Far Future-Romane

Science Fiction in Buchform
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breitsameter
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Far Future-Romane

Ungelesener Beitrag von breitsameter »

Vor etwa zehn Jahren habe ich von John C. Wright (ja, ich weiß, welchen Unsinn dieser Autor später von sich gegeben hat) eine hierzulande fast unbekannt Trilogie gelesen: »The Golden Age«, »The Phoenix Exultant« und »The Golden Transcendence«. Eine Trilogie der Far Future, etwa 10.000 Jahre in der Zukunft angesiedelt und in einer Welt, die den Begriff Science Fiction richtig zum Leuchten bringt: Unsterbliche, aber trotzdem interessante Hauptfiguren, eine Welt, in der scheinbar alles möglich zu sein scheint, die aber trotzdem das Erzählen einer spannenden Geschichte erlaubt und eine Idee, wie so etwas aussehen und sich gestalten könnte.
Wirklich spannend, sehr lesenswert. Und nur äußert schwer nachzuerzählen - besonders etwa zehn Jahre nach der Lektüre.

Und nun habe ich bei der Fahrt zum Dort.Con den Roman »Implied Spaces« von Walter Jon Williams gelesen. Ich hatte mir den Roman bestellt, da ich bislang fast alles von Walter Jon Williams mit großer Freude gelesen habe (z.B. »City on Fire« und »Metropolitan« - dt. »Plasma City«, aber auch seine Space Opera-Trilogie »Dread Empire's Fall« - dt. »Der Fall des Imperiums« und folgende), aber die Kritiken bei Amazon waren sehr durchwachsen. Nun ja, nach der Lektüre, von der ich sehr begeistert war, kann ich das nachvollziehen – »Implied Spaces« ist ebenfalls ein Far Futere-Roman. Zwar nur etwa 1500 Jahre in der Zukunft angesiedelt, aber auch wiederum schon als Weltenentwurf SF: Die Menschheit lebt zu großen Teilen in eigenes geschaffenen Miniuniversen, die über Wurmlöcher mit dem normalen Universum verbunden sind. Niemand muss mehr für immer sterben, da Backups des Gehirns möglich sind und notfalls einfach das Bewusstsein und alle Erinnerungen in einen neuen Körper transferiert werden. Künstliche Intelligenzen sorgen für das Funktionieren der Technik und für Sicherheit. Alles wäre also bestens, wenn nicht die Hauptfigur in einem Taschenuniversum für Fantasy-Fans auf drei seltsame Wesen stoßen würde... und damit damit dann eine Gefahr aufdeckt, die schließlich alles Leben gefährden könnte. Die Menschheit hat bereits den Ctrl-Alt-Del-War, eine digitale Zombie-Seuche und den Seraphin überlebt, aber im Vergleich zur aktuellen Gefahr ist dies nichts...

Nun ja, was ich mit diesen beiden Vorstellungen sagen wollte: Genau deshalb lese ich Science Fiction. Weil es phantastische Near-Future-Romane gibt, die mir die Welt in wenigen Jahren erklären, aber auch weil es immer wieder (deutlich seltener) solche Romane gibt, die nicht nur einen Schritt, sondern mindestens zwei, drei Schritte weitergehen und mehr erzählen als nur eine simple Space Opera, bei der auch im Jahre 2300 immer noch die Bildschirme im Raumschiff bei einem Angriff explodieren...
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Bungle
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Re: Far Future-Romane

Ungelesener Beitrag von Bungle »

Ich frage mich, was der Reiz eines solchen Far-Future-Szenariosm, wie es Williams entwirft. Hier scheint viel mehr möglich, weil die Welt virtuell erweitert ist. So ist es möglich, Zombies und Fantasy-welten in ein SF-Universum unterzubringen. Es scheint mir auch, hier wird der technophile Traum von einer autarken Existenz weitergeträumt. Aber es kommt immer auch darauf an, was der Autor aus so einer Exposition macht.

MB
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agro
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Re: Far Future-Romane

Ungelesener Beitrag von agro »

Bungle hat geschrieben:... So ist es möglich, ... Fantasy-welten in ein SF-Universum unterzubringen. Es scheint mir auch, hier wird der technophile Traum von einer autarken Existenz weitergeträumt.

MB
Dazu fällt mir spontan "Copyworld" von Michael Szameit ein. Solche Bücher sind in meinen Augen der Grund, warum ich SF lesen MUSS!
Lies das!
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Knochenmann
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Re: Far Future-Romane

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Ich verkafte Far Future nur in homeophatischen Dosen. Außerdem wird es zunehmend schwerer zu entscheiden wo denn die Far future anfängt.

Außerdem machen die Autoren meiner meinung nach zu wenig aus dem Szenario. An dieser Stelle muss ich aber eine Empfehlung abgeben, für "Wir waren außer uns vor Glück". Da ist eine vorzügliche Geschichte drinnen, nämlich: das "Foto" einer Braut, das aber selbst schon eine fühlende, denkende Momentaufnahme eines Geisteszustands ist, und diese Braut erlebt die Singularität und die entwicklung des Menschen.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet
Ulrich
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Re: Far Future-Romane

Ungelesener Beitrag von Ulrich »

"Evolution" von Stephen Baxter ist insofern interessant, dass die Handlung von der fernen Vergangenheit bis in die ferne Zukunft reicht. Am Ende haben nur noch wenige Nachfahren der Menschen überlebt (in einem ehemaligen Steinbruch, der sie vor dem unwirtlichen Wetter schützt) und die selbstreproduzierenden Roboter, die in die Galaxis ausgeschwärmt sind.
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