http://www.eso.org/public/germany/news/eso1204/
wir haben das ja schon immer gewusst.


Ich glaube das ja auch, nur: Wie erklären wir's Signore Fermi?agro hat geschrieben:
Ich bin aus wissenschaftlicher Sichtweise davon überzeugt (ich rede nicht von Glauben - Religion), dass wir NICHT allein im Universum sind. Im Gegenteil, es wird nur so vor Leben wimmeln, und gewimmelt haben.


Damit will ich sagen, dass es gar nicht so leicht ist, von außen intelligentes Leben zu erkennen, auch wenn es eine hochentwickelte technische Zivilisation gibt. Hätte Aliens die Erde vor etwas über 100 Jahren besucht, also vor den ersten Funkwellen, dann hätten sie aus der Entfernung auch nichts von all den Lokomotiven, Pendeluhren, Spinnmaschinen und sonstigen technischen Errungenschaften gesehen, allenfalls bei genauem Hinschauen einen schwachen Abglanz der trüben Gas- und Öllaternen. Vielleicht gibt es solche Prä-Funk-Zivilisationen massenhaft da draußen, wir würden sie nicht sehen. Möglicherweise sind sie auch mit diesem Entwicklungsstadium schon so zufrieden, dass sie gar keine Veranlassung sehen, Funkwellen, Radioteleskope oder Weltraumschiffe zu bauen. Unser Konzept von Fortschritt muss ja nicht das Alleinseligmachende sein.Gernot hat geschrieben:
Na ja, vielleicht taucht eines Tages im Spektrum eines der verdächtigen Sterne eine signifikante grüne Spektrallinie auf, als Hinweis auf die kleinen grünen ...
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Robert A. Heinlein sagte hierzu schlicht: „Mir hat dieses Universum immer einen etwas fehlkonstruierten Eindruck gemacht, als ob es nach einer Ausschreibung durch die Regierung zusammengezimmert worden wäre.“agro hat geschrieben:Was stände am Ende einer solchen Milliarden Jahre währenden Evolution? Ein Gott? Vielleicht ein solcher, der vor dem Big Bang des jetzigen Universums es geschafft hat, unser Prä-Universum zu programmieren? Ist das der DEMIURG? Der Weltenarchitekt, der auf einem Quantenrechner das Universum emuliert? Ist der Kerl nur neugierig und guckt, was passiert, während er seine Turingmaschinen rasseln und klappern....
Kant zufolge ist Gott auch eine Denknotwendigkeit. Ich würde BTW nicht mit jemand argumentieren, der einerseits Gott als eine nicht zu beweisende Theorie praktisch abschafft, es später jedoch durch einen billigen Zaubertrick wieder ins Spiel bringt. Kant wurde von Hegel auf so meisterliche Art und Weise in Grund und Boden widerlegt, dass man ihn IMHO getrost aus dem Pantheon der Philosophen ausschließen kann.Beverly hat geschrieben:Kant zufolge ist er weder endlich, weil es hinter einem Ende weiter gehen würde, noch unendlich, weil etwas Unendliches keinen Zusammenhalt hat.
Ja, Fakten sind oft problematisch – ändert trotzdem nichts an ihre Faktizität.Beverly hat geschrieben:Zu sagen, die Entfernungen in Raum und Zeit seien zu groß, ist auch problematisch.
Was zwingend voraussetzt, dass das überhaupt möglich ist. Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf. Und die Überlebenswahrscheinlichkeit wäre in beiden Fällen nicht sonderlich groß. Allein die kosmische Strahlung wäre ein ernsthaftes Problem, die harte Strahlung, die beim relativistischen Raumflug zwangsläufig entsteht, ein weiterer. Ganz davon abgesehen, dass jedes Staubkorn, dass sich im Weg befindet, nunmehr eine existentielle Gefahr wäre.Beverly hat geschrieben:Denn unter all den anderen Zivilisationen wird es auch welche geben, die diese Entfernungen überwinden können.
Ich würde da eher auf Heinleins Bugs verweisen – ein Musterbeispiel einer imperialistischen Horrorzivilisation insektoider Kollektivisten.Gernot hat geschrieben:Es gibt ja auch auf der Erde Lebewesen, die weniger als Individuen, sondern mehr als Kollektiv agieren, wie etwa die staatenbildenden Insekten. Anderswo könnte sich aus diesem Prinzip eine Zivilisation entwickelt haben. Die Borg im Star Trek-Universum sind ein Versuch, so etwas anzudenken (ganz konsequent haben die Autoren das kollektive Prinzip hier ohnehin nicht durchgezogen)

Aber, aber, argumentiert so ein SF-Fan?Ming der Grausame hat geschrieben: ... Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf.

Offensichtlich schon, schließlich habe ich mich dabei explizit vom Sternen-Zyklus von Poul Anderson inspirieren lassen.Bungle hat geschrieben:Aber, aber, argumentiert so ein SF-Fan?Ming der Grausame hat geschrieben:... Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf.
Das stimmt. Und das man damit durchaus gute Science-Fiction schreiben kann, hat der Sohn skandinavischer Immigranten bewiesen. Leider kommt das viel zu selten vor. Seit man in der spekulativen Phantastik immer mehr auf die Wissenschaftlichkeit verzichtet und einfach stumpf propagiert, dass jede hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie nicht zu unterscheiden sei, verkommt sie zur schnöden Science-Fantasy. Dabei hat Arthur C. Clarke selbst nie diese Ausrede für seine Romane verwendet.Bungle hat geschrieben:Vom gesicherten Wissen ausgehen, da macht man sicher nichts verkehrt.
Das will ich nicht einmal bestreiten. Eventuell ist irgendwann tatsächlich mal ein Subraumkatapult oder Vergleichbares möglich. Möglicherweise wird sich die Tau Zero Foundation irgendwann doch noch auszahlen – absehbar ist es jedoch nicht. Der Breakthrough Propulsion Physics Project der NASA ist zumindest grandios gescheitert...Bungle hat geschrieben:Dennoch... Das Universum mag ja einige Fehler haben, aber wie bei einem MS-Computerprogramm könnte man es über diese Schwachstellen eventuell austricksen. Man muss nur lange genug forschen und experimentieren.

Genau diese Beschränkung auf auf das heute schon physikalisch Denkbare macht den Reiz der Bücher von Alastair Reynolds aus. Durch das Akzeptieren der Lichtgeschwindigkeit als Obergrenze entsteht ein ganz eigener Umgang mit Zeit.Ming der Grausame hat geschrieben:Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf.

