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Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 17. April 2011 18:39
von StevesBaby
Ich habe gerade wieder angefangen, die Tiefenromane zu lesen. Und gleich der 1. Roman 1205 "Kundschafter der Kosmokraten" fasziniert mich schon wieder. Das könnte ich mir auch als Film vorstellen, der im Kino funktionieren würde. Atlan und Jen Salik. Keiner müßte Gucky nachbauen und würde dadurch vielleicht als Filmemacher in die schrecklichen Filmanalen eingehen, sonder man könnte absolut geniale Technik präsentieren, mit dieser absolut fantastischen Welt. Diesen Film kann nur James Cameron drehen. Bitte!!! :-D :popcorn: :prima:

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 17. April 2011 18:43
von Des_Orphan
StevesBaby hat geschrieben:Ich habe gerade wieder angefangen, die Tiefenromane zu lesen. Und gleich der 1. Roman 1205 "Kundschafter der Kosmokraten" fasziniert mich schon wieder.(...)
Ja, vor allem bei den ersten Heften aus der Tiefe, kann ich dir zustimmen; später verläuft sich das etwas.
Ach ja, was hätte Thomas Ziegler nicht alles für die Serie tun können, wenn er ein wenig zuverlässiger und die anderen Autoren etwas offener gewesen wären :(

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 17. April 2011 20:53
von muellermanfred
Tiefe. Jo! Ziegler. Jo! Das war episch.

Danach kam viel konventionelles Kleinbeiklein.

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 18. April 2011 11:38
von immer mal wieder
Vollste Zustimmung. Die Tiefe war klasse.

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 18. April 2011 16:50
von L.N. Muhr
Die Tiefe wurde damals von den Lesern gehasst. O Patina der Zeit!

Und selbst heute würde ein Aufschrei rundrum gehen, "zu viel Fantasy", weil dem gemeinen Perry-Leser nicht klarzumachen ist, dass er sowieso eigentlich eh nur Fantasy im Wissenschaftlergewand liest. Der Perry-Leser will Raumschiffe, oder, um mal in der Metapher zu bleiben: er will nach oben, nicht in die Tiefe. :wink:

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 18. April 2011 19:03
von muellermanfred
Nee, nee, Herr Muhr, ich fand die Tiefe immer schon großartig! Meinethalben war's großartige Fantasy, aber die mag ich ja sowieso viel lieber. :)

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 07:00
von Kringel
L.N. Muhr hat geschrieben:Der Perry-Leser will Raumschiffe
Lese ich da etwa eine... Verallgemeinerung?!?

An die Tiefe kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern. Ist entweder zu lange her oder die Romane waren nicht gar so einprägsam...

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 11:08
von a3kHH
Die Tiefe - Science Fantasy für den wenig anspruchsvollen Leser ohne große Kenntnisse der SF&F.
Wie man diesen ... suboptimalen Settings nachtrauern kann ist mir ein Rätsel.
Was fasziniert denn so an diesem unmotiviertem Fantasy-Einschlag ?

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 11:19
von muellermanfred
a3kHH hat geschrieben:Die Tiefe - Science Fantasy für den wenig anspruchsvollen Leser ohne große Kenntnisse der SF&F.
Wie man diesen ... suboptimalen Settings nachtrauern kann ist mir ein Rätsel.
Was fasziniert denn so an diesem unmotiviertem Fantasy-Einschlag ?
Weißt Du was? So sehr mich Deine posts in den letzten Jahren von Deiner intellektuellen Kapazität überzeugt haben, eines ist mir klar geworden: Es gibt wohl kaum einen biestigeren und lustfeindlicheren Kommentator literarischer Unterhaltung als Dich.

Geht's Dir noch gut? Wie kommst Du eigentlich auf das schmale Brett, Science Fiction zu lesen sei gleichbedeutend mit anspruchsvoll zu sein? Und umgekehrt: Fantasy sei anspruchsloser Schrott für Deppen?

Hältst Du die Fahne von der gesellschaftskritischen Mission der SF aufrecht und glaubst daran? Und wieso denkst Du, daß Autoren, die es nötig haben, ihre Geschichten mit futuristischer Deko aufzuwerten, anspruchsvollere Literatur schaffen als solche, deren Deko weniger pseudowissenschaftlich daherkommt?

Was Du ein suboptimales Setting nennst, ist einfach die Einsicht, daß man dem, was Perry Rhodan ohnehin ist, nämlich technisch verbrämte Fantasy (quasi Hyperpunk, ohne jedoch das Coolness-versprechen einlösen zu können), zu ihrem Recht verhelfen kann, indem man sie unverkrampft ausbreitet und wirken läßt. Erzählerisch. Denn hier geht es ums Geschichtenerzählen. Und das darf Spaß machen, anrühren, fesseln (genau, es geht um diesen Hedonistenkrempel, um … Gefühle, richtig!).

Das befreit die Deko davon, Selbstzweck zu sein und läßt sie Atmosphäre produzieren, womit sie endlich einmal eine Existenzberechtigung hätte, während das "Science" in "Science Fiction" in vielen anderen Beispielen als bloßer Wandteppich endet.

Du bist bestimmt ein toller Kerl, aber kommentier doch einfach nicht Sachen, von denen Du nachgewiesenermaßen keine Ahnung hast. Vielleicht hast Du mit der Bedienungsanleitung Deines DVD-Players mehr Freude - die dürfte sich technisch korrekt gerieren.

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 11:36
von hund, katze, maus
:lol:

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 11:45
von a3kHH
In Anbetracht dessen, daß ich mehr Fantasy gelesen habe als Du überhaupt jemals gesehen hast, ist Dein Rant amüsant. Süß auch, daß Du mit Deinen unqualifizierten Pöbeleien derart aus der Rolle fällst.

Zum Thema "Literarische Unterhaltung" : Gerade die Tiefen-Romane sind alles andere als das. Ganz im Gegensatz zu den Aphilie-Romanen 650-849. Das ist auch keine irgendwie geartete Fantasy, sondern ein krudes Konglomerat von Science Fiction/Fantasy und übermächtigen Wesen und Orten. Insbesondere im Vergleich mit den Atlantis-Romanen bei Atlan schneiden die Romane um die Tiefe deutlich schlechter ab. Wobei dies, und da gebe ich dir recht, kein Problem der Autoren ist, die einzelnen Romane haben den üblichen PR-Standard. Aber insgesamt ist dieser Subzyklus (wie auch die ganze Serie spätestens ab Band 1000 bis mindestens 1350) unbefriedigend.

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 11:48
von breitsameter
muellermanfred hat geschrieben:Was Du ein suboptimales Setting nennst, ist einfach die Einsicht, daß man dem, was Perry Rhodan ohnehin ist, nämlich technisch verbrämte Fantasy (quasi Hyperpunk, ohne jedoch das Coolness-versprechen einlösen zu können), zu ihrem Recht verhelfen kann, indem man sie unverkrampft ausbreitet und wirken läßt. Erzählerisch. Denn hier geht es ums Geschichtenerzählen. Und das darf Spaß machen, anrühren, fesseln (genau, es geht um diesen Hedonistenkrempel, um … Gefühle, richtig!).
Vorsicht: Bitte nicht alles, was nach Spaß und Geschichtenerzählen aussieht, einfach irgendwie als »Fantasy« titulieren. PERRY RHODAN war immer eine klassische Space Opera, und wird auch jetzt nicht plötzlich zu einer »technisch verbrämten Fantasy«.

Ich habe damals die Romane um die TIEFE knapp verpasst (ich stieg kurz danach in die Erstauflage ein, nachdem ich zuvor quasi die Serie von Band 1 an aufgerollt hatte), aber auch ich kann mich noch daran erinnern, dass bei den Lesern damals die TIEFE nicht unbedingt immer gut ankam – der Gigantismus-Vorwurf war damals noch relativ neu, aber es passte hier durchaus.

»Das Tiefenland war eine von den Raum-Zeit-Ingenieuren zur Rekonstruktion des vor 100 Millionen Jahren verschwundenen Kosmonukleotids TRIICLE-9 geschaffene Scheibenwelt von einem Lichtjahr Durchmesser. Die vertikale Dimension ist im Tiefenland durch die Tiefenkonstante auf eine maximale Höhe von 2312 Meter beschränkt.
Das Tiefenland lag in der Tiefe am ehemaligen Standort des Kosmonukleotids TRIICLE-9 und grenzte an den Berg der Schöpfung, an dem das Kosmokukleotid verankert war. Auch das Tiefenland wurde über die goldenen Brücken mit dem Berg der Schöpfung verbunden.
«
http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Tiefenland

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 12:15
von muellermanfred
a3kHH hat geschrieben:In Anbetracht dessen, daß ich mehr Fantasy gelesen habe als Du überhaupt jemals gesehen hast
Naja, wie wollen wir DEN Schwanz denn jetzt vergleichen? Du nennst mir eine Titelzahl und ich glaub' Dir die und dann nenn' ich Dir eine und Du glaubst die auch? 8-)

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 12:42
von muellermanfred
breitsameter hat geschrieben:PERRY RHODAN war immer eine klassische Space Opera, und wird auch jetzt nicht plötzlich zu einer »technisch verbrämten Fantasy«.
Wenn die Beschaffenheit eines Gestaltungselementes ausreichte, eine Geschichte einem Genre zuzuordnen, würde ich Dir recht geben. Dann wär' die ganze Etikettiererei, die im Fandom so beliebt ist, supereinfach: Weltraum = Science Fiction.

Ich denke jedoch, man sollte die Gestaltungselemente eher auf ihre Wirkung untersuchen. Sind sie handlungsmotivierend? Sind sie wissenschaftlich plausibel (wenn es um SF-Elemente geht) und können von sich aus eine Handlung anstoßen und tragen?

Gerade bei Perry Rhodan mit seiner aufgeblasenen Kosmologie treten die plausiblen SF-Elemente arg in den Hintergrund. Da könnte Perry genausogut Herakles sein, der von Zeus kreuz und quer durch die Weltgeschichte gejagt wird, um Aufgaben zu erfüllen, oder später eben ein von den Göttern gejagter Held, der sich tapfer gegen die Mächtigen stemmt.

Gerade dieses Motiv zeigt, daß das Dekor bei Perry Rhodan zweitrangig ist: Der Konflikt zwischen den Menschen und den gottgleichen Spielern im Perry-Kosmos funktioniert in jedem Genre. Das ist keine originäre Science Fiction.

Und die Tiefe kann gut mit den sagenhaften Weltgegenden der Artus-Legende gleichgesetzt werden, die die Ritter der Tafelrunde auf der Suche nach dem Gral durchwandern. Vordergründig „SFig“ sind da nur Begriffe und Gerätschaften, die Geschichten an sich würden durch einen Genrewechsel nicht verändert. Insofern sind die Tiefenromane Fantasy, auch wenn es da von Technik wimmelt.

Re: Macht die Tiefe wieder auf

Verfasst: 19. April 2011 13:25
von a3kHH
muellermanfred hat geschrieben:
breitsameter hat geschrieben:PERRY RHODAN war immer eine klassische Space Opera, und wird auch jetzt nicht plötzlich zu einer »technisch verbrämten Fantasy«.
Gerade bei Perry Rhodan mit seiner aufgeblasenen Kosmologie treten die plausiblen SF-Elemente arg in den Hintergrund.
Und exakt das sind die gravierenden Mängel der Hefte ab 850 : Die aufgeblasene Kosmologie, das dazu passende überkandidelte Expose. Das ist das Problem der Tiefen-Romane, nicht der Fantasy-Einschlag. Der ja übrigens durchaus in früheren Zyklen auch vorhanden war, man denke da nur an den Schwarm.