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Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 3. März 2010 22:24
von conanboy
Was mich ärgert
Gib's hier noch andere außer mir, die sich ein bisschen darüber aufregen, wenn SF-Filme naturwissenschaftlichen Humbug verbreiten? Beispiele:
- Ich glaube einfach nicht, dass ein Elektromechaniker dazu in der Lage ist, einen Computervirus zu programmieren, der eine ganze Alien-Flotte lahmlegen kann, die techchnisch um Millionen Jahre voraus ist, geschweige denn, dass er diesen Virus mal eben so per WLAN ins Alien-System übertragen kann. Ich rede natürlich von Independence Day. Ich find den Streifen nicht super, aber ganz okaye Unterhaltung. Nur an dieser Stelle frage ich mich immer "Für wie doof halten die Macher eigentlich ihr Publikum, und wie doof müssen sie selber sein?".
- Klassisches Beispiel A: Luftanhalten im Weltraum
Das, was ich interessierter Laie über die Naturgesetze weiß, veranlasst mich, zu bezweifeln, dass es ausreicht, das Hochvakuum des Weltraums zu überleben, indem man einfach nur die Luft anhält. Ich nenne 3 Darstellungen dieser Problematik: 1. 2001 - Odysse im Weltraum (da ist einer für einige Sekunden dem Hochvakuum ausgesetzt ohne Anzug, und ihm passiert quasi nichts), 2. Event Horizon (ebenfalls ein dem Vakuum ausgesetzter Mensch, ihm tut zumindest irgendwas weh), 3. Outland - Planet der Verdammten (hier zerplatzen die Menschen, die dem Vakuum ausgesetzt werden, kurzerhand wie Luftballons). Man könnte ja meinen, die Filmemacher wählen die Variante, die ihnen gerade ins Drehbuch passt.
- Klassisches Beispiel B: Mutationen
Zuletzt gesehen im US-Godzilla. Da explodiert eine A-Bombe, und quasi am nächsten Tag steht ne mutierte Riesen-Eidechse auf der Matte. In den 50er Jahren konnte man diesen Quatsch den Leuten vielleicht noch verkaufen, weil keiner so genau über Strahlung, Mutation, und Vererbungslehre Bescheid wusste.Aber heute lernt doch jedes Kind in der Schule, dass Mutation ein Millionen Jahre dauernder Prozess ist.
- Das Schlimmste überhaupt: Zeitreisen
Minority Report. Da gibt's ein medial begabtes Wasserballet, das Morde vorhersehen kann, aber ausschließlich nur Morde, sonst nix. An sich schon mal ne bescheuerte Idee. Aber Tom Cruisen's Aufgabe, ist es ja gottseidank, diese Morde immer im letzten Moment zu verhindern. Müsste da das Wasserballet eigentlich nicht immer voraussehen, wie Herr Cruise die Morde verhindert? Diese konsequente Inkonsequenz bezüglich Zeitreisen im Hollywood-Kino geht mir furchtbar auf den Sack.
Science Fact & Fiction Episode II
Verfasst: 3. März 2010 22:26
von conanboy
Klarstellung & Halbbildung
Es geht mir hier um wissenschaftliche Unkorrektheiten in "modernen High-Budget-SF-Dramen".
"Modern" bedeutet, dass ich keinem SF-Film aus den 50er Jahren einen Vorwurf mache, weil man es da noch nicht besser wusste. Aber von einem "modernen" Film erwarte ich, dass er mir nicht irgendwelchen Quatsch weismachen will, wie mit nem Apple-Laptop ein Alien-Volk besiegen.
"High-Budget" bedeutet, dass mir die wissenschaftliche Korrektheit in Trashmovies aus der dritten Reihe der Videothek egal ist, aber wenn sich eine Millionen-Dollar-Produktion an eine Milliarden-Öffentlichkeit wendet, und ich im Kino Geld dafür bezahle, will ich nicht für dumm verkauft werden.
"SF" bedeutet "Science Fiction", zu deutsch "wissenschaftliche Fiktion", mit anderen Worten "erfundene Geschichte, die etwas mit Wissenschaft zu tun hat". Dazu muss sich der Autor zwangsläufig mit Wissenschaft auskennen, was er zumindest im Zusammenhang mit den hier von mir kritisierten Werken oft nicht tut, jedenfalls nicht besser als ich.
"Dramen" bedeutet: es geht mir hier natürlich nicht um SF-Comedy wie Zurück in die Zukunft, Futurama, oder Space Balls. Es geht um SF-Werke, die Anspruch auf Ernsthaftigkeit erheben, und damit immer auch auf wissenschaftliche Korrektheit. Aber wie ernst kann man "Mission to Mars" nehmen, wenn man weiß, dass, selbst wenn dort plötzlich irgendwelche mutierten Pflanzen über Nacht für eine Sauerstoff-Atmosphäre erzeugt haben, ein Mensch trotzdem nicht überleben kann, weil der Mars eine Durchschnittstemperatur von Minus 90 Grad hat? Doppel- oder Mehrfach-Sternen-Systeme mögen auf der Leinwand toll aussehen, aber wie sollen sich bittesehr dort Planeten gebildet haben, gar nicht zu reden von Planeten mit Leben?
Ich mit meiner wissenschaftlichen Halbbildung gehöre sicher nicht zu den Hardcore-Physikern, die sagen, Star Trek ist totaler Quatsch, weil es nun mal nichts in diesem Universum gibt, was schneller sein kann als das Licht, und der Kampf um den Todesstern ist ja total inadäquat, weil man im Weltraum keine Geräusche hören kann, also nehmt bitte die Soundeffekte raus. Aber erzählt mir nicht, ein Raumschiff sei durch ein Schwarzes Loch geflogen (Sphere), das ist nach den Naturgesetzen in unserem Universum einfach nicht möglich.
Science Fact & Fiction Episode III
Verfasst: 3. März 2010 22:30
von conanboy
Gut gemacht
Mit Star Wars und Star Trek hab ich eigentlich schon die Positiv-Beispiele genannt, denn diese beiden SF-Universen machen es richtig, und ich glaube, das ist auch Bestandteil ihres Erfolges.
Star Wars spielt in einem ganz anderen Universum als unserem. Dort gibt es die geheimnisvolle "Macht", unsere Naturgesetze gelten dort nicht unbedingt, dort ist es möglich, die Naturgesetze zu umgehen, ohne in logische Konflikte zu geraten. Ausserdem ist das gesamte Story-Telling von Star Wars so angelegt, dass es niemals eine Rolle spielt, wer wann welche Technologie entwickelt hat. Wie im Märchen sind diese Dinge einfach vorhanden, und keiner fragt danach, woher das alles kommt, weil das für die Story völlig unwichtig ist.
Star Trek spielt zwar in unserem Universum, unterliegt also unseren Naturgesetzen, hatte jedoch immer hervorragende wissenschaftliche Berater (ausgenommen natürlich TOS). Seit Next Generation setzen sich dort die Autoren mit Naturwissenschaftlern zusammen, und überlegen sich, wie könnte möglicherweise der Warp-Antrieb, der Phaser, oder der Replikator funktionieren. Ich bin per Zufall mal an einen "Leitfaden für Star-Trek-Autoren" geraten, wo diese Dinge ausführlich beschrieben werden, und den haben sowohl Autoren, als auch Astronomen und Physiker verfasst.
Bei Trek und Wars handelt es sich um Serien, dessen Vorteil es ist, ihr eigenes "Universum" erschaffen zu können, und damit mehr Zeit haben, das Publikum von ihrer "Konsistenz" zu überzeugen. Diesen Vorteil haben einzelne Filme natürlich nicht. Dennoch gelingt das manchen Filmen, anderen nicht. Und die Filme, denen es nicht gelingt, sind jene, von denen es auch nie Fortsetzungen gab, obwohl sie High-Budget-Produktionen waren.
Fortsetzungen, Filme wie Serie, gibts nur dann, wenn wir wissen wollen, wie es weitergeht in diesem "Universum", von dem uns da erzählt wird. Wird uns schon im ersten Teil nur Quatsch aufgetischt, wo ich schon mit meiner bescheidenen Schulbildung weiß, dass es alles Quatsch ist, bin ich nicht an einer Fortsetzung interessiert. Aber wenn die Story interessant ist, UND glaubwürdig genug (=entspricht meinem Wissen über die Welt), dann sähe ich gerne eine Fortsetzung.
Wem geht's noch so?
Re: Science Fact & Fiction Episode III
Verfasst: 3. März 2010 22:57
von bukaman
conanboy hat geschrieben:Fortsetzungen, Filme wie Serie, gibts nur dann, wenn wir wissen wollen, wie es weitergeht in diesem "Universum", von dem uns da erzählt wird.
Leider gibt es Fortsetzungen vermehrt, wenn man nicht wissen will, wie´s weitergeht, sondern weil die Produzenten der Meinung sind, das man wissen SOLL, wie es weitergeht.
Trilogien (z. B.), die von vornherein als solche erdacht, logisch und konsequent erzählt werden, schau ich mir gerne an. Trilogien, bei denen zwei Filme auf einen erfolgreichen ersten Teil "aufgepropft" werden, mag ich dagegen weniger, unabhängig davon, wie gut der erste Teil war. Matrix zum Beispiel ist so´n Ding. Der erste Teil war verdammt gut, eine Runde Sache und vor allem war er am Ende zu Ende. Alles weitere fand ich überflüssig.
Star Trek bietet sich natürlich eine Menge Raum für viele weitere Geschichten, das Universum ist groß, da geht noch eine Menge. Gerade die TNG-Reihe mag ich sehr, da kann ich nicht genug von bekommen.
Star Wars dagegen hat eigentlich einen Kern - die Skywalker-Saga - und der ist nun zuende erzählt. Mehr braucht es nicht im SW-Universum. Alles was jetzt noch kommt, ist (teilweise billige) SF, die ein bekanntes Label nutzt, um verkauft zu werden und Herrn Lucas noch reicher zu machen.
Naja, ansonsten: Ich freue mich auf einen Film, der irgendwann kommt, mich auf eine tolle Reise mitnimmt und am Ende wieder zuhause absetzt und es schafft, ohne Fort- und Vorsetzungen auszukommen. Und irgendwann wird dieser Film kommen.
Und nun geh ich die Fortsetzung von Battlestar Galactica gucken.
Re: Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 3. März 2010 23:33
von Doop
Ganz ehrlich: Stört mich alles nicht die Bohne. Mich stören schlechte Drehbücher un unoriginelle Geschichten. Wenn SF nur wissenschaftlich exakt sein dürfte, dann gäbe es kein Star Trek, kein Hyperion, kein Dune, eigentlich gar nichts. Keine Zeitreisen, kein Überlichtflug, keine Gedankenleser, keine Alternativgeschichte. Dann wäre es zappenduster.
Re: Science Fact & Fiction Episode II
Verfasst: 3. März 2010 23:43
von Doop
Ich glaube, Du unterschätzt das Bildungsniveau in den 50ern. Man wusste z.B. Sehr gut, dass Atombomben Städte zerstören und Millionen Menschen töten, aber keine Riesenspinnen oder feuerspeienden Riesenechsen und -motten oder schrumpfende Menschen erschaffen. Trotzdem, obwohl man es wusste, drehte man solche Filme, und warum auch nicht. Aber wieso eröffnest Du drei Threads für ein Thema?
Re: Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 4. März 2010 01:37
von Pogopuschel
Ich sehe es wie Doop. Ich erwarte von einem SF Film, dass er mich unterhält und eine gute Geschichte erzählt, ohne unlogische Handlungsabläufe oder unglaubwürdige Charakteren. Ich erwarte in keinster Weise, dass er sich an wissenschaftliche Fakten hält. Wenn sie es tun, ist es schön, aber ich bin kein Wissenschaftler und kann nicht beurteilen, was möglich ist und was nicht.
Wenn man bei einem Film wie "Independece Day" anfängt mit wissenschaftlicher Plausibilität zu argumentieren, sollte man sich fragen, was unrealistischer ist: Der Computervirus oder die ganze Alieninvasion inklusive der klischeehaften runden fliegenden Untertassen. Bei solchen Filmen kann man nur das Gehirn ausschalten, ansonsten verdirbt man sich eine Menge Spaß. Außerdem behaupten die Filme ja nicht, dass alles auf wissenschaftlichen Fakten basiere und wahr sei.
Wenn es der Dramaturgie nutzt, sollte man auch den letzten Unfug verwenden.
Sich im Nachhinein mit den wissenschaftlichen Elementen zu beschäftigen und sie zu überprüfen kann aber recht spaßig sein. Ich verweiße da auf die Vorträge von Dr. Hubert Zitt zu "Star Trek"/"Star Wars" und Wissenschaft.
Re: Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 4. März 2010 06:36
von StevesBaby
Wenn man bei einem Film wie "Independece Day" anfängt mit wissenschaftlicher Plausibilität zu argumentieren, sollte man sich fragen, was unrealistischer ist: Der Computervirus oder die ganze Alieninvasion inklusive der klischeehaften runden fliegenden Untertassen. Bei solchen Filmen kann man nur das Gehirn ausschalten, ansonsten verdirbt man sich eine Menge Spaß. Außerdem behaupten die Filme ja nicht, dass alles auf wissenschaftlichen Fakten basiere und wahr sei.
Sich im Nachhinein mit den wissenschaftlichen Elementen zu beschäftigen und sie zu überprüfen kann aber recht spaßig sein. Ich verweiße da auf die Vorträge von Dr. Hubert Zitt zu "Star Trek"/"Star Wars" und Wissenschaft.
Wenn man sich die Superstringtheorie anschaut, dann ist das, was in manchen Filmen gebracht wird, absoluter Kinderkram!

Re: Science Fact & Fiction Episode II
Verfasst: 4. März 2010 06:56
von bukaman
Der Flug durch ein schwarzes Loch, Planeten in Doppelsternsystemen, das ist eben die Fiktion! Wenn ich nur Realismus haben will, dann guck ich National Geopgraphic. Bei SF-Filmen (und Büchern) geht es mir in erster Linie darum, unterhalten zu werden, da ist es mir egal, ob Planet XY nun ein oder zwei Sonnen hat. Bei Star Wars stört es Dich doch auch nicht, das Tatooine zwei Sonnen hat, oder? Ist ja ein anderes Universum, wie Du selbst sagst.
High-Budget-Filme werden aus einem Grund gemacht: Entertainment, nur darum geht´s. (Und Geld natürlich....)
Re: Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 4. März 2010 07:01
von bukaman
conanboy hat geschrieben:- Klassisches Beispiel B: Mutationen Zuletzt gesehen im US-Godzilla.
Godzilla basiert aber nunmal auf den Geschichten der 50er.
Pogopuschel hat geschrieben:Bei solchen Filmen kann man nur das Gehirn ausschalten, ansonsten verdirbt man sich eine Menge Spaß.
Independence Day funktioniert bei mir nicht mal mit Hirn aus

Re: Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 4. März 2010 09:04
von Uschi Zietsch
Die genannten Filme, bis auf MR, sind reine Unterhaltungsfilme ohne großen Anspruch. Wenn ich wissenschaftliche Fakten haben will, lese ich ein Sachbuch oder schaue mir eine Doku an (a propos - bald ist auf 3sat Urzeit-Thementag). Wenn die bei ST beamen, will ich nicht wissen, wie. Wozu in aller Welt?
Viele Astrophysiker, Erfinder und technische Wissenschaftler sind SF-Fans und spielen mit dem Gedanken "was wäre wenn" - siehe beamen -, und das ist doch ein guter Ansatz. Da ich nichts von alledem bin, will ich gut unterhalten werden. Mir ist eine logische Story wichtiger als Technobabble.
Was Minority Report betrifft, so geht es PKD überhaupt nicht um die Technik, sondern um die soziale Interaktion und Entwicklung. Genau wie bei Blade Runner auch, bei dem die Frage gestellt wird, wann ein Mensch ein Mensch ist.
Da sollte zuerst mal differenziert werden, was genau die Prämisse und Intention des Films ist. Die Technik ist doch meistens nur Nebensache, insofern spielt es überhaupt keine Rolle, ob die nun so oder anders möglich ist. Es ist ja sowieso nichts reales.
Re: Science Fact & Fiction Episode II
Verfasst: 4. März 2010 09:21
von Uschi Zietsch
Wo Leben möglich ist und wo nicht, wissen wir nicht im geringsten. Es mag sein, dass Leben, wie wir es kennen, nicht in einem Doppelsternsystem möglich ist, aber gar kein Leben? Sorry, aber dafür wissen wir viel zu wenig, vor allem im Hinblick auf die Ferndiagnosen, zu denen wir nur in der Lage sind. Eine Ferndiagnose beinhaltet ein hohes Fehlerpotential, weil die Berechnungen weniger auf Fakten als vielmehr auf Wahrscheinlichkeiten beruhen.
Wir wissen ja nicht mal richtig, wie und wieso das Leben auf der Erde funktioniert. Wir haben Bakterien in hunderte Grad heißen Vulkanschloten der Tiefsee. Wir haben Bakterien, die Öl fressen. Bei einer sehr geringen Temperaturtoleranz hüpfen Gletscherflöhe übers Eis. Wir haben Leben auf Silikonbasis auf der Erde. Wir wissen, dass sich Aminosäuren in Kometenschweifen befinden, die Grundbausteine des Lebens.
Und wieso bitte soll kein Überlichtflug möglich sein? Es gab Zeiten, da hielt man Überschall für unmöglich. Es gab Zeiten, da gingen Männer mit wedelnden Fähnchen vor dem Auto her, um die Menschen nicht vor der rasenden Geschwindigkeit dieser gefährlichen Maschinen zu erschrecken. Es gab Zeiten, wo man 100 km/h für ausgeschlossen und schwer gesundheitsschädlich hielt, zum Herzstillstand führend.
Es gab Zeiten, wo man die Erde für flach hielt.
Das Beispiel hier ist zwar sehr abgegriffen, aber trotzdem nicht weniger passend: Nach unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen kann eine Hummel nicht fliegen. Sie kann es nicht. Punkt.
Je tiefer wir in den Weltraum schauen können, desto mehr stellen wir fest, dass wir so gut wie gar nichts wissen, denn ständig gibt es Erkenntnisse, die nach unserem Stand "unmöglich" sind, oder die Rätsel aufgeben.
Ich wäre sehr vorsichtig mit dogmatischen Aussagen wie "da ist kein Leben möglich", und "das ist ausgeschlossen", vor allem aus Laiensicht.
Re: Science Fact & Fiction Episode III
Verfasst: 4. März 2010 09:25
von Uschi Zietsch
Wie im Märchen sind diese Dinge einfach vorhanden, und keiner fragt danach, woher das alles kommt, weil das für die Story völlig unwichtig ist.
Interessant. Du gestehst ST und SW zu, was du den anderen Filmen absprichst. Keine Ahnung, worauf du hinauswillst - ich kann dem nicht mehr folgen. Vor allem finde ich 3 Threads für ein Thema äußerst überflüssig.
Re: Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 4. März 2010 10:15
von Helge
Doop hat geschrieben:Wenn SF nur wissenschaftlich exakt sein dürfte, dann gäbe es kein Star Trek, kein Hyperion, kein Dune, eigentlich gar nichts. Keine Zeitreisen, kein Überlichtflug, keine Gedankenleser, keine Alternativgeschichte. Dann wäre es zappenduster.
Ich sehe es ähnlich. Wenn Sachen unwahrscheinlich, aber irgendwie denkbar und nicht ganz und gar ausgeschlossen sind, dann ist das schon okay. Das mit dem Luft anhalten im Weltraum - ich weiß nicht, vielleicht könnte man das wirklich wenige Sekunden lang überleben?
Was allerdings nicht sein darf, sind absolute Unmöglichkeiten, offensichtlicher Blödsinn, den man sich auf keine Art irgendwie zurechtdenken kann. Extremfall dieser Art: Der Schluss von Total Recall. Da bekommt der Mars im Verlauf von ca. einer Minute eine genügend dichte atembare Atmosphäre und das alles geschieht bei völliger Windstille und mit Schäfchenwolken am Himmel. Diese Schlussszene allein hat ausgereicht, um mir den ganzen Film komplett zu versauen.
Re: Science Fact & Fiction Episode I
Verfasst: 4. März 2010 11:15
von Bungle
Da will ich mal Conanboy verteidigen:
Zwar hat ein plausibles Drehbuch und gute Charaktere auch bei mir Vorrang. Wenn die vorhanden sind und der Film unterhaltsam ist, da lässt sich verschmerzen, dass man es mit den Fakten nicht so genau nimmt. Dass es im Weltall laut ist, dass habe ich längst akzeptiert.
Aber manche Dinge tun dann doch weh, es gibt eine Grenze, wenn Astronauten wie in "Armageddon" herumspazieren, oder im letzten Star Trek Film Lichtjahre geschrumpft werden. Diese Vernachlässigung von Naturgesetzen nur weil es eben ins Drehbuch passt oder einfacher ist, ist für mich kritikwürdig.
Überlichtantrieb sind Teil des SF-Genres.
Es muss auch keine reinen SF-Filme geben. Science Fantasy wie Avatar haben auch ihre Berechtigung. Wenn die Story in sich stimmig ist und es schön aussieht, kann ich das akzeptieren.
Star Wars ist ein Märchenfilm im SF-Gewand, da kann man keine wissenschaftliche Exaktheit erwarten, aber hier halten sich die Verstöße gegen Naturgesetzte im Rahmen des Genres.
Star Trek bewerte ich anders, weil hier der Anschein von Wissenschaftlichkeit und technologische genaue Phantasie erweckt wird. Das ist meist auch ziemlich spekualativ und reichlich phantastisch, aber immerhin.
MB