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DMZ von Brian Wood
Verfasst: 8. Februar 2012 14:00
von Knochenmann
L.N.Muhr hat geschrieben:... aber das auch nur weil es so gottverdammt wenig wirklich nennenswerte SF-Comics gibt.
"Ex Machina" vom gleinen Autor ist in meinen Augen die um Längen bessere, relevantere, intelligentere Serie.
Und gegen "DMZ" von Brian Wood wirkt beides wie ein Kaafeekränzchen.
DMZ hab ich mir angeschaut, aber ehrlich gesagt: das finde ich trivial. Das ist genau die Artvon Geschichte von der man das Gefühl hat das man sie schon 1000 Mal gehört hat... außerdem erinnert mich das ganze zu sehr an Lost: zuviel Drama mit zuvielen Nebelkerzen.
Re: Y - the last Man
Verfasst: 8. Februar 2012 14:03
von L.N. Muhr
Angeschaut, oder gelesen?
Was exakt fandest du trivial? (Und wer ist "man"?)
Hier mal meine damalige Rezi:
http://www.satt.org/comic/07_08_dmz.html
Re: Y - the last Man
Verfasst: 8. Februar 2012 14:07
von Olaf
Von DMZ hab ich mal den ersten deutschen Band gelesen. Hatte mich, wenn ich mich recht erinnere, ziemlich beeindruckt.
Re: Y - the last Man
Verfasst: 8. Februar 2012 14:35
von Knochenmann
L.N. Muhr hat geschrieben:
Was exakt fandest du trivial?
Alles. Ist für mich praktisch ein Gewaltporno. Wir haben einen Bürgerkrieg "drausen", und drinnen schießt sowieso jeder auf jeden. Jede Aktion wird mit dem maxium an ---> SINNLOSER <--- Gewalt ausgeführt. Der Jounalist verliert sein Equitment, Reaktion: Ein B52 Bomber schmeißt eine MOAB drauf. Der SCharfschütze vergisst sich zu melden, seine Kollegin jagt eine freundliche Aufwachkugel in seine Richtung.
Für mich schimmert das "Schaut mal, so viel schöne Gewalt" Setup zu sehr durch, und wenn man das so zu wahrnehmen anfänngt, dann sind auch Szenen wie das Kinderhospital nur ne weitere Nummer im Gewaltporno ala "Boah, schaut mal, Krieg ist schlimm!"... und genau das macht dann auch die Protagonisten eindimensional und trivial.
Re: Y - the last Man
Verfasst: 8. Februar 2012 15:15
von L.N. Muhr
Ich habe das Gefühl, einen völlig anderen Comic gelesen zu haben.
"Gewaltporno" hiesse, Gewalt um der Gewalt willen. Und genau das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: die psychischen und soziologischen Folgen von krieg und Gewalt werden genau dargelegt.
Wood macht hier nichts anderes, als den Irakkrieg nach Manhattan zu verlegen. Und du kannst Krieg nicht ehrlich schildern, ohne Gewalt.
Aber gut, das ist die alte Debatte seit Peckinpah.
Re: Y - the last Man
Verfasst: 8. Februar 2012 15:56
von Knochenmann
L.N. Muhr hat geschrieben:
"Gewaltporno" hiesse, Gewalt um der Gewalt willen. Und genau das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: die psychischen und soziologischen Folgen von krieg und Gewalt werden genau dargelegt.
Sag ich doch! MitGewalt meinie ich nicht: Es wird gezeigt wie ein Panzer explodiert. Gewalt ist ein Dauerzustand, der immer da ist... die "Folgen" gehören da natürlich dazu. Das Szenario wurde einzig allein nur geschaffen um die Gewalt in all ihren Facetten vorzuführen. Krieg = Gewalt = schilmm, trivialer gehts ja wohl kaum.
Bei aller Liebe, aber DMZ erzählt mir nichts was ich noch nicht schon erzählt bekommen hätte oder was ich nicht selbst schon wüsse oder gar schön erlebt hätte.
Re: Y - the last Man
Verfasst: 8. Februar 2012 16:32
von L.N. Muhr
Literatur ist auch nicht zwingend dazu da, dir Neues zu erzählen. Sondern, dir Dinge neu, also auf neue Art, zu erzählen. Es gibt keine neuen Plots, schon gar nicht im Genre der Kriegserzählung. Menschen bringen Menschen um, das ist der Plot von Kriegserzählungen.
Und wenn du selbst zugibst, dass die Gewalt einen narrativen Zweck hat, wie kann es dann ein Gewaltporno sein?
Dass nicht der Plot eine Erzählung trivial macht, sondern dessen Darstellung, ist dir bewusst? Natürlich werden hier Krieg und Gewalt ausgelotet. Aber nicht nach dem von dir präsentierten Motto, sondern unter der Fragestellung "was wäre wenn" und "was wären die Folgen". Also typische SF-Sujets. (SF hier eher als Social Fiction zu lesen.) Aber selbst wenn wir den phantastischen Anteil weglassen und es als Kriegsgeschichte lesen... du willst nicht wirklich behaupten, dass Filme wie "Apocalypse Now" trivial sind, weil sie zeigen, dass Krieg schlimm ist? (Darauf könnte man "Apocalypse Now" immerhin auch reduzieren, wenn man mit ganz viel bösem Willen und Vorurteilen rangeht.)
Ich will dich nicht überzeugen, DMZ zu mögen. Im Gegenteil, der Comic ist ganz klar nichts für dich. Aber ich denke, die Ursache liegt eher in einem Nicht-mögen-wollen begründet, weil deine Argumente gegen den Comic letztlich ein ganzes Genre diskreditieren.
Re: DMZ von Brian Wood
Verfasst: 10. März 2012 12:07
von Uschi Zietsch
Ich habe den ersten Band inzwischen gelesen, und ja, das ist natürlich keine neue Story, aber darum geht es ja auch nicht - sondern, genau wie bei The Walking Dead auch, um die Auswirkungen einer extremen Situation, die sich auf längere Sicht, wenn nicht gar Dauer, nicht so schnell ändern wird. Wie gehen Menschen damit um, die in eingekesselt in einer Zone des Krieges und der Gewalt leben?
Offen gestanden, sind die in DMZ in Manhattan sogar, und das finde ich originell, überraschend zivilisiert und haben keinen gegenseitigen Dauerbelagerungszustand, wo jeder gegen jeden kämpft und diejenigen, die sich zusammentun, wie bei The Road gleich eine Sklavenhalter- und Menschenzuchtgesellschaft gründen, oder es geht zu wie bei Mad Max. Sondern sie bemühen sich um die Normalität des Alltags in einem Kriegsgebiet in einer Stadt, was nicht nur zum Irak, sondern genauso - und vor allem, wie ich finde - zum jahrzehntelangen Zustand im Gazastreifen (et al.) Parallelen bietet.
Sehr beeindruckend und realistisch, her mit Band 2.