Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Science Fiction in Buchform
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Naut
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Naut »

Ja, eben. Das ist ja genau der Punkt: Krapfen und noch viel weniger Brezeln haben gar nichts mit Donuts zu tun. Das wurde so übersetzt, weil die Übersetzer (oder ihre Lektoren) dachten, dass die in Deutschland niemand kennt. Das war schon 1980 fragwürdig, aber heute finde ich es geradezu absurd.

In dem Gardner-Buch (1980) wurde übrigens die Übersetzung "Brezel" (dort der Name eines Raumschiffs) gewählt, weil es um Mathematik geht, genauer, um Topologie. Bleibt aber auch so falsch, denn, wie ich oben erwähnte, hat ein Donut Genus 1, eine Brezel Genus 3.
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L.N. Muhr
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Als Egmont um 2010 herum die Garfield-Gesamtausgabe begann, wurde die alte Übersetzung von Fuchs verwendet, der damals bereits ein älterer Herr war (inzwischen verstorben), der relativ standhaft darauf beharrte, dass seine Übersetzung von Donut, Krapfen, auch im Nachdruck richtig sei, weil das ja Strips aus den Achtzigerjahren seien, und damals hätte noch niemand gewusst, was Donuts seien.

Aber könnte man das nicht dennoch in den Übersetzungs-Thread auslagern, wo afair auch die Eiswelt-Debatte war, die hieran ja anschliesst?
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Knochenmann
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

25%

Zur Story: wie es kommen muss so kommt es, der Imperator braucht 8 neue Liktoren (ein ziemlich hoher Posten, aber was genau die machen...), deswegen gibts einen Aufruf an die Neun Häuser, man möge eine Necromantin und einen Kavalier (mit Rapier) schicken weil nämlich deswegen.

Die bunte Truppe trifft zusammen und soll sich einer ungenanntn Prüfung stellen. Ungenannt weil: Keiner, auch die Veranstalter der Zusammenkunft, weiß wie die Prüfung aussieht.

Wenn das Buch irgendwas kann, dann dann es Ausstattung: alles ist so dem Tode zugewannt, alles ist so Goth. Verschleierte Nonnen, Kapellen, Gebetsketten aus Knochenkugen, Necromanten, Kerzen, der ganze Scheiß halt. Auch der Palast indem sich die Truppe trifft: war früher mal geil, ist jetzt voll mit Schimmel und Verfall, Swimmingpools voll mit Scheim, Algen bewachsenen Fenstern.

Der Goth chick trifft auch auf die Protagonisten zu, die haben alle verschiedene Varianten davon. Auch die Namen: Lacriosa, Harrowhark, was weiß ich. Auch, es gibt auch eine (böse?) Necromantin names... Corona (das Buch ist von 2019).

Das schöne ist: fühlt sich alles so schön... stimmig an. Sinnlos aber geil.

Schade nur das aus dem Necromantie Ding nicht soviel gemacht wird. Es gibt Skelettdiener uns so... aber irgendwie fehlt mit da das Große. Knochenraumschiffe oder sowas. Naja, vielleicht kommt das auch noch.
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L.N. Muhr
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Liktoren sind königliche Leibwachen.
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Knochenmann
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Das Wort "Necrokoffer" taucht auf, als Beleidigung. Scheint auch so eine fragwürdige Übersetzung zu sein.
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Gernot »

Naut hat geschrieben: 22. Juli 2021 14:50 ... wobei der topologische Genus immer noch nicht stimmt ...
Hier hatte ich einen Lesefehler: Ich habe "der topologische Genuss" gelesen. Der besteht wahrscheinlich darin, einen Donut zu einer Kaffeetasse umzukneten, was ja topologisch gesehen keinerlei Unterschied bedeutet. (Essen möchte ich das Ergebnis dann aber nicht mehr, und auch keinen Kaffee draus trinken.)

Ansonsten muss ich mich Uschi anschließen, Brezeln haben mit Donuts tatsächlich nichts zu tun, schon topologisch nicht (nur mit völlig unpraktischen dreihenkeligen Kaffeetassen), aber auch kulinarisch stelle ich es mir problematisch vor, ein Brezel in heißem Fett herauszubacken.
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Ich versteh das mit toplogischem Genus hier nicht.
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von lapismont »

eine Brezn ist ein größerer Genuss, da mehr Löcher
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Naut »

Uschi Zietsch hat geschrieben: 25. Juli 2021 13:49 Ich versteh das mit toplogischem Genus hier nicht.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Geschle ... %C3%A4che)
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Danke, das hatte ich auch schon ergoogelt, aber ich kapier's trotzdem nicht, was das mit Donuts und Brezn zu tun hat, wenn da eine so unterschiedliche Form ist. Ich bin einfach mathedoof.
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Naut »

"Coupling him to Harrow had been rather like yoking a doughnut to a cobra."

Das heißt übersetzt:
"Ihn an Harrow zu koppeln, war eher so gewesen, als würde man einen Donut über eine Kobra stülpen."

Das Bild ist wohl klar, man steckt die Kobra durch den Donut. Das geht nur, wenn da ein Loch ist, also beim Donut, vielleicht auch bei einer Brezel, aber bestimmt nicht bei einem Krapfen.
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Die Verwechslung mit Schmalzkringel.

Nekrokoffer: im österreichischen ist Koffer ein Schimpfwort, aber ich glaub ja eher nicht, dass das hier gemeint ist. Oder steht da Nekrokaffer? Bei Knochenmann kann man sich leider nie wirklich sicher sein.
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Naja, ich habs geföhrt und nicht gelesen, habe aber "Necrokoffer" gehört. Ich bin die ganze Zeit am herumrätzeln was das auf englisch geheißen haben mag.

Wie dem auch sei:

40%

Ich erkläre das Buch jetzt schon für gut.

Positive Aspekte
- Unvollständigkeit! Es gibt ein Imperium, es gibt eine Armee (Kohorte), und die führt Krieg ja sogar Eroberungen... aber gegen wen? Wer wird da erobert? Und warum? Wird alles nicht ausgesprochen. Gild auch für die Technologie: Es gibt Rumfahrt, es gibt irgendwo Raumstationen... aber das spielt alles keine Rolle. Auch die Schwerter: es wird nie erklärt warum alle Schwerter verwenden. Ich vermute: Weil Pistolen nicht viel nützen gegen Skelete. Wird aber nicht gesagt.
- Not your average YA. Soviel das Buch YA Aspekte hat, soviele andere Elemente sprechen dagegen: nicht das ganze Personal sind jugendliche, die "Prüfung" ist auch nich dieses Wer-bringt-wen-um Spiel das man so kennt.
- Das herumgebebitsche! Das passt so gut zum Setting das sich die Leute gegenseitig runtermachen, deswegen heir ein paar Zitate:
“I cannot conceive of a universe without you in it”
"While we were developing common sense, she studied the blade."
“He had the eyes of a very beautiful person, trapped in resting bitch face.”
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Naut hat geschrieben: 26. Juli 2021 07:42 Das Bild ist wohl klar, man steckt die Kobra durch den Donut. Das geht nur, wenn da ein Loch ist, also beim Donut, vielleicht auch bei einer Brezel, aber bestimmt nicht bei einem Krapfen.
Das hab ich jetzt kapiert. 8-) So kann es auch eine Mathegastenikerin es nachvollziehen :beanie:
Mit einer Brezn geht das nicht, es ist, wie Ellen sagt, schlichtweg ein Schmalzkringel. Oder halt auch einfach ein Donut. Übersetzungsfehler in doppelter Hinsicht, dass das beschriebene Bild nicht verstanden wurde.
Wobei ich das Bild ziemlich doof finde. Dieses bemühte originellsein mit immer ausgefalleneren/seltsameren Vergleichen liegt mir nicht.

Was Knochenmann da zuletzt schildert zeigt mir, dass ich dieses Buch nicht lesen will. Solche Fragen will ich beantwortet haben. Mehr Wert auf diese Hintergründe und weniger gestelzte Wortspiele.
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Re: Ich bin Gideon - Tamsyn Muir

Ungelesener Beitrag von Naut »

Knochenmann hat geschrieben: 26. Juli 2021 08:56 [...]
- Unvollständigkeit! Es gibt ein Imperium, es gibt eine Armee (Kohorte), und die führt Krieg ja sogar Eroberungen... aber gegen wen? Wer wird da erobert? Und warum? Wird alles nicht ausgesprochen. Gild auch für die Technologie: Es gibt Rumfahrt, es gibt irgendwo Raumstationen... aber das spielt alles keine Rolle. Auch die Schwerter: es wird nie erklärt warum alle Schwerter verwenden. Ich vermute: Weil Pistolen nicht viel nützen gegen Skelete. Wird aber nicht gesagt.
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- Das herumgebebitsche! Das passt so gut zum Setting das sich die Leute gegenseitig runtermachen, deswegen heir ein paar Zitate:
“I cannot conceive of a universe without you in it”
"While we were developing common sense, she studied the blade."
“He had the eyes of a very beautiful person, trapped in resting bitch face.”
Das passt zum Interview mit der Autorin, das ich oben verlinkt habe. In erster Linie wollte sie ja eine Art Internats-Roman schreiben, bloß mit queer und Nekromantie. Der ganze Rest ist dann eben so dazugekommen.

Da ich auffällige Parallelen zu dem Buch erkenne, das ich gerade lese ("Nevernight"), werde ich "Gideon" vermutlich bald auch nachholen. Inital fand ich das uninteressant, aber so schlecht scheint es nicht zu sein.
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