[Netflix] The Sandman

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heino
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von heino »

Und jetzt hat es auch Gaiman erwischt:

https://www.avclub.com/neil-gaiman-accu ... 1851576240
Lese zur Zeit:

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L.N. Muhr
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Naja, mindestens ich kannte eine Frau, mit der er seine damalige Frau betrügen wollte.

Insofern: no surprise.
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Uschi Zietsch
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Schade.
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Doop »

Weckt mich, wenn dadurch seine Bücher schlechter geworden oder Anklage gegen ihn erhoben wurde. Der Rest ist Privatsache, die mich nichts angeht. Das handhabe ich so auch bei Schauspielern (Kevin Spacy, Asia Argento…) , Regisseuren (Woody Allen) und Musikern (Rammstein, Arcade Fire, Ryan Adams…).

Dass er zumindest mit Amanda Palmer eine offene Ehe führte, war bekannt. Könnte ich nicht, wollte ich nicht, geht mich aber auch einen Scheiß an.
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Pogopuschel
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

Auf Tor Online habe ich einen Kommentar geschrieben, in dem es (unter anderem) um den Fall Gaiman geht, und warum der mich durchaus etwas angeht: https://www.tor-online.de/magazin/mehr- ... zu-stellen
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Uschi Zietsch
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Du hast in einigen Teilen recht. Wenn jemand wie Rowling seine Berühmtheit ausnutzt, um zu diffamieren etc, dann finde ich das verwerflich.
Im Fall von Johnny Depp hast du Unrecht.

Ich halte nichts von Cancel Culture, wie sie etwa Kevin Spacey erfahren musste.
Und wenn wir schon anfangen zu suchen, dann kannst du auch Enid Blyton, Conan Doyle, H.G. Wells und viele andere angreifen und müsstest ihre Werke verbannen. Und wenn, dann müsstest du auch konsequent sein und David Bowie auch nicht mehr hören.
Das tue ich nicht. Ich schaue mir auch Tom Cruise Filme an.
Ich stelle ihn deswegen nicht auf ein Podest, aber er macht gute Filme. Neil Gaiman, ja, den habe ich für seine Eloquenz und Intelligenz bewundert. Wenn er privat mies ist, dann kann ich ihn als Menschen eben nicht mehr bewundern. (Habe ich eh nie, weil ich nichts über ihn wusste) Seine Werke aber schon.
Picasso war ein Narzisst, der andere in seiner Umgebung gedemütigt und missbraucht hat, vor allem Frauen. Und was ist mit Hitchcock?

Viele Geschichten/Werke/Kunst sind Meilensteine, die etwas bewegt, verändert, erneuert haben. Sollen die alle verbannt werden, weil der Mensch dahinter fehlbar oder sogar ein mieses Dreckstück war?

Wie gesagt: Wenn wir anfangen, nach diesen Verfehlungen zu suchen, dann, denke ich, werden wir 80% ausfiltern müssen.
Macht und Berühmtheit korrumpieren.
Gabriel Garcia Marquez war unglaublich arrogant. Wenn er mit seinem Hofstaat essen ging, musste das Restaurant geräumt werden, man musste vor ihm katzbuckeln und sich seine Wutausbrüche anhören, wenn ein Tropfen Wein danebenging.
Jennifer Lopez darf man nicht direkt ansprechen und ihr schon gar nicht in die Augen schauen.
Auch das ist Missbrauch.

Das alles kann man wissen. Muss man aber nicht. Nur, wenn ich davon betroffen bin. Und dann muss auch etwas unternommen werden. Gegen den Menschen, nicht den Künstler.
Auf diesem Standpunkt stehe ich und bleibe ich.
Für mich zählt das Werk.
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Knochenmann
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Knochenmann »

Ich finde den Artikel gut, aber ich möchte eine konkrete Handlungsanweisung hinzufügen:

Wenn man ein Buch von einem "problematischen" Autor lesen will, dann sollte man das gebraucht kaufen.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

Mod-Hammer flieg und sieg!


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Pogopuschel
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

Uschi Zietsch hat geschrieben: 10. Juli 2024 13:41 Wie gesagt: Wenn wir anfangen, nach diesen Verfehlungen zu suchen, dann, denke ich, werden wir 80% ausfiltern müssen.
Macht und Berühmtheit korrumpieren.
Es geht mir nicht ums Verbannen und dem gezielten Suchen nach Verfehlungen. Sondern nur, ob ich, wenn ich von solchen Verfehlungen erfahre, immer noch weiter noch lebende Personen mit Käufen unterstützen möchte, oder in dem ich weiter über ihr Werk berichte, es bewerbe oder sie auf Cons einlade. Und es geht mir darum, dass wir das Umfeld, in dem solche Verfehlungen teilweise stattfinden, auf Lesungen, Cons, in der Buchbranche selbst für vulnerable Personen zu einem sichereren Ort machen, indem wir nicht weiterhin wegschauen, wenn Menschen mit einem solchen Status wie z. B. Gaiman solches Verhalten an den Tag legen. Nur so (mit dem von mir erwähnten als kleinen Beitrag) lässt sich etwas ändern, um den ewigen Kreislauf aus Übergriffen, Missbrauch, Grooming, Diskriminierung usw. zu brechen.

Und wie im Artikel erwähnt, warum soll ich als Leser/Betrachter/Hörer solche Werke von ihren Erschaffer*innen trennen, wenn die selbst ihre Kunst für ihr Fehlverhalten nutzen? Damit meine ich jetzt nicht Depp, der sich wirklich nur privat (vermutlich) danebenbenommen hat. Von ihm schaue ich auch weiterhin Filme (habe auch einen nach dem ganze Prozess auf meinem Blog besprochen). Wie gesagt, ich entscheide für mich immer im Einzelfall. Und in vielen Fällen kann ich das Werk nicht mehr genießen, wenn ich von solchen Vorfällen weiß (siehe Rammstein, Manson oder J. K. Rowling).
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Pogopuschel
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Pogopuschel »

Was nicht heißt, dass das Werk dadurch schlechter wird oder ich die schöne Zeit bereue, die ich damit hatte.

Im Fall von Johnny Depp war es der Film "Minamata" den ich besprochen habe, den fand ich einfach vom Thema her zu wichtig, um es nicht zu tun. Das Wog in dem Fall für mich schwerer als mein Bild von Johnny Depp.
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von L.N. Muhr »

Pogopuschel hat geschrieben: 10. Juli 2024 11:18 Auf Tor Online habe ich einen Kommentar geschrieben, in dem es (unter anderem) um den Fall Gaiman geht, und warum der mich durchaus etwas angeht: https://www.tor-online.de/magazin/mehr- ... zu-stellen
Unabhängig vom Inhalt: den hätte mal wer korrekturlesen können. ;)
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Doop »

Wenn man sich unvoreingenommen mit Rowlings Standpunkten beschäftigt und liest was sie schreibt und nicht so sehr was über sie geschrieben wird, dann relativiert sich das alles sehr schnell. Will Rowling in irgendeiner Weise transsexuellen Menschen verbieten, sich umoperieren zu lassen? Ihr Leben frei zu leben? Nein. Was sie vertritt ist die Auffassung, dass Frauen Frauen sind und dass eine Transfrau keine Frau ist, sondern eine Transfrau. Das bewegt sich alles innerhalb dessen, was in einer zivilisierten Diskussion vertreten werden darf. Das ist jedenfalls meine Beobachtung nach Lektüre ihres Twitteraccounts. Aber vielleicht sollten wir das Thema hier auslagern. Hat alles keinen Sandman-Bezug.

EDIT: Hier ein sehr ausführlicher Essay Rowlings zum Thema aus dem Jahr 2020:
https://www.jkrowling.com/opinions/j-k- ... er-issues/
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Uschi Zietsch
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Nö, passt schon. Bis zur nächsten Staffel tut sich hier eh nix ^^
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von CPL386 »

Also ich möchte hier auch mal etwas einwerfen, eben weil "Werke verbannen", gefallen ist.
Ich sehe das ähnlich wie Uschi.
Z. B. kann eine wirklich miese fanatische homophobe Person ein Werk / Buch schaffen, das in der LGBT (was weiß ich wie viele Buchstaben und Zeichen, die mittlerweile hinten dranhängen.) einen absoluten Hype auslösen und sie zum Outing bringen.
(War da nicht mal was mit Moby-Dick, das wohl öfter als homoerotischer Roman ausgezeichnet wurde und Preise bekam?)

Ich meine auch bei Harry Potter sowas Ähnliches bei einigen gelesen zu haben, dass sie sich eben wg. der Story den Mut gefasst haben zu sich selber zu stehen.
Ich sehe das als etwas sehr Positives und bin daher massiv dagegen, dass man dann solche Bücher verbieten / verbannen sollte.

Bezüglich sexueller oder andere Übergriffe von höher gestellten Personen sollte sich wirklich unsere Gesellschaft mal von so einer Hörigkeit und Abhängigkeit entfernen. Gerade als Sci-Fi-Fan bin ich der Meinung, dass sowas in eine angeblich aufgeklärten "Zivilisation" nichts zu suchen hat.
Niemand sollte jemals jemanden einfach so "absolut" in den Händen halten können, dass man "alles" mit ihr machen kann oder sich die missbrauchte Person nicht traut das zur Anzeige zu bringen.

Nur leider reagieren manchmal die Polizei / Gerichte schlicht nicht, weil sie teils "hörig" sind oder etwas nicht ernst nehmen.
("Wir können doch nicht XY, dem die halbe Stadt / whatever gehört, oder weil sie berühmt ist, keine Anzeige anhängen!", "Die wollte es doch so! Hat ja auch dann Karriere gemacht!", häusliche Gewalt gegen Männer)
Andererseits schaffen es Personen Medienwirksam Leute hinter sich zu versammeln und andere Existenzen ggf. sogar zu zerstören.

Hauptmann von Köpenick lässt grüßen.

Wir haben nicht nur als Gesellschaft, sondern als "Zivilisation" bzw. "zivilisierte Menschen" noch verdammt viel zu lernen.
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Uschi Zietsch »

Vor allem ist bei Rowling zu erwähnen, dass Dumbledore homosexuell war.
Sie hat halt einige wirklich sehr dumme Sachen von sich gegeben, manches habe ich auch nicht so dramatisch gewertet, aber sie hat schon ein paar Böcke geschossen, weswegen sich Daniel Radcliffe und einige andere von ihr distanziert haben.
Deswegen hat sie aber trotzdem mit ihrer Serie damals etwas sehr Wichtiges für die Kinder geschaffen. Heutzutage ist das gar nicht mehr so von Belang, weil sich die Gesellschaft weiterentwickelt hat (also heute andere Präferenzen etc hat, nicht im Sinne von "positiv" oder "negativ"). Beispielsweise hat ein Freund von mir erzählt, dass seine Töchter und deren Freunde/Schulkameraden sich null für Harry Potter interessieren. Weil diese Geschichten heutzutage altbacken sind - die reale Welt ist ja längst nicht mehr so gediegen, ohne Handys usw. Auch die Jugend ist heute ganz anders.
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Re: [Netflix] The Sandman

Ungelesener Beitrag von Ender »

Das Thema taucht ja immer wieder auf (neuestes Beispiel: Alice Munro), und ich finde es generell schwierig, wie man damit umgeht.
Zunächst mal halte ich es so wie Knochenmann: Wenn mir eine noch lebende Person - aus welchen Gründen auch immer - unangenehm ist, ich aber nicht auf ihre Werke verzichten möchte, dann kaufe ich mir diese nur noch gebraucht. Zumindest soll sie nichts an mir verdienen.
Es gibt auch Fälle, wie von Pogo beschrieben, in denen mir aufgrund bestimmter Ereignisse/Informationen einfach jede Lust an Werken von Person XY vergangen ist.
Ansonsten muss man halt im Einzelfall für sich entscheiden, wie man damit umgeht.

Was ich aber wichtig finde: Mir wird in diesem Zusammenhang viel zu leichtfertig von "Zensur", "Verboten", "Verbannung", "canceln" o.ä. gesprochen. Ich kann in Pogos Artikel (wie auch in fast allen vergleichbaren) nicht erkennen, dass ein Verbot von irgendetwas gefordert wird. Solche Behauptungen sind schlicht falsch, verselbstständigen sich aber schnell.
Zensur und Verbote von unliebsamen Werken bzw. Personen gibt's z.B. im Iran oder in Russland. Hier nicht, solange sie nicht gegen Gesetze verstoßen. Mit offenen Augen und kritischem Blick kann und sollte man sie trotzdem betrachten.
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