[Film] Ghost in the Shell

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Shock Wave Rider
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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 7. April 2017 08:44

Am Dienstag habe ich mir den Film angeschaut. Im Rundkino Dresden. In 3D.

Machen wir es kurz:

Optik: beeindruckend, aber eben auch auf beeindruckend gemacht. Die CGI-Muster sind aus anderen Filmen gut bekannt. Teilweise sogar besser.
8 von 10 hochhausgroßen Hologrammen

Story und Rest: banal, unoriginell, langweilig.
2 von 10 mad scientists und bösen Regierungsorganisationen

Zu Scarlett: In der Tat nicht ihre beste Performance, aber das lag am Drehbuch und an der recht eindimensionalen Rolle.
Immerhin der Stiernacken und der vorgeschobene Kopf in ihrer Kampfhaltung (die bei ihr praktisch permanent war) kamen gut rüber.

Zu Philosophie: Der Film wirft viele Fragen zum Thema Identität auf. Aber er wirft sie eben nur auf, führt sie aber nicht durch.
Stattdessen nimmt er sie zum Anlass für eine Standard-Thriller-Geschichte. Schade!

Macht unterm Strich: 5 von 10 unglaubwürdigen Schießerei-Choreographien, bei denen die top-ausgebildeten Scharfschützen der Bösen magazinweise daneben ballern

Wer's mag, soll reingehen. Die anderen verpassen genau nichts.

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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Bully » 17. April 2017 18:04

Ich war jetzt drin. Da ich die Vorlage nur aus dem Musik-Video zu "King of my Castle" kenne, weiß ich nicht, wie philosophisch tiefschürfend die ist.
Ein bisschen dünn ist der Film schon. Major (das ist der Rang, auf japanisch wird sie Sho-sa genannt, was das Äquivalent ist, wenn Battletech mich nicht täuscht) fühlt sich in ihrem neuen Körper nicht wohl. Was daran liegen könnte, dass sie zwar ein Körpergefühl hat, aber offenbar kein Schmerzempfinden. Ihr Körper setzt kein Adrenalin frei, da er keine Nebennieren hat, und die üblichen Wirkungsbereiche des Adrenalin (Muskeln, Herz, Lunge) künstlich sind, und wie Tante Wiki mitteilt, dringt Adrenalin nicht durch die Blut-Hirn-Barriere, also gibt es keinen Grund, künstlich Adrenalin freizusetzen. Ergo müsste sich ein Kampfeinsatz für sie völlig anders anfühlen als für andere Menschen. Dann hat sie auch noch Wahrnehmungsstörungen.
Gleichzeitig fühlt sie sich mit den anderen Menschen in der großen, anonymen Megapole nicht so verbunden, wie diese untereinander. Entweder, ihr Mensch-Maschinen-Mischmasch-Körper lässt irgendetwas vermissen, was für das menschliche Miteinander unentbehrlich ist, ein physisches, psychologisches oder mythisches Irgendwas, wie die Nieren in "An die Nieren gehen", oder die Macht bei Star Wars oder die Seele, oder sie ist einfach neu da, und hat kaum Erinnerungen an die Zeit vor ihrer OP und kennt niemanden länger als ein Jahr. Und das sind Leute bei der Arbeit und in der Klinik/Prothesenwerkstatt.
Neben den Filmen, die weiter oben genannt wurde, ist ganz besonders Robocop zu nennen. Major und Murphy könnten eine Selbsthilfegruppe gründen.

Was das Casting betrifft - es gibt einen relativ einleuchtenden Grund, warum Major nicht wie eine Japanerin aussieht. Und das ist nicht, dass gerade zufällig nur Shells in SJ-Form herumlagen, als man eine brauchte.
Major wurde erzählt, dass sie mit ihren Eltern von irgendwo mit dem Schiff geflüchtet waren, ein Terroranschlag dieses Boot zerstörte, und sie, bzw. ihr Hirn, als einzige gerettet wurde. In Wirklichkeit gehört ihr Gehirn einer Ausreißerin namens Motoko, die wohl wirklich japanischer Abstammung ist. Oder Japanerin - ich habe nicht mitgekriegt, in welcher Stadt das liegt.
Passt in die Geschichte und die Welt, wie sie hier dargestellt wird. Aber sie hat immerhin dieselben blauen Strähnchen wie die Frau in Pacific Rim. :wink:
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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 18. April 2017 00:07

Bully hat geschrieben:Was das Casting betrifft - es gibt einen relativ einleuchtenden Grund, warum Major nicht wie eine Japanerin aussieht. Und das ist nicht, dass gerade zufällig nur Shells in SJ-Form herumlagen, als man eine brauchte.
Major wurde erzählt, dass sie mit ihren Eltern von irgendwo mit dem Schiff geflüchtet waren, ein Terroranschlag dieses Boot zerstörte, und sie, bzw. ihr Hirn, als einzige gerettet wurde. In Wirklichkeit gehört ihr Gehirn einer Ausreißerin namens Motoko, die wohl wirklich japanischer Abstammung ist. Oder Japanerin - ich habe nicht mitgekriegt, in welcher Stadt das liegt.
Wenn ihr überlebendes Gehirn von einer Japanerin stammt, warum sollte es dadurch einleuchtend sein, dass sie NICHT wie eine Japanerin aussieht? Hab gerade einen Knoten im Hirn. Oder meinst du, dass sie sich als Ausreißerin verstecken muss, also besser nicht wie das Original aussieht, um nicht gefunden zu werden? Hä..? :kopfkratz:
Zuletzt geändert von Badabumm am 18. April 2017 01:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Bully » 18. April 2017 00:42

Das ist schon recht spoilerhaltig. Kannst Du das noch editieren?
Badabumm hat geschrieben:
Bully hat geschrieben:Was das Casting betrifft - es gibt einen relativ einleuchtenden Grund, warum Major nicht wie eine Japanerin aussieht. Und das ist nicht, dass gerade zufällig nur Shells in SJ-Form herumlagen, als man eine brauchte.
Major wurde erzählt, dass sie mit ihren Eltern von irgendwo mit dem Schiff geflüchtet waren, ein Terroranschlag dieses Boot zerstörte, und sie, bzw. ihr Hirn, als einzige gerettet wurde. In Wirklichkeit gehört ihr Gehirn einer Ausreißerin namens Motoko, die wohl wirklich japanischer Abstammung ist. Oder Japanerin - ich habe nicht mitgekriegt, in welcher Stadt das liegt.
... Hab gerade einen Knoten im Hirn. Oder meinst du, dass sie sich ... verstecken muss, also besser nicht wie das Original aussieht, um nicht gefunden zu werden? Hä..? :kopfkratz:
Major soll im Glauben gelassen werden, von irgendwo herzukommen, wo die Leute eher europäisch aussehen. Damit sie, wenn sie mal nach ihrer Herkunft fahndet (oder eine Bilderkennungssoftware bei Facebook laufen lässt), an der völlig falschen Stelle sucht. Und außerdem wohl, weil es in der Stadt Leute gibt, die ihr Originalgesicht erkennen und sie beim richtigen Namen nennen könnten.
Man hat ja gesehen, dass beides bei Robocop so gar nicht gut für den Investor war. Aber wie das in Super-High-Tec-Zukünften so ist, es gibt nur ein Gesetz, und das ist Murphys: Was schief gehen kann, wird schief gehen.
Sie durchschaut am Ende die Maske "ihres" Gesichtes.
Ok, sie könnte genausogut wie eine Nordafrikanerin oder Araberin aussehen, aber das ist die Zukunft.
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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Gast09 » 20. April 2017 12:59

Auch hier interessiere ich mich für die im imdb-Universum angegebenen Einspielergebnisse. Und das sieht genau nicht gut aus. Produktionskosten von 110 Mio. USD stehen Einnahmen von bisher grade mal 155 Mio. USD gegenüber. Das reicht nicht für eine ausgeglichene GuV. Das Ergebnis ist insofern auch bemerkenswert, weil mehr als 20% der Einnahmen in China (incl. HongKong) generiert worden sind. Die Ergebnisse aus Japan hingegen sind mit etwa 6 Mio. USD kaum erwähnenswert.
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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 20. April 2017 14:16

Shock Wave Rider hat geschrieben:Optik: beeindruckend, aber eben auch auf beeindruckend gemacht. Die CGI-Muster sind aus anderen Filmen gut bekannt. Teilweise sogar besser.
8 von 10 hochhausgroßen Hologrammen
Korrektur: Nachdem ich vorgestern "A Cure For Wellness" gesehen habe, stufe ich die Optik von "Ghost In The Shell" herab auf 6 von 10 unsichtbaren Kämpferinnen im knöcheltiefen Wasser

Damit kommt der Film insgesamt nur noch auf 4 von 10 weiblichen Stiernacken.

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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 20. April 2017 17:53

Warum dieses?
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Shock Wave Rider » 20. April 2017 19:39

Was meinst Du wohl?
Weil ich einen FIlm gesehen habe, dessen Kameraführung und Fotografie großartig war.
Und weil ich im Vergleich meinen Eindruck von "Ghost In The Shell" revidieren musste.

Gruß
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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von andy » 24. April 2017 15:43

Shock Wave Rider hat geschrieben:Am Dienstag habe ich mir den Film angeschaut. Im Rundkino Dresden. In 3D.

Machen wir es kurz:

Optik: beeindruckend, aber eben auch auf beeindruckend gemacht. Die CGI-Muster sind aus anderen Filmen gut bekannt. Teilweise sogar besser.
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Zu Philosophie: Der Film wirft viele Fragen zum Thema Identität auf. Aber er wirft sie eben nur auf, führt sie aber nicht durch.
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Gruß
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Ich war ein paar Tage nicht im Forum, jetzt muss ich ein wenig was nachholen. Unter anderem Ghost in the Shell. Und da deckt sich meine Meinung mit der von Shocky. Viel - sehr hübscher - Lärm um sehr sehr wenig. Schade, denn in Geschichten an der Grenze zwischen Mensch und Maschine steckt jede Menge Potenzial, wie Ex Machina zeigte. Aber das war hier wirklich nur das Deckemäntelchen für Action-Szenen.

Wieder ein Beispiel dafür, dass es beim Filmemachen nicht nur auf CGI ankommt.

Andy

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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 26. April 2017 04:34

Shock Wave Rider hat geschrieben:Was meinst Du wohl?
Weil ich einen FIlm gesehen habe, dessen Kameraführung und Fotografie großartig war.
Und weil ich im Vergleich meinen Eindruck von "Ghost In The Shell" revidieren musste.

Gruß
Ralf
Man kann doch nicht die Kamaraführung in einem Film runterstufen nur weil es ein anderer Film anders gemacht hat.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

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Re: [Film] Ghost in the Shell

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 5. Juli 2017 23:41

Jetzt gab es "Lucy" im TV. Ich glaube, ich muss "Ghost in the Shell" nicht schauen, das wird sowieso nur eine Wiederholung... :) Schaurig-eiskalte Johannsen mit einem Drang zur mystischen Entrückung und einer absolut unglaubwürdigen Story...

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