Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Der letzte Konflikt zwischen Israel und Palästina hat es gezeigt: Die an den jeweiligen Fronten kämpfenden Soldaten haben via Internet miteinander kommuniziert und sich über den Unsinn ihrer jeweiligen Befehle ausgetauscht.
Kann es also sein, dass das Internet einen Beitrag zum Weltfrieden leistet? Kann es überhaupt noch möglich sein, dass Soldaten an den jeweiligen Fronten gegeneinander kämpfen, Soldaten, die jeder ein internetfähiges Handy besitzen und darüber mit ihren jeweiligen sog. Feinden kommunizieren?
Wie könnte ich, ein deutscher Soldat, im Jahre 1914 in einem Schützengraben in Flandern liegend, gegen die Franzosen kämpfen, wenn ich vorher mit eben genau diesen Franzosen zahllose e-mails ausgetauscht hätte und mich mit Jean-Jaques im Chez Maman verabredet hätte?
Was müsste die OHL tun, um das zu unterbinden? Könnte sie das überhaupt?
Ist das Internet ein Weg zum Weltfrieden?
Gast09
Kann es also sein, dass das Internet einen Beitrag zum Weltfrieden leistet? Kann es überhaupt noch möglich sein, dass Soldaten an den jeweiligen Fronten gegeneinander kämpfen, Soldaten, die jeder ein internetfähiges Handy besitzen und darüber mit ihren jeweiligen sog. Feinden kommunizieren?
Wie könnte ich, ein deutscher Soldat, im Jahre 1914 in einem Schützengraben in Flandern liegend, gegen die Franzosen kämpfen, wenn ich vorher mit eben genau diesen Franzosen zahllose e-mails ausgetauscht hätte und mich mit Jean-Jaques im Chez Maman verabredet hätte?
Was müsste die OHL tun, um das zu unterbinden? Könnte sie das überhaupt?
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Gast09
- Gernot
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Ich bin deiner Meinung, dass direkte Kommunikation zwischen Kriegsgegnern "zersetzend" auf die Kriegsbereitschaft wirkt. Aber das wissen die Leute, die die Kriege veranstalten, natürlich auch. Internet und Mobiltelefonie sind an aufwendige Infrastruktur gebunden und können deshalb relativ leicht gekappt werden. Satellitentelefone, die schwerer totzukriegen wären, gibt es nur ganz wenige. Bei den Aufständen in den arabischen Ländern haben die Machthaber eifrig von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Internet und Mobiltelefon lahmzulegen, um nur ein Beispiel zu nennen.
Ein begrenzender Faktor für diese Möglichkeit ist die Abhängigkeit des Wirtschafts- und Gesellschaftslebens von den Netzwerkmedien. Auch diktatorische Regierungen können nicht einfach alle Verbindungen unterbrechen, ohne Schaden für die eigene Wirtschaft (auch die Kriegswirtschaft) zu riskieren. Und gezielt nur die - im Sinnde der Machthaber - "nützlichen" Verbindungen aufrecht zu erhalten, halte ich technisch nicht für machbar.
Das Internet als Beitrag zum Weltfrieden zu bezeichnen, halte ich aber für eine zu undifferenzierte Aussage. Natürlich bringt Kommunikation die Menschen einander näher, aber man müsste sich schon sehr genau ansehen, von welcher Qualität die Internet- und Mobiltelefonkommunikation ist, und ob sie wirklich geeignet ist, Ressentiments und Vorurteile abzubauen bzw. deren propagandistisches Schüren zu erschweren. Wirklich gut funktioniert das wirklich nur, wenn Menschen einander von Angesicht zu Angesicht begegnen, zum Beispiel im Chez Maman.
Jean-Jacques, wir sehen uns!
Ein begrenzender Faktor für diese Möglichkeit ist die Abhängigkeit des Wirtschafts- und Gesellschaftslebens von den Netzwerkmedien. Auch diktatorische Regierungen können nicht einfach alle Verbindungen unterbrechen, ohne Schaden für die eigene Wirtschaft (auch die Kriegswirtschaft) zu riskieren. Und gezielt nur die - im Sinnde der Machthaber - "nützlichen" Verbindungen aufrecht zu erhalten, halte ich technisch nicht für machbar.
Das Internet als Beitrag zum Weltfrieden zu bezeichnen, halte ich aber für eine zu undifferenzierte Aussage. Natürlich bringt Kommunikation die Menschen einander näher, aber man müsste sich schon sehr genau ansehen, von welcher Qualität die Internet- und Mobiltelefonkommunikation ist, und ob sie wirklich geeignet ist, Ressentiments und Vorurteile abzubauen bzw. deren propagandistisches Schüren zu erschweren. Wirklich gut funktioniert das wirklich nur, wenn Menschen einander von Angesicht zu Angesicht begegnen, zum Beispiel im Chez Maman.
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Das Fliegen wird erst möglich, wenn zuvor vom Fliegen geträumt wurde. (Stanislaw Lem)
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Gernot, wenn Du recht hast, bräuchten wir nur noch dafür zu sorgen, daß zerstrittene Nachbarn miteinander chatten, anstatt sich über den Maschendrahtzaun hinweg mit der Mistgabel zu drohen. Das würde die Amtsgerichte enorm entlasten!
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
... und es wäre zu schön ...
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Zwei schön komplementäre Threads hast Du da eröffnet, Gast09. Und an beiden Behauptungen ist etwas dran. Damit wären wir vielleicht auf einer ganz neuen Ebene von: Si vis pacem para bellum.
Ausreichend hochentwickelte Magie ist nicht von Technologie zu unterscheiden.
Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Der Weltkrieg I sah sogar gemeinsame Feiern zu Weihnachten. Kein Grund, warum sich die Leute nicht wenig später wieder die Hölle auf Erden bereiteten. Ein Traum also via Internet zum globalen Frieden zu kommen!Gast09 hat geschrieben: Wie könnte ich, ein deutscher Soldat, im Jahre 1914 in einem Schützengraben in Flandern liegend, gegen die Franzosen kämpfen, wenn ich vorher mit eben genau diesen Franzosen zahllose e-mails ausgetauscht hätte und mich mit Jean-Jaques im Chez Maman verabredet hätte?
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Gast09
Solange Menschen noch immer durch Worte(!) dazu verleitet werden können anderen eine Ideologie einzuprügeln, ist die technische Form der Kommunikation nebensächlich.
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Die Möglichkeiten der ländergrenzenüberschreitenden Kommunikation sind heute doch wesenlich größer als während des ersten Weltkrieges. So kann Kriegspropaganda, die doch in erster Linie innerhalb der Grenzen bleibt, entgegengewirkt werden. Die Kommunikation muss aber allgemein verbreitet sein. Wenn ich von einer Initiative von israelischen Friedensaktivisten höre, die Friedensbotschaften an das iranische Volk schicken, die auch erwidert werden, dann sind das sicher wichtige symbolische Handlungen, aber es wird die israelische Regierung nur schwer von ihren Angriffsplänen gegen iranische Atomanlagen abhalten oder die iranische Führung davon, Israel zu bedrohen. Es sei denn, daraus erwächst eine Antikriegsstimmung.
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Man muss wissen was passiert um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Internet versorgt immer mehr Menschen mit immer mehr Informationen. Das kann nicht ohne folgen bleiben.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet
Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Folge Nr. 1 ist schon da: Eine Lawine von Falschinformationen und Propaganda, vorzugsweise in Form von Grey Propaganda, die nicht einmal als solche zu erkennen ist. Das neutralisiert weitgehend alle echten Informationen und verhindert weitere Folgen.Knochenmann hat geschrieben:Man muss wissen was passiert um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Internet versorgt immer mehr Menschen mit immer mehr Informationen. Das kann nicht ohne folgen bleiben.
Im Moment jedenfalls. Neue Entwicklungen sind abzuwarten.
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Ich habe bewusst sehr vorsichtig formuliert, ich stehe der Qualität der menschlichen Kommunikation via SMS und Internet sehr misstrauisch gegenüber. Mit Chatten allein wird es also nicht gehen, das Internet allein ist sicher zu wenig, um Frieden zu stiften. Die Nachbarn aus dem Beispiel müssten bei ihrer Chatterei schon jemanden kennenlernen, der sie einlädt oder sonstwie dazu bringt, gemeinsam beim Wirt ihres Vertrauens einen zu heben. Das ist zwar auch noch keine Garantie für einen friedlichen Ausgang (man schlage nur den Lokalteil einer beliebigen Zeitung auf, um auf zahlreiche Berichte über Wirtshausraufereien zu stoßen), könnte die Sache aber wesentlich leichter machen.muellermanfred hat geschrieben:Gernot, wenn Du recht hast, bräuchten wir nur noch dafür zu sorgen, daß zerstrittene Nachbarn miteinander chatten, anstatt sich über den Maschendrahtzaun hinweg mit der Mistgabel zu drohen. Das würde die Amtsgerichte enorm entlasten!
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Ich sehe hier in diesem Thread inzwischen zwei Ebenen der Internetkommunikation:
* Die direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch, also Chat, die sozialen Medien, E-Mail usw.
* Die Ebene der Information, Fehlinformation, Desinformation, Propaganda und Gegenpropaganda, also das Internet als Massenmedium.
Auf beiden Ebenen gibt es Chancen und Gefahren bei einer Entwicklung zu einem friedlicheren Zusammenleben.
* Die direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch, also Chat, die sozialen Medien, E-Mail usw.
* Die Ebene der Information, Fehlinformation, Desinformation, Propaganda und Gegenpropaganda, also das Internet als Massenmedium.
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Helge hat geschrieben:Folge Nr. 1 ist schon da: Eine Lawine von Falschinformationen und Propaganda, vorzugsweise in Form von Grey Propaganda, die nicht einmal als solche zu erkennen ist. Das neutralisiert weitgehend alle echten Informationen und verhindert weitere Folgen.Knochenmann hat geschrieben:Man muss wissen was passiert um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Internet versorgt immer mehr Menschen mit immer mehr Informationen. Das kann nicht ohne folgen bleiben.
Im Moment jedenfalls. Neue Entwicklungen sind abzuwarten.
Falschinformationen sind auch Informationen.
Ich bin davon überzeugt das Lügen, Falschinormationen und Propaganda auf Dauer nicht gegen die Wahrheit ankommt.
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Dem stehe ich skeptisch gegenüber. In Zeiten, da die Bild in der Tagesschau zitiert wird, sehe ich schwarz für die Wahrheit.Knochenmann hat geschrieben: Ich bin davon überzeugt das Lügen, Falschinormationen und Propaganda auf Dauer nicht gegen die Wahrheit ankommt.
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Von mir auch können sie auch in der Tagesschau Grimms Märchen vorlesen, das ändert auch nichts an meiner Argumentation.
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Re: Das Internet - der Weg zum Weltfrieden?
Nur wie soll sich "Wahrheit" durchsetzen, wenn sie keiner äußert?Knochenmann hat geschrieben:Von mir auch können sie auch in der Tagesschau Grimms Märchen vorlesen, das ändert auch nichts an meiner Argumentation.