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Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 14:29
von Gernot
Im "Standard" fand sich ein Hinweis auf diese Seite:

http://monsterbrains.blogspot.co.at/201 ... -1990.html

Der schottische Paläontologe Dougal Dixon hat sich Szenarien für die mögliche zukünftige Weiterentwicklung des Menschen überlegt, der obenstehende Links zeigt ein paar Bilder dazu. Das komplette Buch ("Man after man", 1990) ist hier online zu lesen:

http://www.sivatherium.narod.ru/library ... /01_en.htm

Solche Zukunftsvisionen (aquatische Menschen, Menschen, die im Vakuum leben können, Menschen, die nur als Fleisch- und Fettreserve gezüchtet werden usw.) sind ja ein sehr beliebtes Thema in der Science Fiction. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich diesen Hinweis hier unter "Wissenschaft und Technik" posten soll oder besser unter "Science Fiction, Fantasy & Co.", denn das Ganze ist doch mehr Spekulation als Wissenschaft.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 15:09
von Knochenmann
So gesehen... wenn das die Zukunft ist, dann doch dohc bitte die komplette Auslöschung.

Schade das die Bücher von dem Mann nicht zu bekommen sind bzw unverschämt teuer sind. Schade, schade.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 16:16
von Thomas Wawerka
Ich frag mich, woher jemand wissen will, wie die Erscheinung des Menschen in Zukunft aussieht. Wir wissen ja nicht, welche Faktoren die Veränderung am meisten beeinflussen werden. Ein britischer Wissenschaftler macht seit den (ich glaub) 70er Jahren eine Langzeitstudie und hat rausgefunden, dass wir im Schnitt etwas kleiner und etwas dicker werden. Das ist bisher alles. Alles andere ist tatsächlich nur Spekulatius.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 16:29
von Knochenmann
Hier gehts nicht um eine genaue Betrachtung der zukunft, das zeigt eher auf was aus den Menschen alles werden könnte.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 16:39
von breitsameter
Knochenmann hat geschrieben:Hier gehts nicht um eine genaue Betrachtung der zukunft, das zeigt eher auf was aus den Menschen alles werden könnte.
Eine Sache fehlt mir hier etwas.
Mittlerweile ist der Mensch soweit, dass er sich einer »normalen Evolution« nicht mehr unterwerfen muss. Wir wollen kleinere Änderungen an unserem Genom vornehmen? Kein Problem, de facto ist dies bereits möglich. Wir wollen keine Änderungen und eben nicht irgendwann von einem Homo Superior verdrängt werden? Auch das ist kein Problem, wir können über Gentests (und nachfolgende Selektion) auch das effektiv verhindern.

Aber würde der Mensch freiwillig (!) eine solche Entwicklung, wie in diesem Buch beschrieben, durchlaufen? Ich denke nein.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 16:56
von don redhorse
Thomas Wawerka hat geschrieben:Ein britischer Wissenschaftler macht seit den (ich glaub) 70er Jahren eine Langzeitstudie und hat rausgefunden, dass wir im Schnitt etwas kleiner und etwas dicker werden. Das ist bisher alles.
Dann sind die US-Amerikaner also der Prototyp des Homo superior? :o
Ich dachte bisher, in den letzten Generationen wäre die Durchschnittsgröße gestiegen. Das die mittelalterlichen Leute sehr klein waren, war ja auf die Mangelernährung zurückzuführen. Aber seit die Ernährungslage in den Industrienationen gesichert ist, hat es doch einen Anstieg um einige Zentimeter gegeben. Das sich die Wachstumskurve nicht endlos fortsetzen kann, ist klar (sonst landet man bei Sergej Snegows Vision des kommunistischen Menschen der Zukunft [in "Menschen wie Götter"], der zweieinhalb Meter groß und mit einem genialen Wasserkopf ausgestattet ist), aber ein paar Zentimeter mehr sind allemal drin.
Spekulationen über menschliche Evolution sind allein daher schon wertlos, weil mittels Gentechnik massiv Einfluss genommen werden kann. Selbst wenn man nachweise könnte, das die natürliche Weiterentwicklung zu einem Hobbit-Artigen führte - fehlgeleitete Schönheitsideale würden die kommenden Generationen in Richtung (vermeintlich) ätherisch schöner, spindeldürrer Leute führen. Das sich ne Menge Leute in Nordamerika und Europa (fernab von rassistischen Vorurteilen) bei ihrem Nachwuchs wünschen, eher schön als klug zu werden, eher blond als rothaarig, eher blauäugig als anders, liegt in unseren Instinkten begründet: blond und blauäugig wird als besonders gesund assoziiert. Kurioserweise nicht als besonders intelligent (und das wiederum fernab jeder dümmlichen Witze). Wenn man seinen Nachwuchs designen könnte, würde man ihn dann so konzipieren, das er reale Überlebensvorteile hat (und ein gedrungener Körperbau ist sicher besser: die Körperoberfläche ist geringer, so das man weniger Wärmeverlust hat; das Kraft-Gewicht-Verhältnis ist effizienter, der Körperschwerpunkt bodenständiger), oder das er den instinktive Schönheitsidealen entspricht?
Freuen sich Elter mehr über einen pummeligen Streber oder über einen attraktiven Idioten? In meiner Umgebung finde ich leider zu viele Anzeichen dafür, das die Verpackung wichtiger zu sein scheint als der Inhalt.
Die jetzigen Schönheitsideale, so unrealistisch sie sind (denn kaum ein Mensch mit 1,85 Meter Körpergröße und 55 kg Gewicht ist gesund, belastbar oder auch nur kräftig zu nennen), könnten dank der Gentechnik zur Norm werden. Und dann werden extremere Ideale auftreten, denen die nachfolgenden Generationen angepasst würden.
Ist es nicht interessant, das ein altes SF-Klischee den unsagbar fortschrittlichen Alien als sehr groß und sehr dünn schildern (hallo, Topmodel-Ideal!), mit großem Schädel, riesigen Kulleraugen und kleinem Gesicht (hallo, Kindchenschema!)? Gibt es also irgendwo in unserer kulturellen Programmierung (quer durch alle Ethnien und Zeitalter) einen, man möchte schon fast sagen: einen Bug, einen Fehler, eine schadhafte Stelle, welche uns in eine künstlich geschaffene Sackgasse führen könnte?
Ich meine: propagierte Haarlosigkeit, prophezeiter Verlust des kleinen Fingers, Präferenz von Haar-, Haut- und Augenfarben: das erscheint beinahe nebensächlich, wenn man die Gefahr bedenkt, das eine gentechnische Zuchtwahl uns elementarer Eigenschaften beraubt, weil sie als "nicht dem Schönheitsideal" entsprechend aus dem verfügbaren Genpool gelöscht werden wie ein falsch platziertes Komma in einer E-Mail.
Es ist mir ehrlich scheißegal, wie meine Nachkommen aussehen: ich will nur, das sie gesund, klug und stark sein werden. Und ob sie dann einen Meter fünfzig oder zwei Meter fünfzig groß sind, ob sie kahl bis auf die Knochen sind oder ein Fell wie der Yeti haben, ist mir wurscht.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 16:57
von Knochenmann
Wenn ich das rightig verstanden habe dann besteht das Buch aus mehreren Teilen... das fängt an mit menschen Gen Engeneering... und später im Buch wird die Erde, nachdem es keine höheren Tiere mehr gibt, nur mit Menschen bevölkert die nach und nach in jede einzlne ökologische Nische hineinwachesn.

Da gibts ein Buch von Baxter, das sich mit dem Thema beschäftigt, jetzt wo ich diese Bilder kenne weiß ich auch wo Baxter die Ideen herhatte.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 17:05
von don redhorse
Knochenmann hat geschrieben:Da gibts ein Buch von Baxter, das sich mit dem Thema beschäftigt, jetzt wo ich diese Bilder kenne weiß ich auch wo Baxter die Ideen herhatte.
Stephen Baxter beschäftigt sich dauernd mit der Evolution des Menschen im kosmischen bzw. kosmologischen Rahmen. Sei es jetzt das Phänomen der schwarmartigen Koaleszenzen in "Der Orden", der Beobachter in "Zeitschiffe", diverser reichlich bizarrer Hominiden und Pseudohominiden im Xeelee-Zyklus sowie den Menschentypen im dritten "Multiversum"-Teil. Aber das ist, so gut die Handlung der Bücher auch ist, wenig mehr als pseudo-evolutionistisches Geschwurbele, dem die Überzeigung innewohnt, das es immer und überall mit den Menschen weitergehen wird. Nur in "Evolution" bricht er damit und schildert das Aussterben der Primaten in allerletzter Konsequenz.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 17:13
von Bungle
Wenn es keine anderen Lebewesen gibt, dann kann ich mir vorstellen, dass Menschen andere Menschenformen züchten, und sie so zu Objekten degradieren.
Aber Devolution in der Natur gibt es doch nicht, und die Menschennachfahren sind eindeutig eine Stufe hinabgesunken. Der Mensch hat ja in seiner heutigen Form schon alle Nischen besetzt, er braucht sich nicht auch noch körperlich anpassen.
Andererseits an eine feindliche Umwelt auf einen fremden Planeten, da kann es schon sein, dass sich das äußere gravierend verändert.
Allgemein denke ich auch, dass uns diese evolutionäre Zukunft am besten erspart bleibt.
Dann schon lieber die Greys als Nachfahren. :)

MB


schade, dass es hier keine Alien-Smilies gibt, oder doch?

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 17:23
von don redhorse
Bungle hat geschrieben:Aber Devolution in der Natur gibt es doch nicht...
Wenn sich unter bestimmten Umständen anachronistische Eigenschaften als vorteilhaft erweisen, "rückentwickeln" sich Lebewesen sehr wohl. Früher wurde Evolution als Baum angesehen, der immer mehr in die Höhe strebt, und den Menschen hat man natürlich ganz oben im Wipfel angeordnet, als sprichwörtliche Krone der Schöpfung (eine Formulierung, die der Evolutionstheorie bereits wörtlich widerspricht, denn natürliche Entwicklung ist keine Schöpfung gleich welcher Art). Richtiger ist es, das sich Evolution in jede Richtung weiterbewegt und dabei dort erfolgreich ist, wo die sich entwickelnden Lebensformen überleben.
Unter bestimmten Umständen könnte es für im Weltraum lebende Menschen nützlich sein, wieder zu Greiffüßen, einem Schwanz und einer Ganzkörperbehaarung zu gelangen. Sich mit den Füßen aktiv festhalten zu können, wäre in Schwerelosigkeit ungemein praktisch; mit einem langen Schwanz ein zusätzliches Mittel zu haben, den Körperschwerpunkt zu verlagern ebenso. Speckschicht und/oder Fell isolieren ausgezeichnet bei Kälte und schirmen kosmische Strahlung ab (zumindest besser als bei uns dünnhäutigen Klappergestellen :wink: ). Ein an das Leben in Schwerelosigkeit angepasster Mensch der Zukunft (sagen wir mal in einem Asteroidenhabitat) würde eher wie ein frühzeitlicher Hominide aussehen als wie der klischeehafte Homo superior aus der einschlägigen Literatur, und alle Eigenschaften, die dieser Weltraummensch hätte, würden bei uns Neuzeitmenschen als anachronistisch gelten.
Finde ich übrigens ein schöneres Bild: Affenmenschen im All, keine halbgottgleichen Überwesen a la vanVogt...

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 17:26
von L.N. Muhr
Bungle hat geschrieben:Wenn es keine anderen Lebewesen gibt, dann kann ich mir vorstellen, dass Menschen andere Menschenformen züchten, und sie so zu Objekten degradieren.
Aber Devolution in der Natur gibt es doch nicht,
"Devolution" gibt es deshalb nicht, weil Evolution keine Höherentwicklung ist, sondern ein Prozeß der Anpassung. Unanpassung ist aber schon rein sprachlich ein absurdes Konzept.

Devolution gibt es also nicht "in der Natur nicht", sondern als Konzept ist es paradox (und daher dann in Folge in der Natur so wenig anzutreffen wie ein schwarzer Schimmel).

Die Menschen in dem Buch sind also nicht "hinabgesunken". Sie haben sich angepasst. Das nennt man Evolution.

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 17:27
von L.N. Muhr
don redhorse hat geschrieben: Finde ich übrigens ein schöneres Bild: Affenmenschen im All, keine halbgottgleichen Überwesen a la vanVogt...
Pierre Boulle, gell? :wink:

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 17:28
von don redhorse
L.N. Muhr hat geschrieben:...schwarzer Schimmel...
Schwarzschimmel gibt es :prima:
Okay, blöder Witz. Überflüssiger Post. Trotzdem... :D

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 17:30
von don redhorse
L.N. Muhr hat geschrieben:
don redhorse hat geschrieben: Finde ich übrigens ein schöneres Bild: Affenmenschen im All, keine halbgottgleichen Überwesen a la vanVogt...
Pierre Boulle, gell? :wink:
Oh, ja! Die Romanvorlage zu "Planet der Affen"!
Klar, daran hätte ich denken müssen.

Aaaaber! Die Affenmenschen bei Pierre Boulle sind ja "echte" Affen, und keine, die sich aus einem haarlosen Hominiden im Weltraum entwickelt haben.
Ich finde, das Buch ist zehnmal besser als alles, was daraus verfilmt wurde. Auch wenn die berühmte Freiheitsstatuen-Szene fehlt. Immerhin ist es in der literarischen Vorlage ja tatsächlich ein anderer Planet und nicht die Erde der Zukunft...

Re: Zukunftsszenarien der Evolution des Menschen

Verfasst: 9. Juli 2012 18:52
von jeamy
von welcher zukunft reden wir? wie weit entfernt?
muss der mensch als mensch erkennbar sein? was ist mit cyborgs, die sich, je nach umweltsituation, formen, anpassen, wie es für das überleben (vor allem im weltall und auf für uns noch unbekannten planeten) am günstigsten erscheint?
der menschliche körper ist ein denkbar ungeeignetes vehikel, wenn man das weltall erobern will. was spricht gegen computerintelligenzen, versehen mit menschlichen "geistern" (erfahrungen, wissen, erinnerungen, gespeichert auf einem chip), die sich vom fleisch getrennt haben und vielleicht sogar nur noch als miniaturroboterschwärme durchs weltall gondeln, getragen von sternenwinden?
wären das keine menschen, wenn sie sich selbst als menschen, als die direkten nachkommen der erdenmenschen,sehen?

vielleicht haben wir deshalb keine ausserirdischen entdeckt, weil wir von falschen vorstellungen ausgehen. vielleicht sind sie schon da?