zum anderen, weil man noch ein technisches Problem hatte. Nun beschloß man das zu lösende Problem in ein Online-Computerspiel einzubauen, um so alle Geeks dazuzurbringen, nach einer Lösung zu suchen. Und tatsächlich: der junge Eli Walace (David Blue) knackt das Rätsel und bekommt plötzlich Besuch vom Militär...

Die Serie fängt mit der Reise durchs Stargate an, und pendelt dann immer wieder zwischen Rückblenden und der aktuellen Handlung hin und her. Das aber manchmal so unvermittelt, daß man schon gut aufpassen muß, um zu wissen, was das jetzt für ein Handlungsstrang ist. Ein anderer Punkt, ist die Tatsache, daß man nach dem Pilotfilm eigentlich noch nicht so genau sagen kann, was diese Serie von SG:Atlantis unterscheiden soll. Okay, die Charaktere scheinen besser ausgewählt zu sein (auch wenn der Geek ein echtes Klischee erfüllt), und die Kameraführung ist erheblich besser und moderner (die Handkamera lässt grüßen!).

Fazit: Potential ist da, aber sehen tut man davon nichts. Meine Frau und ich haben aber beschlossen, zumindest die nächste Folge auch noch anzusehen. Der Pilotfilm endet nämlich mit einer Art Cliffhanger.

Ach ja - worum geht's eigentlich diesmal genau?
Die Forschungseinrichtung, die das 9. Chevron erforschen will, wird angegriffen, und die komplette Besatzung muß schließlich durchs Stargate zum der Adresse mit dem 9. Chevron flüchten: und das ist ein riesiges Raumschiff der Antiker, das bereits viele Galaxien von der Milchstraße entfernt ist. Es ist schon teilweise beschädigt, aber immer noch flugfähig. Und es wird immer wieder in Planetensystemen mit Stargates Halt machen...
Nebenbei bemerkt: einer der Berater der Serie ist SF-Autor John Scalzi. Er beschreibt seine Arbeit so:
»But yes, I do two main things as the creative consultant:

1. I advise on technical, scientific and character issues as they present themselves in the scripts;

2. I keep an eye on the overall arc of the series and help to make sure the show stays consistent over the course of the season.

What this means is that I’ll get early versions of the scripts, and I’ll go through them and give notes, pointing out where I think the science could be tightened up, or where I think a character is doing something inconsistent, or where I think there might be a real world repercussion for something that’s been put into the script. While I’m doing that I’m also looking at where the script and the events fit into the larger picture, and calling attention to things I think are significant, which the producers and writers will have to deal with later. This latter bit is particularly important in the case of SG:U because the nature of the series — a bunch of people thrown to the ass-end of space with very limited resources — means that they have to pay attention to things other series can take for granted.

To give you a very small example: bullets. The characters come into the ship with a certain number of bullets. It is very difficult for them to get any more of them. So I count the scenes where bullets are used and I send notes that say “now, you know you have that many fewer bullets now, right?” The point is not just to be OCD anal (although there is value in that in this case), but to remind everyone that realism is something we’re looking for, and the choices we make now will have an influence later. So what the producers and writers have to do is to decide whether they want to spend their bullets now, or find some other, non-bullet-related way to solve a particular problem. Sometimes you need a bullet, sometimes you don’t.«
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Stormking
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Stormking »

breitsameter hat geschrieben:Ein anderer Punkt, ist die Tatsache, daß man nach dem Pilotfilm eigentlich noch nicht so genau sagen kann, was diese Serie von SG:Atlantis unterscheiden soll. Okay, die Charaktere scheinen besser ausgewählt zu sein (auch wenn der Geek ein echtes Klischee erfüllt), und die Kameraführung ist erheblich besser und moderner (die Handkamera lässt grüßen!).

Fazit: Potential ist da, aber sehen tut man davon nichts.
Sorry, aber man merkt, daß Du Stargate schon eine Weile nicht mehr gesehen hast. Deine Erinnerungen an die Serie scheinen doch ein wenig verklärt zu sein. Der Unterschied zu den bisherigen Serien ist nicht nur da, er ist eigentlich unübersehbar. Schon allein die Tatsache, daß man sich die ganze zweite Hälfte des Pilots mit einem Problem herumgeschlagen hat, daß sonst eine Samatha Carter oder ein Rodney McKay in zwei Minuten mittels Technobabble gelöst hätte, sollte zu denken geben. Es existiert auch kein "Team" im eigentlichen Sinne, die Leute sind weder befreundet noch vertrauen sie einander, die Befehlskette ist unklar und der Chefwissenschaftler ist ein undurchsichtiger Typ, dessen Motive man nicht kennt (und wohl auch nicht so schnell erfahren wird).

Der Geek ist insofern das glatte Gegenteil eines Klischees als das er zumindest mich überhaupt kein bißchen genervt hat. Und normalerweise hasse ich Geeks in TV-Serien.

Die paar Militärs sind größtenteils Grünschnäbel, denen man ihre Unerfahrenheit deutlich anmerkt. Was nicht zuletzt auch an den Darstellerleistungen liegt. Denn obwohl es sich um einen jüngeren und (zumindest mir) größtenteils unbekannten Cast handelt, sind diese durch die Bank weg deutlich besser als in allen bisherigen Stargate-Serien, die in dieser Beziehung immer nur 90er-Jahre-TV-Durchschnitt boten. Mit Robert Carlyle hat man dazu noch einen richtig guten Schauspieler gewinnen können und entsprechend interessant ist auch sein Charakter Dr. Nicholas Rush.

Außerdem wird das ganze wohl eindeutig ein Serial mit durchgängig fortlaufender Handlung, während die bisherigen Stargate-Serien trotz episodenübergreifender B- und C-Plots eindeutig Procederals waren.
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andy
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von andy »

ich habe die ersten 45 minuten gesehen und war angetan. die geschichte funktioniert, die figuren sind interessant, die erzählweise erfordert aufmerksamkeit. aus der konstellation der figuren kann die serie bestimmt jede menge herausholen.

ich habe allerdings nie auch nur eine folge von stargate gesehen. aber bei universe bleibe ich am ball.

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Ulrich
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Ulrich »

breitsameter hat geschrieben: 2. I keep an eye on the overall arc of the series and help to make sure the show stays consistent over the course of the season.
Wobei ich mich hier frage, ob das die Serienschreiber nicht selbst können oder kann das nur ein SF-Autor? Das von Scalzi beschriebene Problem war übrigens bereits in anderen Serien vorhanden. In Star Trek Voyager gab es nur eine bestimmte Anzahl an Photonentorpedos, was aber nicht wirklich thematisiert wurde.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Smiley »

Im Stargate-Wiki kann man schon weiteres nachlesen. Klingt interessant.
http://www.stargate-wiki.de/index.php/S ... iler_Infos
Ein Leben ohne Tabasco ist möglich, aber geschmacklos.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Ulrich hat geschrieben:Wobei ich mich hier frage, ob das die Serienschreiber nicht selbst können oder kann das nur ein SF-Autor? Das von Scalzi beschriebene Problem war übrigens bereits in anderen Serien vorhanden. In Star Trek Voyager gab es nur eine bestimmte Anzahl an Photonentorpedos, was aber nicht wirklich thematisiert wurde.
Vielleicht ist der Gedanke dahinter auch ein anderer. Man schmückt sich mit dem Namen eines bekannten und derzeit erfolgreichen SF-Autors, der darüberhinaus auch noch ein wirkungsvoller Multiplikator ist, da zu den beliebten und gerne gelesenen Bloggern der Szene gehört... :beanie:

Bei »Babylon 5« hatte man ja Harlan Ellison als Berater angestellt.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Stormking »

Ulrich hat geschrieben: Wobei ich mich hier frage, ob das die Serienschreiber nicht selbst können oder kann das nur ein SF-Autor?
Wahrscheinlich braucht man einfach jemand "externen", der nicht zu stark eingebunden ist und den Überblick behält.
Ulrich hat geschrieben: Das von Scalzi beschriebene Problem war übrigens bereits in anderen Serien vorhanden. In Star Trek Voyager gab es nur eine bestimmte Anzahl an Photonentorpedos, was aber nicht wirklich thematisiert wurde.
"Bereits in anderen Serien vorhanden"?? Mit dieser eklatanten Schwäche waren wohl bisher so ziemlich alle Sci-Fi-Serien behaftet, mal mehr, mal weniger. Bei Voyager war es einfach besonders krass mit ihrem nie enden wollenden Vorrat an Shuttles.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Montag »

Deshalb war Voyager ja so langweilig. Die hatten einfach alles auf ihrem Raumschiff. Dürfte für die Crew kein Anpassungsschwierigkeiten gegeben haben, als sie zurück zu Hause war.

Ich hoffe Universe macht nicht denselben Fehler. Obwohl das gute alte "Wir sind weit weg und wollen wieder nach Hause"-Ding eh schon irgendwie ein Fehler ist.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Stormking »

Nun, auch die dritte Episode entspricht formal wieder dem Stargate-Grundmuster, wirkt aber dennoch völlig anders. Bin jetzt soweit, mich offiziell als "Fan" zu bezeichnen und hoffe, daß die Serie die erste Staffelpause überlebt.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Stormking hat geschrieben:Nun, auch die dritte Episode entspricht formal wieder dem Stargate-Grundmuster, wirkt aber dennoch völlig anders. Bin jetzt soweit, mich offiziell als "Fan" zu bezeichnen und hoffe, daß die Serie die erste Staffelpause überlebt.
Ja, das mit dem Grundmuster stimmt: es war klar, daß es entweder eine Welt sein würde, die wie Kansas aussieht - oder eine Wüste. Gewonnen hat die Wüste. :beanie:

»Völlig anders« würde ich nicht schreiben, aber die Episode war doch interessant genug, um meine Frau und mich an der Stange zu halten. Und dies, obwohl im Grunde doch sehr wenig passierte.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Stormking »

breitsameter hat geschrieben: »Völlig anders« würde ich nicht schreiben
Ich eben schon. In SG-1 bzw. Atlantis hätte man es nicht nur geschafft, mit den Sandwirbel-Wesen zu kommunizieren und das "Geheimnis des Planeten" zu lüften, man hätte außerdem den beiden Deppen die durch's Gate gingen noch eine Rettungsexpedition nachgeschickt und die Frau des Senators wäre so ein verhärmtes Eheweibchen gewesen, das mit versteinerter Mine auf der Couch sitzt und natürlich vollstes Verständnis dafür hat, daß ihr Göttergatte für Volk und Vaterland krepieren mußte.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von andy »

ich fand die folge deutlich schwächer als den piloten - genau wie schon geschrieben, es passierte sehr wenig.

interssant ist allerdings die art und weise der fernkommunikation (ich denke, für den sg-fan ein alter hut, ich fand es sehr charmant!)

am ball bleibe ich auch, es ist mal schön, wieder eine klassische sf-serie zu sehen. und die figuren wirken interessant.

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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Stormking »

andy hat geschrieben:ich fand die folge deutlich schwächer als den piloten - genau wie schon geschrieben, es passierte sehr wenig.
Wenn Inszenierung und Charakterisierung auf diesem hohen Niveau bleiben, daß braucht meinetwegen nicht ständig viel zu "passieren". Natürlich müssen in Zukunft auch inhaltlich "gehaltvollere" Episoden kommen, aber bis jetzt hat mich das langsame Erzähltempo nicht gestört. Bin's halt schon von BSG gewohnt.

Das letzte Viertel, ab dem Moment wo Lt. Scott von dem Sandwirbel wieder aufgeweckt wurde, brauchten sich von Schnitt, Bildkomposition und auch Schauspielerleistung auch vor den besseren BSG-Episoden nicht verstecken. Und auch die Musik war großartig, auch wenn die Verwendung von Popsongs in Zukunft hoffentlich nicht übertrieben wird. Der Score erinnert mich jedenfalls stark an den Soundtrack von Blade Runner.
andy hat geschrieben: interssant ist allerdings die art und weise der fernkommunikation (ich denke, für den sg-fan ein alter hut, ich fand es sehr charmant!)
Nö, ein "alter Hut" ist das nicht wirklich. Die Kommunikationssteine wurden zwar auch vorher schon benutzt (zu Beginn der 8. SG-1-Staffel, um genau zu sein), aber damals funktionierten die nur in eine Richtung. Das hat man für Universe jetzt umgestrickt, was ich aber für einen gar nicht dummen Schachzug halte. Gerade in einer Serie mit ein paar zwielichtigen Charakteren hat es enormes Potential, daß man nicht immer sicher sein kann, wer gerade in welchem Körper steckt.

Der Preis dafür ist natürlich, daß das Gefühl des Abgeschnittenseins nicht mehr ganz so stark ist. Aber jede Hoffnung auf materielle Unterstützung oder gar Rettungsaktionen von der Erde sind nachwievor völlig illusorisch, so daß man das, glaube ich, verschmerzen kann.
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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von andy »

Stormking hat geschrieben:Das hat man für Universe jetzt umgestrickt, was ich aber für einen gar nicht dummen Schachzug halte. Gerade in einer Serie mit ein paar zwielichtigen Charakteren hat es enormes Potential, daß man nicht immer sicher sein kann, wer gerade in welchem Körper steckt.

Der Preis dafür ist natürlich, daß das Gefühl des Abgeschnittenseins nicht mehr ganz so stark ist. Aber jede Hoffnung auf materielle Unterstützung oder gar Rettungsaktionen von der Erde sind nachwievor völlig illusorisch, so daß man das, glaube ich, verschmerzen kann.
die idee erweitert die möglichkeiten der serie ungemein, ohne ein allheilmittel für alle probleme werden zu können.

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Re: Stargate Universe

Ungelesener Beitrag von Stormking »

andy hat geschrieben: die idee erweitert die möglichkeiten der serie ungemein, ohne ein allheilmittel für alle probleme werden zu können.
Natürlich kann man jetzt für jedes intellektuelle Problem einen "Experten" von der Erde anfordern, weshalb ich einfach hoffe, daß es sich bei zukünftigen "Problemen der Woche" einfach nicht um die üblichen zu lösenden "Rätsel" handeln wird, sondern um handfeste Ressourcenknappheit und moralische Zwickmühlen, kurz: Situationen, in denen ein "eingetauschter Experte" auch nicht viel machen kann.
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