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Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 1. Oktober 2014 17:05
von derbenutzer
Ralf 58 hat geschrieben:Bungle hat geschrieben:@Ralf 58:
Deine internationale Bibliographie zu Simak ist wirklich großartig. Die wünscht man sich eigentlich für jeden größeren Autoren.
Du kannst Dir sicher vorstellen, dass da auch 'ne Menge Arbeit drinsteckt. Ich hatte mal ein Vierteljahr lang fast nichts anderes gemacht, als an der Simak-Bibliogrfie zu arbeiten. Leider fehlt mir nun die Zeit, weitere derartige Projekte anzugehen. Interesse hätte ich schon, z.B. für Robert Sheckley und Cordwainer Smith etwas ähnliches zu machen. Vielleicht komme ich in 10 Jahren dazu, wenn ich Rentner bin.
Ansonsten gibt es
für alle SF-Autoren zumindest für die
englischen,
französischen,
spanischen,
tschechischen,
polnischen und
russischen Ausgaben mittlerweile
fast vollständige Online-Datenbanken.
Nur wir hier in Deutschland kriegen nichts auf die Reihe. Das sehr ambitionierte Projekt
DSFDB scheint mir jedenfalls noch weit von der Brauchbarkeit entfernt. Was nutzt es mir, wenn es dort z.B. einen "Clifford Simak" und einen "Clifford D. Simak" gibt, die als verschiedene Personen behandelt werden, wenn von beiden jeweils "Werke" und "Veröffentlichungen" aufgeführt sind, ohne das die Datensätze miteinander verknüpft sind (man also nicht zweifelsfrei erkennen kann, welches Werk in welcher Ausgabe erschienen ist), und wenn der zweitgenannte Simak dort mit 220 Werken gelistet ist, die aber u.a. dadurch entstehen, dass englische und deutsche Werknamen separat aufgeführt sind, ohne dass der User erkennen kann, dass es sich teilweise um dieselben Werke handelt.
Leider, leider ist das Ding m.E. als Bibliographie völlig unbrauchbar. Seit etwa 2 Jahren scheint dort auch nichts mehr zu passieren.
Vollständigste und zuverlässigste Online-Bibliographie für deutschsprachige SF-Ausgaben ist daher nach wie vor Christian Prees
Bibliographie deutschsprachiger Science Fiction-Stories und Bücher, die jedoch ein reines Textprojekt ist.
Bungle hat geschrieben:Man sieht auch, dass Simak war nicht nur in den USA, sondern in den Ländern der ehemaligen UdSSR sehr populär war.
Yep. Oder besser gesagt: Er ist es noch. In der UdSSR gab es schon vor der Wende einige Simak-Ausgaben, dann hat man in Russland Anfang der neunziger Jahre in kürzester Zeit so ziemlich alle wichtigen Werke von ihm veröffentlicht. Der Rest folgte in den 200er Jahren. Russland ist (neben den USA) das einzige Land auf der Welt, wo alle SF&F-Werke von Simak veröffentlicht wurden und es ist absolut das einzige Land, wo alle SF&F-Werke von ihm in Buchform erschienen. Zudem ist es aktuell auch (mit Abstand!) das Land mit den meisten
lieferbaren Printausgaben. Ich glaube, er gehört dortzulande noch immer zu den beliebtesten SF-Autoren überhaupt.
Lieber Ralf 58: Jetzt nur mal zur Güte bzw der von Dir erwähnten Mängel der DSFDB. Wie man dem Impressum entnehmen kann, ist der "Macher" dieser DB nicht weiter schwierig zu erreichen.
Es kann durchaus sein, dass mit leichten Änderungen der SQL-Abfragen -- die ja im Hintergrund die Arbeit machen -- solche Pannen beseitigt werden könnten. Zwar kenne ich das DB-Design dahinter nicht, aber es geht bei relationalen Datenbanken manchmal viel mehr, als man glauben möchte.
Vermutlich ist da MySQL im Server-Hintergrund das Arbeitspferd.
LG
Jakob
Re: Clifford D. Simak
Verfasst: 1. Oktober 2014 17:18
von Ming der Grausame
derbenutzer hat geschrieben:Jetzt nur mal zur Güte bzw der von Dir erwähnten Mängel der DSFDB. Wie man dem Impressum entnehmen kann, ist der "Macher" dieser DB nicht weiter schwierig zu erreichen.
Wozu? Es gibt ja auch noch die
Bibliographien zur Science Fiction, die
Bibliographie deutschsprachiger Science Fiction-Stories und Bücher und die
Science Fiction Leihbuch Database. Ist ja nicht so, dass man überhaupt keine Alternativen hätte. Und wenn Thomas Sebesta es hätte besser machen können, warum hat er es nicht bereits gemacht?
Re: Clifford D. Simak
Verfasst: 2. Oktober 2014 03:20
von derbenutzer
Wozu? Weil gerade konstruktive Kritik nie schaden kann. Die von Dir zitierten Sites sind zum Teil spezialisiert.
http://www.spittel.de/sf/ ist mehr als deutlich auf Publikationen der ehemaligen DDR ausgerichtet.
http://www.sf-leihbuch.de/ enthält praktisch nur bibliographische Daten bezüglich der Ära der Leihbüchereien.
Beide Webseiten sind ausgesprochen brauchbar, aber eben spezialisiert. Daher
sicher keine Alternative(n) zu einer breit aufgestellten Datenbank, die erstens deutschsprachig ist, zweitens auch ihre Schwerpunkte in deutschsprachigen Publikationen (auch inkl. Übersetzungen) sieht.
Bliebe noch Christian Prees Site, die übrigens Ralf 58 schon nannte. Wie er ebenso vollkommen richtig bemerkte, ist diese Site textbasierend. Dies erschwert Recherchen.
Thomas Sebesta ist meiner Meinung nach sehr wohl auf dem richtigen Weg, nur ist der Arbeitsaufwand bei solchen Projekten absolut nicht ohne. Abgesehen von Hilfen zu Problemen die Fülle der Daten betreffend, ist dabei zusätzlich eingebrachtes und fundiertes Datenbank-Wissen sinnvoll. Eine öffentliche Diskussion kann daher durchaus massiv positiv sein, man weiß ja nie, wer sich eventuell helfend zum Projekt dazugesellt.
Im Gegensatz zu den von Dir genannten Beispielen, ist tatsächlich am ehesten
http://www.isfdb.org/cgi-bin/index.cgi eine Alternative.
Nicht perfekt (was ist schon perfekt?), aber schon mal sehr gut.
LG
Jakob
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 08:28
von lapismont
Vielleicht könnten wir das DB-Thema auslagern?
Ich finde das nämlich auch spannend. Im Fantasyguide sammeln sich auch jede Menge Daten an, da wir die Seiten zu Autorinnen und Autoren als Schnittstelle zu den Rezis und Artikeln nutzen.
Je nach Qualität der Recherche, gehen die bibliographischen und biographischen Informationen über andere Quellen hinaus.
Ich hatte schon vor Jahren einmal eine Anfrage gestartet, ob man das rein datenbanktechnisch nicht zentralisieren könnte, mit Schnittstellen zu den einzelnen Portalen.
Damals aber dominierte die Meinung, jeder wolle lieger seins machen.
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 09:08
von breitsameter
lapismont hat geschrieben:Vielleicht könnten wir das DB-Thema auslagern?
Habe ich soeben gemacht.
lapismont hat geschrieben:Ich finde das nämlich auch spannend. Im Fantasyguide sammeln sich auch jede Menge Daten an, da wir die Seiten zu Autorinnen und Autoren als Schnittstelle zu den Rezis und Artikeln nutzen.
Je nach Qualität der Recherche, gehen die bibliographischen und biographischen Informationen über andere Quellen hinaus.
Ich hatte schon vor Jahren einmal eine Anfrage gestartet, ob man das rein datenbanktechnisch nicht zentralisieren könnte, mit Schnittstellen zu den einzelnen Portalen.
Damals aber dominierte die Meinung, jeder wolle lieger seins machen.
Ich kann über den aktuellen Stand und die Probleme der DSFDB nicht viel sagen. Aber das Projekt startete ursprünglich genau hier im SF-Forum, bevor Thomas Sebesta dann mit der Projektplanung ins SF-Netzwerk weiterzog (dafür waren separate Unterforen eingerichtet worden, die ich irgendwann fünf, sechs Jahre später gelöscht habe, da sie sowieso nicht mehr öffentlich zugänglich sein sollten). Was aus dem Projekt wurde, kann ich nicht sagen - nur, dass der Aufwand auf technischer Seite um 2003/2004 herum eben sehr groß und schwer zu lösen war.
Ach ja, gerade gesehen, dass laut Wikipedia das Projekt DSFDB 2011 auf Eis gelegt wurde.
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 10:12
von Mammut
Also eine Datenbank ist immer eine wünschenswerte Sache. Allerdings ist der Pflegeaufwand ja ziemlich hoch. Es gibt ja eine richtige Flut an Neu- und Wiederveröffentlichungen und die muss man einerseits erstmal registrieren, andererseits dann auch einpflegen.
Da scheint mir die reine Textwüste schon die machbarste Alternative.
Bei der Christian Pree Datenbank ist das Problem, manche Werke eines Autors werden aufgenommen, andere nicht.
Da ist eine Seite wie die über CD Simak sehr lobenswert und hilfreich. Nur sowas für viele Autoren hinzubekommen dürfte recht schwierig sein. Am ehesten ja noch für Autoren, die im Focus stehen bzw. bei denen nur noch wenige Neuerscheinungen dazu kommen.
Eine Sammelseite stell ich mir interessant aber auch schwierig vor. Da muss ja jemand auch die ganzen Seiten finden und verlinken. Was nimmt er mit rein und was nicht. Sollen Seiten wieder rausfliegen, wenn sie nicht aktuell sind?
Eine Mammutaufgabe, die niemals fertig wird. Möchte nicht mit dem tauschen, der sich diese aufbürdet. Im Vincent Preis haben wir ja jedes Jahr alle relevanten Werke aufgelistet und die Listen wurden immer umfangreicher und trotzdem niemals vollständig, und das sind ja nur die aktuellen Jahre (und da gibt es keine Autorenverlinkungen, sondern nur die Jahreslisten). Viel Spaß wünsche ich dem der das übernimmt.
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 13:29
von Khaanara
Da ich Anfang des Jahrhunderts mal den Vorgänger der DSFDB erstellt hatte (Hier noch im Archiv:
https://web.archive.org/web/20050203082 ... utoren.de/), kann ich die viele Arbeit, welche man in so einer Datenbank hinein steckt, sehr gut nachvollziehen! Ich denke einmal, die DSFDB hatte in den letzten Jahren doch zu wenig Nutzer, welche die Datenbank dann mit den gewünschten Daten beschickten und dadurch starb dann auch das Projekt. Selbst hier im Forum, bei dem das Projekt im eigenen Unterforum sein Anfang nahm, war die DSFDB dann in den letzten Jahren doch eher unbekannt.
Heutzutage würde man, so denke ich, so ein Projekt eher als Wiki ähnlich der Perrypedia aufziehen, als die Seite in einem langweiligen Datenbankstil aufzuziehen!
Eventuell sollte man hiesige SF-Kultur wohl in einem internationalen Projekt einbinden und dort die Daten pflegen:
http://www.sf-encyclopedia.com/
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 14:33
von lapismont
Eigentlich nur sinnvoll mit Importschnittstellen, um Massendaten übertragen zu können. Und irgendwer muss die daten auch noch verifizieren und Redundanzen entfernen.

Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 15:30
von Khaanara
Oder die Cloud für sich arbeiten lassen, wie bei der Wikipedia.
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 16:25
von lapismont
Khaanara hat geschrieben:Oder die Cloud für sich arbeiten lassen, wie bei der Wikipedia.
Nein. Daten gehören nicht in Anwender-Hände.
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 16:59
von Khaanara
Hier noch eine Datenbank aus der DSFDB-Gründerzeit:
http://www.sf-bibliothek.de/
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 17:32
von lapismont
klein aber nicht schlecht
Re: Clifford D. Simak
Verfasst: 2. Oktober 2014 17:51
von Ming der Grausame
derbenutzer hat geschrieben:nur ist der Arbeitsaufwand bei solchen Projekten absolut nicht ohne. Abgesehen von Hilfen zu Problemen die Fülle der Daten betreffend, ist dabei zusätzlich eingebrachtes und fundiertes Datenbank-Wissen sinnvoll.
Du scheinst dich nicht sonderlich mit Datenbanken auszukennen, oder? Wie viele gleichnamige Autoren mag es wohl geben, die am selben Ort am selben Ort geboren wurden? Die Dublettensuche ist so ziemlich das Erste, was man bei einer Datenbank macht. In der Regel verwendet man dafür phonetische, musterbezogene oder assoziative Algorithmen um sie aufzuspüren. Und was übrig bleibt, kann dann ohne Weiteres händisch durchgegangen werden.
Mammut hat geschrieben:Also eine Datenbank ist immer eine wünschenswerte Sache.
Es gibt die ISFDB und das reicht völlig.
lapismont hat geschrieben:Khaanara hat geschrieben:Oder die Cloud für sich arbeiten lassen, wie bei der Wikipedia.
Nein. Daten gehören nicht in Anwender-Hände.
Mir ist keine Datenbank bekannt, wo man direkt mit den Daten arbeitet, sondern lediglich mit deren bedarfsgerechten Darstellungsformen.
Re: Diskussion zur DSFDB - SF-Buchdatenbank
Verfasst: 2. Oktober 2014 20:03
von a3kHH
Khaanara hat geschrieben:Eventuell sollte man hiesige SF-Kultur wohl in einem internationalen Projekt einbinden und dort die Daten pflegen:
http://www.sf-encyclopedia.com/
Unterstütze den Antrag.

Re: Clifford D. Simak
Verfasst: 2. Oktober 2014 20:42
von derbenutzer
Ming der Grausame hat geschrieben:derbenutzer hat geschrieben:nur ist der Arbeitsaufwand bei solchen Projekten absolut nicht ohne. Abgesehen von Hilfen zu Problemen die Fülle der Daten betreffend, ist dabei zusätzlich eingebrachtes und fundiertes Datenbank-Wissen sinnvoll.
Du scheinst dich nicht sonderlich mit Datenbanken auszukennen, oder? (...)
(...)
Ich darf bescheiden sagen, dass
ich mich sehr wohl auskenne. Nebenbei bemerkt würde ich
auch daher keine Nischen-Anbieter als Alternative zu einer allgemeinen Datenbank das Genre angehend nennen, wie weiter oben geschehen.
Daher rate ich Dir, Seiten, die Du per Google gefunden hast, im Zweifelsfall vor dem Zitieren aufzurufen. Damit vermeidest Du das Verbreiten von Fehlinformationen.
LG
Jakob