Töten Netflix und Co. das Buch?

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lapismont
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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von lapismont » 12. Oktober 2017 07:39

Nina hat geschrieben:
11. Oktober 2017 22:27
[…]
Eltern lassen normalerweise Kinder auch nicht ohne Betreuung Streamingdienste nutzen. Es mag Netflix geben, aber das heißt noch lange nicht, dass Kinder unbeschränkt darauf zugreifen dürfen. Ebenso wie auf das normale Fernsehen - Eltern lassen Kinder üblicherweise nicht durch die Kanäle zappen, wie diese grad lustig sind.
Da bin ich eher skeptisch, rein aus Erfahrungen.
Zum einen sehe ich anhand der PC-Nutzung in sehr vielen Familien, dass Eltern keine Ahnung davon haben, was ihre Kinder zocken. Portale wie Steam machen es extrem leicht, jederzeit an beliebige Spiele zu gelangen. Mit einer vom Taschengeld gekauften Steamcard, kann der Kauf komplett vor den elterlichen Augen verborgen werden.

Zum anderen ist es auch bei Netflix eine Frage der Bequemlichkeit. Will man was unterschiedliches zur selben Zeit gucken, ist der Weg zum Familienaccount nicht weit. Vielleicht richtet man noch ein Jugendschutz-Passwort ein. Aber sobald der Nachwuchs erstmal drin ist und mit seinem eigenen Profil guckt, ist die formale Kontrolle ausgehebelt.
Und ich kenne auch nicht viele Eltern, die sich die Mühe einer WLAN-Begrenzung machen.
Zuletzt geändert von lapismont am 12. Oktober 2017 07:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Diboo
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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Diboo » 12. Oktober 2017 07:40

Ich halte "Wohnzimmer verlassen" nicht für grundsätzlich erstrebenswert (außer, ich muss pinkeln).
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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Diboo » 12. Oktober 2017 07:40

lapismont hat geschrieben:
12. Oktober 2017 07:39
Zum anderen ist es auch bei Netflix eine Frage der Bequemlichkeit. Will man was unterschiedliches zur selben Zeit gucken, ist der Weg zum Familienaccount nicht weit. Vielleicht richtet man noch ein Jugendschutz-Passwort ein. Aber sobald der Nachwuchs erstmal drin ist und mit seinem eigenen Profil guckt, ist die formale Kontrolle ausgehebelt.
Und ich kenne auch nicht viele Eltern, die sich die Mühe einer WLAN-Begrenzung machen.
Was Lappi sagt. "Parental Guidance" ist eine Schimäre, in 99 % der Fälle.
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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Naut » 12. Oktober 2017 08:00

lapismont hat geschrieben:
12. Oktober 2017 07:39
Und ich kenne auch nicht viele Eltern, die sich die Mühe einer WLAN-Begrenzung machen.
Es ist ein täglicher Kampf, aber es lohnt sich für beide Parteien.

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von heino » 12. Oktober 2017 08:12

Mal sehen:ich besitze und benutze Laptop/Handy/Tablet, ich gehe regelmäßig ins Kino (zuletzt zum FFF), ich habe und benutze Netflix mehr oder weniger Regelmäßig, ich gucke relativ viel TV, gehe 2-3 mal/Woche zum Sport, treffe mich mit Freunden und Familie, gehe arbeiten und habe wie die meisten hier eine feste Beziehung. Und trotzdem habe ich dieses Jahr schon über 30 Bücher gelesen. Im Schnitt habe ich seit Beginn meines Arbeitslebens - also lange vor allem, was digital und heute selbstverständlich ist - pro Jahr ca. 40 Bücher gelesen und das wird dieses Jahr auch wieder so sein.
Ähnlich sieht es bei meiner Schwester, meiner Partnerin und deren Schwester aus. Mein Quasi-Schwager liest generell nicht mehr als die Zeitung, mein Neffe und die jüngere Verwandtschaft meiner Partnerin lesen alle mehr oder weniger viel, wobei ihre Nichte ausschließlich englischsprachige Bücher liest.

Wieso gibt die gute Frau nicht auch der Erfindung des Büchertauschschrankes die Schuld? Die sind recht weit verbreitet (wir haben sogar einem im Pausenraum) und meine Partnerin und ich nutzen die recht gerne, weil man da zwischen all dem alten Konsalik- und Pilcher-Müll auch immer wieder auf interessante Sachen stößt.

Tldr:ich kann kein Problem erkennen. Wer lesen mag, wird es auch tun. Und die Dame betreibt dieselbe Art von Gejammer, die auch in regelmäßigen Abständen von der Kino- oder Musikbranche kommt und die immer nur von den eigenen Fehlern ablenken soll.
Lese zur Zeit:

Joe R. Lansdale - Das Dickicht

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von lapismont » 12. Oktober 2017 08:15

Wir sind hier halt die Guten!

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Khaanara » 12. Oktober 2017 08:29

Ich glaube diese Thesen gab es schon immer, zur Einführung des Kinofilms, des TVs, der Vinylplatte, des Videorekorders, des Heimcomputers, der Spielkonsolen, des DVD-Players, des Streamings, etc.

Aber was ich auch sehe, ist das viele Sparten durch eine Übersättigung des Marktes und gleichzeitiger Reduktion der Kosten, dann meist die qualitativ besseren Sachen untergingen und dieser Markt dann zusammengebrochen ist, um Jahre später wieder aufzublühen und durch die gleichen Fehler wieder untergegangen ist, seien es Bücher, Musik, Spiele, Comics, Filme, Serien, etc.

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Diboo » 12. Oktober 2017 08:36

Kauft meine Bücher!
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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Knochenmann » 12. Oktober 2017 09:08

Erstmal Netflix fertig ansehen.
Als ich jung war, war der Pluto noch ein Planet

Alle Bücher müssen gelesen werden

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Khaanara » 12. Oktober 2017 09:26

Diboo hat geschrieben:
12. Oktober 2017 08:36
Kauft meine Bücher!
Sobald es sie in Netflix zu sehen gibt!

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Naut » 12. Oktober 2017 09:31

Khaanara hat geschrieben:
12. Oktober 2017 09:26
Diboo hat geschrieben:
12. Oktober 2017 08:36
Kauft meine Bücher!
Sobald es sie in Netflix zu sehen gibt!
Man spricht ja schon von einem Netflix-Boom.

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Ender » 12. Oktober 2017 09:38

Khaanara hat geschrieben:
12. Oktober 2017 08:29
Ich glaube diese Thesen gab es schon immer, zur Einführung des Kinofilms, des TVs, der Vinylplatte, des Videorekorders, des Heimcomputers, der Spielkonsolen, des DVD-Players, des Streamings, etc.
Das stimmt zwar, aber manchmal sind sie ja auch nicht ganz falsch.
Als alle Menschen zuhause einen eigenen Fernseher hatten, da ist das Kino zwar nicht ausgestorben - aber die Besucherzahlen sind tatsächlich drastisch eingebrochen. In den 1950er Jahren gab es Schätzungen zufolge (offizielle Statistiken gab es damals noch nicht) jährlich 400-500 Mio Kinobesuche in Deutschland, mittlerweile (d.h. in den letzten 40 Jahren) sind es i.d.R. zwischen 100 und 150 Mio (Quelle).
Es mag nicht NUR am Fernsehen gelegen haben, aber man kann mit Sicherheit sagen, dass das damals neue Medium dem Kino massiv geschadet hat.

Dass der Buchmarkt möglicherweise auch unter neuer Konkurrenz spürbar leidet (wenn auch sicher nicht völlig getötet wird), halte ich daher durchaus für möglich. Aber ich wiederhole mich: so ohne konkrete Stückzahlen über einen längeren Zeitraum ... schwierig zu beurteilen.

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Guido Latz » 12. Oktober 2017 09:47

In welches Kino soll ich denn gehen? Und nicht nur mich betrifft doch sicher, dass man viele Kilometer weit fahren müsste um einen Film noch im Kino zu sehen. Gut, wohnt man in der Nähe eines Kinos - kein Problem. Aber die Zeiten sind doch nun auch für zumindest einen Teil der potentiellen Kunden vorbei.

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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von breitsameter » 12. Oktober 2017 09:53

Naut hat geschrieben:
12. Oktober 2017 08:00
lapismont hat geschrieben:
12. Oktober 2017 07:39
Und ich kenne auch nicht viele Eltern, die sich die Mühe einer WLAN-Begrenzung machen.
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Re: Töten Netflix und Co. das Buch?

Ungelesener Beitrag von Ender » 12. Oktober 2017 09:54

Guido Latz hat geschrieben:
12. Oktober 2017 09:47
In welches Kino soll ich denn gehen? Und nicht nur mich betrifft doch sicher, dass man viele Kilometer weit fahren müsste um einen Film noch im Kino zu sehen. Gut, wohnt man in der Nähe eines Kinos - kein Problem. Aber die Zeiten sind doch nun auch für zumindest einen Teil der potentiellen Kunden vorbei.
Das eine ist ja eine Folge des anderen. Bei immer noch 500 Mio jährlichen Besuchern gäbe es natürlich auch noch wesentlich mehr Kinos.
So wie es in ein paar Jahren vermutlich auch nur noch sehr wenige Buchhandlungen geben wird.

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