Der "Liest zur Zeit" Thread

Science Fiction in Buchform
Wrong
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Wrong »

Tom Hillenbrand hat in seinem Podcast Die Backlist (Folge 10) die Geschichte „Der Wendigo“ von Blackwood besprochen, in der es um einen Dämon einer indianischen Legende geht, der eine Jagdgesellschaft befällt.
[/quote]


Vielen Dank für den Hinweis. Werde ich mir nächste Woche anhören.

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Scotty
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Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

Ungelesener Beitrag von Scotty »

Seit ein paar Tagen bin ich durch mit Spektrum von Lukianenko. Bis 90% hat es mir sehr gut gefallen. Bei den letzten 10% war mir der philosophische Anteil denn doch zu groß. So grob habe ich eine Ahnung, was hinter der ganzen Story steckt, in Summe sind da aber doch mehr weiße Flecken als Erkenntnisse. Die beschriebenen Welten haben mir wirklich gut gefallen. Sehr ideenreich und kurzweilg. Aber durchs Ende habe ich mich gequält. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht immer hellwach und konzentriert war...

Trotzdem ein sehr interessantes Werk und ich werde mir bei Gelegenheit einen weiteren Schmöker runterladen.
Lese zur Zeit:
Antonia Hodgson - Das Höllenloch
Davor:
Frederico Axat - Mysterium

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Hahlebopp »

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    Gustav Schwab - Sagen des klassischen Altertums

    Gleich vorweg, ich habe das Buch nun nach 100 Seiten abgebrochen, dazu dann auch gleich mehr...
    Schon vor einer ganzen Weile hat mich die Begeisterung für die griechische Mythologie gepackt. Diese unzähligen, wunderschönen Sagen um ein riesiges Pantheon von Helden, Riesen, Göttern und Titanen faszinieren mich vor allem aufgrund ihrer Ursprünglichkeit, bilden sie doch praktisch den absoluten Anfang der uns bekannten Menschheitsgeschichte. Jahrtausende alte Geschichten aus einer lange, lange vergessenen Zeit... unglaublich-fantastisch und doch so scheint es auch immer mit einem geheimnisvollen, wahren Kern...
    Habe denn jetzt die letzten Monate auch schon das eine oder andere Buch in diese Richtung gelesen, angefangen beim Gilgamesch-Epos und nun zuletzt die Ilias von Homer. (Als Schlusspunkt geplant sind dann auch "irgendwann einmal" die Science-Fantasy Interpretationen der griech. Mythology, von Dan Simmons. :D )
    Dieses Buch hatte ich mir nun gekauft, da es wohl die umfassenste Sammlung aller griech. Mythen beinhaltet, in deutscher Sprache. Ein schöner Wälzer von gut 1000 Seiten, erhältlich zu einem wirklich guten Preis.
    Tja und wie geschrieben werde ich es jedoch nun leider etwas früher als geplant abbrechen. Das Buch hat leider doch sehr deutliche Schwächen. Es ist zwar in einer wirklich schönen, altertümlichen Sprache geschrieben, aber leider auch wirklich randvoll mit unzähligen Ausdrucks- und Rechtsschreibfehlern. Also - wirklich randvoll. So etwas hab ich tatsächlich noch nicht erlebt. Teilweise in jeder zweiten Zeile. Aber sei's drum, das könnte ich dann noch halbwegs akzeptieren. Das wirkliche Problem ist jedoch vielmehr, dass es sich bei allen Geschichten leider nur um sehr kompakte Zusammenfassungen handelt, wodurch auch einfach sehr viel vom ursprünglichen Zauber verloren geht. So wird z.B. hier in dieser Fassung Perseus von seinem Stiefvater ausgeschickt, um das Haupt der Medusa zu erbeuten und um Zitat: "etwas Großes zu unternehmen". Im Prinzip eine regelrechte Verstümmelung der eigentlichen, gängigsten Version dieser Sage: Stellte doch eigentlich König Polydektes der Mutter des Perseus nach, aber Perseus und sein Stiefvater wussten seine Mutter zu schützen. Und aus diesem Grund versuchte nun Polydektes den Perseus loszuwerden, weshalb er ihm dann die unlösbare Aufgabe stellte, das Haupt der Medusa zu beschaffen.
    Tja und so verhält es sich dann leider auch mit vielen anderen Geschichten... Schade, schade, schade. Ich habe nun leider auch kein anderes Werk gefunden, welches beim Umfang mit dieser Ausgabe mithalten kann. Als Ergänzung und Nachschlagewerk werde ich es dann auch erst einmal behalten.
    Und als Alternative werde ich mich nun an "Griechische Götter- und Heldensagen" von Rainer Tetzner und Uwe Wittmeyer versuchen, aus dem Reclam Verlag. Nach etwas Recherche sagte mir diese Fassung noch am ehesten zu. Vor allem da diese Fassung auch ein umfassendes Register im Anhang besitzt, mit Begriffen, Stammtafeln usw. Bei dem gigantischen Umfang der griech. Mythologie ist so etwas ja eigentlich praktisch unverzichtbar, findet sich aber wohl leider praktisch in überhaupt keinem Buch.

    Würde mich auch freuen, falls hier vielleicht Jemand noch das eine oder andere Buch empfehlen kann, über klassische, altertümliche Sagen und Mythen. Wobei das Buch dann möglichst in einer schönen und passenden altertümlichen Sprache verfasst sein sollte und idealerweise sollten auch umfassende Begriffs- und Namensregister vorhanden sein.

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

    Von Gaiman ist "Norse Mytologie" vor ein paar Jahren erschienen, eine ziemlich genaue Nacherzählung der nordischen Sagen, ohne das man von von Gaimans Handschrift drinn bemerken würde. Besicht durch kalre und verständeliche Sprache.

    Kann man lesen. Oder: höhren. Das Hörbuch ist wirklich gut.
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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Wrong »

    Hahlebopp hat geschrieben:
    29. März 2020 22:59
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    Gustav Schwab - Sagen des klassischen Altertums

    Gleich vorweg, ich habe das Buch nun nach 100 Seiten abgebrochen, dazu dann auch gleich mehr...
    Schon vor einer ganzen Weile hat mich die Begeisterung für die griechische Mythologie gepackt. Diese unzähligen, wunderschönen Sagen um ein riesiges Pantheon von Helden, Riesen, Göttern und Titanen faszinieren mich vor allem aufgrund ihrer Ursprünglichkeit, bilden sie doch praktisch den absoluten Anfang der uns bekannten Menschheitsgeschichte. Jahrtausende alte Geschichten aus einer lange, lange vergessenen Zeit... unglaublich-fantastisch und doch so scheint es auch immer mit einem geheimnisvollen, wahren Kern...
    Habe denn jetzt die letzten Monate auch schon das eine oder andere Buch in diese Richtung gelesen, angefangen beim Gilgamesch-Epos und nun zuletzt die Ilias von Homer. (Als Schlusspunkt geplant sind dann auch "irgendwann einmal" die Science-Fantasy Interpretationen der griech. Mythology, von Dan Simmons. :D )
    Dieses Buch hatte ich mir nun gekauft, da es wohl die umfassenste Sammlung aller griech. Mythen beinhaltet, in deutscher Sprache. Ein schöner Wälzer von gut 1000 Seiten, erhältlich zu einem wirklich guten Preis.
    Tja und wie geschrieben werde ich es jedoch nun leider etwas früher als geplant abbrechen. Das Buch hat leider doch sehr deutliche Schwächen. Es ist zwar in einer wirklich schönen, altertümlichen Sprache geschrieben, aber leider auch wirklich randvoll mit unzähligen Ausdrucks- und Rechtsschreibfehlern. Also - wirklich randvoll. So etwas hab ich tatsächlich noch nicht erlebt. Teilweise in jeder zweiten Zeile. Aber sei's drum, das könnte ich dann noch halbwegs akzeptieren. Das wirkliche Problem ist jedoch vielmehr, dass es sich bei allen Geschichten leider nur um sehr kompakte Zusammenfassungen handelt, wodurch auch einfach sehr viel vom ursprünglichen Zauber verloren geht. So wird z.B. hier in dieser Fassung Perseus von seinem Stiefvater ausgeschickt, um das Haupt der Medusa zu erbeuten und um Zitat: "etwas Großes zu unternehmen". Im Prinzip eine regelrechte Verstümmelung der eigentlichen, gängigsten Version dieser Sage: Stellte doch eigentlich König Polydektes der Mutter des Perseus nach, aber Perseus und sein Stiefvater wussten seine Mutter zu schützen. Und aus diesem Grund versuchte nun Polydektes den Perseus loszuwerden, weshalb er ihm dann die unlösbare Aufgabe stellte, das Haupt der Medusa zu beschaffen.
    Tja und so verhält es sich dann leider auch mit vielen anderen Geschichten... Schade, schade, schade. Ich habe nun leider auch kein anderes Werk gefunden, welches beim Umfang mit dieser Ausgabe mithalten kann. Als Ergänzung und Nachschlagewerk werde ich es dann auch erst einmal behalten.
    Und als Alternative werde ich mich nun an "Griechische Götter- und Heldensagen" von Rainer Tetzner und Uwe Wittmeyer versuchen, aus dem Reclam Verlag. Nach etwas Recherche sagte mir diese Fassung noch am ehesten zu. Vor allem da diese Fassung auch ein umfassendes Register im Anhang besitzt, mit Begriffen, Stammtafeln usw. Bei dem gigantischen Umfang der griech. Mythologie ist so etwas ja eigentlich praktisch unverzichtbar, findet sich aber wohl leider praktisch in überhaupt keinem Buch.

    Würde mich auch freuen, falls hier vielleicht Jemand noch das eine oder andere Buch empfehlen kann, über klassische, altertümliche Sagen und Mythen. Wobei das Buch dann möglichst in einer schönen und passenden altertümlichen Sprache verfasst sein sollte und idealerweise sollten auch umfassende Begriffs- und Namensregister vorhanden sein.
    Mein Tipp: Robert von Ranke - Graves: Griechische Mythologie (Quellen und Deutung)
    Eine unglaubliche Detailgenauigkeit ohne langweilig zu werden. Ein faszinierendes Buch ...

    Ansonsten, wenn du es etwas poetischer magst: Die Metamorphosen von Ovid. In meinen Augen schöner zu lesen als beispielsweise Homer. Ovid berichtet nicht nur, sondern er bringt auch seine eigene Wertung bezüglich einzelner Mythen mit in seine Verwandlungsgeschichten ein. Da würde ich dir zur Übersetzung von Gerhard Fink raten, die ist wirklich flüssig geschrieben. Das Orginal ist natürlich auch immer eine Reise wert ... :wink:
    Mein Lieblingsmythos ist die Verwandlung von Actaeon durch Diana.

    Auf jeden Fall hast du dir da wohl eines der spannendsten und interessantesten Themen der Literatur / Kultur ausgewählt. :headbanger:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Des_Orphan »

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    Habe mich nun auch an den ersten Teil der Barock-Trilogie von Neal Stephenson gewagt und muss sagen...
    ...das Buch ist der Hammer!
    Akribisch recherchiert, witzig, berührend, abstoßend und letztlich einfach ein perfekt erzähltes Meisterwerk welches ich -in dieser Qualität - definitiv keinem anderen Schriftsteller zutraue.
    Das ist wahrlich hohe Kunst!
    Die Barock-Trilogie muss allein von der Detailfülle eine so gewaltige Aufgabe gewesen sein, dass sie eigendlich schon eher ein Lebenswerk, als nur ein Teil des Schaffens dieses Ausnahmeautoren darstellt :prima:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Badabumm »

    Im Pauly steht, dass Polydektes Danae heiratet. Dann bleibt die Frage, inwieweit Perseus etwas gegen diese Verbindung tun kann und warum er deswegen in den Tod geschickt werden soll. In meiner dreibändigen Schwab-Inselausgabe steht auch, dass er Perseus erst nach der Heirat losschickt, damit dieser "etwas Großes vollbringt". Aber sei's drum: doof ist es dennoch, zumal einige Passagen kilometerlang ausgewalzt werden (der trojanische Krieg umfasst einen ganzen Band), wo jeder Schwertschlag beschrieben wird, während einige Helden echt zu kurz kommen. Möglicherweise wusste es der olle Schwab ja gar nicht besser...
    Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Hahlebopp »

    Wrong hat geschrieben:
    30. März 2020 10:16
    Mein Tipp: Robert von Ranke - Graves: Griechische Mythologie (Quellen und Deutung)
    Eine unglaubliche Detailgenauigkeit ohne langweilig zu werden. Ein faszinierendes Buch ...

    Ansonsten, wenn du es etwas poetischer magst: Die Metamorphosen von Ovid. In meinen Augen schöner zu lesen als beispielsweise Homer. Ovid berichtet nicht nur, sondern er bringt auch seine eigene Wertung bezüglich einzelner Mythen mit in seine Verwandlungsgeschichten ein. Da würde ich dir zur Übersetzung von Gerhard Fink raten, die ist wirklich flüssig geschrieben. Das Orginal ist natürlich auch immer eine Reise wert ... :wink:
    Mein Lieblingsmythos ist die Verwandlung von Actaeon durch Diana.

    Auf jeden Fall hast du dir da wohl eines der spannendsten und interessantesten Themen der Literatur / Kultur ausgewählt. :headbanger:
    Hatte Gestern und Heute sehr viel um die Ohren, weshalb ich leider erst jetzt antworten kann.
    Ja, ist auf jeden Fall ein tolles Thema und macht auch sehr viel Spaß. Wobei es aber auch nicht ganz ohne ist. Die Ilias hat mir ja wirklich so Einiges abverlangt. Aber hatte zum Glück kürzlich Urlaub und dadurch Zeit und den Kopf frei. (Nach solchen Büchern brauch ich dann meist auch immer mal wieder etwas leichtere Kost, zur Erholung. :D )
    Auf jeden Fall vielen Dank für die tollen Tipps. Robert von Rankes Buch hatte ich tatsächlich noch gar nicht auf dem Schirm. Scheint wirklich genau das zu sein, was ich suche. Klasse! Gleich mal auf die Liste gesetzt. Und Ovids Metamorphosen sind dann auch mal ein richtig toller Tipp. Ich vermute mal, aufgrund des Alters wird das Buch ähnlich anspruchsvoll wie etwa Homer sein. Werd ich mir dann also mal für einen anderen, etwas längeren Urlaub aufheben. Kann also noch ein wenig dauern...
    Und meinst du mit "das Original" - die lateinische Original-Fassung? :mad:
    Der Gedanke hat natürlich etwas für sich und wollen würde ich wohl schon. Und ich beneide da auch Jeden, der dazu in der Lage ist. Aaaber ich hab einfach noch zu viele andere Interessen. Für so ein besonders-spezielles Linguistik-Hobby ist mir meine wenige Freizeit dann doch leider zu knapp.



    Badabumm hat geschrieben:
    30. März 2020 20:12
    Im Pauly steht, dass Polydektes Danae heiratet. Dann bleibt die Frage, inwieweit Perseus etwas gegen diese Verbindung tun kann und warum er deswegen in den Tod geschickt werden soll. In meiner dreibändigen Schwab-Inselausgabe steht auch, dass er Perseus erst nach der Heirat losschickt, damit dieser "etwas Großes vollbringt". Aber sei's drum: doof ist es dennoch, zumal einige Passagen kilometerlang ausgewalzt werden (der trojanische Krieg umfasst einen ganzen Band), wo jeder Schwertschlag beschrieben wird, während einige Helden echt zu kurz kommen. Möglicherweise wusste es der olle Schwab ja gar nicht besser...
    Es gibt ja wie geschrieben offensichtlich mehrere Fassungen der Perseus-Sage. Richtig oder falsch läßt sich da wohl schwer sagen. Aber die Variante, in welcher Polydektes den Perseus durch eine List versucht loszuwerden, ist doch gleich mal viel schöner und poetischer. :prima:
    ... Habe gerade mal ein wenig gegockelt (als absoluter Laie) und wie es scheint hängt es mit der Quellen-Auswahl von Schwab zusammen. Laut dieser Kritik hier bediente Schwab sich wohl zu großen Teilen aus der Bibliothek des Apollodor, statt bei den klassischen Dichtern wie z.B. Hesiod. Und so wie es scheint, gilt diese Bibliothek heute ebenfalls als vergleichsweise sehr vollständiges Kompendium, aber auch als ebenfalls sehr kompakt und mit teilweise deutlichen Abweichungen zu anderen Überlieferungen.

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Wrong »

    @Hahlebopp:
    Hut ab, die Ilias komplett gelesen zu haben, können wohl nur wenige altphilologisch Interessierte von sich sagen. Das ist ja fast schon ein Marathon, obwohl das war ja Sparta ... :mad:
    Ich kenne leider nur Bruchstücke von Homer. Aber bei diesen Texten kommt es auch immer auf die Übersetzung an. Die sehr stark ans Metrische angelehnte finde ich teilwise unlesbar.
    Was auch teilweise aus diesem Bereich richtig spannend ist, ist die Aeneis von Vergil, der Homer auf die römische Enstehungsgeschichte erzählte. Zumindest der erste Teil (hier die Odyssee des Aeneas) ist ganz gut zu lesen. Der zweite Teil ist dann allerdings eher auf die Verherrlichung Roms ausgelegt und nicht mehr so prickelnd.
    Mein Problem mit den ganzen Texten ist aber, es kommen so wenig Raumschiffe vor ... :wink:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Badabumm »

    Die Ilias habe ich auch mal gelesen - in dieser typischen altbackenen Übersetzung. Ich weiß nicht mehr, ob ich zwischendurch eingeschlafen bin, aber für Literaturepileptiker ist das Versmaß gefährlich...

    Dantes Komödie habe ich hingegen nicht geschafft. Steht noch auf der Liste...

    Hatte Däniken seine Außeridischen (inkl. Raumschiffe) nicht auch in der Antike vermutet?
    Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Hahlebopp »

    Jo, wollte ich auch schon schreiben. Herr Däniken würde bestimmt ein paar Raumschiffe bei Homer und Co finden. :lol:
    ... Ist ja natürlich auch durchaus naheliegend, dieser gedankliche Schritt, halt von antiken, überirdischen hin zu außerirdischen Mächten.

    Bei der Ilias hab ich dann auch nur "höchstens" 2 Gesänge am Tag geschafft. Einige wenige Stelle musste ich wirklich sehr oft wiederholt lesen, um sie tatsächlich zu verstehen. Dann noch die wirklich unzähligen Namen und Figuren im Buch, und natürlich die extrem verschachtelten Sätze. Im Nebensatz vom Nebensatz vom Nebensatz werden dann erstmal zu jeder einzelnen Person umfassend die Familienverhältnisse erläutert, plus die halbe Lebensgeschichte. Der Übersetzer nutzte praktisch auch permanent Semikolons und Bindestriche, um dieses Nebensatz-Chaos zumindest etwas verständlicher zu machen. Außerdem erfordert das Buch auch sehr viel Vorwissen, über die griech. Sagenwelt. (Warum ich dann jetzt eigentlich auch erst einmal den Schwab lesen wollte. Um mir doch erst einmal etwas mehr Hintergrundwissen anzueignen, bevor ich dann auch die Odyssee in Angriff nehme.)
    ... Also kurzum ja, das war definitiv nicht ohne, das Buch. Ich frag mich ja wie junge und relativ unerfahrene Schüler sich da durchmühen, im Griechisch- / Alt-Griechisch-Unterricht, und mit welchem Zeitaufwand an den Schulen gearbeitet bzw. geplant wird.
    Aber ich war auch durchaus erstaunt wie gut verständlich das Buch inhaltlich war. Es gibt wirklich fast keine Stellen deren Sinn sich beim Lesen nicht erschließen - wenn auch manchmal dazu etwas Mühe erforderlich ist - trotz des unglaublichen Alters. Richtig großartig auch wie lebensecht und glaubwürdig Homer die Figuren zeichnet, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen, oder in simple Gut-Böse-Schemata zu verfallen. Und generell war es dann natürlich auch aus historischer Sicht alles wirklich sehr interessant. Zu erfahren, wie die Menschen damals gelebt und gedacht haben, wie sie Krieg geführt haben und wie die Menschen sich damals die Existenz und das Wirken ihrer vielen Götter vorstellten.
    Also bei allen Schwächen - das Buch hat mich wirklich sehr beeindruckt... Vielleicht merkt man es mir ja auch an - ich bin nach wie vor sehr lese-begeistert bei der Sache. :wink:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Badabumm »

    Welche Übersetzung nutzt du denn?
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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Hahlebopp »

    Bei der Ilias und der Odyssee hab ich mir die Reclam-Fassungen geholt, mit der Übersetzung von Roland Hampe.
    Wer sich mit dem rhythmischen Versmaß aber besonders schwertut, dem kann ich aber auch durchaus die Prosa-Fassungen von Karl Ferdinand Lempp empfehlen. Hatte mir diese zusätzlich geholt, da ich anfangs befürchtet hatte, dass beide Bücher einen ähnlich kryptischen Inhalt hätten, wie das Gilgamesch-Epos. Also ich hatte die Ilias-Fassung von Lempp jetzt nur für 2-3 Dutzend Seiten angelesen, aber inhaltlich ist es wirklich sehr nah am Original (zumindest die Version, die ich gelesen habe, von Herrn Hampe) Und das Buch wurde meiner Meinung nach in einer wirklich sehr schönen Sprache verfasst. Aus diesem Grund werd ich die beiden Prosa-Fassungen denn auch weiterhin behalten - obwohl ich sie jetzt eigentlich gar nicht benötigt habe. Vielleicht überkommt mich ja irgendwann doch nochmal die Lust auf diese griechischen Klassiker und dann würde ich ganz bestimmt eher zur Prosa-Fassung greifen ...Bin ja auch nur ein (manchmal ziemlich fauler) Mensch. :wink:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Badabumm »

    Ich habe die Voß-Ausgabe von 1793 (dtv). Die ist schon arg krass... Prosa kenne ich nur aus der damaligen Schulbibliothek, aber die Verfasser sind mir leider entfallen, ist ewig her. Es gibt heute natürlich alle möglichen Übertragungen, auch weniger ernst gemeinte (z.B. https://www.amazon.de/gp/product/B00GIX ... B7XF&psc=1 ) .
    Ich will keine englische Rangbezeichnung! :faint:

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    Re: Der "Liest zur Zeit" Thread

    Ungelesener Beitrag von Hahlebopp »

    Ja, wenn man sich so einige Rezensionen durchliest, dann scheint Voß noch mal ein gutes Stück sperriger zu sein, als z.B. die weitaus aktuellere Übersetzung von Roland Hampe.
    Speziell bei der Ilias stehen inzwischen ja wirklich schon unzählige, sehr verschiedene Übersetzungen und Varianten zur Verfügung. Ältestes Altdeutsch, Kinderbücher, oder auch sehr salopp geschriebene, moderne Fassungen. Kann mir durchaus auch vorstellen, dass so manche Übersetzung schon den einen oder anderen Leser komplett vergrault hat. Und ich selbst musste auch wirklich ganz schön suchen, bis ich das gefunden hatte, was mir am ehesten zusagte.
    Hier auch mal eine etwas andere Variante: Eine Übersetzung der Ilias von Raoul Schrott, welche wohl auch als etwas umstritten gilt, siehe einige Rezensionen. Zitat:
    ... wenn Schrott statt "Scham" schon mal "Eier" schreibt, statt "Weichlinge" durchaus "Schlappschwänze" und statt "zanken" den Begriff "rumzicken" verwendet ...
    :D

    Bei den Metamorphosen von Ovid, welche Wrong mir ja kürzlich empfohlen hatte, ist es offensichtlich ähnlich. Es gibt wirklich zig verschiedene Übersetzungen. Hatte dann jetzt die Tage auch mal ein wenig geschaut, was es da so Alles gibt. Hier mal ein, meiner Meinung nach, wirklich schlimmes Beispiel. Dort unbedingt mal bei der Leseprobe reinschauen. Diese liest sich doch wirklich grauselig. Wäre dieses Buch mein Einstieg gewesen, ich hätte es womöglich schon nach drei Seiten beiseite gelegt und mich nie wieder für das klassische Altertum interessiert. :(
    Werde nun letztlich aber wohl auch hier zur Reclam-Fassung greifen, statt zur von Wrong empfohlenen Übersetzung von Gerhard Fink. (Genaugenommen die neuere Reclam-Fassung von 2015. Es gibt wohl auch eine von 1990, welche aber wohl vergleichsweise noch eher zu den schwächeren Übersetzungen zählt.)
    Generell muss ich dann auch mal sagen, dass mich die Bücher vom Reclam Verlag ja jetzt doch schon einige Male ganz schön beeindruckt haben. Dort scheint man wirklich ein sehr gutes Händchen zu haben, was die Autoren-Auswahl betrifft.


    Ich hoffe mal, dass meine ja doch recht langen Texte, hier zum Thema, jetzt nicht zu sehr den einen oder anderen Mitleser "gestört" haben. Ist ja doch alles schon ein wenig mehr Off-Topic, und hätte vielleicht besser in einen eigenen Thread gehört ... Vielleicht kann ja auch dementsprechend ein Moderator das Geschriebene hier nochmal etwas umplatzieren.
    Werd mich dann jetzt auch etwas mehr zusammenreißen beim Thema ... Also, ich werd es zumindest versuchen.

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