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Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 12. Januar 2012 09:12
von jeamy
Ein internationales Astronomenteam, dem auch drei Mitarbeiter der Europäischen Südsternwarte (ESO) angehören, hat mithilfe des Mikrogravitationslinseneffektes ergründet, wie häufig Planeten in unserer Milchstraße vorkommen. Nach ihrer sechs Jahre währenden Suche bei mehreren Millionen Sternen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Existenz von Planeten um andere Sterne nicht die Ausnahme sondern der Normalfall ist. Die Ergebnisse ihrer Studie erscheinen am 12. Januar 2012 in der Fachzeitschrift Nature.
http://www.eso.org/public/germany/news/eso1204/

wir haben das ja schon immer gewusst. ;)

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 12. Januar 2012 11:42
von agro
Wir SF-Leute habens doch schon immer gewusst und uns stets darüber gewundert, wie man der Annahme verfallen könnte, dass die Mehrzahl aller Sonnen keine Planten hätte.

Warum sollte ausgerechnet unser unscheinbares System mit gelber Sonne mit neun Planeten und Dutzenden von Monden gesegnet sein, und der Rest aller Fixsterne muss leer ausgehen.

Planetensysteme sind gesetzmäßig - und ich gehe als logische Konsequenz davon aus - das auch Leben, egal in welcher Form, gesetzmäßig ist.

Ich bin aus wissenschaftlicher Sichtweise davon überzeugt (ich rede nicht von Glauben - Religion), dass wir NICHT allein im Universum sind. Im Gegenteil, es wird nur so vor Leben wimmeln, und gewimmelt haben.

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 13. Januar 2012 23:19
von Gernot
agro hat geschrieben:
Ich bin aus wissenschaftlicher Sichtweise davon überzeugt (ich rede nicht von Glauben - Religion), dass wir NICHT allein im Universum sind. Im Gegenteil, es wird nur so vor Leben wimmeln, und gewimmelt haben.
Ich glaube das ja auch, nur: Wie erklären wir's Signore Fermi?

Na ja, vielleicht taucht eines Tages im Spektrum eines der verdächtigen Sterne eine signifikante grüne Spektrallinie auf, als Hinweis auf die kleinen grünen ...
:freude:
Dieser grüne Freund hier würde sich sogar durch eine periodische abwechselnde Rot- und Blauverschiebung der Spektrallinie verraten. :wink:

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 14. Januar 2012 00:54
von agro
Hey, ich rede von Leben, nicht von intelligentem Leben! :beanie: Intelligentes Leben hat die denkbar ungünstige Eigenschaft, eine sehr geringe Halbwertzeit zu besitzen, da es sich umgekehrt proportional zur Vernunft verhält. Anders ausgedrückt: Je intelligenter Individuen sind, desto machtbesessener sind sie. Das Streben nach Dominanz eines Individuums (oder einer kleinen intelligenten Gruppe) über Andere, führt zur akkuten Gefährdung der Gesamtheit. Der Vorteil des Einzelnen ist der Nachteil der Gesamtheit. Treffen zwei (oder mehrere) dominante Gruppen aufeinander, führt es ab einem bestimmten Grad der technologischen Entwicklung zur Auslöschung nicht nur der einen unterlegenen, sondern zu Auslöschung der Gesamtheit (These). Ich nehme also an, dass in der 14 Milliarden Jahre währenden Geschichte des Universums eine ganze Reihe von Zivilisationen den Bach hinunter gegangen sind - und nicht nur, weil ihnen mal eben ihre Zentralgestirne als Supernovae um die Ohren geflogen sind, sondern weil sie sich selbst den Hahn abgedreht haben. Geben wir einer Zivilisation mal den Zeitraum von 10 Mio Jahren (vom Doof-Primaten/Blöd-Reptiloid/oder Dümpel-Kopffüßer), in dem er sich gegenüber anderen Arten durchsetzen und eine Art Technologie (wie auch immer die aussehen mochte) entwickeln konnte, dann haben wir eine mordsmäßige Anzahl von Zeitfenstern, in denen sich Zivilisationen auf Abermillionen von Planeten allein in unserer Milchstraße bis auf unser heutiges Techno-Niveau hochgearbeitet haben könnten - und trotzdem urplötzlich von der Bildfläche verschwunden sind.

Vielleicht ist es so, dass intelligentes Leben gesetzmäßig ausstirbt, weil es unvernünftig ist. Vielleicht ist genau DAS eine Art natürlicher Selektionsprozess, an dessen Ende - wenn überhaupt - nur EINE Art überlebt, um der Entropie, dem Big Crash oder dem Big Sleep zu entgehen. Versuch / Irrtum, Versagen / Erfolg....?

Was stände am Ende einer solchen Milliarden Jahre währenden Evolution? Ein Gott? Vielleicht ein solcher, der vor dem Big Bang des jetzigen Universums es geschafft hat, unser Prä-Universum zu programmieren? Ist das der DEMIURG? Der Weltenarchitekt, der auf einem Quantenrechner das Universum emuliert? Ist der Kerl nur neugierig und guckt, was passiert, während er seine Turingmaschinen rasseln und klappern....

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 14. Januar 2012 10:00
von Beverly
Dass so gut wie alle Sterne Planeten haben, war in der Astronomie nicht immer so unumstritten, wie es heute ist. Es gab einmal die Theorie, dass zwei Sterne sehr nahe aneinander vorbeiziehen müssen, damit der eine Stern aus dem anderen Gas herauszieht, das sich zu einer Scheibe formt, aus der Planeten entstehen. Weil das extrem unwahrscheinlich ist, gäbe es in jeder Galxis nur ein Dutzend Planetensystemen.

Zu sagen, die Menschen sind die einzige intelligente Spezies im Kosmos, ist schon deswegen problematisch, weil niemand genau weiß, wie groß dieser Kosmos ist, ob er endlich oder unendlich ist. Kant zufolge ist er weder endlich, weil es hinter einem Ende weiter gehen würde, noch unendlich, weil etwas Unendliches keinen Zusammenhalt hat. Demnach geht er immer weiter und irgendwo im Raum und Zeit oder einem Paralleluniversum sind auch die Außerirdischen.

Warum ich und andere keine Kenntnis von Außerirdischen haben, dafür gibt es viele Erklärungen.

Zu sagen, die Entfernungen in Raum und Zeit seien zu groß, ist auch problematisch. Denn unter all den anderen Zivilisationen wird es auch welche geben, die diese Entfernungen überwinden können. Es werden nich alle nach 10 000 Jahren untergehen, sondern den Gesetzen der Evolution zufolge wird es welche geben, die alle Gefahren bewältigen und sich weiter entwickeln, Millionen oder Milliarden Jahre existieren. Oder nach 10 000 Jahren zur Transzendenz aufsteigen, wo dann Kant Lektüre für den Kindergarten ist :freude:

Zu sagen, weil wir keinen Kontakt mit Außerirdischen haben, gibt es sie nicht, halte ich auch für problematisch. Der Kontakt kann schon stattgefunden haben, nur weiß die Öffentlichkeit nichts davon, weil es vor 3000 Jahren geschehen ist oder die Regierungen und die Außerirdischen ihn verheimlichen. Oder der Kontakt kann erst in x Jahren stattfinden, aus was für Gründen auch immer.

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 14. Januar 2012 14:13
von Gernot
Gernot hat geschrieben:
Na ja, vielleicht taucht eines Tages im Spektrum eines der verdächtigen Sterne eine signifikante grüne Spektrallinie auf, als Hinweis auf die kleinen grünen ...
:freude:
Damit will ich sagen, dass es gar nicht so leicht ist, von außen intelligentes Leben zu erkennen, auch wenn es eine hochentwickelte technische Zivilisation gibt. Hätte Aliens die Erde vor etwas über 100 Jahren besucht, also vor den ersten Funkwellen, dann hätten sie aus der Entfernung auch nichts von all den Lokomotiven, Pendeluhren, Spinnmaschinen und sonstigen technischen Errungenschaften gesehen, allenfalls bei genauem Hinschauen einen schwachen Abglanz der trüben Gas- und Öllaternen. Vielleicht gibt es solche Prä-Funk-Zivilisationen massenhaft da draußen, wir würden sie nicht sehen. Möglicherweise sind sie auch mit diesem Entwicklungsstadium schon so zufrieden, dass sie gar keine Veranlassung sehen, Funkwellen, Radioteleskope oder Weltraumschiffe zu bauen. Unser Konzept von Fortschritt muss ja nicht das Alleinseligmachende sein.

@agro: Die These, dass höhere Intelligenz bzw. höhere zivilisatorische Entwicklung automatisch das Streben nach Dominanz impliziert, ist nach den irdischen Erfahrungen durchaus naheliegend. Es ist aber fraglich, ob man das so verallgemeinern kann. Es geht hier um die Prinzipien Yin und Yang, die ich in diesem Zusammenhang ganz abstrakt verstehe, als Kategorien zur Beschreibung des Verhaltens von Subsystemen in übergeordneten Systemen. Yin bedeutet, vor allem das übergeordnete System im Auge zu behalten, also das "Wohl der Gesamtheit", das "ökologische Gleichgewicht" usw. Yang ist eine Strategie, die vor allem das eigene Subsystem forciert, notfalls auf Kosten der anderen bzw. des Gesamtsystems. Ein Übergewicht an Yin führt letztlich dazu, dass das Subsystem in der Gesamtheit aufgeht, wie ein Tropfen, der in den Ozean fällt, oder wie unsere Körperzellen, deren Ahnen einst unabhängige Einzeller waren. Ein Übergewicht an Yang kann dazu führen, dass ein Subsystem so dominiert, dass es auch das Gesamtsystem zerstört - und damit sich selbst. Beispiel: Krebszellen, manche sehen auch unsere Zivilisation in dieser Kategorie. Ob es wirklich so schlimm ist, wage ich nicht zu bewerten, sicher haben wir mit einem Übergewicht an "Yang" zu kämpfen, mit zu viel Dominieren, Durchsetzen, Konkurrenz, Machtstreben zuguunsten von Kooperation, dem Blick fürs Ganze, dem "ökologischen" Denken. Möglicherweise hat das unser Bild von Zivilisation insgesamt beeinflußt. Dabei gibt es schon auf der Erde Kulturen, die weitaus weniger auf Yang-Werte setzen, vor allem im asiatischen Bereich, wo das Streben nach "Harmonie" oft auch auf Kosten der individuellen Freiheit geht.
Es könnte also im Weltall Zivilisationen geben, die das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang besser hinbekommen haben als wir, und die haben durchaus die Chance auf eine sehr lange Lebensdauer. Allerdings haben die es vielleicht gar nicht nötig, mit Hochtechnologie herumzuspielen, und bleiben damit für uns unsichtbar.
Es gibt ja auch auf der Erde Lebewesen, die weniger als Individuen, sondern mehr als Kollektiv agieren, wie etwa die staatenbildenden Insekten. Anderswo könnte sich aus diesem Prinzip eine Zivilisation entwickelt haben. Die Borg im Star Trek-Universum sind ein Versuch, so etwas anzudenken (ganz konsequent haben die Autoren das kollektive Prinzip hier ohnehin nicht durchgezogen), ein extremes Beispiel ist Stanislav Lems weltumspannende "Solaris"-Intelligenz.
Ich glaube, wir können gar nicht allgemein und abstrakt genug denken, um uns die Vielfalt, die es da draußen gibt, auch nur annähernd vorstellen zu können.

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 14. Januar 2012 17:24
von Gast09
Als SF-Interessierter mache ich mir so ab und an natürlich auch gerne mal Gedanken, ob es außer uns Menschen noch andere intelligente Lebewesen im Weltall geben könnte; mal unterstellt, wir Menschen seien das, was nach intergalaktischem Standard als 'intelligent' bezeichnet werden kann.
Wissen kann ich das natürlich nicht und die Axiome der Wahrscheinlichkeitstheorie - hier insbes. das dritte Axiom von Kolmogoroff: Jedes Ereignis hat die Wahrscheinlichkeit 1; du musst nur lange genug warten - helfen da auch nicht weiter.
Ich habe also kein Wissen; was ich aber habe, das ist eine Hoffnung.
Und ich hoffe, dass es niemals zu einer Begegnung mit wie auch immer gearteten Außerirdischen kommen wird.
Warum hoffe ich das?
Wie auch immer eine Begegnung ausfallen wird - ET-mäßig, Skyline-mäßig, The-Abyss-mäßig, District 9, Super 8 . . . egal wie: Es endet in einer Orgie aus Gewalt und Tot. Was würden wir tun, wenn tatsächlich Außerirdische auf der Erde landeten: Wir würden sie töten.
Die Geheimdienste dieser Welt, allen voran Mossad und CIA, würden versuchen, sich ihrer technischen Errungenschaften zu bemächtigen; die Pakistani, Inder, Chinesen, Iraner und wer auch sonst noch, ebenso - jeweils mit dem Ziel, ihre irdischen Feinde unwiderruflich auszurotten. Um das zu verhindern, bleibt der jeweiligen Gegenseite nur der Overkill.
Das PR-Senario (Vernichtung des havarierten Raumschiffes auf dem Mond in Neo und OV; Gefangennahme des Überlebenden und Verhör durch CIA in Neo) halte ich für überaus realistisch; wie auch die Vivisektionen in District 9; Brian Aldiss: Die dunklen Lichtjahre . . . usw.
Nein, ihr Außerirdischen, wo auch immer ihr dies jetzt liest: Stay away from here - if not: they'll kill you.
Gast09

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 14. Januar 2012 17:46
von agro
Dazu ein paar Zeilen von meinem hochgeschätzen Freund Michael Szameit, der auf seiner Homepage im Blog folgendes schreibt: ( nachzulesen unter http://www.michael-szameit.de/ )

Offener Brief an einen Außerirdischen

Fremder, kommst du nach Terra, überprüfe vor der Landung unbedingt den technischen Zustand deines Fluggeräts! Sonst ergeht es dir womöglich wie dutzenden deiner Vorgänger, die nach einer Reise über hundert, tausend oder gar Millionen Lichtjahre bei uns wie tote Fliegen vom Himmel fallen. Aber eigentlich ist das ja kein Wunder: Wer seine Landefähre aus Alu-Folie (!!) baut - wie die Kollegen, die bei Roswell abgestürzt sind - muss ja Löcher in die Pampa machen…
Wie haben die das überhaupt bis in unseren Orbit geschafft?? Ihr solltet mal über Titan und Carbon nachdenken. Wir haben damit ganz gute Erfahrungen gemacht.
Fremder, ich versichere Dir, dass all diese schrecklichen Katastrophen, von denen man ständig aus absolut zuverlässigen Quellen hört, nichts mit einer weltraum- oder sonstwie gestützten Alienabwehr zu tun haben - es kann sich nur um Konstruktionsfehler oder exemplarische Blödheit deiner Vorgänger handeln. Letzteres ein im Universum möglicherweise weitverbreitetes Phänomen? Wir schießen normalerweise* nicht auf Aliens, sondern nur aufeinander.
Fremder, wenn du unbedingt Anatomie und Physiologie der Menschen erforschen willst, wende dich vertrauensvoll an uns, wir helfen gerne mit unseren modernen Tomografie- und Scannverfahren. Du musst keine Menschen bei lebendigem Leibe aufschneiden oder ihnen alle möglichen Sonden usw. in den Körper bohren. Nein, wirklich nicht. Das haben bei uns die mittelalterlichen Quacksalber gemacht. Inzwischen haben wir bessere Methoden. Und du musst auch keine Menschenfrauen vergewaltigen, um eine neue Art zu schaffen. Klappt nicht. Halte ich jede Wette drauf. So wie ihr ausseht - ist ja von unzweifelhaft glaubwürdigen Zeugen oft genug beschrieben worden -, ist deine DNA (falls du eine hast) von unserer so verschieden, da könntest du dich mit denselben Erfolgsaussichten auch mit einem Hängebauchschwein oder einer Weihnachtstanne paaren…
Aber wer weiß: Vielleicht paart ihr euch ja gar nicht, sondern tripelt euch. Oder ihr rudelt. Rudeln ist bestimmt interessant. Doch wie auch immer: Mit Menschenweibchen, Hängebauchschweinen und Weihnachtstannen klappt das nicht.
Ganz sicher. Fremder, lasst endlich diesen Blödsinn mit den Kornkreisen! Bitte! Das ist doch original Kinderzimmer! Stattdessen könntet ihr uns mal schöne Ornamente in die Polarlichter malen. Noch besser wäre, ihr richtet einen Fernsehkanal ein - Alien News TV wäre doch ein schöner Name. Fremder, ich heiße dich ausdrücklich willkommen und distanziere mich von Steven Hawkings Ansicht, wir sollten besser keine Botschaften ins Universum senden, weil ihr Aliens dann herbeigeflogen kommen und uns ausplündern, unterjochen oder gar auffressen würdet. Ehrlich mal: Müssten wir uns vor solchen Bruchpiloten und Steinzeit-Chirurgen etwa fürchten? Und selbst wenn. Mit einem technologischen Entwicklungsstand, der galaktische oder gar intergalaktische Reisen erlaubt, findet man doch wesentlich näher gelegene, ergiebigere und attraktivere Ressourcen als einen Planeten jottwehdeh (heißt "janz weit draußen"). Da muss man nicht durchs halbe Universum düsen - das seht ihr doch bestimmt ähnlich, ne?
Aber da siehst du mal, wie einige von uns ticken: Die denken, das ganze Weltall ist von solchen Scheusalen bevölkert, wie sie bei uns - leider Gottes! - immer noch geboren werden. Die kommen gar nicht auf die Idee, dass ihr auch knuddelige Plüschbacken sein könntet, die einfach nur neue Freunde suchen…
Fremder, lass' dich nicht von der Darstellung Außerirdischer in unseren Unterhaltungs-Produkten verunsichern. Es gibt eben auch bei uns mehr Idioten als gut ist für die Art. Vielleicht befinden sie sich sogar in der Mehrheit - aber die meisten von ihnen sind harmlose Spinner. Ihr solltet nicht immer bei den Amis landen. Versucht das doch mal bei uns: Wir haben hier in der Nähe des Bahnhofs einen schönen großen Sportplatz. Aber bitte aufpassen! Nicht, dass Ihr eine Schulklasse plattmacht, die gerade Sportunterricht hat. Bei euren Flugkünsten kann man da nicht so sicher sein. Am besten, ihr kommt nachts. Sieht auch viel schöner aus - mit den vielen Lampen und so. Hat man ja schon viel drüber gehört.
Fremder, meine Tür steht dir offen, und ich stelle dir gerne ein Feldbett ins Wohnzimmer. Bei mir bist du sicher. Du darfst auch alle meine Computer, mein Spiegelteleskop und meine Gitarre benutzen.
Nur eine kleine Bitte: Kannst du mir eine Kiste zwölfmillionenjährigen Elloranischen Ananis mitbringen? Meine Koordinaten sind: 52° 26' 10.53" N, 13° 45' 20.69" Herzlich willkommen, Fremder!

Michael Szameit, 2011

*In den USA solltest du besser nicht landen. Die Amis schießen erst einmal auf alles, was sich bewegt, und fragen erst hinterher. Das könnte zu Missverständnissen führen.

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 15. Januar 2012 15:09
von Ming der Grausame
agro hat geschrieben:Was stände am Ende einer solchen Milliarden Jahre währenden Evolution? Ein Gott? Vielleicht ein solcher, der vor dem Big Bang des jetzigen Universums es geschafft hat, unser Prä-Universum zu programmieren? Ist das der DEMIURG? Der Weltenarchitekt, der auf einem Quantenrechner das Universum emuliert? Ist der Kerl nur neugierig und guckt, was passiert, während er seine Turingmaschinen rasseln und klappern....
Robert A. Heinlein sagte hierzu schlicht: „Mir hat dieses Universum immer einen etwas fehlkonstruierten Eindruck gemacht, als ob es nach einer Ausschreibung durch die Regierung zusammengezimmert worden wäre.“
Beverly hat geschrieben:Kant zufolge ist er weder endlich, weil es hinter einem Ende weiter gehen würde, noch unendlich, weil etwas Unendliches keinen Zusammenhalt hat.
Kant zufolge ist Gott auch eine Denknotwendigkeit. Ich würde BTW nicht mit jemand argumentieren, der einerseits Gott als eine nicht zu beweisende Theorie praktisch abschafft, es später jedoch durch einen billigen Zaubertrick wieder ins Spiel bringt. Kant wurde von Hegel auf so meisterliche Art und Weise in Grund und Boden widerlegt, dass man ihn IMHO getrost aus dem Pantheon der Philosophen ausschließen kann.
Beverly hat geschrieben:Zu sagen, die Entfernungen in Raum und Zeit seien zu groß, ist auch problematisch.
Ja, Fakten sind oft problematisch – ändert trotzdem nichts an ihre Faktizität.
Beverly hat geschrieben:Denn unter all den anderen Zivilisationen wird es auch welche geben, die diese Entfernungen überwinden können.
Was zwingend voraussetzt, dass das überhaupt möglich ist. Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf. Und die Überlebenswahrscheinlichkeit wäre in beiden Fällen nicht sonderlich groß. Allein die kosmische Strahlung wäre ein ernsthaftes Problem, die harte Strahlung, die beim relativistischen Raumflug zwangsläufig entsteht, ein weiterer. Ganz davon abgesehen, dass jedes Staubkorn, dass sich im Weg befindet, nunmehr eine existentielle Gefahr wäre.
Gernot hat geschrieben:Es gibt ja auch auf der Erde Lebewesen, die weniger als Individuen, sondern mehr als Kollektiv agieren, wie etwa die staatenbildenden Insekten. Anderswo könnte sich aus diesem Prinzip eine Zivilisation entwickelt haben. Die Borg im Star Trek-Universum sind ein Versuch, so etwas anzudenken (ganz konsequent haben die Autoren das kollektive Prinzip hier ohnehin nicht durchgezogen)
Ich würde da eher auf Heinleins Bugs verweisen – ein Musterbeispiel einer imperialistischen Horrorzivilisation insektoider Kollektivisten.

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 15. Januar 2012 17:44
von Bungle
Ming der Grausame hat geschrieben: ... Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf.
Aber, aber, argumentiert so ein SF-Fan? :wink: Vom gesicherten Wissen ausgehen, da macht man sicher nichts verkehrt. Dennoch... Das Universum mag ja einige Fehler haben, aber wie bei einem MS-Computerprogramm könnte man es über diese Schwachstellen eventuell austricksen. Man muss nur lange genug forschen und experimentieren.
Es wird vielleicht sogar einige erdähnliche Planeten in der näheren Umgebung geben. Auf diese sollten die Wissenschaftler ihre Radioteleskope richten. Mal sehen, was die von sich geben. :)

MB

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 15. Januar 2012 19:31
von Ming der Grausame
Bungle hat geschrieben:
Ming der Grausame hat geschrieben:... Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf.
Aber, aber, argumentiert so ein SF-Fan? :wink:
Offensichtlich schon, schließlich habe ich mich dabei explizit vom Sternen-Zyklus von Poul Anderson inspirieren lassen. :beanie:
Bungle hat geschrieben:Vom gesicherten Wissen ausgehen, da macht man sicher nichts verkehrt.
Das stimmt. Und das man damit durchaus gute Science-Fiction schreiben kann, hat der Sohn skandinavischer Immigranten bewiesen. Leider kommt das viel zu selten vor. Seit man in der spekulativen Phantastik immer mehr auf die Wissenschaftlichkeit verzichtet und einfach stumpf propagiert, dass jede hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie nicht zu unterscheiden sei, verkommt sie zur schnöden Science-Fantasy. Dabei hat Arthur C. Clarke selbst nie diese Ausrede für seine Romane verwendet.
Bungle hat geschrieben:Dennoch... Das Universum mag ja einige Fehler haben, aber wie bei einem MS-Computerprogramm könnte man es über diese Schwachstellen eventuell austricksen. Man muss nur lange genug forschen und experimentieren.
Das will ich nicht einmal bestreiten. Eventuell ist irgendwann tatsächlich mal ein Subraumkatapult oder Vergleichbares möglich. Möglicherweise wird sich die Tau Zero Foundation irgendwann doch noch auszahlen – absehbar ist es jedoch nicht. Der Breakthrough Propulsion Physics Project der NASA ist zumindest grandios gescheitert...

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 15. Januar 2012 21:23
von Gernot
Ming der Grausame hat geschrieben:Die einzige uns überhaupt bekannte Option um interstellare Entfernungen zu überbrücken wäre ein Generationenraumschiff oder Kryoschlaf.
Genau diese Beschränkung auf auf das heute schon physikalisch Denkbare macht den Reiz der Bücher von Alastair Reynolds aus. Durch das Akzeptieren der Lichtgeschwindigkeit als Obergrenze entsteht ein ganz eigener Umgang mit Zeit.
Allerdings bin ich auch den verschiedenen Arten von Hyperraum, Wurmlöchern, Warpantrieben und sonstigen Möglichkeiten der Einstein-Überlistung nicht abgeneigt. Ich habe mir an anderer Stelle in diesem Forum den Spaß gegönnt, alle derartigen Möglichkeiten, die ich in SF-Büchern gefunden habe, aufzulisten:
http://forum.sf-fan.de/viewtopic.php?f= ... 15#p115281
Nach wie vor wäre ich interessiert an weiteren Möglichkeiten, die mir bisher entgangen sind. Auch für mich sollte bei aller Spekulation immer so etwas wie Plausibilität hinter den Ideen stecken. Phantastik darf nicht in Beliebigkeit ausarten: Wenn der Autor nicht weiter weiß, erfindet er einfach einen Zauber, lässt in einem Paralleluniversum eine andere Zeitlinie aktiv werden oder zieht einen sonstwie gearteten "Deus ex machina" aus dem Ärmel. So etwas hat doch meistens etwas Stümperhaftes an sich und verhindert, sich auf die dargestellte Welt wirklich einlassen zu können.
In diesem Sinn sind die vielen Exoplaneten, die in den letzten Jahren gefunden wurden, ein wundervoller Anlass für - mehr oder minder - wissenschaftsnahe Spekulationen.

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 16. Januar 2012 00:57
von Gernot
Zum Thema Exoplaneten gibt's schon wieder Neuigkeiten.
Der "Standard" berichtet über die Entdeckung der bislang kleinsten Exoplaneten. Astronomen vom California Institute of Technology in Pasadena (Caltech) haben ein Mini-Sternsystem entdeckt: Um einen roten Zwerg, kaum größer als Jupiter, kreisen drei Planeten, die kleiner sind als die Erde. Das ganze System ist etwa so groß das Jupiter-Jupitermonde-System.

Hier der Link auf den "Standard"-Artikel:
http://derstandard.at/1326502741244/Kle ... deNumber=2

Und hier der Link auf die Caltech-Presseaussendung:
http://media.caltech.edu/press_releases/13487

Wie würde wohl interplanetare Raumfahrt in so einem Zwergsonnensystem aussehen? Leichter als bei uns ginge es allemal.

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 16. Januar 2012 07:20
von jeamy
freistetter hat in seinem blog auch was dazu geschrieben:
http://www.scienceblogs.de/astrodicticu ... system.php

und zu planeten, die um 2 sonnen kreisen:
http://www.scienceblogs.de/astrodicticu ... sonnen.php

Re: Planeten so weit das Auge reicht

Verfasst: 16. Januar 2012 19:25
von Gernot
In dem Freistetter-Blog gibt es auch ein paar Zahlen (ich war zu faul, um den englischen Originaltext darauf zu untersuchen), und das bringt mich zu ein paar Kopfrechnungen:
In diesem Zwergsystem sind die Planeten ihrer Sonne etwa 100mal näher als wir der unseren. Andererseits ist die Leuchtkraft dieses roten Zwergs nur ein Tausendstel der Sonne. Nachdem die tatsächliche Leuchtdichte mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, bekommen die dortigen Planeten einen 10000mal größeren Anteil vom Sonnenlicht, allerdings von einem 1000fach schwächeren, das macht unterm Strich 10mal so viel. Könnte also doch etwas zu heiß für erdähnliches Leben sein.