Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Montag » 18. Februar 2019 19:47

Nächsten Herbst kommt die nächste Adaption. Teil 1 von 2 unter der Regie von Denis Villeneuve, der uns auch schon Arrival gebracht hat:

https://birthmoviesdeath.com/2019/02/15 ... -next-year

Und ganz ehrlich: wenn ich den Cast sehe, freue ich mich schon drauf. Ich dachte, ich wäre schon ziemlich gleichgültig solchen Projekten gegenüber. Tja, einmal Fanboy immer Fanboy.

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 18. Februar 2019 22:15

Habe mir die Arte-Sendung über das Jodorowsky-Projekt angesehen:

https://www.arte.tv/de/videos/078721-00 ... ky-s-dune/

Muss sagen, dass ich eigentlich froh bin, dieses schräge Machwerk nicht sehen zu müssen. Ich glaube, das konnte man in den 1970er machen, aber durchgeknallte Typen, die ihr Ego jedem präsentieren wollen, haben wir zur Zeit genug. Ich mag es nicht, wenn jemand beliebig Änderungen vornimmt, weil es ihm selbst in den Kram passt. Das Thema zur Adaption von Filmen und Büchern hatten wir hier ausgiebig, - meine Meinung dazu steht. Dann kann man Scarlett O'Hara auch sterben lassen, oder Mowgli zum Papst krönen - was ist denn noch authentisch, wenn die eigene Messias-Befindlichkeit wichtiger ist als das Werk? Dass jemand ein bisschen wahnsinnig sein muss, um ein epochales Projekt bis zur Premiere durchzuhalten, ist zwar nötig. Aber das haben viele Regisseure auch geschafft, ohne ununterbrochen zu betonen, dass sie das einzig Wahre erschaffen und die anderen nicht.
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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 19. Februar 2019 07:36

Wenn er gleich zu Beginn sagt, er wollte einen Film drehen, der den Menschen die Halluzinationen von LSD verschafft, bin ich schon raus. Ich habe und hatte nie was mit Drogen am Hut, weil es für mich die schlimmste aller Vorstellungen ist, die Selbstkontrolle zu verlieren. Und womöglich nicht mehr rauszufinden. Eskapismus gut und schön, aber so weit muss ich denn doch nicht gehen.
Ich möchte Geschichten erzählen und Geschichten erzählt bekommen - und wenn der gute Jodorowsky es anders machen will, darf er dafür keine fertige Geschichte nehmen und verstümmeln. Man muss wirklich sagen, zum Glück ist er hier gescheitert.
Er ist ein egomanischer Narzisst, aber kein Genie, denn letztendlich bleiben bei ihm nur sehr einfach strukturierte Geschichten ohne sonderliche Höhepunkte, Geheimnisse und Wendungen übrig. Die Charakterisierungen sind äußerst dürftig und Dramaturgie so gut wie nicht vorhanden. Deswegen habe ich beispielsweise mit den Meta Baronen aufgehört. Einen Zyklus vollständig gesammelt nur wegen der Optik, aber es waren immer und immer dieselben simpen Geschichten. Diese hinter durchgeknallten Szenarien zu verbergen genügt mir nicht.

P.S.: Was ich übrigens am traurigsten finde. Niemand hat je Frank Herbert gefragt, was er davon hielt. Jodorowsky kriegt die Filmrechte umsonst vom Verlag, aber von Herbert ist nie die Rede. Da faselt Jodo von Spiritualismus und Förderung der Kreativität anderer, und dann ist er derart respektlos dem Autor gegenüber, an dessen Ideen er sich bedient. "In meiner Version ist Leto ein Kastrat, also wie soll er einen Sohn zeugen?" Es gibt aber nicht seine Version, denn das hat nichts mit filmischen Umsetzungsgesetzen zu tun. Sowas geht einfach zu weit. (Übrigens das mit dem Blutstropfen hat er dann bei den Metabaronen umgesetzt. Wie so einiges andere.)
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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 19. Februar 2019 16:32

Ich finde, Herbert selbst hat in den Nachfolgeromanen die Effekte der Abhängigkeit ausreichend beschrieben. Die Verwandlung in einen Wurm bei andauerndem Spice-Genuss (muss nicht in Spoiler-Warnung, oder?) ist für mich ein deutliches Warnzeichen. Finger weg von Drogen. Die mit Spice abgefüllten Astronavigatoren sind mitleiderregend und hoffentlich kein Vorbild für Teenager. Sowieso ist die ganze Familie Atreides am Ende der Romanreihe ebenso unsympathisch wie die Harkonnen, wo ja im ersten Band noch klar Gut gegen Böse steht. Diese Gottähnlichkeit führt bei Menschen zum Wahnsinn.
Deshalb hat Herbert mit "Dune" bereits eine so umfassende Welt kreiert, dass man da nichts "verbessern" muss. Es ist so ausgeklügelt und detailliert, dass der Roman nicht umsonst in der Rangliste weit oben steht. Das muss man erstmal nachmachen, egal, ob er gefällt oder nicht. Ich glaube, in den späteren Romanen siegte einfach die Notwendigkeit zum Gelderwerb.
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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Lichtspruch-an-TRAV » 19. Februar 2019 20:30

Uschi Zietsch hat geschrieben:
19. Februar 2019 07:36
Wenn er gleich zu Beginn sagt, er wollte einen Film drehen, der den Menschen die Halluzinationen von LSD verschafft, bin ich schon raus. Ich habe und hatte nie was mit Drogen am Hut, weil es für mich die schlimmste aller Vorstellungen ist, die Selbstkontrolle zu verlieren. Und womöglich nicht mehr rauszufinden. Eskapismus gut und schön, aber so weit muss ich denn doch nicht gehen.
Stimme ich Dir zu: Drogen waren ebenfalls nie mein Ding. Und in 50 Jahren hab' ich es von gelegentlichem Bier- und Weinkonsum (zum Glück) nicht mal zum Schnaps geschafft.
Uschi Zietsch hat geschrieben:
19. Februar 2019 07:36
Er ist ein egomanischer Narzisst, aber kein Genie, denn letztendlich bleiben bei ihm nur sehr einfach strukturierte Geschichten ohne sonderliche Höhepunkte, Geheimnisse und Wendungen übrig. Die Charakterisierungen sind äußerst dürftig und Dramaturgie so gut wie nicht vorhanden.
Dazu kenne ich ihn zu wenig. Allerdings ist es schon eine Kunst Salvatore Dali (als Shaddam IV.), Orson Welles (als Baron Harkonnen) und Gloria Swanson (als Gaius Helen Mohiam?) zur Mitarbeit bewegen zu können. Ich hätte das gerne auf der Leinwand gesehen. Alle drei übrigens Hard - Core Narzissten, aber die findet man ja im Schauspiel - Gewerbe nicht unbedingt selten... :D

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Montag » 19. Februar 2019 21:34

Badabumm hat geschrieben:
19. Februar 2019 16:32
Ich finde, Herbert selbst hat in den Nachfolgeromanen die Effekte der Abhängigkeit ausreichend beschrieben. Die Verwandlung in einen Wurm bei andauerndem Spice-Genuss (muss nicht in Spoiler-Warnung, oder?) ist für mich ein deutliches Warnzeichen. Finger weg von Drogen.
Ich will dir das nicht nehmen, aber ich habe nie eine moralische Drogenaufklärungskampagne in den Romanen gesehen. Die Gildenavigatoren transzendieren immerhin Raum und Zeit. Also wenn das nichts ist. Ein Hauch von Unsterblichkeit - ist das nicht ein alter Menschheitstraum.
Naja und die Atreides werden fast so wie die Harkonnen... Ja, da ist der erste Roman relativ schwarz-weiß gezeichnet und deutet nur im Subtext an, dass da eine Verführung in einer charismatischen Führerfigur wie Paul liegt. Und das arbeitet Herbert dann in den restlichen Büchern bis zum letzten Punkt komplett aus.

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Montag » 19. Februar 2019 21:39

Lichtspruch-an-TRAV hat geschrieben:
19. Februar 2019 20:30
Dazu kenne ich ihn zu wenig. Allerdings ist es schon eine Kunst Salvatore Dali (als Shaddam IV.), Orson Welles (als Baron Harkonnen) und Gloria Swanson (als Gaius Helen Mohiam?) zur Mitarbeit bewegen zu können. Ich hätte das gerne auf der Leinwand gesehen.
Was das angeht finde ich den Film von Pavich relativ schwach. Ich fand das nicht so richtig klar, wie fest diese Leute eingebunden waren. Ja, es haben Gespräche stattgefunden und Jodorowsky hat ihnen alles mögliche versprochen. Aber wie die finanzielle Planung aussah, welchen ganz realen Unwägbarkeiten sich Jodorowsky stellen musste, das lässt der Film offen. Und so bleibt dem ganzen irgendwie der Charakter eines Fantasie-Projekts anhaften. Was könnte ich nur für Filme machen, wenn ich unbegrenzt Geld hätte?
Dabei entstehen ja meist die besten Ideen daraus, dass man gewisse Engpässe umgehen muss.

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 19. Februar 2019 22:33

Na gut, an dem monströsen Storyboard könnte er noch was verdienen, wenn er es als Paperback veröffentlichen würde. Vielleicht würde mich das sogar interessieren, wenn es den Kaufpreis von - sagen wir mal - 60 Euro nicht überschreiten würde.
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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 20. Februar 2019 00:39

Uschi Zietsch hat geschrieben:
19. Februar 2019 07:36
nur sehr einfach strukturierte Geschichten ohne sonderliche Höhepunkte,
Also gefickt wird bei Jodo schon extrem viel, v.a. in der Familie.

Was immer das über ihn aussagt.

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr » 20. Februar 2019 00:41

Lichtspruch-an-TRAV hat geschrieben:
19. Februar 2019 20:30

Dazu kenne ich ihn zu wenig. Allerdings ist es schon eine Kunst Salvatore Dali (als Shaddam IV.), Orson Welles (als Baron Harkonnen) und Gloria Swanson (als Gaius Helen Mohiam?) zur Mitarbeit bewegen zu können.
Nicht wirklich. Welles hat damals für Geld alles gemacht, und Swanson hätte gern für Geld alles gemacht.

Und Dali machte sein ganzes Leben lang für Geld alles.

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Badabumm » 20. Februar 2019 03:45

Und Dali machte sein ganzes Leben lang für Geld alles.
Fast könnte man meinen, es wäre Satire: in der Doku wollte Dali nur unter der Voraussetzung spielen, dass er der bestbezahlteste (Steigerung von Steigerung) Schauspieler sein muss. Dann kam die Anekdote mit dem abgerechneten Minutenpreis... :smokin

In einem muss ich Jodorowsky Recht geben: der Lynch-Film war schlecht.

Und: besser f****n als um sich schießen. Spricht für eine ausgewogene Geisteshaltung zu den vier Elementen der Natur...
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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von stolle » 20. Februar 2019 06:05

Uschi Zietsch hat geschrieben:
19. Februar 2019 07:36

P.S.: Was ich übrigens am traurigsten finde. Niemand hat je Frank Herbert gefragt, was er davon hielt. Jodorowsky kriegt die Filmrechte umsonst vom Verlag, aber von Herbert ist nie die Rede. Da faselt Jodo von Spiritualismus und Förderung der Kreativität anderer, und dann ist er derart respektlos dem Autor gegenüber, an dessen Ideen er sich bedient. "In meiner Version ist Leto ein Kastrat, also wie soll er einen Sohn zeugen?" Es gibt aber nicht seine Version, denn das hat nichts mit filmischen Umsetzungsgesetzen zu tun. Sowas geht einfach zu weit. (Übrigens das mit dem Blutstropfen hat er dann bei den Metabaronen umgesetzt. Wie so einiges andere.)
Frank Herbert war wohl nicht begeistert, ich habe ein Zitat gefunden
https://www.quora.com/What-did-Frank-He ... Jodorowsky
Aber ich bin anderer Meinung, wenn Du sagst, Jodorowski hätte kein Recht, Dune zu verfilmen, blos weil er respektlos gegenüber dem Autor ist. Die Kunst ist frei, denke ich?
Du stellst Jodo hier als Spinner hin - mag sein, das er das ist, aber die Kunst braucht solche Leute, sie steht sowohl Spinnern als Kontrollfreaks offen.
Bin leicht bestürzt über Deine Aussagen hier. Ich verstehe diese Sache mit der Angst vor dem Komtrollverlust, aber deswegen kannst Du doch nicht einfach Leute verdammen, die anders drauf sind.
Ich bin z.B. ein Kontrollfreak, der auch schon einen Horrortrip hatte.Man kann das überleben, es gibt schlimmere Arten von Kontrollverlust, finde ich. Ich hätte Jodorowsky's Dune gerne gesehen, und die Doku hat mich berührt, und nicht abgestoßen. Es gibt Filme von Jodorowsky, die ich geschmacklos finde, und trotzdem hätte ich gerne sein Dune gesehen.

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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 20. Februar 2019 06:51

L.N. Muhr hat geschrieben:
20. Februar 2019 00:39
Uschi Zietsch hat geschrieben:
19. Februar 2019 07:36
nur sehr einfach strukturierte Geschichten ohne sonderliche Höhepunkte,
Also gefickt wird bei Jodo schon extrem viel, v.a. in der Familie.
Was immer das über ihn aussagt.
Ähem, ja, * diese * Höhepunkte schon. Das sieht man in der Doku ja auch bei den frühen Filmausschnitten, und ich kenne El Topo. Das vordergründige Thema bei ihm ist Sex, am liebsten mit Gewalt, vor allem an Frauen. Und dann noch Gemetzel, Blut und Pipikacka. Inhalt spielt da keine Rolle. Die Meta-Barone sind da ein gutes Beispiel dafür.
Klar war er in den surrealistischen drogenverseuchten 60ern und 70ern das Avantgarde-Kind und man hat ihn hofiert. Und natürlich war er auch charmant und gutaussehend genug, um Leute zu beeindrucken.
So sagt er aber auch: "Eine Frau mit Respekt behandeln geht gar nicht, da kriegst du keine Kinder. Du musst ihr die Kleider vom Leib reißen und sie vergewaltigen. Und so mache ich es mit Dune auch. Ich vergewaltige das Buch." Also damit, das Werk eines anderen zu missbrauchen, hat er kein Problem (wie auch seinen Sohn für die Rolle des Paul, der zwei Jahre lang jeden Tag zum Kampftraining gezwungen wurde), aber wehe, es übt einer Kritik an ihm: "Ich lasse mir nicht hineinreden, niemals! Ich mache den Film so, wie ich will!"
Ich war zusehends abgestoßen, je länger ich mir die Doku angeschaut habe. Er war nie mein Fall, aber durch die Doku weiß ich, warum.

Zum Schmunzeln finde ich ja die Naivität der Beteiligten, wie angetan Hollywood gewesen sein, aber nicht den Mut gehabt habe (gottseidank), den Film zu machen. Dass das Script immer für perfekt, ein Meisterwerk gehalten wurde. Was für ein Krampf. Das war deren höfliche Art abzusagen. Die sagen nie "was für ein Schwachfug", sondern komplimentieren dich voller Begeisterung hinaus. Denen war von vornherein klar, dass sie angesichts des Umfangs keinesfalls auch nur einen Dollar investieren werden und dass sie zweitens nicht mit einem extrem narzisstischen Europäer arbeiten werden, von denen hatten sie selbst genug.
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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 20. Februar 2019 06:55

Badabumm hat geschrieben:
20. Februar 2019 03:45
Und: besser f****n als um sich schießen. Spricht für eine ausgewogene Geisteshaltung zu den vier Elementen der Natur...
Nein, gar nicht. Denn meistens geschieht ersteres mit Gewalt und nimmt 50% ein, dann folgen 40% Gewalt und den Rest versteht keiner. (Das soll dann der spirituelle Inhalt sein.)
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Re: Dune - die Bücher, die Filme, der Rest

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch » 20. Februar 2019 07:02

stolle hat geschrieben:
20. Februar 2019 06:05
Frank Herbert war wohl nicht begeistert, ich habe ein Zitat gefunden
https://www.quora.com/What-did-Frank-He ... Jodorowsky
Alles andere hätte mich gewundert. Nachtrag; Naja, in dem Link sagt er ja eigentlich nichts, und nichts Direktes.
Aber ich bin anderer Meinung, wenn Du sagst, Jodorowski hätte kein Recht,

Stopp, langsam! Das habe ich nicht gesagt!
Dune zu verfilmen, blos weil er respektlos gegenüber dem Autor ist. Die Kunst ist frei, denke ich?
Das Werk eines anderen zu missbrauchen und zu verstümmeln ist keine freie Kunst. Sondern Missbrauch und Verstümmelung. Das hat mit Kunst gar nichts zu tun. Warum hat er denn nicht wieder einen Film mit eigener Geschichte versucht?
Du stellst Jodo hier als Spinner hin

Nein, das tue ich nicht. Ich stelle ihn als egomanischen Narzissten hin, der, und das füge ich jetzt neu hinzu, unter Größenwahn leidet. Wie viele seiner Zunft. Er ist ja trotzdem ein Künstler, ganz ohne Frage. Nur ist er nicht das Genie, für das er sich hält, denn bei dem ganzen Geschwurbel, was er macht, bleibt schlichtweg nicht viel Inhalt übrig, der tiefgründig und tragend wäre. Das hat in den 60ern und 70ern hervorragend funktioniert. Heutzutage würde er sich schwertun.
Bin leicht bestürzt über Deine Aussagen hier. Ich verstehe diese Sache mit der Angst vor dem Komtrollverlust, aber deswegen kannst Du doch nicht einfach Leute verdammen, die anders drauf sind.
Und ich bin erstaunt darüber, was du alles fehlinterpretierst. Ich verdamme ihn überhaupt nicht. Mir ist egal, wie viele Drogen jemand nimmt.
Es gibt Filme von Jodorowsky, die ich geschmacklos finde, und trotzdem hätte ich gerne sein Dune gesehen.
Da ich die Vorlage kenne, nein.

Aber vielleicht würde mir ja sein halb autobiographischer Spätfilm La Danza de la Realidad gefallen? Der wurde ja sehr gelobt.
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