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Bastei-Lübbe: SF&Fantasy-Programm bleibt interessant!
Verfasst: 2. Dezember 2003 09:01
von breitsameter
Gestern traf die Vorschau von Bastei-Lübbe für den Sommer/Herbst 2004 ein.
Was gibt's auf den ersten Blick Neues?
Im Mai erscheint z.B. Michael Marraks "Imagon", und wieder ein Roman von Neil Asher ("Das Erbe Dschainas"), im Juni gibt's eine von Andreas Eschbach herausgegebene SF-Anthologie (die "repräsentativste europäische SF-Anthologie aller Zeiten"), in der auch Autoren wie Hammerschmitt, Jeschke und Marrak vertreten sind.
Im Juli gibt's dann u.a. Neues vom Homanx-Zyklus von Alan Dean Foster, und wieder einen Roman von Jack McDevitt, im August den aktuellen Roman von Peter F. Hamilton ("Misspent Youth" heisst hier "Der Dieb der Zeit. Das Zweite Leben des Jeff Baker"), wieder einen Catherine Asaro, und im September einen Charles Sheffield (aber einen Fantasy-Roman von ihm!), und den neuen "Todtsteltzer" von Simon R. Green.
Im Oktober ist dann schließlich der unvermeidliche Honor Harrington-Roman dran ("Ein neuer Krieg") und z.B. auch mal wieder ein Jack Williamson (der Letzte der ganz alten Garde von SF-Autoren).
Das komplette Programm gibt's dann irgendwann demnächst bei SF-Buch.de zum nachlesen und ansehen - sobald ich Zeit zum Einscannen gefunden habe.

Re: Bastei-Lübbe: SF&Fantasy-Programm bleibt interessant
Verfasst: 2. Dezember 2003 09:48
von andy
breitsameter hat geschrieben:(die "repräsentativste europäische SF-Anthologie aller Zeiten")
das klingt ja fast wie "deutschlands dümmste autofahrer" oder ähnliche rtl2-serien

!
aber viel grund zur freude im programm.....!
andy
Re: Bastei-Lübbe: SF&Fantasy-Programm bleibt interessant
Verfasst: 2. Dezember 2003 09:55
von breitsameter
andy hat geschrieben:breitsameter hat geschrieben:(die "repräsentativste europäische SF-Anthologie aller Zeiten")
das klingt ja fast wie "deutschlands dümmste autofahrer" oder ähnliche rtl2-serien

!
Ja, das ist sicher etwas dick aufgetragen, andererseits muß man sich klarmachen, für wen solch eine Verlagsvorschau eigentlich gemacht wird: nämlich für die Buchhändler, die anhand dieser Vorschau dann die Bücher vorbestellen sollen. Und da ist es sicher nicht falsch den Namen Eschbach, der gute Verkäufe zusichert, und Europäische-SF (eigentlich kein Garant für Verkäufe) zu kombinieren und das Beste zu hoffen.

Re: Bastei-Lübbe: SF&Fantasy-Programm bleibt interessant
Verfasst: 2. Dezember 2003 10:07
von andy
breitsameter hat geschrieben:Und da ist es sicher nicht falsch den Namen Eschbach, der gute Verkäufe zusichert, und Europäische-SF (eigentlich kein Garant für Verkäufe) zu kombinieren und das Beste zu hoffen.

natürlich lacht das herz des marketing-managers bei solchen aktionen...!
andy
Re:
Verfasst: 2. Dezember 2003 12:01
von Shock Wave Rider
breitsameter hat geschrieben:Bastei-Lübbe: SF&Fantasy-Programm bleibt interessant!
Damit hast Du sicherlich recht, lieber Florian. Und vielen Dank für die kurze Vorab-Info.
Aber irgendwie wird mir bei dieser Schlagzeile doch etwas wehmütig ums Herz.
In den 80er Jahren waren für mich die besten deutschen SF-Reihen Heyne dicht gefolgt von Goldmann. Knauer und Ullstein boten gesunde Mischkost mit gar nicht so seltenen Rosinen zum Rauspicken, Fischer und dtv bedienten literarische Ansprüche.
Die SF-Taschenbücher von Bastei-Lübbe habe ich damals eher am Rande mitverfolgt. Ihr Segment schien mir der dem Heftchen-Umfang, aber nicht unbedingt dem -Niveau entwachsene SF-Fan zu sein.
Umso bedauerlicher war es für mich, das Aussterben der diversen SF-Reihen verbunden mit der Dominanz der Serienromane zu erleben. Und irgendwann Anfang der 90er musste ich eingestehen: Bastei ist mittlerweile besser als Goldmann.
Deshalb nehme ich die Schlagzeile mit ambivalenten Gefühlen auf.
Soll ich darüber betrübt sein, dass Bastei der einzig verbliebene größere deutsche Verlag mit interessanter und z.T. mutiger SF-Reihe ist?
Oder soll ich froh sein, dass wenigstens bei Bastei noch was läuft?
Gruß Ralf
Verfasst: 2. Dezember 2003 12:37
von Rusch
^ Was soll das rumgeheule?
Ich finde das Bastei Program sehr interessant und werde mir wohl einige Sachen zulegen. Es scheint so, als ob Bastei die Lücke geschlossen hat, die der Heyne Verlag geschlagen hat.
Wir sollten uns eher darüber freuen.
bastei
Verfasst: 2. Dezember 2003 13:15
von deval
hallo,
ich teile ruschs meinung.
mir ging es früher genau wie SWR. mein interesse galt fast ausschließlich dem heyne verlag, bastei war nur eine randnotiz. als ich dann gefallen gefunden hatte an den büchern von heinlein fiel mir auf, das der bastei verlag ziemlich viele werke von ihm neu aufgelegt hatte. ich weiß zwar nicht genau was -in ungekürzter neuauflage- heißt, ich habe die heinlein bücher von heyne und bastei nicht parallel gelesen und kann darum auch nicht sagen ob die neue auflage vielleicht frühere, bei heyne "verschollene", textpassagen enthält, aber ich fing an, mir die bücher halt bei bastei zu kaufen. und da habe ich dann für mich entdeckt, das dieser verlag ein paar wirklich gute bücher im angebot hat. z. b. die romane von mcdevitt. freue mich schon auf sein neues werk.
gespannt bin ich auch auf fosters homanxbuch. hatte mir vor kurzem noch den dreiteiler über flinx durchgelesen (tar aym krang, waisenstern, kollapsar) und habe irgendwie gefallen an diesem seinen universum gefunden.
ich jedenfalls freue mich durchaus über den bastei verlag.
gruß
vallenton
Re: bastei
Verfasst: 2. Dezember 2003 13:48
von andy
hallo,
vallenton hat geschrieben:die romane von mcdevitt. freue mich schon auf sein neues werk.
von dem habe ich mal "erstkontakt" gelesen. fand ich damals wirklich toll..
ist der autor prinzipiell zu empfehlen?
andy
Verfasst: 2. Dezember 2003 14:13
von deval
hallo,
ich kenne von mcdevitt bisher -erstkontakt-, -die küsten der vergangenheit-, -legende von chr. sim- und -gottes maschinen-. ich muß gestehen, mir gefällt sein schreibstil und, wie ich finde, seine durchdachten handlungen. gerade bei -küsten der vergangenheit- ist mir das aufgefallen. die entdeckung eines außerirdischen artefakts auf der erde und die dadurch entstehenden weitreichenden entwicklungen sind wirklich gut beschrieben. man denkt immer, das ein tor zu den sternen alle menschen heutzutage begeistern würde, aber er zeigt das die vernichtung desselbigen wohl wahrscheinlicher ist. aber zum glück tauchen in seinem roman ja noch zur zeit tätige sf schriftsteller und wissenschaftler auf. wirklich nett geschrieben.
mir hats auf jeden fall spaß gemacht seine bücher zu lesen.
gruß
vallenton
Verfasst: 2. Dezember 2003 14:41
von Frank Böhmert
Shock Wave Rider hat geschrieben:Die SF-Taschenbücher von Bastei-Lübbe habe ich damals eher am Rande mitverfolgt. Ihr Segment schien mir der dem Heftchen-Umfang, aber nicht unbedingt dem -Niveau entwachsene SF-Fan zu sein.
Tja, da outen sich die alten Herren mal wieder, gell? Erinnert sich noch wer außer dem Schockwellenreiter und mir an diese frühen schwarz glänzenden Bastei-TBs mit dem 70er-Jahre-Styling und den scheußlichen Inhalten? Puha, die habe ich mir nicht einmal als früher Teenie und im Ramsch gekauft; die wenigen Ausnahmen bestätigten prompt das Vorurteil.
Aber als Bastei dann anfing, sein SF-Programm zu erweitern in "SF-Bestseller", "SF-Special", "SF-Action" und wie die diversen Subreihen so hießen, da kam doch echt frischer Wind rein! Sam Delany in schön aufgemachter fast schon Werkausgabe! Phil Dick mit seinem "dunklen Schirm"! Die frühen Romane von Ian McDonald und sogar seine Kurzgeschichtensammlung!
Ich finde, heute zeigt Bastei den anderen Verlagen, wo der Hammer hängt. Wie Stefan Bauer das hingekriegt hat, weiß der Geier. Aber er
hat es hingekriegt. Darum gilt für mich: Kein Grund zur Altmänner-Melancholie.
P. S. Und auf dieses Eschbach-Europa-Lesebuch freue ich mich schon.
Verfasst: 2. Dezember 2003 14:59
von Kringel
Klaro erinnere ich mich daran, das war meine "John-Sinclair-Phase", die ich dann hinter mir gelassen habe, dem heilsamen Einfluß meiner religiösen Mutter sei Dank, die mir Erwerb und Konsum dieser Art von Literatur seinerzeit untersagte und mich somit zu PR trieb...
Verfasst: 2. Dezember 2003 16:12
von Shock Wave Rider
Frank Böhmert hat geschrieben:Tja, da outen sich die alten Herren mal wieder, gell?
Ja, ich gebe es zu. Ich bin nur noch genau zwei Tage lang 39.
Ab übermorgen bin ich wirklich alt!
Frank Böhmert hat geschrieben:Ich finde, heute zeigt Bastei den anderen Verlagen, wo der Hammer hängt. Wie Stefan Bauer das hingekriegt hat, weiß der Geier. Aber er
hat es hingekriegt. Darum gilt für mich: Kein Grund zur Altmänner-Melancholie.
Volle Zustimmung zu Bastei heute!
Aber dennoch: Wenn ich heute die SF-Ecke eines Buchladens durchstöbere - es ist nicht mehr das gleiche Gefühl wie damals.
Ach, waren das noch Zeiten!
Verfasst: 2. Dezember 2003 16:16
von Shock Wave Rider
Kringel hat geschrieben:Klaro erinnere ich mich daran, das war meine "John-Sinclair-Phase", die ich dann hinter mir gelassen habe, dem heilsamen Einfluß meiner religiösen Mutter sei Dank, die mir Erwerb und Konsum dieser Art von Literatur seinerzeit untersagte und mich somit zu PR trieb...
Ich wußte doch schon immer, dass PR ein Religionsersatz ist.
Verfasst: 2. Dezember 2003 16:27
von Ulrich
China Miévilles Roman spaltet Bastei-Lübbe doch wieder in zwei Bände auf, oder?
Und die Eschbach Anthologie soll "Eine Trillion Euro" heißen. Bleibt zu hoffen, dass das niemand mit dem Verkaufspreis verwechselt.

Verfasst: 2. Dezember 2003 17:59
von Bungle
Rusch hat geschrieben:^ Was soll das rumgeheule?
Ich finde das Bastei Program sehr interessant und werde mir wohl einige Sachen zulegen. Es scheint so, als ob Bastei die Lücke geschlossen hat, die der Heyne Verlag geschlagen hat.
Wir sollten uns eher darüber freuen.
Als "alter" Mann (älter jedenfalls als SWR

)konnte ich den Aufstieg von Bastei-Lübbe auch verfolgen. Am interessanteten fand ich in der Zeit als die Bücher bunter und dicker wurden, die Reihe "Science Fiction Spezial". Damals war das Programm noch umfangreicher als heute. Die Lücke ist eigentlich noch nicht richtig geschlossen. Theoretisch besteht die Möglickit, dass Heyne sich erholt.
Aber die Europa-Anthologie lässt immerhin hoffen, dass Bastei-Lübbe sich künftig nicht nur auf englischsprachige SF beschränken will.
Die Krise des Buchhandels bietet aber auch eine Chance, wie man bei Lübbe sieht.
MB