Seite 1 von 1

Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen«

Verfasst: 11. Januar 2011 15:51
von breitsameter
Folgendes habe ich gerade online gestellt: http://www.sf-fan.de/fernsehen/zukunfts ... ungen.html
Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen«

Deutschland im Jahr 2030: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, Renten- und Krankenversicherungssysteme brechen zusammen. Das ZDF zeigt am Dienstag, 11. Januar 2011, 20.15 Uhr, die Doku-Fiction »2030 – Aufstand der Jungen«. Der 90-Minüter, der auf wissenschaftlichen Studien basiert, zeigt mögliche Folgen des demografischen Wandels auf. Er knüpft an den erfolgreichen Dreiteiler »2030 – Aufstand der Alten« (Januar 2007) an und führt das gesellschaftlich brisante Thema fort. »2030 – Aufstand der Jungen« zeigt junge Menschen als Opfer eines Staates, der keine Vorsorge betrieben hat und im Jahr 2030 der jungen Generation durch die hohen Kosten für Renten, Alters- und Gesundheitsversorgung die Luft zum Atmen nimmt. Neben Lavinia Wilson, Bettina Zimmermann und Barnaby Metschurat in den Hauptrollen spielen unter anderen Kathrin von Steinburg und Ralph Herforth. Autor und Regisseur ist wieder Jörg Lühdorff.

Zum Inhalt: Mitten auf dem Gendarmenmarkt bricht der junge Berliner Tim Burdenski (Barnaby Metschurat) zusammen. Er wird in ein Krankenhaus eingeliefert und stirbt. Die Journalistin Lena Bach (Bettina Zimmermann) beginnt, in dem Todesfall zu recherchieren, denn der 30-jährige Burdenski war kein Unbekannter. Er war eines der Millenniumskinder, dessen Leben seit der Geburt vom Fernsehen begleitet wurde. Nach seinem Tod teilt die Staatsanwaltschaft der Öffentlichkeit mit, dass Tim beim Versuch, in den nationalen Datenserver einzudringen, ertappt und auf der Flucht erschossen wurde. Doch Tims Ex-Freundin Sophie Schäfer (Lavinia Wilson), ebenfalls ein TV-Milleniumskind, glaubt nicht an die Geschichte und den Tod von Tim: Sie habe noch einen Anruf von ihm erhalten. Als Lena zudem erfährt, dass Tims Leiche ohne Obduktionsbericht dem Krematorium übergeben wurde, beschließt sie, an dem mysteriösen Fall dranzubleiben. Was sind die wahren Hintergründe für die Ereignisse? Auf der Suche nach Tim stoßen Sophie und Lena Bach auf Vertuschungen und eine Parallelgesellschaft – sie decken einen unglaublichen Skandal auf.

»2030 – Aufstand der Jungen« ist bereits jetzt und noch eine Woche in der ZDF-Mediathek zu sehen:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... der-Jungen

Direkt im Anschluss an die Sendung steht der Soziologe Prof. Reimer Gronemeyer in einem Chat für weitere Fragen zur Verfügung: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,187 ... 47,00.html

Quelle: ZDF

Ich finde das Thema einer drohenden Gerontokratie sehr interessant und werde mir die "Doku" auf jeden Fall ansehen.

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 11. Januar 2011 16:09
von Shock Wave Rider
Ebenfalls im Jahr 2030 gab es bereits einen "Aufstand der Alten", den ebenfalls Reporterin Lena Bach aufdeckte.

Man kann sich den Film, der vor ein paar Tagen bereits ausgestrahlt wurde, in der ZDF-Mediathek nochmal ansehen: Direktlink

Gruß
Ralf

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 11. Januar 2011 16:12
von breitsameter
Wie ich eben von meinem Kontakt beim ZDF erfahren habe, sind beide Doku-Fictions jeweils fünf Jahre (!) in der Mediathek online. Wer also heute nicht gucken kann, kann es immer noch nachholen...

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 11. Januar 2011 17:31
von Pogopuschel
breitsameter hat geschrieben:Wie ich eben von meinem Kontakt beim ZDF erfahren habe, sind beide Doku-Fictions jeweils fünf Jahre (!) in der Mediathek online. Wer also heute nicht gucken kann, kann es immer noch nachholen...
Ach, da hat also nicht nur die CDU ihre Maulwürfe beim ZDF. :D

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 11. Januar 2011 21:50
von bukaman
Ich hab es mir grad angeschaut. Ein sehr düsteres Szenario wurde da gezeigt, das traurigerweise nicht unrealistisch wirkt. Es macht nachdenklich. Muß es noch weiter sacken lassen.

Am Rande: wenn VW wirklich in der Zukunft Autos baut, bei denen man so unbequem ein- und aussteigen kann, dann sieht es auch für den Volkswagen düster aus.

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 12. Januar 2011 09:42
von breitsameter
Wir haben uns »2030 – Aufstand der Jungen« gestern abend dann gemütlich in der Mediathek angesehen. Und ich war von der Qualität durchaus angetan, aber auch von der Vielzahl an dystopischen Elementen, die man eingebaut hatte, die aber (fast) alle auf aktuellen politischen Meinungsäußerungen und Entscheidungen, aber auch auf statistischen Vorhersagen gründen. Allenfalls der Titel erscheint mir - so wie es auch bereits in der Spiegel-Kritik stand - etwas unpassend: der wahre Aufstand bleibt außen vor, und im Endeffekt waren auch nicht die "Alten" das Problem, sondern der Untergang der Sozialsysteme - mit Auswirkungen auf Jung und Alt.

SF-Punkte die mir auffielen:

+ Elektroautos im Einsatz
+ Mode geringfügig anders
+ Zugang zum Internet nur über ID-Chip (der lustigerweise genauso aussieht wie mein Lacie-USB-Stick)
+ Krankenversicherung mit steigenden Kosten und Ausschlüssen für genetische Erkrankungen/Dispositionen
+ steigende Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland, Arbeitnehmer wird zunehmend zum Freiberufler (s. geforderte "Flexibilität" der Arbeitnehmer)
+ Krankenversicherungs-ID-Chips
+ Zweiklassensystem im Gesundheitswesen

Insofern kann ich über die ab und an etwas holprige Erzählstruktur hinwegsehen, denn ich empfand diesen Film als würdigen Nachfolger z.B. der alten SF-Filme von Rainer Erler ("Fleisch", "Zucker") oder des "Millionenspiels".

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 12. Januar 2011 10:05
von molosovsky
»Aufstand der Alten« habe ich nicht gesehen, aber ich gucke gerade »Aufstand der Jungen«.

Was für ein hölzernes, uninspiriertes, langweiliges, über-schauspieltes Machwerk.

Grundlinie: Investiert jetzt in gescheite Nachhilfe und schließt rechtzeitig private Rentenversicherungen ab, damit es euch nicht so schlimm ergeht, wie in der Zukunft dieser DokuFiktion.

Schade, dass meine Gebühren für so einen mauen Blubber rausgeballert werden.

Grüße
Alex / molo

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 12. Januar 2011 10:54
von breitsameter
molosovsky hat geschrieben:Grundlinie: Investiert jetzt in gescheite Nachhilfe und schließt rechtzeitig private Rentenversicherungen ab, damit es euch nicht so schlimm ergeht, wie in der Zukunft dieser DokuFiktion.
Da interpretierst Du den Film aber komplett anders, als es die Macher planten und als ich es gesehen habe.
molosovsky hat geschrieben:Schade, dass meine Gebühren für so einen mauen Blubber rausgeballert werden.
Ich bin hingegen froh, dass so etwas noch produziert wird. Weil es eben keine Werbeveranstaltung für den Abbau sozialer Leistungen ist.

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 12. Januar 2011 12:53
von molosovsky
Der Film beschwört eine Schreckensvision vom zusammenbrechenden Sozialstaat und dahingerafften Mittelstand ( — Nette Wegrand-Propaganda: Papa hat seinen Job in der Druckerei verloren, weil das Internet die Zeitungen verdrängt hat — ) und ruft verzagt am Ende den Zuschauern zu, dass jetzt die Entscheidungen getroffen werden müssten, um dieses Schreckensszenario abzuwenden. Und das kommt für mich so rüber, dass die Zuschauer aufgefordert werden, die Entscheidungen zu treffen, die sie tatsächlich treffen können, sich nämlich um private Vorsorge zu kümmern.

Im Verlauf des Filmes wird auch immer wieder vorgeführt, dass die vom Niedergang betroffenen ›Unglücklichen‹ des Jahres 2030 durchaus in der Vergangenheit so ›schlau‹ hätten sein können, hie und da z.B. die teurere Versicherungsoption zu wählen (die auch Darmkrebs-Behandlungen zahlt).

Für mich ist der Film wirklich kaum mehr, als ein nicht mal subtiles Werbewerk für den großen Markt privater Vorsorge.

Was mich aber noch mehr schockiert, ist die völlig unüberzeugende Schaupieler- und Inszeniererei. Ich guck nur alle Jubeljahre mal was aus dem deutschen Fernsehen, und das letzte Mal habe ich 2007 Pilot-Folgen von ZDF-Krimiserien gesehen. Hat sich nichts geändert. Immer noch unter aller Kanone. Teuer in den Sand gesetzte Produktion. — Wenn ich das vergleiche, mit dem, was Leute wie Joss Wheadon (»Dr. Horrible Singalong Blog«) oder Felicia Day (»The Guild«) für wenig Kohle selber machen, dann frage ich mich schon, warum das ZDF bzw. die Produktionsfirmen, die für das ZDF drehen, für deutlich mehr Kohle so viel schlechtere Ergebnisse abliefern.

Grüße
Alex / molo

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 12. Januar 2011 13:34
von breitsameter
molosovsky hat geschrieben:Im Verlauf des Filmes wird auch immer wieder vorgeführt, dass die vom Niedergang betroffenen ›Unglücklichen‹ des Jahres 2030 durchaus in der Vergangenheit so ›schlau‹ hätten sein können, hie und da z.B. die teurere Versicherungsoption zu wählen (die auch Darmkrebs-Behandlungen zahlt).

Für mich ist der Film wirklich kaum mehr, als ein nicht mal subtiles Werbewerk für den großen Markt privater Vorsorge.
Siehst Du das wirklich so? Denn im Film wird explizit angesprochen, daß dies ein Szenario ist, das durch fehlende Reformen im Sozialbereich, fehlendes politisches Handeln in Bezug auf Abbau von Arbeitsplätzen und anderen Problemfeldern beruht. Und gerade in Bezug auf die teurere Versicherungsoption sagt eine der Hauptpersonen: »Hätte ich doch nicht den Gentest machen lassen, der mir gerade einmal 3% Rabatt versprach«. Verzeih, aber wer daraus ein Loblied auf private Vorsorge, noch größere Ver-marktwirtschaftlichung und auf Rabattsysteme herausliest, der hat einen anderen Film gesehen als ich.

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 12. Januar 2011 15:24
von Thomas Wawerka
Ich fand den Film wirklich sehr bedrückend. Bin noch ganz erschüttert. Ich weiß nicht, wie wahrscheinlich eine solche Zukunft ist, aber mir kam das Szenario durchaus realistisch vor. Formal hatte ich öfter mal den Eindruck, eine RTL-II-Doku-Soap anzuschauen; die Schauspieler wirkten tatsächlich recht hölzern, als arbeiteten sie ihre Rollen ab statt sie zu spielen. Beeindruckt hat mich aber der Detailreichtum. In den simplen Plot (Frau auf der Suche nach verschwundenem Freund) wurden viele verschiedene Aspekte untergebracht, es sollte ein möglichst breites und konkretes Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeit entstehen (deshalb auch die scheinbar "objektive Kamera" und der Kommentator, eine Verengung auf die Perspektive der Protagonistin, wie sie in einem normalen Spielfilm üblich wäre, hätte diese Breite verhindert).
Zur inhaltlichen Diskussion: Bei mir kam beides an. Die Notwendigkeit, in private Vorsorge zu investieren, musste nicht einmal ausgesprochen werden; der Gedanke ergab sich auf Schritt und Tritt von selbst. Aber gerade den Aufruf zum Schluss habe ich nicht so verstanden. Bei mir kam er eher als politische Mahnung an. Was das konkret heißt, weiß ich auch noch nicht genau. Für politisch Desinteressierte könnte es ein Anstoß sein, sich zu informieren und zu engagieren, und sei es nur in der Wahrnehmung ihres Wahlrechts. Aber auch hierzu verweigert der Film eine eindeutige Aussage, und das finde ich gut. Es ist kein Werbefilm für linke Positionen. Die Wirtschaft schien marktliberal zu sein, aber das war nicht der Kern des Problems. Vielleicht eher der Abbau von Bürgerrechten und gesellschaftlichen Regulativen (Privatinsolvenz nicht mehr möglich etc.). Zum Glück haben die Macher darauf verzichtet, politisch eindeutig zuzuordnende Positionen zu beziehen; für antikapitalistische Parolen oder das aktuelle FDP-Bashing eignet sich der Film jedenfalls nur zum Teil. Ich denke, wenn es ein Werbefilm für eine politische Richtung geworden wäre, hätte ich ihn nicht so ernst nehmen können. Vielleicht ist der Aufruf zum Schluss als Mahnung zur Gesamtverantwortung zu interpretieren. Jeder von uns ist für die Welt, in der wir 2030 leben mitverantwortlich, deshalb genügt es nicht, sich nur um sich selbst zu kümmern.
Alles in allem eine erschütternde Dystopie. "1984" ist und bleibt ein großes Werk, aber diese seltsame Doku-Fiction scheint mir doch sehr viel aktueller zu sein, eine Dystopie für unsere Zeit.

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 12. Januar 2011 18:56
von bukaman
Auch wenn ich ganz kurz ebenfalls den Gedanken hatte, es könnte ein unterschwelliger Werbefilm für Privaterentenversicherung sein, sehe ich ihn nicht so. Zumal eine solche Werbung bei mir auf absolut unfruchtbaren Boden fällt, da ich gar nicht weiß, wovon ich denn so etwas vernünftig finanzieren sollte. Und das ist doch das eigentliche Dilemma. Nicht jede Firma kann ihren Angestellten genug zahlen, oftmals reicht es gerade von Monatsanfang bis Monatsmitte. Klar, man könnte sich einen lukrativeren Job suchen, aber die wachsen auch nicht gerade auf Bäumen. Außerdem wird doch Arbeit immer weniger, die Menschen, die welche erledigen sollen, aber keine haben, werden dagegen immer mehr. Entweder machen Maschinen die Arbeit oder ein Produkt (im Film war es die Zeitung) stirbt einfach irgendwann aus. In meinen Augen ist das größte Problem diese Fiktion names Geld, der wir alle hinterherjagen, eine Sache, die es in meinen Augen gar nicht mehr gibt. Klar, wir haben alle ab und zu mal einen bunten Zettel in der Hand, letztenendes besteht Geld doch nur noch aus Nullen und Einsen, die beliebig hin und her geschoben werden können, und wenn es mal alle ist, dann leihen wir uns noch nicht erwirtschaftetes Geld bei der nächsten Generation, ohne zu wissen, ob es jemals erwirtschaftet wird. Aber es ist dann erst mal da, und man kann weiter machen (wie bisher).
Und für diese Fiktion (Geld) machen wir uns kaputt. Geld sei der Antrieb der Menschen etwas zu tun, heißt es. Früher war es mal die Neugier. Der Mensch macht doch heute kaum noch etwas, weil er es kann, sondern weil er sich Reichtümer verspricht. Ich finde das sehr traurig.

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 13. Januar 2011 19:00
von Montag
Grad gesehen und positiv überrascht. Da wird immer gesagt, dass die Öffentlich-Rechtlichen nichts innovatives, nichts eigenes mehr machen. Dass sie nichts mehr riskieren. Da ist so eine Produktion doch mal ein angenehmes Gegenbeispiel. Sieht auf jeden Fall nach nem hohen Produktionsaufwand aus.
Allerdings fand ich Darsteller auch wahnsinnig hölzern. An einigen hat das gepasst und ist leicht durch den Dokustil zu erklären. Ich mein, Leute, die auf der Straße gefilmt werden, reagieren ja oft gehemmt. Aber das dann im ganzen Film...hat mir nicht so gefallen. Ich fand es auch eher merkwürdig, dass die Freundin des vermeintlichen Opfers ermittelt hat und nicht die Journalistin. Bettina Zimmermanns Rolle war damit sowas von überflüssig.

Generell bin ich kein Fan von diesem Doku-Ansatz. Ich finde reale Dokus dieser Art schon nicht so doll und dann in einem fiktionalen Werk...
Und es gibt in solchen Filmen immer wieder Szenen, in denen ich es unglaubwürdig finde, dass ein Kamera-Team da dabei ist. Bei "Aufstand der Jungen" war eine davon, als Sophie eine Augenbinde erhält und zum illegalen Krankenhaus gebracht wird. Sie kriegt ne Augenbinde, aber die Kamera darf filmen... nee is klar.
Und dann wird der Dokustil in der letzten Szene auch noch konterkariert. Die Schlussansprache bricht die fiktionale Ebene auf und sagt dem Zuschauer, dass es ja nur ein Film war und alles verhindert werden kann. Das hat meiner Meinung nach die Erzählung an sich aber sehr abgeschwächt. Die ganze Zeit haben sich alle Mitwirkenden bemüht eine glaubhafte Zukunftswelt zu präsentieren. Und dann wischen sie es selbst weg. Ich fand, die Jetzt-Umlenken!-Botschaft steckte schon die ganze Zeit im Film drin, das braucht man nicht zu sagen. Das wär ein bisschen, wie wenn Orwell noch schnell ans Ende von 1984 gesetzt hätte: Leute, hört zu war, nicht so gemeint, ist nur ein Buch. Ist alles nicht so schlimm. Ich lieg zwar im Sterben, aber ihr seid ja noch da. Also passt bloß auf, dass das nicht passiert.

Re: Zukunftsdoku-Fiction im ZDF: »2030 – Aufstand der Jungen

Verfasst: 14. Januar 2011 08:50
von breitsameter
Montag hat geschrieben:Ich fand es auch eher merkwürdig, dass die Freundin des vermeintlichen Opfers ermittelt hat und nicht die Journalistin. Bettina Zimmermanns Rolle war damit sowas von überflüssig.
Ja, das mit Bettina Zimmermann ist mir auch aufgefallen. Nun ist ja Bettina Zimmermann nun wirklich nicht die begnadetste Schauspielerin, und so könnte es durchaus sein, daß man ihre Rolle vor allem deshalb beibehielt, weil sie schon beim »Aufstand der Alten« dabei war...
Montag hat geschrieben:Und es gibt in solchen Filmen immer wieder Szenen, in denen ich es unglaubwürdig finde, dass ein Kamera-Team da dabei ist. Bei "Aufstand der Jungen" war eine davon, als Sophie eine Augenbinde erhält und zum illegalen Krankenhaus gebracht wird. Sie kriegt ne Augenbinde, aber die Kamera darf filmen... nee is klar.
Ja, das hat meine Frau auch sofort bemerkt! :beanie: